Grimma: Burg & Schloss Döben

Burg & Schloss Döben
Kirchberg
04668 Grimma OT Döben

Historisches
Nach der da­ma­li­gen Zerstörung wurde die Burg Döben spä­tes­tens im 14. Jahrhundert am jet­zi­gen Standort neu er­rich­tet. 1350 ver­fügte die Burg, ur­kund­lich als “cas­trum” nach­weis­bar, über ein freies Eigengut. Um 1400 über­nah­men die Herren von Luppa die Burggrafschaft als Lehen, die durch Heirat 1440 an die Familie von Maltitz über­ging. Unter die­ser wurde um 1500 das Rittergut er­rich­tet. 1556 über­nahm die Familie von Hirschfeld Döben von Christoph von Maltitz und ver­kaufte die Anlage ih­rer­seits 1569 an Elias von Canitz, nach­dem sie 1560 das zu­vor ab­ge­brannte Gut wie­der auf­bauen lie­ßen. Ernst von Schönfeld er­warb Döben 1576, seine Nachfahren ver­kauf­ten Schloss und Rittergut Döben aus fi­nan­zi­el­ler Not an Wolf Christoph von Arnim. . Im 16. Jahrhundert wa­ren auch Umbauten der Burg zu ei­nem Wohnschloss durch­ge­führt wor­den. Seit 1661 be­fand sich die nach und nach zu ei­nem Schloss um­ge­baute Burg Döben im Besitz der Familie von Arnim und ge­langte durch Verehelichung 1783 an die Familie von Below bzw. von Böhlau (iden­tisch). Nach ei­nem Brand im Jahr 1857 er­folgte ein Neuaufbau im Stil der Neorenaissance. Der letzte Besitzer von Schloss und Rittergut Döben war seit 1893 Carl von Böhlau, der 1945 starb.

Nach 1945
Sein Neffe Carl Otto von Hoenning O’Carroll erbte den Grundbesitz, wurde je­doch im Herbst 1945 ent­eig­net. Die land­wirt­schaft­li­chen Flächen des Rittergutes wur­den auf­ge­teilt, das durch die Kriegswirren teil­weise be­schä­digte Schloss ge­plün­dert. Das Schloss diente zu­dem Flüchtlingen als Unterkunft und wurde zu­se­hends zur Baumaterialgewinnung ge­nutzt. Der Schlosskomplex ver­wahr­loste im­mer mehr und wurde schließ­lich 1972 aus Sicherheitsgründen gesprengt.

Nachwendezeit
Seit 1992 be­fin­det sich das Restgut in Privatbesitz ei­nes ent­fern­ten Nachfahren des letz­ten Besitzers. 2004 führte Brandstiftung zur wei­te­ren Zerstörung des eh schon bau­fäl­li­gen Brauereigebäudes. Die Brauerei wurde an­schlie­ßend wie­der auf­ge­baut. Die Grundmauern des ehe­ma­li­gen Schlosses wur­den frei­ge­legt und der Pavillon und die Malztenne saniert.

Heutige Nutzung
Die sa­nier­ten Gebäude die­nen Wohn- und Veranstaltungszwecken.

Bodendenkmalschutz
Die Burganlage wurde durch das spä­tere Schloss über­baut. Der Burggraben wurde mit den Trümmern des ge­spreng­ten Schlosses ver­füllt. Die ge­samte Anlage wurde drei Jahre spä­ter als Bodendenkmal geschützt.