Naunhof: Herrensitz Erdmannshain

Herrensitz Erdmannshain

04683 Naunhof OT Erdmannshain

Historisches

Der Herrensitz wurde 1272 unter Otto de Ertmarishain erwähnt. 1378 unter­stand Erdmannshain in der Verwaltung dem castrum Naunhof. Bereits 1398 war nur noch von einem Hof die Rede. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Herrensitz bereits damals wie­der auf­ge­löst wurde. 1606 wurde die Grundherrschaft über Erdmannshain vom Rittergut Pomßen ausgeübt.

Neuensalz: Rittergut Neuensalz

Rittergut Neuensalz

Genossenschaftsweg 8
08541 Neuensalz

Historisches

1583 ist der Nachweis eines Rittergutes in Neuensalz gege­ben, wel­ches sich bereits seit 1428 und noch bis 1603 im Besitz der Familie von Tettau befand. Als wei­tere Besitzer wer­den die Familie von Raab, ab 1653 die Familie von Watzdorf, ab 1673 die Familie von Seydewitz und ab 1691 die Familie von Lindenfels genannt. Von 1702 bis 1843 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Beust und ging 1844 an die Familie Seiler über.

Nach einem Brand wurde unter die­ser ein Neubau des Herrenhauses aus­ge­führt. Das abge­brannte Herrenhaus hatte nur etwa ein hal­bes Jahrhundert gestan­den; bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der frü­here Schlossbau ersetzt. Die Familie Seiler war noch bis 1885 im Besitz des Rittergutes Neuensalz. Weitere nament­lich bekannte Besitzer waren Moritz von Zehmen sowie um 1937 William von Voigt-Rhetz.

Nach 1945

1949, vier Jahre nach der Enteignung, wurde das schloss­ar­tige Herrenhaus abge­ris­sen. Auf den Grundmauern ent­stand in der Folgezeit ein Neubau, der durch die Gemeinde als Verwaltungssitz und Kindergarten genutzt wurde.

Neißeaue: Rittergut Kleinkrauscha

Rittergut Kleinkrauscha

Hauptstraße 6
02829 Neißeaue OT Kleinkrauscha

Historisches

Das Einzelgut wurde 1777 als Vorwerk genannt und 1834 zum Rittergut erho­ben. 1888 wurde das Herrenhaus erbaut. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rittergut 1924 von Hugo Stinnes erwor­ben und gemein­sam mit den Rittergütern Biehain und Kaltwasser bewirtschaftet.

Nach 1945

Nach der Enteignung von Hugo Stinnes 1945 wurde das Rittergut Kleinkrauscha als Volksgut genutzt. Dieses wurde in den 1950er Jahren in eine LPG ein­ge­bracht und ab den 1960er Jahren  als Betriebsteil der VEG Obstproduktion Kunnerwitz geführt.

Nachwendezeit

1991 über­nahm die Stadtgut Görlitz GmbH das Rittergut, die spä­ter pri­va­ti­siert wurde. 2006 kaufte der Geschäftsführer jener GmbH das Rittergut Kleinkrauscha.

Heutige Nutzung

Auf dem Rittergut wird öko­lo­gi­scher Landbau betrie­ben. Das sanie­rungs­be­dürf­tige Herrenhaus steht leer.

Naunhof: Wasserburg & Vorwerk Eicha

Wasserburg & Vorwerk Eicha

Am Wall 16
04683 Naunhof OT Eicha

Historisches

Hans von Minckwitz erwarb 1525 das ehe­ma­lige Klostergut, wel­ches in jenem Jahr auf­ge­löst und zuvor um 1490 gegrün­det wor­den war. Im fol­gen­den Jahr ver­an­lasste er den Abriss der Klosterkirche. 1535 erwarb Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige das Gut. Zwischen 1815 und 1883 befand sich das 1580 als Vorwerk erwähnte und zum Rittergut Pomßen gehö­rende Gut im Besitz der Familie Dietze. 1893 kaufte die Familie von Schönberg-​Waldenburg das Vorwerk Eicha von sei­nem Vorbesitzer Karl Gottlieb Weiß.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung, 1952 über­nahm die LPG das Vorwerk.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus befin­det sich heute in Privatbesitz und wird bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Ursprungsbau für das Klostergut war eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg. Diese umfasste ein Areal von etwa 240 x 200 m. Der breite Graben ist tro­cken­ge­legt und teil­weise ver­füllt. Schutz als Bodendenkmal wurde Anfang 1974 gewährt.

