Oybin: Burg- und Klosterruine Oybin

Burg- und Klosterruine Oybin
Hauptstraße 16
02797 Oybin

Historisches
Die Ruinenanlage von Burg und Kloster nimmt den ge­sam­ten Gipfelbereich des Berges Oybin ein. Ebenso be­fin­den sich der im Jahre 1515 von den Mönchen an­ge­legte Bergfriedhof der Gemeinde Oybin so­wie die 1853 ein­ge­rich­tete Camera ob­scura auf dem Berg.

Über eine Besiedlung in der sla­wi­schen Zeit ge­hen die Quellen nicht ei­nig. Einerseits konnte eine Besiedlung in die­ser Zeit nicht nach­ge­wie­sen wer­den, gelte aber als wahr­schein­lich, an­de­rer­seits soll be­reits um 700 eine sla­wi­sche Burganlage exis­tiert ha­ben.

Im 13. Jahrhundert be­fand sich auf dem Berg ein Raubrittersitz, der 1291 durch die Zittauer zer­stört und kurz dar­auf wie­der auf­ge­baut wurde. Von 1311 bis 1316 wurde die Anlage un­ter Heinrich von Leipa zu ei­ner Wehranlage aus­ge­baut, um die na­hen Handelswege bes­ser zu schüt­zen. 1346 fiel der Besitz an Karl IV., böh­mi­scher König und deut­scher Kaiser. 1361 ord­nete er den Bau des Kaiserhauses an, das ihm als Alterssitz dien­ten sollte. Unter Beteiligung der Prager Dombauhütte wurde 1366 mit dem Bau der go­ti­schen Kirche be­gon­nen und 1384 voll­endet. Bereits 1369 wurde auf dem Berg Oybin ein Cölestiner-​Kloster ge­stif­tet. Während der Hussitenkriege wurde der Oybin 1420 und er­neut 1429 an­ge­grif­fen, konnte aber von den Hussiten nicht ein­ge­nom­men wer­den. Bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg wei­ter aus­ge­baut. Das Kloster wurde 1562 im Zuge der Reformation auf­ge­löst und 1577 durch Blitzschlag zer­stört.

Im 18. Jahrhundert war die Burg- und Klosteranlage un­be­wohnt und diente als Steinbruch. Sie wurde zu die­ser Zeit durch ei­nen Felssturz wei­ter be­schä­digt. Im glei­chen Jahrhundert, dem Zeitalter der Romantik, wurde die Burg wie­der­ent­deckt und von Malern als Vorlage für ihre Werke ge­nutzt. Ab 1829 setzte die tou­ris­ti­sche Erschließung ein. Die Ruiine wurde von Schutt be­freit, das Kaiserhaus 1877 sa­niert. 1879 (an­dere Quelle: 1883) folgte die Museumsgründung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fan­den Untersuchungen der Burg- und Klosteranlage un­ter Cornelius Gurlitt statt.

1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wur­den die Sanierungsarbeiten wie­der auf­ge­nom­men. Die Klosterruine dient seit 1972 als Konzertplatz.

Nachwendezeit
Die Burg wird seit 1991 wie­der um­fas­send sa­niert und re­kon­stru­iert.

Heutige Nutzung
Freilichtmuseum