Mylau: Vorwerk Obermylau

Vorwerk Obermylau

Am Volksgut
08499 Reichenbach OT Mylau

Historisches

Das Vorwerk wurde im 18. Jahrhundert erwähnt und diente der Burg Mylau als Wirtschaftsgut.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist rui­nös, die Wirtschaftsgebäude wur­den alle­samt abgerissen.

Mittweida: Wasserburg Ringethal

Im Mittweidaer Ortsteil Ringethal bestehen bzw. bestan­den vier Burg- und Schlossanlagen. Etwa um 1150 bestand ein Rittersitz, auf den letzt­end­lich alle diese vier Anlagen zurück­ge­hen. Mit Ringethal und dem jewei­li­gen Rittersitz bzw. spä­te­ren Rittergut waren ver­schie­dene Familien belehnt. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts waren das die Familien von Liebschwitz und von Steinbach, von etwa 1440 bis etwa 1700 die Familie von Hahn/​Hain/​Hayn, nach 1700 die Familien von Poigk, von Flemming, von Dallwitz, von Racknitz und von Bülow sowie von 1861 bis 1935 die Familie von Schröter.

Wasserburg Ringethal

Inselteich | Schneckenteil
Hauptstraße
09648 Mittweida OT Ringethal

Historisches

Die ehe­ma­lige Wasserburg befand sich im Inselteich (Schneckenteich) west­lich der Kirche und datiert auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Erhalten sind noch ein Stück Steinummauerung sowie das Burgplateau, das etwa 2 m aus dem Wasser ragt. Funde, die auf das 14. Jahrhundert zurück­ge­hen, bele­gen, dass die Wasserburg zu jener Zeit noch genutzt wurde.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage steht seit 1970 als Bodendenkmal unter Schutz.

Malschwitz: Wasserburg & Rittergut Kleinbautzen

Wasserburg & Rittergut Kleinbautzen

Am Schloss 6
02694 Malschwitz OT Kleinbautzen

Historisches

Die ehe­ma­lige Wasserburg der Burggrafen von Bautzen war seit dem 10. Jahrhundert durch die Herren von Metzradt belehnt und erlebte nach­fol­gend sehr viele Besitzerwechsel: Unter ande­rem die Familie von Schönberg von 1719 bis 1743 und die Familie von Carlowitz von 1743 bis 1779 sowie erneut von 1804 bis 1838.

Die erste urkund­li­che Nennung datiert auf das Jahr 1503, in dem ein Rittersitz erwähnt wurde. Möglicherweise bestand bereits um 1440 ein Herrensitz. Die Wasserburg ver­schwand mit der Zeit zuguns­ten eines Rittergutes. Das Herrenhaus wurde um 1715 unter Hans Heinricht von Schönberg erbaut, wel­cher ein Jahr zuvor in den Besitz des Ritterguts gekom­men war. Unter dem Geheimen Ökonomierat Adolf Steiger fan­den 1889 Umbauten nach heu­ti­gem Erscheinungsbild statt.

Nach 1945

Die letz­ten Besitzer, Hans Adolf Eulitz und seine Familie, wur­den 1945 ent­eig­net. Im Rittergut wur­den Notwohnungen ein­ge­rich­tet. Später diente es der Volkshochschule als Schulungsräume, danach wurde es zum Lehrlingswohnheim umgenutzt.

Nachwendezeit

1998 wurde das Rittergut Kleinbautzen an einen pri­va­ten Investor ver­kauft. Die Pläne, hier alters­ge­rech­tes Wohnen unter­zu­brin­gen, schei­ter­ten jedoch.

Heutige Nutzung

Die Gebäude des Rittergutes ste­hen heute ungenutzt.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg befand sich im süd­li­chen Bereich des Rittergutes in der Aue des Albrechtsbachs. Sie wurde durch das Rittergut über­baut und der Graben ein­ge­eb­net. Lediglich Bühlböschungen sind noch erkenn­bar. Schutz als Bodendenkmal besteht seit Ende 1970.

