Stollberg: Schloss Hoheneck

Schloss Hoheneck
An der Stalburg 6
09366 Stollberg

Historisches
Das Schloss wurde 1244 erst­mals ur­kund­lich er­wähnt und ver­mut­lich um 1200 als mit­tel­al­ter­li­che Grenzfeste er­baut. Erkenbert Burggraf von Staleburgk nannte die Burg 1287 sein Eigen. 1564 er­warb dann Kurfürst August I. die “Stahleburg” und funk­tio­nierte sie zum Jagdschloss um. Bis da­hin hatte es min­des­tens sie­ben­mal den Besitzer ge­wech­selt. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss als Untersuchungsgefängnis ge­nutzt. Dazu wurde ein neuer Bergfried er­rich­tet, der heu­tige Uhrenturm. Seit 1862 war Schloss Hoheneck Königlich-​Sächsisches Weiberzuchthaus, in Zeiten der bei­den Weltkriege diente es vor­über­ge­hend auch als Reservelazarett so­wie zur Unterbringung von Männern in po­li­ti­scher Schutzhaft.

Nach 1945
Zu DDR-​Zeiten wurde Schloss Hoheneck als Frauengefängnis ge­nutzt und er­langte da­durch sei­nen berühmt-​berüchtigten Ruf.

Nachwendezeit
Im April 2001 wurde das Gefängnis ge­schlos­sen. Der Freistaat ver­kaufte Schloss Hoheneck Mitte 2003 an ei­nen pri­va­ten Investor. Die ge­plante Umnutzung zu ei­nem Freizeit- und Erholungskomplex schei­terte ei­ner­seits am Widerstand von Opferverbänden, an­de­rer­seits tra­ten wirt­schaft­li­che Schwierigkeiten auf. Im Jahr 2014 er­warb die Stadt Stollberg das Schloss zurück.

Heutige Nutzung
Auf Voranmeldung fin­den Führungen statt. Das ge­samte Gelände um­fasste 25 Gebäude, von de­nen zu Beginn des Jahres 2012 ei­nige ab­ge­tra­gen wur­den. Archäologische Grabungsarbeiten, bei de­nen un­ter an­de­rem Mauern aus dem 17. Jahrhundert wie­der­ent­deckt wur­den, dau­ern fort. Das künf­tige Konzept sieht eine räum­lich ge­trennte Nutzung als Gedenkstätte, Freizeitreff und Begegnungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeiten vor. Das Konzept soll in Zusammenarbeit von Eigentümer, Stadt und Opferverein um­ge­setzt werden.

Bodendenkmalschutz
Die äl­tes­ten Teile der eins­ti­gen Höhenburg wur­den Mitte 1970 un­ter Bodendenkmalschutz gestellt.