Hohnstein: Burgwarte Hockstein

Burgwarte Hockstein
Sächsische Schweiz
01848 Hohnstein

Historisches
Die Burgwarte Hockstein diente ver­mut­lich als Wehranlage und Vorburg dem Schutz der sich ganz in der Nähe be­fin­den­den Burg Hohnstein. Sie stand in en­ger Verbindung mit der Burg Hohnstein und den Burgen Altrathen und Neurathen. Die Entstehungszeit könnte in die frühe zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts fal­len, aus­ge­hend da­von, dass die böh­mi­schen Berken von der Duba die Burgwarte als Vorburg zu ih­rem Sitz auf der Burg Hohnstein, die 1353 an Hinko de Duba vom böh­mi­schen König als Lehen ver­ge­ben wor­den war, an­le­gen lie­ßen. 1428 fiel der Hockstein, einst dem Rathener Gebiet zu­ge­hö­rig, an die Wettiner. Eine zweite Möglichkeit der Entstehung der Burgwarte Hockstein liegt darin, dass sie erst un­ter den Wettinern als Vorposten der Rathener Burgen er­rich­tet wurde und dass ihre vor­nehm­li­che Aufgabe darin be­stand, die auf der Burg Hohnstein an­säs­si­gen Berken von der Duba im Auge zu be­hal­ten. Die böh­mi­schen Berken von der Duba er­ober­ten die Burg Rathen 1438 zu­rück. Damit fiel auch die Wehranlage auf dem Hockstein wie­der in ih­ren Besitz. Sie la­gen stän­dig in Fehde und ver­lo­ren da­durch nach und nach nicht nur ihre Besitztümer, son­dern san­ken teil­weise zu Raubrittern herab, was zu ei­ner Bezeichnung des Hocksteins als Raubritternest ge­führt ha­ben dürfte. Hohnstein mit dem Hockstein ge­langte 1443 an die Wettiner. Der Hockstein ge­hörte wohl noch bis 1468 oder 1469 zum Gebiete der Burg Rathen. Spätestens dann dürfte die Burgwarte auf dem Hockstein kom­plett ihre Bedeutung ver­lo­ren und auf­ge­ge­ben wor­den sein.

Von der mit­tel­al­ter­li­chen Burganlage sind noch ver­gleichs­weise viele, gut er­kenn­bare Überreste vor­han­den. 1933 wurde bei Ausgrabungsarbeiten ein künst­lich in den Fels ge­haue­ner Raum ent­deckt. Unmittelbar vor die­sem Felsgemach mit ei­ner hin­ab­füh­ren­den klei­nen Treppenanlage soll sich die Zisterne be­fun­den ha­ben, die al­ler­dings längst ver­schüt­tet ist. Einige Stufen un­ter­halb des Hockstein-​Plateaus be­fin­det sich der Aussichtspunkt Aussichtskanzel. Hier gibt es ein in den Fels ge­mei­ßel­tes Mühlespiel zu ent­de­cken. Ob die­ses Mühlespiel tat­säch­lich von mit­tel­al­ter­li­chen Wachposten an­ge­fer­tigt und zum Zeitvertreib ge­spielt wurde, ist frag­lich, aber nicht un­mög­lich. Am Fuß des Hocksteins links vom un­te­ren Eingang in die Wolfsschlucht be­fin­det sich die große Hocksteinhöhle, die einst als Wachstube ge­dient ha­ben könnte.

Auf dem Hockstein selbst be­fin­den sich au­ßer­dem die Reste zahl­rei­cher aus­ge­mei­ßel­ter Balkenfalze. Weiterhin ist auf der Westseite des Hocksteins vor dem Zugang über die Teufelsbrücke ein bis zu zwei­ein­halb Meter ho­her Erdwall mit Graben zu fin­den. Die Teufelsbrücke führt über eine etwa zehn Meter breite Schlucht, wel­che zu Zeiten der Burgwarte sehr wahr­schein­lich mit­tels ei­ner höl­zer­nen Brücke über­wun­den wurde. Die Teufelsbrücke selbst wurde erst 1821 er­baut. Die da­ma­lige Holzkonstruktion wurde 1843 durch eine stei­nerne Brücke er­setzt, wel­che um 1870 mit ei­ner wei­te­ren Sandsteinbrücke un­ter­mau­ert wurde. Der alte Zugang auf den Hockstein führte durch den Blümelgrund und an­schlie­ßend durch die Wolfsschlucht. Den obe­ren Ausgang der Wolfsschlucht auf das Plateau des Hocksteins ziert ein Felstor, wel­ches in Anlehnung an den go­ti­schen Baustil künst­lich aus­ge­ar­bei­tet wurde. Die heu­tige Steiganlage mit Eisentreppen ent­stand in den 1960er Jahren.

Bodendenkmalschutz
Die mit­tel­al­ter­li­che Wehranlage wurde Ende 1935 un­ter Bodendenkmalschutz ge­stellt, die­ser wurde Ende 1959 erneuert.