Mülsen: Rittergut Neuschönburg

Rittergut Neuschönburg

Neuschönburger Straße 126–128
08132 Mülsen OT Neuschönburg

Historisches

1533 erwarb Wilhelm von Geilsdorf ein bestehen­des Vorwerk, wel­ches 1585 an Hugo II. von Schönburg-​Hartenstein ver­kauft und in die­sem Zusammenhang als Rittergut erwähnt wurde. Das in Neudörfel befind­li­che Rittergut gelangte 1701 an den Familienzweig von Schönburg-​Lichtenstein, 1750 an den Familienzweig von Schönburg-​Hartenstein und schließ­lich 1786 wie­der an die Familie von Schönburg-​Waldenburg. 1914 fand das Rittergut mit Günther Fürst von Schönburg-​Waldenburg sei­nen letz­ten Besitzer, der 1945 ent­eig­net wurde. Zuvor erfolgte 1923 eine Umbenennung von Neudörfel in Neuschönburg.

Nach 1945

Nach der Bodenreform wurde das Herrenhaus geteilt und an zwei Neubauern übertragen.

Heutige Nutzung

Der schlichte Bau dient heute Wohnzwecken.

Mügeln: Rittergut Oetzsch

Rittergut Oetzsch

An der Döllnitz 1
04769 Mügeln OT Oetzsch

Historisches

1310 erfolgte die Ersterwähnung des Herrensitzes, wel­cher  1445 erst­mals als Rittersitz erwähnt wurde. Das Rittergut Oetzsch hat eine sehr wech­sel­volle Geschichte. Die Familie von Saalhausen besaß Oetzsch von ca. 1555 bis zum Dreißigjährigen Krieg. Eine andere Quelle spricht von Oetzsch als Eigentum der von Saalhausens seit 1460.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Rittergut Oetzsch im Besitz des Rittmeisters Hans Wolf Schreckenfuchs, spä­ter an die Familien Höpner, von Metzsch, Nollau und schließ­lich Koppe. Das Rittergut Oetzsch soll eines der ältes­ten Rittergüter Sachsens sein und das ein­zige, in des­sen Besitz sich der Lehensbrief, sozu­sa­gen die Ersterwähnung befin­det. Um 1800 umfasste der Gutsbesitz ca. 56 ha. 1853 erwarb Ernst Ihle das Rittergut Oetzsch. Ilse Ihle erbte  das Rittergut Oetzsch und hei­rate den Gutspächter Herbert Mitscherling.

Nach 1945

Herbert Mitscherling bewirt­schaf­tete das Rittergut Oetzsch bis 1960, wurde jedoch zum Beitritt in die ört­li­che LPG gezwun­gen. Die vor­ma­lige Form des Vierseitenhofes ist nicht mehr zu erken­nen. Zwei Weltkriege sowie man­geln­des Interesse an der Erhaltung des Baus zu DDR-​Zeiten führte zu einem kon­ti­nu­ier­li­chen Verfall aller Gebäude. 1979 brannte die Scheune ab.

Nachwendezeit

Der Sohn des letz­ten Eigentümers, Max Mitscherling, erhielt das Rittergut Oetzsch 1990 zurück. Er ließ das Herrenhaus auf­wen­dig sanie­ren und ver­pach­tete die land­wirt­schaft­li­chen Flächen. Der Pferdestall musste 1992 abge­ris­sen werden.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird zu Wohnzwecken und für Ferienwohnungen genutzt.

Mücka: Rittergut Mücka

Rittergut Mücka

Am Markt 1
02906 Mücka

Historisches

Das Rittergut war seit dem frü­hen 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Gersdorff. 1614 erfolgte die erste urkund­li­che Nennung als Rittergut. 1638 brannte es ab. Esther Veronika von Gersdorff ver­kaufte das Rittergut 1648 an Hans Christoph von Nostitz, ihren zwei­ten Ehemann. 1657 wurde Rudolf von Penzig damit belehnt, seine Söhne ver­kauf­ten es 1665 wie­der an die Familie von Nostitz. Im Jahr 1699 war Frau von Wehle als Besitzerin bestä­tigt. 1737 gelangte das Rittergut Mücka an Gottlob Friedrich Freiherr von Gersdorff und damit erneut an die Familie von Gersdorff.

