Sohland an der Spree: Schloss Obertaubenheim

Schloss Obertaubenheim

Sohlander Straße 2
02689 Sohland a. d. Spree OT Taubenheim

Historisches

Die Geschichte des Rittergutes Obertaubenheim reicht weit zurück. Taubenheim wurde bereits 1345 erst­mals als Herrensitz unter Jutta de Tubinheym erwähnt. 1439 ist ein Rittersitz belegt, seit 1562 wird der Besitz als Rittergut bezeich­net. Ursprünglich bestand in Taubenheim nur ein Rittergut. Im Laufe der Jahrhunderte wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach, bevor sich im Ort zwei eigen­stän­dige Güter her­aus­bil­de­ten. 1875 erfolgte schließ­lich die end­gül­tige Teilung in die Rittergüter Ober- und Niedertaubenheim.

Eine wich­tige Phase der Gutsgeschichte begann 1730 mit dem Erwerb Taubenheims durch die Familie von Zezschwitz. Hans Heinrich von Zezschwitz wurde damit zum Besitzer des Rittergutes, das über meh­rere Generationen in Familienbesitz blieb. Die Familie war eng mit der Oberlausitz ver­bun­den. Friedrich Christlieb von Zezschwitz hielt sich nach dem Vorbild sei­nes Vaters über­wie­gend in Herrnhut auf und ver­starb dort 1810. Auch die his­to­ri­sche Beschreibung des Rittergutes aus dem 19. Jahrhundert nennt meh­rere Angehörige der Familie als Besitzer bezie­hungs­weise Mitbesitzer von Taubenheim.

1644 wurde das dama­lige Schloss durch einen ver­hee­ren­den Brand zer­stört. Anschließend ent­stand ein Neubau, der jedoch im Laufe der Zeit zuneh­mend bau­fäl­lig wurde. 1857 ließ der dama­lige Besitzer Wolf Adolph Gottlob von Nostitz und Jänckendorf das Gebäude abbre­chen. Damit ver­schwand das ältere Schloss vollständig.

Unter sei­ner Witwe Marie von Nostitz und Jänckendorf ent­stand schließ­lich ein neues reprä­sen­ta­ti­ves Herrenhaus. Der heu­tige Schlossbau wurde auf dem Oberhof errich­tet und 1897 fer­tig­ge­stellt. 1905 erfolg­ten wei­tere Anbauten. Das Gebäude prä­sen­tiert sich als his­to­ris­ti­scher Putzbau und unter­schei­det sich damit deut­lich von dem älte­ren, 1644 zer­stör­ten Schloss.

1909 wech­selte das Rittergut erneut den Besitzer. Es wurde an den Fabrikanten Preibisch ver­kauft. Damit endete die lange Verbindung des Gutes mit den adli­gen Familien, die es über Jahrhunderte geprägt hatten.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rittergut im Zuge der Bodenreform ent­eig­net. Das Schloss erhielt anschlie­ßend eine neue, nicht mehr an die frü­here Gutsherrschaft gebun­dene Nutzung. Während der DDR-​Zeit wurde das Gebäude als Kindererholungsheim genutzt. Damit diente das ehe­ma­lige Herrenhaus über Jahrzehnte einer sozia­len und gesund­heit­li­chen Nutzung.

Nachwendezeit

Nach der Wende wech­sel­ten die Eigentumsverhältnisse. Im Jahr 2003 wurde Schloss Obertaubenheim an neue Eigentümer ver­kauft und anschlie­ßend umfas­send saniert. Die Sanierung bewahrte das his­to­ri­sche Gebäude vor einem ähn­li­chen Schicksal wie zahl­rei­che andere ehe­ma­lige Rittergüter der Region. In den fol­gen­den Jahren wurde das Schloss unter ande­rem unter der Bezeichnung „Oberes Schloss Philippi“ als Gesundheits- und Schönheitszentrum sowie als Forschungs- und Lehrakademie für Bioenergetik genutzt.

Heutige Nutzung

Schloss Obertaubenheim wird heute von der Viktor Philippi Stiftung Gesundheit genutzt. Auf dem Gelände fin­den unter ande­rem Gesundheitsangebote, Seminare und Veranstaltungen statt. Auch der Schlosspark wird für ver­schie­dene Angebote genutzt, bei­spiels­weise für geführte Motivationswanderungen. Nach eige­nen Angaben wur­den seit 1999 umfang­rei­che Baumaßnahmen am Oberen Schloss durch­ge­führt, um dort einen Ort zum Genesen und Krafttanken zu schaf­fen. Für das Projekt sind nach Angaben der Stiftung wei­tere Arbeiten und Einrichtungen vorgesehen.

Von außen prä­sen­tiert sich das Schloss heute in einem sehr gepfleg­ten und anspre­chend sanier­ten Zustand. Das Grundstück ist jedoch nicht öffent­lich zugäng­lich. Eine Besichtigung des Schlosses und des Geländes ist daher nicht ohne Weiteres möglich.
(Stand & Fotos: September 2026)

Last Updated on 18. September 2026 by Sachsens Schlösser

Veröffentlicht in Landkreis Bautzen.