Schloss & Herrenhaus


Ein Schloss ist ein meist künstlerisch gestaltetes Gebäude, welches dem Landesherrn und anderen Mitgliedern des Adels vornehmlich zu Wohn- und Repräsentationszwecken diente. Während in der Zeit als noch im romanischen und gotischen Stil gebaut wurde in erster Linie Burgen entstanden, wandelte sich der Baustil in der Renaissance. Burgen verloren mehr und mehr ihren Charakter als Verteidigungsanlage und wurden zu Wohnschlössern umgebaut. Mit dem Aufblühen des Barocks wurde das Schloss von Versailles zum Vorbild für den gesamten europäischen Schlossbau, der so schmückend und repräsentativ wie möglich erfolgte. In manchen Fällen ist eine klare Abgrenzung zwischen Burg und Schloss sowie zwischen Schloss und Herrenhaus nicht eindeutig definierbar, so dass es zu Doppelbezeichnungen kommt. Der Schlossbau wurde mit Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung der meisten Monarchen weitestgehend eingestellt. Nur wenige Schlösser gehören heute noch ihren einstigen Besitzern. Mehrere Erben kauften die 1945 enteigneten Besitztümer ihrer Vorfahren zurück. Da der Unterhalt dieser Gebäude heute sehr kostspielig ist, müssen Nutzungskonzepte von hoher Wirtschaftlichkeit zeugen.

Sonderformen des Schlossbaus sind das Wasserschloss (siehe Erläuterungen unter Burgen/Wasserburgen), das Jagdschloss sowie das Lustschloss.

Ein Jagdschloss ist ein Schloss, welches entweder über einen Tiergarten oder über angrenzende Jagdgebiete verfügte und der adligen Gesellschaft als Unterkunft und für Festlichkeiten anlässlich der Jagd diente. Jagdschlösser erhielten bezüglich ihrer Ausstattung einen Bezug zur Jagd, zum Beispiel durch eine Geweihsammlung oder Jagdgemälde. Meist gehörten auch Ställe und Nebengebäude zur Unterbringung der Kutschen zum Jagdschloss dazu.

Ein Lustschloss hingegen war oft ein vergleichsweise kleines Schloss, welches dem Adel ausschließlich zu privaten Zwecken diente. Sie nutzten es als Rückzugsort, da die offizielle Hofhaltung meist sehr aufwändig und von einer Vielzahl von Verpflichtungen wie Bällen, Empfängen und Regierungspflichten geprägt war. Lustschlösser wurden vorwiegend in der Zeit des Barocks und des Rokokos erbaut. Nur ein bestimmter Personenkreis erhielt Zutritt zu ihnen. Oft waren diese Schlösser auch Zentrum für kulturelles Vergnügen.

Ein Herrenhaus ist ein Gebäude, das überwiegend von Adligen und Großgrundbesitzern bewohnt wurde, die im Rang unter dem jeweiligen Landesherrn standen. Durch Verkauf konnte ein Herrenhaus auch in bürgerliche Hände gelangen. Teilweise ist eine klare Abgrenzung zum Schloss nicht möglich, da es auch schlichte Schlossbauten sowie prunkvolle Herrenhäuser gibt. Im Allgemeinen sind Herrenhäuser jedoch weniger prächtig in ihrer Bauweise und Ausstattung als Schlösser. Ein Herrenhaus war der Mittelpunkt eines Gutes mit eigenem Gutsbetrieb. Befand es sich in adligem Besitz, konnte es auch als Schloss bezeichnet werden. Befand sich ein Herrenhaus allerdings in bürgerlicher Hand und verfügte über keinen eigenen Gutsbetrieb, blieb es definitiv ein Herrenhaus.

HINWEIS! Selbst wenn ein Gebäude oder Grundstück als leer stehend beschrieben wird, berechtigt dies NICHT zum unbefugten Betreten!

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