Dohna: Altes & Neues Schloss Gamig

Altes und Neues Schloss Gamig
Gamig 2
01809 Dohna OT Gamig

Historisches
In Gamig be­stand 1445 ein Vorwerk, das sich zum Rittergut ent­wi­ckelte und 1512 nach­ge­wie­sen wurde. Wahrscheinlich exis­tierte aber schon vor­her ein Adelssitz, da die Burggrafen von Dohna ver­mut­lich eine Vorfestung er­bauen lie­ßen. Gamig soll zu­dem dem Kloster Altzella un­ter­stan­den ha­ben. Als ers­ter ur­kund­lich er­wähn­ter Besitzer ist die Familie Mennewitz ge­nannt. Das Schloss ent­stand um 1575 un­ter den Herren von Schönberg. Im 17. Jahrhundert wech­sel­ten die Besitzer oft. Dazu sol­len die Familien von Bärenstein, von Hochkirch und von Hanau ge­hört ha­ben. 1664 er­warb Geheimrat von Hünicke das Rittergut und be­hielt die um­fas­sende Schlossanlage bis 1720 in Familienbesitz.

Danach ge­langte sie an die Grafen von Bose und um 1830 an den Grafen von Vitzthum, der das Rittergut in spät­klas­si­zis­ti­scher Form um­ge­stal­ten ließ. Wenige Jahre spä­ter er­warb die Familie von Lüttichau den Schlosskomplex und ließ un­ter Mitwirkung des Architekten der Dresdner Semperoper, Gottfried Semper, den gleich­na­mi­gen Semperturm als Wohnturm er­rich­ten. Letzter Besitzer war die Familie Höntsch, wel­che das Gut um 1900 er­wor­ben hatte.

1945
Die Familie Höntsch wurde 1945 ent­eig­net. Ein Teil der Schlossanlage wurde nach 1945 ab­ge­ris­sen. Gamig wurde fortan als Volksgut und spä­ter bis 1990 als VEB land­wirt­schaft­lich ge­nutzt. Der Semperturm diente zu­nächst als Silo und wurde 1985 in ei­nen Wohnturm umgebaut.

Nachwendezeit
Nachdem die Erbengemeinschaft der Familie Höntsch auf ih­ren Rückübertragungsanspruch ver­zich­tete, über­nahm 1991 der Gut Gamig e. V. das Grundstück und eta­blierte eine Rehabilitations- und Begegnungsstätte für psy­chisch kranke und see­lisch be­hin­derte Menschen. Ende 1998 wur­den die ma­ro­den Stallgebäude ab­ge­bro­chen und neu errichtet.

Heutige Nutzung
Im Schlosskomplex ist u. a. eine Schlossschänke un­ter­ge­bracht, die Wirtschaftsgebäude wer­den als Hofladen und Werkstätten und die weit­läu­fi­gen Bodenflächen des Gutes für öko­lo­gi­schen Anbau und für Tierhaltung genutzt.