Dresden: Schloss & Wasserburg Prohlis

Schloss & Wasserburg Prohlis
Johann-Georg-Palitzsch-Straße
01239 Dresden

Historisches
Um 1200 war Prohlis ein Herrensitz. Hier ent­stand ver­mut­lich be­reits der erste Burgbau, wel­cher von ei­nem Wassergraben um­ge­ben war. 1315 über­eig­nete Markgraf Friedrich I. von Meißen das Prohliser Vorwerk an das Dresdner Maternihospital, wel­ches 1463 Hans Henchen als Besitzer un­ter­stand. Dessen Familie und Nachkommen be­wirt­schaf­te­ten den Hof ei­nige Jahrhunderte lang. Sie er­rich­te­ten im 18. Jahrhundert ein ba­ro­ckes Landhaus. 1868 er­warb Freiherr Johann Christian von Kap-​herr das Gut und ließ ne­ben Um- und Erweiterungsbauten das Schloss er­rich­ten. Gleichzeitig ent­stand der Schlosspark. Bis 1945 blie­ben Schloss und Park im Besitz der Familie.

Nach 1945
1945 be­setz­ten die Sowjets das Schloss. Die Besitzer durf­ten in ei­ni­gen Räumen woh­nen blei­ben. Nachdem ein­quar­tierte Flüchtlinge Teile der Einrichtung ge­plün­dert hat­ten, ver­pach­tete der letzte Schlossherr Victor von Kapherr das Schloss 1947 an die Kirchgemeinde Leubnitz-​Neuostra, die ei­nen Gemeindesaal ein­rich­tete. Die Nebengebäude wur­den ab 1954 vom VEG Pillnitz als Schweine- und Rindermastanlage ge­nutzt. Sie ver­fie­len und muss­ten 1978 bau­po­li­zei­lich ge­sperrt wer­den. Mit dem Bau des Neubaugebietes wur­den Teile der Anlage ab­ge­ris­sen. Das Schloss sollte zum Kulturzentrum aus­ge­baut wer­den. Mitte Dezember 1980 kam es ver­mut­lich durch Inszenierung zum Brand und Totalschaden des Schlosses. Versuche zur Rettung des Schlosses schei­ter­ten, es wurde im März 1985 abgerissen.

Heutige Nutzung
Heute er­in­nert nur noch eine Infotafel an den frü­he­ren Standort. Gleich da­ne­ben be­fin­det sich eine Kirche. Das Parkgelände ge­hört seit 1990 wie­der den Erben der frü­he­ren Schlossbesitzer.

Bodendenkmal
Die frü­here Wasserburg, die kom­plett über­baut wurde durch das spä­tere Prohliser Schloss, steht un­ter Schutz.