1806 kam das Rittergut an die Grafen von Einsiedel, unter denen das alte Herrenhaus 1900 abge­ris­sen und durch einen Neubau ersetzt wurde, der als Verwaltungssitz diente. Die Grafen von Einsiedel ver­kauf­ten das Rittergut Mücka 1913 an Hartmann Freiherr von Schlotheim. Dieser musste das Rittergut 1936 ver­stei­gern lassen.

Nach 1945

Das Gemeindeamt von Mücka wurde nach Kriegsende im Herrenhaus eingerichtet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus nach wie vor durch die Gemeindeverwaltung genutzt.

Mücka: Rittergut Oberoelsa

Rittergut Oberoelsa

Westweg
02906 Mücka OT Förstgen

Historisches

Das Rittergut Oelsa bestand bereits im 17. Jahrhundert und wurde in Niederoelsa und Oberoelsa unter­teilt. Als Besitzer war die Familie von Temritz bekannt. In der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Herrenhaus Oberoelsa erbaut. 1864 kaufte Martin von Magnus das Rittergut, des­sen letz­ter Besitzer die Grafenfamilie von Wedel war. Um 1900 erfolgte der Umbau des Herrenhauses. Während die Besitzer in Niederoelsa wohn­ten, wurde das Herrenhaus des Ritterguts Oberoelsa durch den Gutsverwalter bewohnt.

Nach 1945

Nach Kriegsende wur­den Wohnungen im Herrenhaus eingerichtet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus befin­det sich heute in Privatbesitz und wird schritt­weise saniert.

Oberwiesenthal: Rotes Vorwerk

Rotes Vorwerk

Neudorfer Straße
09484 Oberwiesenthal

Historisches

Das Einzelgut wurde 1791 als Vorwerk bezeich­net und erhielt sei­nen Namen auf­grund sei­nes farb­li­chen Anstrichs. Bereits 1802 befand sich im Vorwerk, das im Laufe der Zeit zu einem belieb­ten Ausflugsziel avan­cierte, eine Gastwirtschaft. Kurz nach 1900 erwarb Hugo Uhlig das Rote Vorwerk. Er ließ Umbauten vor­neh­men und fügte einen Turm hinzu. Das ursprüng­li­che Vorhaben, 1911 im Vorwerk ein Hotel zu eröff­nen, schei­terte auf­grund nicht erteil­ter Gewerbegenehmigung. 1926 über­nahm der Bezirksverband Chemnitz das Vorwerk und rich­tete ein Kindererholungsheim ein.

Nach 1945

Die Nutzung als Kinderheim wurde nach 1945 fortgesetzt.

Nachwendezeit

Nach 1990 stand das Rote Vorwerk lange leer und wurde dann auf­grund sei­ner Baufälligkeit abgerissen.

Heutige Nutzung

Der ehe­ma­lige Standort wird heute als Wanderparkplatz genutzt.

Mügeln: Rittersitz Crellenhain

Rittersitz Crellenhain

04769 Mügeln OT Crellenhain

Historisches

1308 war ein Herrensitz unter Johannes de Crellenhain bekannt. Aus dem Herrensitz ging ein Rittersitz her­vor, wel­cher als sol­cher 1445 nach­ge­wie­sen wer­den konnte. 1453 ging Crellenhain in bischöf­li­chen Besitz über. Bei den letz­ten bekann­ten Besitzern des Rittersitzes Crellenhain han­delte es sich um die Gebrüder von Fichtenberg. Mit dem Rittersitz war ein Gutshof ver­bun­den, des­sen letzte bau­fäl­li­gen Überreste unter Johann Friedrich von Wolfframsdorf 1703 abge­ris­sen wor­den waren.

