Lohmen: Felsenburg Neurathen

Felsenburg Neurathen
Basteistraße
01847 Lohmen

Historisches
Im 13. Jahrhundert wurde die Naturfestung durch böh­mi­sche Ritter an­ge­legt. Möglicherweise be­stand sie schon im 11. Jahrhundert, der erste ur­kund­li­che Nachweis da­tiert je­doch auf 1261 und zeugt von ei­nem böh­mi­schen Lehen. Ein Jahrhundert spä­ter wurde die Burg als Besitz des Peter von Michelsberg ge­nannt und kam durch Verkauf 1406 an die Berken von der Duba. 1428 ging die Burganlage an Friedrich von der Oelsnitz über, des­sen Sohn sie ab 1466 zur Raubritterburg her­un­ter wirt­schaf­tete. Drei Jahre spä­ter wurde sie durch Truppen des säch­si­schen Kurfürsten zer­stört. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts be­gann der all­mäh­li­che Verfall der Felsenburg. Sie diente wei­ter­hin in Kriegszeiten den Einwohnern als Schutz- und Zufluchtsort.

1755 wurde der Name Neurathen erst­mals er­wähnt. Die heute stei­nerne Bastei-​Brücke war einst aus Holz, um sie zum Schutz der Burg im Falle ei­ner Erstürmung zu zerstören.

1906 er­forschte Herbert Beschorner die in Vergessenheit ge­ra­tene Felsenburg. 1933/​1934 folg­ten er­neut Forschungen und Ausgrabungen. Schließlich wur­den von 1982 bis 1984 Rekonstruktionen mit Hilfe von Sebnitzer Bergsteigern vor­ge­nom­men und die Anlage der Öffentlichkeit zu­gäng­lich gemacht.

Von der Felsenburg Neurathen sind re­la­tiv viele Zeugnisse er­hal­ten. Ein Teil da­von be­fin­det sich im (kos­ten­pflich­ti­gen) Freilichtmuseum, das bei ei­nem Rundgang über Eisenbrücken und Treppen meh­rere aus­ge­hauene Räume, Durchgänge, die Zisterne, Balkenauflagen, Keramikfunde, Steinkugeln so­wie eine re­kon­stru­ierte Steinschleuder zeigt. Aber auch au­ßer­halb die­ses Museums sind Nachweise der Burg erhalten.

Als Eingang zur Burg diente das Neurathener Felsentor. In die Anlage ein­be­zo­gen war auch der Klettergipfel Mönch, der an­hand sei­ner Skulptur auf dem Gipfel leicht zu er­ken­nen ist. Das in den Fels ge­hauene Mönchsloch war einst als Unterstand für die Wachposten ge­dacht. Überquert man die Basteibrücke, sind elb­sei­tig wei­tere Spuren sicht­bar. An der Großen Steinschleuder sind eine grö­ßere Stufenanlage und viele Balkenfalze zu sehen.