Neustadt: Wasserburg & Schloss Polenz

12. November 2012 Aus Von Schlossherrin

Wasserburg & Schloss Polenz
Schloss: Schlosspark
Wirtschaftsgebäude: Am Wasserberg 13–15
01844 Neustadt OT Polenz

Historisches

Eine erste Erwähnung des Guts er­folgte im 13. Jahrhundert, wo­bei es sich um die ehe­ma­lige Wasserburg ge­han­delt ha­ben dürfte. 1451 be­stand ein Vorwerk, wel­ches 1547 erst­mals als Rittergut be­zeich­net wurde. Das Rittergut Polenz wurde über­wie­gend durch Belehnung und Verpachtung be­wirt­schaf­tet. Über ein­zelne Besitzer gibt es kaum Informationen. Das Gebäudeensemble, einst be­stehend aus Schloss und meh­re­ren Wirtschaftsgebäuden, stammte aus der ers­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Nach 1945

Das Schloss und ein Wirtschaftsgebäude wur­den 1948 bzw. 1950 /​ 1951 abgerissen.

Nachwendezeit

Auf dem ehe­ma­li­gen Standort des Schlosses wurde ein Möbel- und Einkaufsmarkt er­rich­tet. Geringe Reste der Grundmauern von Schloss Polenz sind über­wu­chert und be­fin­den sich park­sei­tig hin­ter dem Einkaufsmarkt. Der Park ist nicht öf­fent­lich zu­gäng­lich und hin­ter­lässt kei­nen ge­pfleg­ten Eindruck.

Das ein­ge­stürzte Dach des Pferdestalls wurde im Sommer 2014 ab­ge­tra­gen, au­ßer­dem fan­den Notsicherungsarbeiten statt.

Der Verein 750 Jahre Polenz e. V. schloss 2015 ei­nen Nutzungsvertrag mit der Stadt Neustadt in Sachsen als Eigentümer des Objektes zur Nutzung, Bewirtschaftung und Instandhaltung des Ritterguts. Der Verein ist be­strebt, die Rittergutsreste zu er­hal­ten und wie­der­her­zu­stel­len und ei­ner kul­tu­rel­len Nutzung zu­gäng­lich zu machen.

Heutige Nutzung

Vorhanden sind im Gutsparks noch ge­ringe Reste der Grundmauern des Schlosses so­wie ein gro­ßer Teich und eine über den im nörd­li­chen Parkbereich flie­ßen­den Bach füh­rende Steinbrücke. Erhalten sind über­dies ein Gesindehaus, wel­ches durch meh­rere Vereine ge­nutzt wird, und der nun­mehr auf die Ruinenwände be­schränkte Pferdestall, wel­cher als Freilichtbühne dient. Im Schlossteich steht ein Gedenkstein mit der Jahresinschrift 1843.

Bodendenkmalschutz

Die ur­sprüng­li­che Wasserburg wurde durch das spä­ter er­rich­tete und eben­falls nicht mehr vor­han­dene Schloss über­baut. Der Wassergraben wurde ober­ir­disch be­sei­tigt. Der Standort wurde Anfang 1972 un­ter Bodendenkmalschutz gestellt.
(Fotos: Oktober 2022)