Rötha: Schloss Mölbis

Schloss Mölbis
Mölbiser Hauptstraße 34
04579 Rötha OT Mölbis

Historisches

1230 er­folgte die Ersterwähnung ei­nes Herrensitzes un­ter Hermannus de Melebuz. Der Herrensitz wurde 1445 als Rittersitz er­wähnt und be­fand sich um 1488 im Besitz von Melchior von Etzdorf so­wie um 1574 im Besitz von Georg von Haugwitz. 1579 ging er an Innocenz von Starschedel über und ver­blieb bis Mitte des 17. Jahrhunderts in Familienbesitz.

Ein wei­te­rer Besitzer war ab 1670 Wolf von Gustedt. Nachdem Ursula von Gustedt Ende des 17. Jahrhunderts Christoph Dietrich Bose den Älteren ge­hei­ra­tet hatte, ge­langte das Rittergut Mölbis, als sol­ches erst­mals 1696 nach­weis­bar, in den Besitz der Familie von Bose. 1708 über­nahm Adam Heinrich Bose den Rittergutshof und ließ 1717 das Schloss neu er­rich­ten. Unter ihm wurde auch der Park angelegt.

Das Rittergut Mölbis wurde in­ner­halb der Familie Bose be­zie­hungs­weise von Bose wei­ter­ver­erbt und von Carl Adam Heinrich von Bose 1789 an Wilhelm Conrad Lange ver­kauft. Dieser be­hielt den Grundbesitz nur we­nige Jahre. Ihm folg­ten ein Herr Wilke und eine Frau von Görne. 1798 kam es an den säch­si­schen Rittmeister Christian Adolf von Hopfgarten, 1816 an den preu­ßi­schen Leutnant a. D. Joachim Friedrich Gustav Brandt von Lindau. Dessen Erben ver­äu­ßer­ten das Rittergut Mölbis 1855 an den Kaufmann Georg Wilhelm Wünning.

Der nächste Besitzer war Alfred Rudolf Stentzler. Er ver­machte das Rittergut 1932 sei­ner Gattin Flora Stentzler. Diese wie­derum musste den Gutshof 1937 an die Aktiengesellschaft Sächsische Werke ver­kau­fen, da große Flächen des Ritterguts zur Errichtung ei­nes Braunkohle- und Kraftwerks be­nö­tigt wurden.

Nach 1945

Schloss und Rittergutsgebäude blie­ben von den Bombenangriffen ver­schont. Nach der Enteignung 1945 wurde das Schloss Mölbis ein Jahr spä­ter ab­ge­ris­sen. Einer an­de­ren Quelle zu­folge er­folgte der Abriss 1948.

Heutige Nutzung

Die um 1714 er­baute Orangerie des Rittergutes ist noch er­hal­ten. Sie ist sa­niert und wird zu Wohnzwecken so­wie für Veranstaltungen und Vereine genutzt.