Großenhain: Wasserburg & Schloss Walda

12. August 2012 Aus Von Schlossherrin

Wasserburg & Schloss Walda
Baudaer Str. 9 ( Schloss)
Mühlweg 6 ( Schlossmühle)
01561 Großenhain OT Walda

Historisches

Die erste Erwähnung von Walda er­folgte 1220 un­ter Rupertus de Waldowe. Als Herrensitz, der als Wasserburg nach­weis­bar war, wurde Walda erst­mals 1254 un­ter Heinricus de Waldowe ge­nannt. Seine Nachkommen be­hiel­ten den Herrensitz Walda bis 1366 in ih­rem Besitz. In der Folgezeit wech­sel­ten die Besitzer mehrfach.

Aus dem Herrensitz ging 1459 ein Vorwerk un­ter Jan von Köckeritz her­vor. Die Familie von Köckritz über­nahm das Vorwerk 1462. Unter ihr wurde das Vorwerk je nach Quellenlage 1551 oder 1554 zum Rittergut auf­ge­wer­tet. Aufgrund fi­nan­zi­el­ler Engpässe war das Rittergut Walda mehr­fach ver­pach­tet und ver­pfän­det wor­den. 1629 kaufte der Kurfürst von Sachsen das Rittergut Walda von Wilhelm von Köckeritz ab und wan­delte es in ein Kammergut um. Diesen Status be­hielt es bis 1689, als das Kammergut ge­gen das Amt Pretzsch an die Brüder von Arnim ge­tauscht wurde. Um 1680 hatte Schloss Walda der säch­si­schen Kurfürstin Magdalena Sibylla als Witwensitz gedient.

Die Familie von Arnim blieb bis 1724 im Besitz von Schloss Walda, wo­bei 1721 drei Wassermühlen in Bauda, Walda und Wildenhain zum Schloss Walda ge­hör­ten. 1731 ist Dr. Paul Christian Schröter als Besitzer nach­weis­bar, 1754 die Familie von der Pforte. 1841 Moritz Knaut und um 1860 Familie von Uckermann. Zu die­ser Zeit war das Schloss noch von ei­nem Wassergraben um­ge­ben und ver­fügte über über ein re­nais­sance­ar­ti­ges Aussehen. Der Umbau nach heu­ti­gem Aussehen er­folgte in der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1897 ge­langte Schloss Bauda an E. Oskar Franz und nach 1900 an Walter Ihssen.

Nach 1945

Seit 1956 wurde das Schlossgebäude als Kinderheim ge­nutzt. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde der ehe­ma­lige Wassergraben ver­füllt und der Sportplatz angelegt.

Nachwendezeit

Die Sanierung des Schlosses wurde 1993 um­ge­setzt. Seit 1999 wird das Kinderheim vom Kinderheim Walda e.V. ge­lei­tet. Im Jahr 2010 wurde der 3,7 ha große Schlosspark zu­nächst von ei­nem Tornado ver­wüs­tet und we­nige Monate spä­ter von ei­nem Hochwasser über­schwemmt. Die Wiederherstellung der Schlossparkanlage konnte Mitte 2012 ab­ge­schlos­sen werden.

Heutige Nutzung

Das sa­nierte Schloss be­her­bergt heute nach wie vor ein Kinderheim. Der Schlosspark ist öf­fent­lich zu­gäng­lich. Von den Nebengebäuden ist die ehe­ma­lige Brennerei erhalten.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg wurde durch das Herrenhaus kom­plett über­baut. Die frü­here Anlage wurde 1957 un­ter Bodendenkmalschutz gestellt.
(Fotos: Oktober 2022)