Einleitung Lexikon

 

Festung – Burg – Schloss – Rittergut…
… eine ge­naue Unterscheidung ist auf­grund mit­un­ter flie­ßen­der Übergänge manch­mal kaum mög­lich. Dennoch folgt hier der Versuch, die Unterschiede dar­zu­stel­len und ei­nen Überblick über diese Bauten zu ge­ben.

Die Bezeichnung Familienbesitz wird in Beiträgen be­nutzt, wenn sich ein Grundbesitz für ei­nen län­ge­ren Zeitraum im Besitz ei­ner be­stimm­ten Familie be­fun­den hat. Dies be­deu­tet nicht zwin­gend, dass der Grundbesitz in di­rek­ter Linie vom Uropa an den Opa, von die­sem an den Vater und schließ­lich an den Sohn wei­ter­ver­erbt wurde. Es kann auch be­deu­ten, dass er an ei­nen an­de­ren Familienzweig kam, etwa wenn er an ei­nen Bruder oder ei­nen Neffen über­tra­gen wurde. Es ist da­her auch mög­lich, dass ein Rittergut zwar über meh­rere Jahrhunderte fest mit ei­nem Familiennamen ver­bun­den, im Laufe der Zeit aber in den Händen ver­schie­de­ner Familienzweige war. Dieser Hinweis dürfte vor al­lem für Ahnenforscher von Interesse sein.

Das Abtragen von Gebäuden oder Befestigungsanlagen wird Schleifung ge­nannt. Dabei ist es un­er­heb­lich, ob das Gebäude ein­ge­ris­sen, ge­sprengt oder kom­plett ein­ge­eb­net wurde. Eine Schleifung fand meist nach der Zerstörung des Gebäudes nach Kämpfen oder Unwetter–  bzw. Brandbeschädigung statt, wenn ein Wiederaufbau wirt­schaft­lich nicht sinn­voll war. Im 19.  Jahrhundert wur­den viele Festungen ge­schleift, um Baumaterial für die Städte, ins­be­son­dere für Kirchen und Wohnhäuser, zu ge­win­nen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wur­den vor­ran­gig mas­siv zer­störte Herrenhäuser und Schlösser ge­schleift. Viele Flächen, auf de­nen sich vor­mals Befestigungsanlagen be­fan­den, wur­den in Grünflächen um­ge­stal­tet.

Eine Wüstung ist eine ehe­ma­lige Siedlung oder Ortschaft, die auf­ge­ge­ben wurde und nicht mehr be­wohnt wird. Meist wurde die ehe­ma­lige Bebauung voll­kom­men ab­ge­tra­gen. Dies ge­schah oft ent­we­der um Flächen für an­dere Nutzungsarten zu schaf­fen oder un­ter wirt­schaft­li­chen Gesichtspunkten, bei­spiels­weise nach krie­ge­ri­schen Zerstörungen, Bevölkerungsabwanderung oder Aufkauf der Bodenflächen durch Gutsherren. Beispiele für neu­zeit­li­che Wüstungen sind im Zusammenhang mit dem Begriff Devastierung die Aufgabe und Abtragung von Orten, um für den Kohleabbau Raum zu schaf­fen, so­wie Umsiedlung gan­zer Ortschaften, um diese Geländeteile künf­tig für Truppenübungsplätze zu nut­zen. Oft er­in­nern noch Flurnamen, ge­le­gent­lich Ruinenreste an die vor­mals be­stehende Besiedlung. Im Zusammenhang mit Befestigungsanlagen wird auch die spe­zi­fi­zierte Bezeichnung “ab­ge­gan­gen” ver­wen­det.