Herrensitze

 

Wikipedia de­fi­niert den “Herrensitz” recht gut verständlich:
“Jede Grundherrschaft hatte ei­nen so­ge­nann­ten Herrensitz. Im Mittelalter war das zu­meist eine Burg, spä­ter ein Schloss oder Herrenhaus. Der Herrensitz be­her­bergte die Familie des Inhabers der Grundherrschaft mit Verwaltern und den Bediensteten; er war zu­gleich der wirt­schaft­li­che und ver­wal­tungs­tech­ni­sche Mittelpunkt der Grundherrschaft.”

Meist konnte an­hand von al­ten Schriftstücken die Entwicklung ei­nes Herrensitzes im Laufe der Jahrhunderte gut nach­voll­zo­gen wer­den. Mit dem Aufkommen der Ritter wurde der Herrensitz zum Rittersitz, der bes­ten­falls ei­nige Zeit spä­ter noch zum Rittergut er­ho­ben wurde. Je nach Bedeutung des Standortes, Name und Einfluss des Grundherrn so­wie ent­spre­chen­den fi­nan­zi­el­len Mitteln wur­den Schlösser und Herrenhäuser er­rich­tet so­wie Vorwerke ge­bil­det und angegliedert.

In ei­ni­gen Fällen lässt sich die Weiterentwicklung des Herrensitzes je­doch nicht nach­ver­fol­gen; glei­ches trifft auf Rittersitze zu. Das liegt mög­li­cher­weise daran, dass alte Dokumente im Laufe der Jahrhunderte ver­lo­ren ge­gan­gen sind oder nicht ge­deu­tet wer­den kön­nen, was zur Folge ha­ben kann, dass alte Burganlagen schlicht­weg nicht mehr be­kannt und durch na­tür­li­che Überformung ver­schwun­den sind. Es ist ein of­fe­nes Geheimnis, dass für der­lei Forschungsarbeit sel­ten fi­nan­zi­elle Mittel zur Verfügung ste­hen, und so schlum­mert mög­li­cher­weise noch die eine oder an­dere frühe Wall- oder Wasserburganlage un­ter Wiesen, Feldern und Wäldern. Denn Fakt ist ei­nes: Ein Grundherr wird kaum in ei­nem Zelt ge­wohnt ha­ben, son­dern in ei­ner an­ge­mes­se­nen und für da­ma­lige Verhältnisse stan­des­ge­mä­ßen Behausung, die sich vom Zuhause ein­fa­cher Menschen un­ter­schied. Eine an­dere Variante ist eine ganz simple; näm­lich dass der Herrensitz auf­ge­ge­ben wurde, weil er an Bedeutung ver­lo­ren hatte, die Grundherren aus­ge­stor­ben sind oder sie an Macht und Einfluss ver­lo­ren hatten.

Es ob­liegt Ihnen als Leserin oder Leser, ob Sie diese Herrensitze zu den säch­si­schen Burgen und Schlösser zäh­len möch­ten oder nicht. Aufgrund der oft un­ge­nü­gen­den Ergebnisse über das Schicksal der Herrensitze habe ich mich für ihre Listung ent­schie­den. Die je­wei­lige Anzahl der rei­nen Herrensitze in den ein­zel­nen Landkreisen und drei gro­ßen Städten, ohne (mir bis dato be­kannte) Weiterentwicklung, ist in der Schlösser-​Statistik aufgeführt.