Großenhain: Burg & Schloss Strauch

12. August 2012 Aus Von Schlossherrin

Burg & Schloss Strauch
Im Gut
01561 Großenhain OT Strauch

Historisches

Im 14. und 15. Jahrhundert sind die Herren von Maltitz Besitzer des 1551 schrift­lich er­wähn­ten Rittergutes. Die Familie von Köckeritz be­saß das Rittergut Strauch mehr­fach: Zuerst von 1490 bis 1652, er­neut von 1654 bis 1668 und zu­letzt 1699. Der erste Zwischenbesitzer war die Familie von Arras, der zweite die Familie von Kraupitz.

Um 1500 soll in Strauch ein so­ge­nann­tes “fes­tes Haus” be­stan­den ha­ben, wo­bei es sich ver­mut­lich um eine Burg han­delte, die un­ter Georg von Köckritz aus Feldsteinen er­rich­tet wor­den war.  1699 wurde Hans Adam von Seyffertitz mit dem Rittergut Strauch be­lehnt. Neben der Burg ließ er ein neues Schloss im ba­ro­cken Stil er­rich­ten. Die alte Burg blieb da­bei vor­erst be­stehen, wurde noch im Jahr 1860 er­wähnt und kurze Zeit spä­ter abgetragen.

Heinrich Gottlob von Bibra er­warb Ort und Rittergut Strauch 1749 und ver­kaufte bei­des 1755 an Johann Friedrich von Erdmannsdorff. 1792 über­nahm Amtshauptmann Carl Friedrich von Rochow das Rittergut Strauch. Sein Enkel Bernhard von Rochow, ein Kammerherr, über­nahm 1834 das Rittergut und ver­an­lasste kurze Zeit spä­ter um­fas­sende Umbauten am Schloss und eine Erweiterung des Schlossparks. An der Gutseinfahrt ließ er 1835 ein Torhaus mit zwei Ställen er­rich­ten. Zum Rittergut Strauch ge­hör­ten zwei Vorwerke, die sich im heu­ti­gen Brandenburg befinden.

1889 erbte der äl­teste Sohn Heinrich Bernhard Theodor Freiherr von Rochow das Rittergut Strauch. Er starb be­reits sechs Jahre später.Das Gut wurde zu­nächst ver­pach­tet und 1909 von Wichard Freiherr von Rochow über­nom­men, un­ter dem noch ein­mal um­fang­rei­che Umbauarbeiten am Schloss erfolgten.

Nach 1945

Die Familie von Rochow wurde 1945 im Rahmen der Bodenreform ent­eig­net und der Rittergutsbesitz an Bauern, Umsiedler und Landarbeiter ver­teilt. Vier Jahre spä­ter wurde das Schloss ab­ge­ris­sen. Auf sei­nem frü­he­ren Standort wurde ein Kindergarten er­rich­tet. Das Torhaus wurde 1953 noch ein­mal sa­niert, 1973 aber eben­falls abgerissen.

Heutige Nutzung

Reste der Grundstücksmauer mit Torpfeilern so­wie der seit 1945 in Privatbesitz be­find­li­che Schlosspark sind noch vorhanden.