Mügeln: Burg Mügeln & Schloss Ruhethal

Burg Mügel & Schloss Ruhethal
Schlossstraße 17
04769 Mügeln

Historisches
Schloss Ruhethal ging aus der vor­ma­li­gen Burg Mügeln her­vor, die über meh­rere Jahrhunderte Sitz der Meißner Bischöfe war. Zunächst be­rich­ten die Quellen von ei­nem erst­mals 954 er­wähn­ten Gutsbesitz und ei­ner 1150 durch die Herren von Mügeln er­rich­te­ten Burgkapelle auf dem Festenberg. Diese wurde dem Sornziger Kloster 1218 über­tra­gen und, hier un­ter­schei­den sich die Quellen, un­ter Siegfried von Mügeln vor des­sen Tod im Jahre 1259 bzw. im Jahre 1261 un­ter den Meißner Bischöfen mit der Burg be­baut. Umbauten er­folg­ten un­ter Bischof Witiko II. 1341, wäh­rend Bischof Nicolaus I. 1381 den Bau des Turmes ver­an­lasste. In den Hussittenkriegen in der ers­ten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg be­schä­digt. Bischof Johann V. von Weißbach be­auf­tragte 1480 die Erweiterung um das Kornhaus so­wie Ställe.
1572 wurde die alte Burganlage un­ter Bischof Johann IX. von Haugwitz als Schlossbau neu aus­ge­führt und von ihm um 1590 als Ruhesitz ge­nutzt. Damit ging auch die neue Bezeichnung Schloss Ruhethal ein­her. 1596 kam das Schloss schließ­lich in den Besitz der säch­si­schen Kurfürsten, von dem es 1667 an Hermann von Wolfframsdorff über­ging. Nach des­sen Sohnes Tod im Jahre 1712 über­nahm der Schwager Christoph Freiherr Wambold von Umbstad Schloss und Stadt Mügeln. Drei Jahre spä­ter wurde der Nordflügel kom­plett neu auf­ge­baut, 1727 folgte der Südflügel. 1734 ge­langte Schloss Ruhethal er­neut in kur­fürst­li­chen Besitz.
Mit Inkrafttreten der Sächsischen Verfassung von 1831 ging Schloss Ruhethal an den säch­si­schen Staat über und wurde in ein Kammergut um­ge­wan­delt. Im Schloss zo­gen das Justiz- und Rentamt ein, die Ländereien wur­den ver­pach­tet. 1843 /​ 1844 er­folg­ten der Neubau von Ställen, die Verfüllung des Wassergrabens so­wie der Abbruch von Torhaus und Wasserhaus. Die bis dato er­folgte Bierbrauerei auf dem Schloss wurde 1898, die pri­vate Verpachtung 1946 eingestellt.

Nach 1945
1949 wurde das Kammergut in ein Volksgut um­ge­wan­delt. Zwei Jahre spä­ter fun­gierte Schloss Ruhethal als Lehrlingswohnheim. Schäden nach ei­nem Brand im Jahr 1968 wur­den noch im sel­ben Jahr be­ho­ben. Der Schlossturm nahm 1975 ei­nen Jugendclub, 1983 dann ein Turmrestaurant auf.

Nachwendezeit
Das Volksgut wurde 1991 aufgelöst.

Heutige Nutzung
2006 wurde der Förderverein Schloss Ruhethal e. V. ins Leben ge­ru­fen, der sich um Nutzung und Erhalt des Schlosses bemüht.

Bodendenkmalschutz
Die Burg Mügeln ist durch das Schloss über­baut. Der eins­tige Graben ist­ver­füllt und nur noch als fla­che Senke er­hal­ten. Bodendenkmalschutz be­steht be­reits seit 1937, er wurde 1959 erneuert.