Naunhof: Vorwerk Fuchshain

Vorwerk Fuchshain

Hauptstraße 32
04683 Naunhof OT Fuchshain

Historisches

Das Vorwerk gehörte zum Rittergut Pomßen. Besitzer waren von 1444 bis 1520 die Familie von Pflugk, von 1815 bis 1883 die Familie Dietze, nach­fol­gend bis 1890 Karl Gottlieb Weiß und bis zur Enteignung 1945 die Familie von Schönberg-Waldenburg.

Nach 1945

Nach der Enteignung wurde das Torhaus des Vorwerks abgerissen.

Heutige Nutzung

Erhalten sind noch die bei­den Seitenflügel, die spä­ter auf­ge­stockt wur­den. Sie befin­den sich in Privatbesitz und wer­den bewohnt.

Naundorf: Schloss Naundorf

Schloss Naundorf

Straße der Einheit 47
04769 Naundorf

Historisches

1241 bestand ein Herrensitz, der sich im Besitz von Otto de Nuwendorf befand. Unter der Familie von Truchsess wurde der Herrensitz 1551 zum Rittergut erho­ben, außer­dem lie­ßen sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Herrenhaus errich­ten. Um 1645 ver­kauf­ten sie das Rittergut Naundorf an Johann von Schrodt. Von 1691 bis 1731 befand es sich in den Händen von Johann Daniel von Coseritz und wurde dann vom Freiherrn von Hohenthal erwor­ben. Um 1740 erfolg­ten Umbauten des Herrenhauses im Barockstil. Weitere Besitzer waren Friederike Sophie von Metzsch sowie Frau von Ernest. In der Mitte des 19. Jahrhundert, vor 1855, kam das Rittergut Naundorf an die Familie von der Planitz.

Nach 1945

Die Familie von der Planitz wurde 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde um 1948 abge­ris­sen. An sei­ner Stelle befin­det sich heute ein Eigenheim.

Heutige Nutzung

Das Verwalterhaus ist saniert und dient Wohnzwecken. Ein Wirtschaftsgebäude ist stark sanierungsbedürftig.

Neschwitz: Wasserburg & Rittergut Uebigau

Wasserburg Die Molkerei & Rittergut Uebigau

Uebigauer Straße 24
02699 Neschwitz OT Uebigau

Historisches

Das Ritergut Uebigau geht auf eine frü­here Wasserburg zurück, die auch als Die Molkerei bezeich­net wird. Die erste urkund­li­che Erwähnung erfolgte 1485 als Rittersitz, der 1617 als Rittergut genannt wurde. Das Rittergut befand sich seit 1767 im Besitz der Adelsfamilie von Riesch.

Das heu­tige Herrenhaus wurde erbaut, nach­dem das alte Gut 1876 abge­brannt war. Seit 1887 war das Rittergut im Besitz der Freiherren von Vietinghoff-​Riesch. Das Rittergut Uebigau unter­stand dem Schloss Neschwitz, wo die Besitzer vor­nehm­lich wohn­ten. Das Rittergut selbst wurde vom jewei­li­gen Pächter oder Gutsverwalter bewohnt.

Nach 1945

Die Freiherren wur­den 1945 ent­eig­net und das Rittergut auf­ge­teilt. Auch das Herrenhaus wurde räum­lich in der Art getrennt, dass optisch durch unter­schied­li­che Sanierungsaspekte die Teilung erkenn­bar ist.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist heute zum Teil bewohnt, zum Teil leerstehend.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg befand sich im süd­öst­li­chen Bereich des Gutes. Es ist nichts von ihrem eins­ti­gen Bestand erkenn­bar. Sie wurde über­baut und der Graben ein­ge­eb­net. Schutz als Bodendenkmal besteht für das Areal seit 1939. Der Schutz wurde Anfang 1959 erneuert.

Naundorf: Rittergut Casabra

Rittergut Casabra

Hauptstraße 21
04769 Naundorf OT Casabra

Historisches

In Casabra bestand bereits ein 14. Jahrhundert ein Herrensitz. Aus die­sem Herrensitz ent­wi­ckelte sich ein urkund­lich 1696 nach­ge­wie­se­nes Rittergut, wel­ches sich unter ande­rem im Besitz der Truchsessen von Borna befand. Weitere, nicht datierte Besitzer waren die Familien, von Koßritz, Wesenig, Koppisch, Haußner und Stein-​Jacoby. Seit dem 18. Jahrhundert befand sich das Rittergut Casabra im Besitz von bür­ger­li­chen Landwirten. Das Herrenhaus wurde 1869 für Julius Moritz Hermann Fischer errich­tet. Er ver­erbte das Rittergut Casabra 1880 sei­nem Schwiegersohn Herrmann Popp. Unter die­sem sollte ein wei­te­res Herrenhaus errich­tet wer­den, jedoch wurde der Bau nicht fertiggestellt.

