Danewerk – Die Reaktivierung des Danewerks und die Schanze 14

 

Die Reaktivierung des Danewerks

Militärische Reaktivierung er­fuhr das Danewerk so­wohl im 19. als auch im 20. Jahrhundert. Das Gebiet des heu­ti­gen Dänemarks und Deutschlands war im 18. Jahrhundert in viele Kleinstaaten und Fürstentümer zer­split­tert. Als der na­tio­nale Gedanke auf­kam und sich das Volk lang­sam als Nation ver­stand, ge­wann auch das Danewerk wie­der an Bedeutung.

Die Grenzbefestigung wurde von den Dänen im Schleswig-​Holsteinischen bzw. Ersten Schleswiger Krieg von 1848 bis 1851 wie­der ein­ge­nom­men. Nach Kriegsende stellte der dä­ni­sche König Friedrich VII. das Danewerk un­ter Schutz. Zehn Jahre spä­ter er­wei­ter­ten die Dänen es un­ter gro­ßem Kostenaufwand um Artillerieschanzen und bau­ten es zur stark be­fes­tig­ten Verteidigungsanlage aus. Die Danewerk-​Stellung galt als un­ein­nehm­bare Festung und hatte durch die Ausbauten fast seine ur­sprüng­li­che Größe wie­der­erlangt. Dennoch un­ter­lag das dä­ni­sche 40.000 Mann starke Heer im Deutsch-​Dänischen bzw. Zweiten Schleswiger Krieg 1864. Schneestürme und stren­ger Frost so­wie das Übersetzen der Preußen und sei­ner ös­ter­rei­chi­schen Verbündeten über die ver­eiste Schlei zwan­gen die Dänen zum Rückzug. Sie ver­lo­ren 40 % ih­res Territoriums an die Sieger, dar­un­ter auch das Danewerk.

Die Schanze 14 be­fin­det sich in un­mit­tel­ba­rer Nähe des heute frei­ge­leg­ten Teilstückes der Waldemarsmauer. Die Schanzen 15 bis 18 be­fin­den sich im wei­te­ren Verlauf des Hauptwalls, wo­bei die Schanze 16 sich am heu­ti­gen klei­nen Parkplatz an der Stelle, wo die Straße in Kurburg den Wall un­ter­bricht, be­fand. Die Schanze 18 be­fand sich an der vor­letz­ten Gehöftgruppe, be­vor der Hauptwall en­det und in den Krummwall über­geht, die Schanze 19 wurde am Knick und Übergang zum Krummwall er­baut. Südöstlich von Ellingstedt ent­stand die Schanze 20, die Schanzen 21 bis 23 süd­lich von Morgenstern wur­den vor dem Krummwall er­rich­tet. Zusätzlich wur­den vor den Schanzen Schleusen und Staudämme er­rich­tet, die die Rheider Au-​Niederung bei Bedarf un­ter Wasser set­zen und un­pas­sier­bar ma­chen konn­ten. Beim Einmarsch der Deutschen im Februar 1864 war es al­ler­dings so kalt, dass au­ßer der Schlei auch eben diese Flächen zu­fro­ren und kei­ner­lei Abwehrfunktion mehr dien­lich wa­ren. Südöstlich von Hollingstedt wur­den Nummer 24 und 25 erbaut.

Mit dem Ausbau des Danewerks zu ei­ner Verteidigungsanlage des 19. Jahrhunderts setzte die Zerstörung des Monuments durch Menschenhand ein. Insbesondere am Hauptwall wurde beim Bau der Schanzen die Wallstruktur teil­weise er­heb­lich zer­stört. Beim Krummwall war dies we­ni­ger der Fall, da hier meh­rere Schanzen vor dem Wall er­baut wur­den. Erst 1899 er­ließ die Preußische Regierung Schutzbestimmungen und be­auf­tragte den Kreis Schleswig mög­lichst viele Danewerk-​Parzellen auf­zu­kau­fen. Vielerlei Faktoren wie un­klare Besitz- und Rechtsverhältnisse, die Berücksichtigung von wirt­schaft­li­chen Interessen von Grundstückseigentümern und die lan­gen Bearbeitungszeiten der Verwaltung ver­zö­ger­ten und ver­hin­der­ten teil­weise not­wen­dige Maßnahmen zum Erhalt des Danewerks.

 

Schanze 14

Die Schanze 14 ist eine von ins­ge­samt 29 Schanzen, die zwi­schen 1861 und 1863 zur Verteidigung der dä­ni­schen Armee er­rich­tet wurde.

Aufgrund der ex­trem schlech­ten Wetterverhältnisse wurde die­ser mi­li­tä­ri­sche Punkt wäh­rend des Deutsch-​Dänischen Krieges be­reits im Februar 1864 wie­der ge­räumt und man ent­schloss sich zum Rückzug auf die bes­ser zu ver­tei­di­gende Düppel-​Stellung bei Sonderburg. Die Österreicher nah­men die Danewerk-​Stellung kampf­los in Besitz und be­gan­nen mit der Schleifung der Schanzen.

Neben Ingenieursplänen exis­tiert von der Schanze 14 auch eine der ers­ten Fotodokumentationen des Landes, die kurz nach der Aufgabe des Danewerkes durch die Dänen an­ge­fer­tigt wurde. Die Schanze be­saß ei­nen fünf­ecki­gen Grundriss, 9 m hohe und steil ab­fal­lende Hänge, in Richtung Deutschland eine Palisadenwehr und in Richtung Dänemark eine Rampe. Auf der Schanze stan­den Kanonen, es gab Unterstände für die Soldaten und Depots für die Munition.

Das um­fang­rei­che vor­han­dene Anschauungsmaterial ließ die Schanze 14 zur am bes­ten do­ku­men­tier­ten Kanonenstellung aus den deutsch-​dänischen Kriegen wer­den und gilt als mi­li­tär­ge­schicht­li­ches Kleinod. Die Schanze wurde 2001 wie­der aufgebaut.

 

Zweiter Weltkrieg

1927 wurde in Kiel die “Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der nord- und ost­deut­schen vor- und früh­ge­schicht­li­chen Wälle vom Stromgebiet der Elbe bis zur Memel” ge­grün­det. Der erste Forschungsschwerpunkt wa­ren Haithabu und das Danewerk. Noch im Zweiten Weltkrieg sollte das Danewerk in eine Panzersperranlage um­ge­stal­tet wer­den. Für die Ausführung der Bauarbeiten wa­ren 9.000 Arbeiter ab­kom­man­diert. Den Bemühungen von Søren Telling, dä­ni­scher Archäologe, Angestellter im schleswig-​holsteinischen Landesmuseum in Kiel und ehe­ma­li­ges Stabs-​Mitglied der DNSAP (Dänische Nationalsozialistische Arbeiterpartei), ist es zu ver­dan­ken, dass die Arbeiten im November 1942 ein­ge­stellt wur­den. Dies ge­schah auf Intervention des SS-​Reichsführers Heinrich Himmler, an den Telling sich un­ter Vorwänden ge­wandt hatte. Himmler war für das “Amt für Ahnenerbe” zu­stän­dig und sah sich über­zeugt, dass das Danewerk für die ari­sche und ger­ma­ni­sche Kultur be­deut­sam sei.

 

wei­ter­le­sen: Das Danewerk und sein Umfeld heute