Moritzburg: Schloss Moritzburg

Schloss Moritzburg
Schlossallee
01468 Moritzburg

Historisches
Schloss Moritzburg geht auf ein Jagdhaus aus dem 16. Jahrhundert zu­rück und er­hielt seine heu­tige Gestalt im 18. Jahrhundert. Das ba­ro­cke Jagdschloss steht auf ei­ner künst­li­chen Insel im Schlossteich, wel­cher aus einst vier ein­zel­nen Teichen be­stand, und ist von acht Wachhäuschen umgeben.
Zwischen 1542 und 1546 ließ Herzog Moritz, nach dem das Schloss spä­ter be­nannt wurde, sein da­mals Dianenburg ge­nann­tes Jagdhaus im Stil der Renaissance aus­stat­ten. Die Dianenburg hatte vier Rundtürme wie auch das heu­tige Schloss und wurde ab 1550 als Sitz der Verwaltung des Amtes Moritzburg ge­nutzt. Unter Kurfürst Johann Georg II. wurde zwi­schen 1661 und 1672 die Schlosskapelle er­rich­tet. Ab 1656 wurde das Jagdhaus zum Schloss aus­ge­baut. Diese Arbeiten konn­ten 1672 ab­ge­schlos­sen wer­den. Die ehe­mals pro­tes­tan­ti­sche Schlosskapelle er­hielt zu Weihnachten 1699 die ka­tho­li­sche Weihe.

Bereits 1703 ent­stan­den Pläne zum Umbau des Schlosses zum ba­ro­cken Jagd- und Lustschloss, die je­doch erst un­ter Leitung von Matthäus Daniel Pöppelmann von 1723 bis zum Tod Augusts des Starken 1733 um­ge­setzt wur­den. Neben den um­fas­sen­den Um- und Ausbauten wur­den neue Teiche und ein Tiergehege an­ge­legt. Die Gartenanlage nach fran­zö­si­schem Vorbild er­fuhr nie ihre Vollendung.
Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen ver­an­lasste um 1800 die Gestaltung der Umgebung von Schloss Moritzburg. Unter ihm ent­stan­den un­ter an­de­rem das Fasanenschlösschen mit Hafen und Leuchtturm.
Prinz Ernst Heinrich von Sachsen, jüngs­ter Sohn des letz­ten Königs von Sachsen und von 1923 bis 1945 Verwaltungschef des Vereins “Haus Wettin–Albertinische Linie e. V.” , be­wohnte mit sei­ner Familie Schloss Moritzburg von 1933 bis 1945. Einige Räume stellte er für Führungen zur Verfügung.

Nach 1945
Die Wettiner wur­den 1945 ent­eig­net. Der be­reits ver­wit­wete Prinz Ernst Heinrich von Sachsen musste mit sei­nen drei Söhnen flie­hen, konnte zu­vor je­doch noch meh­rere Holzkisten mit wert­vol­len Schätzen im Schlosspark ver­gra­ben. Die meis­ten die­ser Kisten wur­den von so­wje­ti­schen Truppen spä­ter ge­fun­den und be­schlag­nahmt. 1947 hei­ra­tete er ein zwei­tes Mal und er­warb das Gut Coolamber in der Grafschaft Westmeath in Irland. Sachsen sah er nie wieder.
Von 1946 bis 1949 er­folgte die Einrichtung ei­nes Museums im Schloss. Zwischen 1985 und 1989 wurde die Schlosskapelle auf­wän­dig re­stau­riert. Schloss Moritzburg diente in den frü­hen 1970er Jahren als Kulisse für die Märchenfilme “Sechse kom­men durch die Welt” und “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”.

Nachwendezeit
Im Herbst 1996 fan­den Hobby-​Archäologen meh­rere Kisten des 1945 ver­gra­be­nen Wettiner Schatzes. Das fe­der­ge­schmückte Prachtbett Augusts des Starken wird seit 2003 nach 19-​jährigen Restaurierungsarbeiten wie­der ge­zeigt. 2009 fei­erte das Historische Porzellanquartier Wiedereröffnung.

Heutige Nutzung
Schloss Moritzburg wird als Museum und gas­tro­no­misch ge­nutzt. Von Mitte November bis Ende Februar fin­det die jähr­li­che Winterausstellung zum Märchenfilm “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” statt. In den Teichen wird Karpfenzucht betrieben.

Wissenswertes
Das Schloss war in ins­ge­samt zwölf Wohnquartiere mit 200 Räumen auf­ge­teilt, in de­nen die kurfürstlich-​königliche Familie, ihre Gäste so­wie die Diener leb­ten. Die Türme des Schlosses wer­den nach ih­rer ur­sprüng­li­chen Funktion be­zeich­net: Amtsturm, Backturm, Jägerturm und Küchenturm. Im Sockelgeschoss be­fan­den sich ne­ben der Hofküche auch Lagerräume und Pferdeställe.
Im Schloss sind un­ter an­de­rem ver­gol­dete Ledertapeten aus dem 17. Jahrhundert, Monumentalmalereien auf Leder von Louis de Silvestre, das Federzimmer und eine der be­deu­tends­ten Rothirschgeweih-​Sammlungen der Welt zu se­hen. In die­ser Sammlung be­fin­den sich auch ein über 10.000 Jahre al­tes Geweih ei­nes Riesenhirsches, wel­ches ein Geschenk des rus­si­schen Zaren Peter der Große an August den Starken war, und ein 66-​Ender, der 1696 er­legt wor­den war.