Nach 1945

Herrmann Popps Erben wur­den 1945 im Rahmen der Bodenreform ent­eig­net. Das Rittergut wurde auf­ge­teilt, das Herrenhaus diente Wohnzwecken, die Stallungen und Wirtschaftsgebäude wur­den durch Neubauern genutzt.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus diente noch bis in die 1990er Jahre als Wohnhaus. Die Gemeinde ver­äu­ßerte das Herrenhaus Casabra an einen pri­va­ten Eigentümer, der sich um den Grundbesitz jedoch nicht kümmerte.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Casabra steht leer und ver­fällt immer mehr.

Grimma: Rittergut Cannewitz

Rittergut Cannewitz

Alte Dorfstraße 19–21
04668 Grimma OT Cannewitz

Historisches

1445 war ein Rittersitz ver­zeich­net, seit 1551 ein Rittergut. Jedoch exis­tierte das Gut bereits schon viel frü­her, da der Ursprung der Brauerei Cannewitz auf das frühe 13. Jahrhundert zurück­geht und sich auf dem Rittergut befand, wel­ches nach altem Landesrecht das Braurecht besaß. Die Bierherstellung erfolgte zunächst nur für den eige­nen Bedarf. Als ers­ter Besitzer ist Balthasar von Döben bekannt. Der Kern des Herrenhauses geht auf das späte 16. Jahrhundert zurück.

Die Familie von Starschädel besaß das Gut seit 1629 und ver­kaufte es 1699 an den Grafen von Bünau. Es ging 1745 an den Grafen von Stubenberg über und gelangte durch Erbschaft 1827 an die Familie von Lüttichau sowie spä­ter an die Familie von Cannewitz und nach­fol­gend an die bür­ger­li­che Familie Schubert, die das Rittergut 1848 an das Justizamt Grimma über­trug. Nach einem ver­hee­ren­den Brand 1897 erfolgte eine umfas­sende Innensanierung. Max Gadegast erwarb das Rittergut 1897, ließ um 1900 das Herrenhaus umbauen und führte einen land­wirt­schaft­li­chen Betrieb auf dem Gutsgelände. 1933 erb­ten seine Witwe und Tochter das Rittergut.

Nach 1945

Else Gadegast und Gertrud Sieber wur­den 1945 ent­eig­net. Das Rittergut wurde in ein Volksgut für Tierzucht und Saatgutvermehrung umgewandelt.

Nachwendezeit

Nach 1990 wur­den Landwirtschaftsflächen unter ande­rem an einen Nachkommen der letz­ten Besitzer ver­pach­tet. Das Herrenhaus stand seit 1997 leer. 2005 erfolgte der Verkauf an eine Gesellschaft, wel­che 2011 mit den Sanierungsarbeiten am Herrenhaus begann.

Heutige Nutzung

Das Rittergut soll den Eigentümern als Betriebssitz die­nen. Teile des Gutshofes sind bewohnt.

Neukirch: Rittergut Koitzsch

Rittergut Koitzsch

Am Dorfanger 6
01936 Neukirch OT Koitzsch

Historisches

Das Rittergut Koitzsch ent­stand ver­mut­lich im frü­hen 15. Jahrhundert, als meh­rere Bauerngüter zu einem Vorwerk zusam­men­ge­legt wur­den. In Koitzsch selbst bestand seit 1435 oder 1453 ein Rittersitz. Das Gebiet befand sich damals in den Händen der Familie von Schönberg. 1643 ver­starb Wolf Friedrich von Schönberg und George Görner erwarb das Gut, das drei Jahre spä­ter zum Rittergut erhi­ben wurde. Dieser Kaufvertrag wurde ange­foch­ten und so gelangte Hans Wolf von Schönberg 1649 in den Besitz des Ritterguts Koitzsch. 1693 erwarb Johann Ernst von Knoch den Grundbesitz. Das Rittergut wurde in ein Fideikommiss ein­ge­bracht und von den Berechtigten 1919 ver­kauft. Die Stadt Kamenz erwarb das Rittergut und ver­pach­tete es an eine Dünger- und Handelsgesellschaft aus Dresden.

Nach 1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Rittergut Koitzsch in ein Volkseigenes Gut umgewandelt.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren erwar­ben zwei Ortsansässige das Gelände und nutz­ten es als Autolackiererei und Werkstatt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus stand bereits beim letz­ten Besuch 2011 augen­schein­lich viele Jahre lang leer. Bei einem erneu­ten Vor-​Ort-​Besuch 2023 bestand der Leerstand fort. Das Gelände wird dem äuße­ren Anschein nach gewerb­lich genutzt.
(Stand: Oktober 2023)