Lohmen: Schloss Lohmen

Schloss Lohmen
Schloss Lohmen 1–2
01847 Lohmen

Historisches
Als ers­ter Besitzer ist ein Herr von Chlumen be­kannt. 1292 wurde ein Rittersitz er­wähnt, wel­cher 1365 als Lehnsitz der Herren von Köckeritz ver­zeich­net wurde. 1523 /​ 1524 er­rich­te­ten Ernst und Wolf von Schönburg das recht­win­ke­lige Wohn- und Herrenhaus. Nach mehr­ma­li­gem Besitzerwechsel ge­langte das Schloss 1619 in wet­ti­ni­schen Besitz und ver­blieb dort. Nach dem Dreißigjährigen Krieg diente es als Witwensitz und Herberge für Jagdgäste Augusts des Starken. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wa­ren Amtsräume und Wohnungen darin un­ter­ge­bracht. Das Schloss wurde 1768 ein kur­fürst­li­ches Kammergut und 1785 bau­lich umgestaltet.

1945
Mit der Bodenreform er­folgte die Auslösung des Kammergutes. Im Schloss fan­den zu­nächst Flüchtlinge eine Notunterkunft. Mehrere Gebäude, dar­un­ter auch das eins­tige Herrenhaus, wur­den zur Baustoffgewinnung ab­ge­tra­gen, der Garten musste dem Bau ei­nes Wohnblocks wei­chen. Unterlassene Sanierungsarbeiten rich­te­ten am Mauerwerk große Schäden an, so dass das Schloss zu­letzt leer stand und der Abriss drohte.

Nachwendezeit
Erste Sicherungsarbeiten wur­den 1991 /​ 1992 aus­ge­führt. 1995 kam das Schloss von der Gemeinde auf­grund ei­nes Rückübertragungsanspruches an den Freistaat Sachsen und zwei Jahre spä­ter wie­der zu­rück an die Gemeinde. Zwischen 1999 und 2001 er­folgte die drin­gend er­for­der­li­che Sanierung von Schloss Lohmen. Die Sanierung des Gutshofflügels folgte 2004 /​ 2005.

Heutige Nutzung
Die heu­tige Anlage zeigt den Schlossflügel und Gutshofflügel aus dem 18. Jahrhundert. Im Schloss hat die Gemeindeverwaltung mit Bibliothek und Touristinformation ih­ren Sitz, der Gutshofflügel wird für al­ters­ge­rech­tes Wohnen genutzt.