Niederau: Schloss Oberau

Schloss Oberau
Thomas-​Müntzer-​Ring 6
01689 Niederau OT Oberau

Historisches
Im Jahre 1274 wurde an der Stelle des heu­ti­gen Schlosses ein Wehrturm er­baut, um den herum ein Wassergraben an­ge­legt wurde. Aus dem Jahr 1286 ist der erste Umbau des Wehrturmes in ei­nen wehr­haf­ten Wohnturm be­kannt. Ernst von Miltitz ließ ab 1550 ne­ben dem Wohnturm ei­nen Neubau er­rich­ten. Bis 1594 fand eine gründ­li­che Umgestaltung der Gebäude zu ei­nem Renaissanceschloss statt. 1817 ver­machte die Familie von Miltitz, in de­ren Besitz sich Schloss Oberau bis da­hin be­fand, an Ernst Friedrich Karl Amilius Freiherr von Werthern, wel­cher wei­tere Umgestaltungen an Schloss und Parkanlage vor­neh­men ließ. Friedrich Henning von Arnim über­nahm das Schloss 1865 und ließ ins­be­son­dere den Turm so­wie den Schlossgiebel um­bauen. Durch Heirat und Erbe ge­langte Schloss Oberau 1872 an die Familie von Carlowitz. Durch Einheirat ei­ner Tochter ist als wei­te­rer Besitzer die Familie de Neergaard ver­merkt. Diese ver­pach­tete Schloss Oberau zwi­schen 1887 und 1936 an die Familie Löser, wel­che 1920 die Weinpresse des Rittergutes ab­rei­ßen ließ.

1945
Nach 1945 nutz­ten Umsiedler so­wohl das Schloss als auch das Herrenhaus als Wohnstätte, wäh­rend die Besitzer ent­eig­net und ihre Ländereien auf­ge­teilt wur­den. Nach ei­ni­gen Umbauten wurde das Schloss zu­nächst als Kinderheim ge­nutzt. Da da­für nicht ge­nü­gend Plätze vor­han­den wa­ren, plante man den Abriss des Schlosses. Dieser konnte letzt­end­lich noch ver­hin­dert wer­den und im Schloss wur­den in den 1950er Jahren ei­nige Wohnungen ein­ge­rich­tet. 1946 wurde das Rittergutsgelände um­ge­stal­tet. Von den Umbauten war auch der Schlosspark er­heb­lich be­trof­fen. Bis 1990 wur­den die Räume im Erdgeschoss des Herrenhauses durch ei­nen Kindergarten ge­nutzt.

Nachwendezeit
1990 ge­langte das Areal in den Besitz der Gemeinde Niederau. Restitutionsbestrebungen durch Prinz Georg zur Lippe-​Weißenfels en­de­ten in den spä­ten 1990er Jahren in des­sen Rückzug. Seit 1994 wur­den un­ab­hän­gig da­von schritt­weise Sicherungs- und Sanierungsarbeiten am Schloss vor­ge­nom­men. Ende 1999 über­nahm der Arbeitskreis Denkmalpflege e. V. das Rittergut Oberau mit Schloss. Unter dem Verein wurde das Herrenhaus zu ei­ner Jugendherberge um­ge­baut. 2002 er­warb die Gemeinde eine der eins­ti­gen Neubauernstellen zu­rück und ge­wann da­durch wei­tere Grundfläche und Wirtschaftsgebäude.
Das Schloss war 2004 we­gen der ins­ge­samt nur noch schlep­pen­den Sanierungsarbeiten in ei­nem man­gel­haf­ten Zustand und eine dau­er­hafte Erhaltung der Bausubstanz schien frag­lich. Erhaltungsmaßnahmen fan­den den­noch auch in der Folgezeit statt, zu­dem wurde das Schloss im Rahmen der Möglichkeiten für klei­nere Veranstaltungen ge­nutzt. Ende 2009 be­schloss der Gemeinderat die Auflösung des Erbbaupachtvertrages. Nach fast zwei­jäh­ri­gen Verhandlungen wurde eine hohe sechs­stel­lige Summe als Ausgleichszahlung ver­ein­bart, die durch die Gemeinde zu er­brin­gen ist.

Heutige Nutzung
Schloss Oberau steht leer. Das Herrenhaus be­fin­det sich mit teil­weise stark sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Rittergutsgebäuden auf glei­chem Gelände wie das Schloss. Der Teich ist tro­cken­ge­legt, die Bogenbrücke de­so­lat.
(Stand: November 2011)