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Diera-Zehren: Schloss Schieritz


Schloss Schieritz
Bergstraße 2
01665 Diera-Zehren OT Schieritz

Historisches
Zwischen dem Abriss des Vorgängerbaus des Dominus Conradus und der Errichtung des Schlosses existierte ein Rittergut, das unterschiedlichen Besitzern als Wohnstätte diente. So wurden Ulrich von Gorenzk 1360, Ritter Hannes von Slinicz (Schleinitz) 1416 und ab 1411 die Familie von Rosenhain bzw. Rosenberg als Rittergutsbesitzer genannt. 1457 erwarb Georg von Miltitz das Rittergut und verkaufte es nur drei Jahre später an die Familie von Rechenberg. 1480 wurde Friedrich von Sahlhausen als Besitzer erwähnt, ab 1513 Dittrich von Arras.

1549 gelangte das Rittergut Schieritz erneut an die Familie von Schleinitz und verblieb etwa 300 Jahre, nämlich bis 1841, in Familienbesitz. George von Schleinitz ließ zunächst den Westflügel des Schlosses errichten. Unter Hannß von Schleinitz wurde dann das heutige Schloss zwischen 1556 und 1601 erbaut, wobei vermutlich Fundamente des Vorgängerbaus einbezogen wurden.
1841 verkaufte Georg von Schleinitz das Schloss an Christian F. Kunert, der durch die Seifensiederei zu Reichtum gekommen war. Prinz Georg von Sachsen besaß Schloss Schieritz von 1862 bis 1868 und veräußerte es an Fedor von Kiel, der 1882 den Turm rekonstruieren ließ.
Ab 1891 besaß Emil Franz Günther das Schloss, unter dem 1919 eine erneute Turmrekonstruktion erfolgte. Während des Zweiten Weltkrieges diente es als Auslagerungsort für Museumsexponate der Stadt Dresden. Russische Kompanien belagerten und plünderten das zuletzt unbewohnte Schloss.


1945
Nach der Enteignung der Familie Günther wurde das Schloss zunächst als Notunterkunft für Heimatlose genutzt. Danach erfolgte eine Nutzung als DDR-Kinderferienlager. 1953 wurde im Schloss Schieritz die Bezirksschule der LPG eingerichtet, die 1956 von der LPG-Hochschule Meißen übernommen und als Internat genutzt wurde. 1971 vernichtete ein Großbrand die Scheune des Rittergutes, welche aus dem Jahr 1600 stammte und im 19. Jahrhundert ausgebaut worden war. Ein Sturm richtete zudem schwere Schäden an der Turmhaube an. Ende 1990 wurde die Auflösung der Hochschule beschlossen und in der Folge bis 1992 abgewickelt.

Nachwendezeit
Eigentümer des Schlosses war der Freistaat Sachsen, der ab 1993, in jenem Jahr musste die Turmhaube aus Sicherheitsgründen entfernt werden, das Schloss zum Verkauf ausschrieb. Die heftigen Regenfälle im August 2002, die in Sachsen zur sogenannten Jahrhundertflut geführt hatten, richteten am Hang des Schlossareals sowie an der Stützmauer schwere Schäden an. 2005 ersteigerte ein Österreicher das Schloss online. Sein Vorhaben einer Klinik für adipöse Kinder konnte finanziell nicht umgesetzt werden. In der Folgezeit kam es zu Ungereimtheiten in den Besitzverhältnissen.

Heutige Nutzung
Schloss Schieritz steht ungenutzt und abgesperrt. Der 2008 auf 2 Mio. EUR bezifferte Sanierungsbedarf dürfte infolge fehlender Notsicherungsmaßnahmen zwischenzeitlich weiter angestiegen sein. Die Wirtschaftsgebäude werden privat genutzt.

HINWEIS! Selbst wenn ein Gebäude oder Grundstück als leer stehend beschrieben wird, berechtigt dies NICHT zum unbefugten Betreten!

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