Bautzen: Wasserburg & Rittergut Rattwitz

Wasserburg & Rittergut Rattwitz
Alt-​Rattwitz 20
02625 Bautzen OT Rattwitz

Historisches
In Rattwitz ist im Jahr 1451 ein Rittersitz nach­weis­bar. Hierbei han­delte es sich ver­mut­lich um die frühe Wasserburg, die sich nord­west­lich des Gutes be­fun­den hatte und be­reits um 1200 exis­tierte. Im Jahre 1563 be­rich­ten die Quellen von ei­nem Rittergut im Zusammenhang mit dem Landvogt Graf Joachim Schlick. Als wei­tere Besitzer sind 1568 Abraham von Nostitz, 1600 Siegmund von Falkenhain, 1620 Adolph von Gersdorff, 1634 Hans Wolf von Gersdorff und ab un­ge­fähr 1649 Wolf von Maxen be­kannt. Sabina Elisabeth von Maxen be­saß das Rittergut Rattwitz um 1670. Zu die­sem Zeitpunkt wa­ren noch Wassergräben um die frü­here Burg vorhanden.
Das Rittergut kann auf zwei his­to­ri­sche Größen als Übernachtungsgäste zu­rück­bli­cken: 1707 übernachtet der Schwedenkönig Karl XII. auf dem Rittergut Rattwitz, 1757 der „Alte Fritz“, Friedrich II., König von Preußen.
Ab 1777 be­fand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Gersdorff, ab 1824 ge­folgt von Graf August Theodor Ferdinand von Marschall. 1855 er­warb Carl August Jeremias das Rittergut. Unter ihm wurde um 1890 das schloss­ähn­li­che Herrenhaus neu auf­ge­baut. Die Familie be­wirt­schaf­tete das Rittergut bis 1931 und ver­pach­tete es dann an Hermann August Symmank.

Nach 1945
Die Familie Jeremias wurde 1945 ent­eig­net und die Ländereien an Neubauern auf­ge­teilt. Das Herrenhaus sollte zu­nächst ab­ge­ris­sen wer­den, um Baumaterial für an­dere Häuser zu ge­win­nen. Letztlich ent­schied man sich das Herrenhaus fortan als TBC-​Heim zu nut­zen. Diese Nutzung dau­erte, ebenso wie die Folgenutzung als Außenstelle des Bautzner Krankenhauses, nur we­nige Jahre. Ab 1967 wurde das Herrenhaus Rattwitz als Altenpflegeheim ge­nutzt. Die alte Brennerei wurde 1948 abgerissen.

Nachwendezeit
Die Nutzung des Altenheims wurde ein­ge­stellt. 2007 er­folgte der Verkauf an die Enkelin des letz­ten Gutspächters.

Heutige Nutzung
Das Herrenhaus be­fin­det sich in Privatbesitz. Die Sanierung steht noch aus.

Bodendenkmalschutz
Die Wasserburg wurde teil­weise über­baut. Grabenreste sind noch er­hal­ten. Als Bodendenkmal wurde sie 1971 un­ter Schutz gestellt.