Dresden: Schloss Altfranken

4. August 2012 Aus Von Schlossherrin

Schloss Altfranken
Otto-​Harzer-​Straße 2
01156 Dresden

Historisches

Das Schloss Altfranken, auch Luckner-​Schloss ge­nannt, wurde von 1850 bis 1852 im neu­go­ti­schen Tudorstil für den Kammerherrn Graf Wilhelm Heinrich von Luckner er­baut, der das Grundstück drei Jahre zu­vor er­wor­ben hatte. Er be­ginn 1865, ver­mut­lich aus fi­nan­zi­el­len Gründen und aus Trauer über seine zu­vor ver­stor­be­nen Frau und Sohn, Selbstmord in dem burg­ar­ti­gen Schloss.

Sein über­le­ben­der Sohn, der “Seeteufel” und “rote Graf” ge­nannte Felix Graf von Luckner folgte ihm als Eigentümer. Dieser ließ das Schloss 1871 im go­ti­schen Stil um­bauen und er­wei­tern. Nach des­sen Tod im Jahre 1902 rich­tete seine Witwe ei­nen Wohnstift für ad­lige Frauen im Schloss ein. Der äl­teste Sohn Nikolaus von Luckner erbte das Schloss 1934, ließ ei­nen Teil der Inneneinrichtung ver­stei­gern und ver­kaufte das Schloss schließ­lich 1939 an die Nationalsozialisten. Diese ris­sen es noch im glei­chen Jahr we­gen Missfallens und Baufälligkeit ab. An Stelle des Schlosses sollte eine Führerschule der Hitlerjugend ent­ste­hen, mit de­ren Bau je­doch kriegs­be­dingt nicht mehr be­gon­nen wurde.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg sie­del­ten Vertriebene und  Bombenopfer auf dem Gelände, das 1952 die Gemeinde über­nahm. Es ent­stan­den ab 1959 ein Park und ab 1972 ein Campingplatz.

Nachwendezeit

Im Jahre 1995 er­öff­nete der Bauunternehmer Rudolf Kimmerle ei­nen Hotelkomplex mit meh­re­ren Gebäuden auf dem Schlossgelände, wel­ches er fünf Jahre zu­vor er­wor­ben hatte. Der Campingplatz wurde ge­schlos­sen und der Park durch den Bau der Autobahn A17 verkleinert.

Heutige Nutzung

Die Hotelnutzung dau­ert er­folg­reich  an. Vom Schloss selbst sind nur noch we­nige Türme und Mauerreste vor­han­den. Seit 2020 sind die Wiederaufbauarbeiten des Schlosses in vol­lem Gange. Das Luckner-​Schloss soll na­hezu ori­gi­nal­ge­treu neu ent­ste­hen und als 5‑Sterne-​Hotel ge­nutzt wer­den. Der Aussichtsturm soll da­bei öf­fent­lich zu­gäng­lich ge­hal­ten werden.
(Fotos: Oktober 2022)