Mügeln: Burg Mügeln & Schloss Ruhethal

Burg Mügel & Schloss Ruhethal

Schlossstraße 27
04769 Mügeln

Historisches

Schloss Ruhethal ging aus der vor­ma­li­gen Burg Mügeln her­vor, die über meh­rere Jahrhunderte Sitz der Meißner Bischöfe war. Zunächst berich­ten die Quellen von einem erst­mals 954 erwähn­ten Gutsbesitz und einer 1150 durch die Herren von Mügeln errich­te­ten Burgkapelle auf dem Festenberg. Diese wurde dem Sornziger Kloster 1218 über­tra­gen und, hier unter­schei­den sich die Quellen, unter Siegfried von Mügeln vor des­sen Tod im Jahre 1259 bzw. im Jahre 1261 unter den Meißner Bischöfen mit der Burg bebaut. Umbauten erfolg­ten unter Bischof Witiko II. 1341, wäh­rend Bischof Nicolaus I. 1381 den Bau des Turmes ver­an­lasste. In den Hussittenkriegen in der ers­ten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg beschä­digt. Bischof Johann V. von Weißbach beauf­tragte 1480 die Erweiterung um das Kornhaus sowie Ställe.

1572 wurde die alte Burganlage unter Bischof Johann IX. von Haugwitz als Schlossbau neu aus­ge­führt und von ihm um 1590 als Ruhesitz genutzt. Damit ging auch die neue Bezeichnung Schloss Ruhethal ein­her. 1596 kam das Schloss schließ­lich in den Besitz der säch­si­schen Kurfürsten, von dem es 1667 an Hermann von Wolfframsdorff über­ging. Nach des­sen Sohnes Tod im Jahre 1712 über­nahm der Schwager Christoph Freiherr Wambold von Umbstad Schloss und Stadt Mügeln. Drei Jahre spä­ter wurde der Nordflügel kom­plett neu auf­ge­baut, 1727 folgte der Südflügel. 1734 gelangte Schloss Ruhethal erneut in kur­fürst­li­chen Besitz.

Mit Inkrafttreten der Sächsischen Verfassung von 1831 ging Schloss Ruhethal an den säch­si­schen Staat über und wurde in ein Kammergut umge­wan­delt. Im Schloss zogen das Justiz- und Rentamt ein, die Ländereien wur­den ver­pach­tet. 1843 /​ 1844 erfolg­ten der Neubau von Ställen, die Verfüllung des Wassergrabens sowie der Abbruch von Torhaus und Wasserhaus. Die bis dato erfolgte Bierbrauerei auf dem Schloss wurde 1898, die pri­vate Verpachtung 1946 eingestellt.

Nach 1945

1949 wurde das Kammergut in ein Volksgut umge­wan­delt. Zwei Jahre spä­ter fun­gierte Schloss Ruhethal als Lehrlingswohnheim. Schäden nach einem Brand im Jahr 1968 wur­den noch im sel­ben Jahr beho­ben. Der Schlossturm nahm 1975 einen Jugendclub, 1983 dann ein Turmrestaurant auf.

Nachwendezeit

Das Volksgut wurde 1991 auf­ge­löst. Danach diente Schloss Ruhethal als Lehrlingswohnheim. 2004 wurde das Schloss Ruhethal von einem Ehepaar erwor­ben. 2006 wurde zudem der Förderverein Schloss Ruhethal e. V. ins Leben geru­fen, der sich um Nutzung und Erhalt des Schlosses bemüht.

Heutige Nutzung

Schloss Ruhethal dient als Wohnsitz der Eigentümer und bie­tet dar­über hin­aus Ferienzimmer an. Die Wirtschaftsgebäude sind vermietet.

Bodendenkmalschutz

Die Burg Mügeln ist durch das Schloss über­baut. Der eins­tige Graben ist ver­füllt und nur noch als fla­che Senke erhal­ten. Bodendenkmalschutz besteht bereits seit 1937, er wurde 1959 erneuert.