Niederfrohna: Rittergut Mittelfrohna

Rittergut Mittelfrohna

Obere Hauptstraße 1 (Herrenhaus)
Limbacher Straße 2a (Jägerhäuschen)
09243 Niederfrohna

Historisches

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts, 1409, hatte sich in Mittelfrohna ein eige­nes Rittergut gebil­det. Lehnsherr war Caspar von Flurstädt, der 1436 urkund­lich genannt ist. Im 16. Jahrhundert befand sich das Rittergut im Besitz von Georg von Schönberg, er hatte Mittelfrohna 1584 erwor­ben. 1738 ver­starb Hartmann Friedrich von Schönberg hoch ver­schul­det. Seine Erben ver­kauf­ten das Rittergut Mittelfrohna 1750 an den Kaufmann Johann Christoph Siegert. Unter der Familie Siegert wurde das Herrenhaus von 1772 bis 1774 erbaut.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging das Rittergut an einen Herrn von Reitzenstein über. Nach die­sem gelangte das Rittergut an Heinrich Ernst II. Graf von Schönburg-​Rochsburg. Dessen Tochter Adolphine, ver­hei­ra­tet mit Oberleutnant Adolf Ernst von Wilucki, erbte das Rittergut. Die Familie Wilucki behielt das Rittergut Mittelfrohna bis 1877 in Besitz.

Ende 1894 brannte das Rittergut ab, wobei das Herrenhaus nahezu ver­schont blieb. Der dama­lige Besitzer Oskar Albert Müller ließ den Wirtschaftshof neu auf­bauen. 1907 über­nahm Alexander Otto Hofmann das Rittergut Mittelfrohna.

Nach 1945

Dr. Walter Hofmann teilte das Rittergut Mitte 1946 durch Schenkung an seine bei­den Kinder auf, um der Enteignung durch die Bodenreform zu ent­ge­hen. Zusätzlich wur­den Teilflächen 1948 vor­sorg­lich ver­kauft. Das Rittergut ver­blieb dadurch in Familienbesitz und wurde wei­ter­hin bewirtschaftet.

Dr. Walter Hofmanns Sohn Günther wurde den­noch als Großbauer ange­se­hen. Aufgrund der damit ver­bun­de­nen Schwierigkeiten flüch­tete er mit sei­ner Familie Anfang 1953 in die Bundesrepublik. Daraufhin wurde das Rittergut ent­eig­net und als volks­ei­ge­nes Gut „VEG Tierproduktion Karl-​Marx-​Stadt BT Niederfrona“ weitergeführt.

Nachwendezeit

Dr. Günther Hofmann war nach der Wiedervereinigung mit sei­nen Restitutionsansprüchen erfolg­reich. 1991 konnte der Landwirtschaftsbetrieb unter ihm wie­der auf­ge­baut wer­den. Da not­wen­dige Investitionskredite alters­be­dingt nicht geneh­migt wur­den, musste der Betrieb wie­der auf­ge­ge­ben wer­den. Die Landwirtschaftsflächen wur­den dar­auf­hin verpachtet.

1994, 2005 und 2008 erfolg­ten Verkäufe von Teilflächen des ehe­ma­li­gen Ritterguts. Die Flächen wur­den unter ande­rem für die Errichtung eines Neubaugebiets und für den Autobahnbau ver­wen­det. Der Pächter der Landwirtschaftsflächen erwarb diese käuflich.

2007 wurde das gesamte Anwesen mit Herrenhaus, Nebengebäuden und Park an einen Steuerberater aus den alten Bundesländern ver­kauft. Das Herrenhaus wurde anschlie­ßend voll­stän­dig saniert. 2009 begann die Sanierung des ehe­ma­li­gen Kuhstalls, der bis 2013 zum Bürogebäude umge­baut wurde.

Heutige Nutzng

Das Herrenhaus Mittelfrohna dient Wohnzwecken. Der ehe­ma­lige Stall wird als Bürogebäude genutzt. Im Park des ehe­ma­li­gen Ritterguts befin­det sich unter ande­rem ein klei­nes 1774 erbau­tes und schon 1990 ver­kauf­tes Gärtnerhaus, das soge­nannte Jägerhäuschen.

Last Updated on 24. März 2026 by Sachsens Schlösser

Veröffentlicht in Landkreis Zwickau.

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