Thallwitz: Schloss Nischwitz

12. August 2012 Aus Von Schlossherrin

Schloss Nischwitz
Dorfstraße 35
04808 Thallwitz OT Nischwitz

Historisches
Schon im 11. Jahrhundert wurde ein Rittersitz be­nannt, der 1450 als Rittergut be­zeich­net wurde und sich im Besitz der Familie von Nischwitz be­fand. Das äl­tere Herrenhaus wurde un­ter Gustav Carl Freiherr von Rackwitz zwi­schen 1714 und 1720 er­baut. Zwei Jahre dar­auf ver­kaufte er das Rittergut an Friederike Charlotte von Wendt, wel­che das Rittergut wie­derum ih­rer Tochter Amalie Sophie von Wallmoden ver­erbte. Diese war eine Mätresse des eng­li­schen Königs George II. Ein Brand im Jahr 1726 hatte das Herrenhaus und ei­nige Gutsgebäude arg in Mitleidenschaft ge­zo­gen, je­doch wur­den die Wiederaufbauarbeiten zü­gig vorgenommen.
1743 kaufte Heinrich Graf von Brühl das Rittergut auf und ließ das Herrenhaus bis 1750 zu ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Schlossanlage aus­bauen. Dabei wurde das vor­her be­stehende Herrenhaus in die Anlage mit ein­be­zo­gen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Schloss Nischwitz 1758 ge­plün­dert und schwer be­schä­digt. Dies er­folgte of­fen­bar auf­grund per­sön­li­cher Differenzen zwi­schen dem Preußenkönig Friedrich II. und dem Grafen von Brühl. Begonnene Wiederaufbauarbeiten wur­den 1763 mit dem Tod des Grafen erst ein­mal wie­der eingestellt.
1777 er­folgte der Verkauf an Dr. Philipp Heinrich Lastrop, wel­cher das Schloss Nischwitz wie­der her­stel­len ließ. Die Familie von Ritzenberg er­warb die Schlossanlage 1817. Unter die­ser er­folg­ten Umbauten im Schloss und die Errichtung ei­nes Tempels als Familiengruft im Schlosspark. Curt Zimmermann er­warb das Anwesen 1889 und über­nahm den Landwirtschaftsbetrieb. 1901 wurde er von Kaiser Wilhelm I. in den Adelsstand erhoben.

Nach 1945
Hans von Zimmermann wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs ent­eig­net. Als Staatseigentum der DDR diente das Schloss als Alten- und Pflegeheim und wurde nur not­dürf­tig in­stand gehalten.

Nachwendezeit
Zu Beginn der 1990er Jahre ver­kaufte die Gemeinde die Anlage an ei­nen pri­va­ten Investor, der das Schloss Schritt für Schritt sanierte.

Heutige Nutzung
Heute dient das Schloss Repräsentationszwecken wie dem jähr­lich statt­fin­den­den Kostümfest “Sommerball”. Die Seitenflügel wer­den zu Wohnzwecken ge­nutzt. Das Rittergut be­fin­det sich in sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand.