Neukieritzsch: Vorwerk Zöllsdorf

Vorwerk Zöllsdorf

04575 Neukieritzsch OT Zöllsdorf

Historisches

Das Vorwerk Zöllsdorf unter­stand dem Rittergut Kieritzsch und wurde 1548 und 1791 erwähnt. Bereits 1540 hatte Martin Luther das Gut sei­ner Frau Katharina von Bora als Witwensitz gekauft. Um 1553 oder 1554 musste sie das Gut aus finan­zi­el­len Gründen ver­kau­fen. Im 19. Jahrhundert galt Zöllsdorf als wüste Mark Zöllsdorf. In Erinnerung an Martin Luther wurde am ehe­ma­li­gen Standort des Guts 1817 ein Gedenkstein auf­ge­stellt, der auf­grund der Abbaggerung von Zöllsdorf für den Tagebau Peres 1981 nach Neukieritzsch umge­setzt wurde. Das Vorwerk Zöllsdorf ist nicht mehr vorhanden.

Neukirch: Rittergut Koitzsch

Rittergut Koitzsch

Am Dorfanger 6
01936 Neukirch OT Koitzsch

Historisches

Das Rittergut Koitzsch ent­stand ver­mut­lich im frü­hen 15. Jahrhundert, als meh­rere Bauerngüter zu einem Vorwerk zusam­men­ge­legt wur­den. In Koitzsch selbst bestand seit 1435 oder 1453 ein Rittersitz. Das Gebiet befand sich damals in den Händen der Familie von Schönberg. 1643 ver­starb Wolf Friedrich von Schönberg und George Görner erwarb das Gut, das drei Jahre spä­ter zum Rittergut erhi­ben wurde. Dieser Kaufvertrag wurde ange­foch­ten und so gelangte Hans Wolf von Schönberg 1649 in den Besitz des Ritterguts Koitzsch. 1693 erwarb Johann Ernst von Knoch den Grundbesitz. Das Rittergut wurde in ein Fideikommiss ein­ge­bracht und von den Berechtigten 1919 ver­kauft. Die Stadt Kamenz erwarb das Rittergut und ver­pach­tete es an eine Dünger- und Handelsgesellschaft aus Dresden.

Nach 1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Rittergut Koitzsch in ein Volkseigenes Gut umgewandelt.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren erwar­ben zwei Ortsansässige das Gelände und nutz­ten es als Autolackiererei und Werkstatt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus stand bereits beim letz­ten Besuch 2011 augen­schein­lich viele Jahre lang leer. Bei einem erneu­ten Vor-​Ort-​Besuch 2023 bestand der Leerstand fort. Das Gelände wird dem äuße­ren Anschein nach gewerb­lich genutzt.
(Stand: Oktober 2023)

Niederfrohna: Rittergut Mittelfrohna

Rittergut Mittelfrohna

Obere Hauptstraße 1 (Herrenhaus)
Limbacher Straße 2a (Jägerhäuschen)
09243 Niederfrohna

Historisches

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts, 1409, hatte sich in Mittelfrohna ein eige­nes Rittergut gebil­det. Lehnsherr war Caspar von Flurstädt, der 1436 urkund­lich genannt ist. Im 16. Jahrhundert befand sich das Rittergut im Besitz von Georg von Schönberg, er hatte Mittelfrohna 1584 erwor­ben. 1738 ver­starb Hartmann Friedrich von Schönberg hoch ver­schul­det. Seine Erben ver­kauf­ten das Rittergut Mittelfrohna 1750 an den Kaufmann Johann Christoph Siegert. Unter der Familie Siegert wurde das Herrenhaus von 1772 bis 1774 erbaut.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging das Rittergut an einen Herrn von Reitzenstein über. Nach die­sem gelangte das Rittergut an Heinrich Ernst II. Graf von Schönburg-​Rochsburg. Dessen Tochter Adolphine, ver­hei­ra­tet mit Oberleutnant Adolf Ernst von Wilucki, erbte das Rittergut. Die Familie Wilucki behielt das Rittergut Mittelfrohna bis 1877 in Besitz.

Ende 1894 brannte das Rittergut ab, wobei das Herrenhaus nahezu ver­schont blieb. Der dama­lige Besitzer Oskar Albert Müller ließ den Wirtschaftshof neu auf­bauen. 1907 über­nahm Alexander Otto Hofmann das Rittergut Mittelfrohna.

Nach 1945

Dr. Walter Hofmann teilte das Rittergut Mitte 1946 durch Schenkung an seine bei­den Kinder auf, um der Enteignung durch die Bodenreform zu ent­ge­hen. Zusätzlich wur­den Teilflächen 1948 vor­sorg­lich ver­kauft. Das Rittergut ver­blieb dadurch in Familienbesitz und wurde wei­ter­hin bewirtschaftet.

Dr. Walter Hofmanns Sohn Günther wurde den­noch als Großbauer ange­se­hen. Aufgrund der damit ver­bun­de­nen Schwierigkeiten flüch­tete er mit sei­ner Familie Anfang 1953 in die Bundesrepublik. Daraufhin wurde das Rittergut ent­eig­net und als volks­ei­ge­nes Gut „VEG Tierproduktion Karl-​Marx-​Stadt BT Niederfrona“ weitergeführt.

Nachwendezeit

Dr. Günther Hofmann war nach der Wiedervereinigung mit sei­nen Restitutionsansprüchen erfolg­reich. 1991 konnte der Landwirtschaftsbetrieb unter ihm wie­der auf­ge­baut wer­den. Da not­wen­dige Investitionskredite alters­be­dingt nicht geneh­migt wur­den, musste der Betrieb wie­der auf­ge­ge­ben wer­den. Die Landwirtschaftsflächen wur­den dar­auf­hin verpachtet.

1994, 2005 und 2008 erfolg­ten Verkäufe von Teilflächen des ehe­ma­li­gen Ritterguts. Die Flächen wur­den unter ande­rem für die Errichtung eines Neubaugebiets und für den Autobahnbau ver­wen­det. Der Pächter der Landwirtschaftsflächen erwarb diese käuflich.

2007 wurde das gesamte Anwesen mit Herrenhaus, Nebengebäuden und Park an einen Steuerberater aus den alten Bundesländern ver­kauft. Das Herrenhaus wurde anschlie­ßend voll­stän­dig saniert. 2009 begann die Sanierung des ehe­ma­li­gen Kuhstalls, der bis 2013 zum Bürogebäude umge­baut wurde.

Heutige Nutzng

Das Herrenhaus Mittelfrohna dient Wohnzwecken. Der ehe­ma­lige Stall wird als Bürogebäude genutzt. Im Park des ehe­ma­li­gen Ritterguts befin­det sich unter ande­rem ein klei­nes 1774 erbau­tes und schon 1990 ver­kauf­tes Gärtnerhaus, das soge­nannte Jägerhäuschen.

Ebersbach: Rittergut Neugersdorf

Rittergut Neugersdorf

02727 Ebersbach OT Neugersdorf

Historisches

Das Rittergut Neugersdorf wurde erst­mals 1858 und erneut im spä­te­ren 19. Jahrhundert erwähnt. Es wurde von Rumburk aus ver­wal­tet und bestand über­wie­gend aus Waldflächen. Gebäude exis­tier­ten nicht.

Nossen: Vorwerk Ketzergasse

Vorwerk Ketzergasse

01623 Nossen OT Leuben

Historisches

Bereits vor 1190 exis­tierte ein Herrensitz. Über die wei­tere geschicht­li­che Entwicklung ist äußerst wenig bekannt. 1908 wurde ein Vorwerk nach­ge­wie­sen. Bekannt ist Ketzergasse auch als Kottenewitz bezie­hungs­weise Köttewitzer Gasse. Es han­delt sich heute um eine Ortswüstung.

Neschwitz: Wallburg Loga /​ Schanze

Wallburg Loga | Alte Schanze

02633 Neschwitz OT Loga

Historisches

1226 war ein bur­c­war­dum als Burganlage erwähnt, doch eine sla­wi­sche Burganlage bestand bereits im 8. Jahrhundert. Wall- und Grabenreste kön­nen am öst­li­chen Ortsrand gefun­den wer­den. Der Ringwall ist über einen kur­zen Wanderweg neben der Hausnummer 15a zu erreichen.

Bodendenkmalschutz

Die Wallburg steht seit Ende 1936 als Bodendenkmal unter Schutz. Erneuert wurde der Schutz Ende 1958.

Naundorf: Wasserburg & Rittergut Stennschütz

Wasserburg & Rittergut Stennschütz

Flurstraße 14
04769 Naundorf OT Stennschütz

Historisches

Das Rittergut geht auf eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg zurück. 1445 bestand ein Vorwerk, wel­ches 1606 als Rittergut Erwähnung fand. Als Besitzer sind seit dem 16. Jahrhundert die Familie von Saalhausen, die Familie von Seyffertitz, die Familie von Mordeisen, die Grafen von Hohenthal, die Familie von Ernest und die Familie Semmich nach­weis­bar. Friederike Charlotte von Ernest hei­ra­tete in die Familie von der Planitz ein.

Seit dem frü­hen 19. Jahrhundert befand sich das Ritttergut Stennschütz nun im Besitz der Familie von der Planitz, die jedoch im Rittergut Naundorf leb­ten. Das Rittergut Stennschütz diente als Wirtschaftshof und ver­fügte über kein eige­nes Herrenhaus. Auch die seit 1925 ein­ge­setz­ten Verwalter leb­ten auf Naundorf.

Nach 1945

Bernhard Edler von der Planitz erlag im Mai 1945 einem Herzleiden und das Rittergut Stennschütz ging an des­sen gleich­na­mi­gen, vier­jäh­ri­gen Neffen über. Im Herbst 1945 erfolgte die Enteignung im Rahmen der Bodenreform. Das Rittergut Stennschütz wurde unter Neubauern aufgeteilt.

Heutige Nutzung

Das noch vor­han­dene Wirtschaftsgebäude wurde zum Wohnhaus umge­baut und dadurch optisch stark verändert.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg befand sich im Gutsbereich. Es ist kaum noch etwas zu erken­nen. Das Areal war etwa 100 x 90 m groß und von einem umlau­fen­den Wassergraben umge­ben. Der Graben ist zwi­schen 8 und 10 m breit und nur noch stel­len­weise erhal­ten. Die Anlage wurde 1973 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Neukieritzsch: Wasserburg & Rittergut Großzössen

Wasserburg & Rittergut Großzössen

Straße des Friedens
04575 Neukieritzsch OT Großzössen

Historisches

1445 war ein Rittersitz unter Gunther von Konricz zcu Grossen Zcossen erwähnt, der seit 1696 als Rittergut bezeich­net wurde. Dabei han­delte es sich um eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg, die als Vorgängerbau des spä­te­ren Ritterguts gilt.

Um 1490 und noch bis gegen Ende der ers­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Könneritz. Weitere Besitzer im 16. Jahrhundert waren die Familien von Breitenbach, von Breitenbach sowie von Ende. 1606 kam das Rittergut an die Familie von Einsiedel. Es ver­blieb über zwei­ein­halb Jahrhunderte in deren Familienbesitz. Zu den letz­ten Besitzern zähl­ten ab 1870 Martin Demmering und ab 1886 Rudolf Oertel. Letzterer besaß das Rittergut Großzössen min­des­tens bis 1925.

Bei der Wasserburg han­delte es sich um einen Viereckbühl mit etwa 45 m Seitenlänge mit einem umlau­fen­den Graben. Seitdem der Graben 1960 wider­recht­lich ver­füllt wurde, ist von der Wasserburg ober­fläch­lich nichts mehr erhalten.

Nachwendezeit

Um 1990 wurde das in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Familie von Einsiedel erbaute Herrenhaus abgerissen.

Bodendenkmalschutz

Es Die Anlage wurde erst­mals Ende 1935 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Der Schutz wurde im Oktober 1958 erneuert.

Naunhof: Wasserburg & Vorwerk Eicha

Wasserburg & Vorwerk Eicha

Am Wall 16
04683 Naunhof OT Eicha

Historisches

Hans von Minckwitz erwarb 1525 das ehe­ma­lige Klostergut, wel­ches in jenem Jahr auf­ge­löst und zuvor um 1490 gegrün­det wor­den war. Im fol­gen­den Jahr ver­an­lasste er den Abriss der Klosterkirche. 1535 erwarb Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige das Gut. Zwischen 1815 und 1883 befand sich das 1580 als Vorwerk erwähnte und zum Rittergut Pomßen gehö­rende Gut im Besitz der Familie Dietze. 1893 kaufte die Familie von Schönberg-​Waldenburg das Vorwerk Eicha von sei­nem Vorbesitzer Karl Gottlieb Weiß.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung, 1952 über­nahm die LPG das Vorwerk.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus befin­det sich heute in Privatbesitz und wird bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Ursprungsbau für das Klostergut war eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg. Diese umfasste ein Areal von etwa 240 x 200 m. Der breite Graben ist tro­cken­ge­legt und teil­weise ver­füllt. Schutz als Bodendenkmal wurde Anfang 1974 gewährt.

Neukieritzsch: Herrenhaus Kieritzsch

Herrenhaus Kieritzsch

04575 Neukieritzsch OT Kieritzsch

Historisches

Erstmals wurde 1445 für Kieritzsch ein Rittersitz erwähnt. Die Aufwertung zum Rittergut erfolgte 1548.  Zwischen 1555 und 1729 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Helldorf. Nachdem es zwi­schen 1764 und 1793 der Familie von Uetterodt gehört hatte, war die Familie von Helldorff zwi­schen 1819 und 1844 noch­mals Besitzer des Ritterguts. Um 1859 gehörte es der Familie Katrade und zwi­schen 1876 und 1920 der Familie von Funcke.

Zum Rittergut Kieritzsch gehörte das Vorwerk Zöllsdorf, das Martin Luther sei­ner Frau Katharina von Bora 1540 als spä­te­ren Witwensitz gekauft hatte.

Nach 1945

Das Herrenhaus ist nicht mehr vor­han­den. Es exis­tiert ledig­lich noch ein sanier­tes und zu Wohnzwecken genutz­tes Wirtschaftsgebäude.