Kreischa: Rittergut Zscheckwitz

Rittergut Zscheckwitz
Zscheckwitz Nr. 1–3
01731 Kreischa OT Zscheckwitz

Historisches
Zscheckwitz wurde erst­mals 1216 ur­kund­lich er­wähnt. Möglicherweise gab es be­reits zu die­sem Zeitpunkt ein Gut im Ort. 1411 be­stand ein Vorwerk un­ter der Familie von Ziegler. Im 15./16. Jahrhundert hatte sich das Vorwerk Zscheckwitz mit sei­nen 79 ha Land zu ei­nem sehr wohl­ha­ben­den Gut ent­wi­ckelt, dem meh­rere Häuser in den heu­ti­gen Ortsteilen Kautzsch und Quohren so­wie das Vorwerk Laue, eine Mühle, ein Steinbruch und eine Ziegelei un­ter­stan­den. Von 1550 bis 1574 be­saß der Kurfürstliche Rat Valerian von Krakau das Vorwerk. Ihm folgte Werner von Lützelburg. Die Ersterwähnung als Rittergut er­folgte 1696.

Im Jahr 1722 kaufte Dr. Moritz Nitzsche das Rittergut, ihm folgte 1752 der Kammersekretär Johann Friedrich Gerven. Eine an­dere Quelle be­sagt, dass Gerven be­reits 1738 mit dem Rittergut be­lehnt wurde und er das Herrenhaus er­bauen ließ. Die Familie von Sahr ist als wei­te­rer Besitzer nach­ge­wie­sen. Von ihr er­warb 1860 Herr Hauptmann das Rittergut. Um 1900 wurde die Rückfront des Herrenhauses ver­än­dert, die Nebengebäude ent­stan­den in der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zscheckwitz blieb über die Jahrhunderte hin­weg stets ein Einzelgut.

Nach 1945
Das Rittergut fiel 1945 nicht un­ter die Bodenreform und wurde seit 1954 durch die LPG Kleincarsdorf als Kuhstall und Lagerstätte genutzt.

Nachwendezeit
Nach der Wende kam das Gut in den Besitz der ehe­ma­li­gen Besitzer und wurde 1995 an die Klinik Bavaria ver­kauft. 1996 ent­stand auf dem Gelände ein Neurologisches Rehabilitationszentrum, in wel­chem seit 1997 Kinder und Jugendliche be­han­delt wer­den. Im Rahmen der Bauarbeiten er­folg­ten ar­chäo­lo­gi­sche Untersuchungen, wel­che zu dem Ergebnis führ­ten, dass die­ser Bereich be­reits um 1200 v. Chr. be­sie­delt ge­we­sen ist.

Heutige Nutzung
Das Gut wird nach wie vor als Reha-​Einrichtung ge­nutzt. Vorübergehend nahm die Helene-​Maier-​Stiftung, wel­che sich zu­vor im na­hen Landgut Theisewitz be­fand, Ende 2017 Sitz im Rittergut Zscheckwitz. Das Gutshaus selbst brannte be­reits Ende 1992 aus und steht seit­her als Ruine. Mittlerweile ist das Dach kom­plett ein­ge­stürzt und entfernt.