Moritzburg: Fasanenschlösschen

Fasanenschlösschen

Große Fasanenstraße
01468 Moritzburg

Historisches

Das Fasanenschlösschen im Stil des Rokoko befin­det sich am Niederen Großteich Bärnsdorf etwa 2 km vom Jagdschloss Moritzburg ent­fernt. Es steht im Fasanengehege, das 1728 ange­legt und Namensgeber für das kleine Lustschlösschen wurde. Erbaut wurde es zwi­schen 1769 und 1782. Genutzt wurde es von König Friedrich August I. von Sachsen als Sommerresidenz und befand sich bis 1945 im Besitz der Wettiner.

Nachwendezeit

Bis 1996 diente das Fasanenschlösschen als orni­tho­lo­gi­sche Außenstelle des Dresdner Tierkundemuseums. Nach mehr­jäh­ri­ger Schließung fan­den schließ­lich Sanierungsarbeiten statt.

Heutige Nutzung

Seit 2007 ist das Fasanenschlösschen im Rahmen von Führungen wie­der öffent­lich zugäng­lich. In unmit­tel­ba­rer Nähe befin­det sich der bekannte Leuchtturm mit­samt Mole und Hafenanlage, der um 1780 als Staffage-​Bau errich­tet wor­den war.

Meißen: Altes & Neues Herrenhaus Cölln

Rittergut Cölln
Altes & Neues Herrenhaus

Dresdner Straße 24 (Neues Herrenhaus)
Dresdner Straße 24b (Altes Herrenhaus)
01662 Meißen

Historisches

Der heu­tige Meißner Stadtteil Cölln ent­stand in der ers­ten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Schon um 1250 soll ein stei­ner­nes Turmhaus an Stelle des heu­ti­gen Gutshauses bestan­den haben. Für das Jahr 1266 ist ein Herrensitz unter Gotscalcus de Colonia belegt, aus dem sich 1478 ein vom Meißner Hospital genutz­tes Vorwerk ent­wi­ckelt hatte.

Über die geschicht­li­che Entwicklung die­ses Gutes sind nur spär­li­che Informationen ver­füg­bar, mög­li­cher­weise des­halb, weil Cölln stets hin­ter der bedeu­ten­den Stadt Meißen zurück­blieb. Ein wei­te­res Schriftstück berich­tete 1547 von einem Rittergut. Ein Relief über der Eingangstür ver­weist mit der Jahreszahl 1710 auf den Bau des Gutshauses, der im Barockstil aus­ge­führt wurde. Dabei wurde ältere Bausubstanz mit ein­be­zo­gen. 1830 wur­den Umbauten vor­ge­nom­men, unter ande­rem erhielt das Türmchen seine Rundbogenfenster. In die­sem wurde am 3. Februar 1847 die Gründung der Meißner Freimaurerloge Zur Akazie beschlossen.

Das Neue Herrenhaus sowie das Wirtschaftsgebäude ent­stan­den um 1840.

Heutige Nutzung

Das dem Verfall preis­ge­ge­bene Alte Herrenhaus befin­det sich in hoch­was­ser­ge­fähr­de­ter Lage. Es ist stark sanie­rungs­be­dürf­tig und steht seit Jahrzehnten unge­nutzt. Auch das Neue Herrenhaus fris­tet sein Dasein mit Leerstand.
(Fotos: März 2024 & Februar 2025)

Meißen: Klosterruine Zum heiligen Kreuz

Klosterruine Zum Heiligen Kreuz

Leipziger Straße 94 (B6)
01662 Meißen

Historisches

Das Kloster wurde 1197 durch Markgraf Dietrich den Bedrängten gestif­tet und auf der ande­ren Elbseite in der Nähe einer Wasserburg, ver­mut­lich der Wasserburg Nassau, gegrün­det. 1217 wurde das Benediktinerinnenkloster an sei­nen heu­ti­gen Standort ver­legt, gleich­zei­tig wurde es dem Abt des Klosters Altzella unter­stellt. Der Bau der Klostergebäude wurde ver­mut­lich 1222 been­det, die Klosterkirche hin­ge­gen wurde erst 1241 fer­tig­ge­stellt. Aus wirt­schaft­li­chen Gründen muss­ten 1312 erste Besitzungen des Klosters ver­kauft werden.

Im 15. Jahrhundert setz­ten die Hussiteneinfälle, Pest und Hungersnöte dem Kloster schwer zu. Nach der Reformation wurde das Kloster mit sei­nen noch immer weit­läu­fi­gen land­wirt­schaft­li­chen Flächen durch Kurfürst August 1568 auf­ge­löst und zwei Jahre spä­ter der Landesschule St. Afra über­tra­gen, die das Kloster aus Vorwerk nutzte. In der Folgezeit ver­fie­len die Klostergebäude, zusätz­lich waren sie den Zerstörungen der Kriege des 17. bis 19. Jahrhunderts aus­ge­setzt und wur­den zur Baumaterialgewinnung genutzt. Im 19. Jahrhundert wur­den an der Ruine erste Sicherungsarbeiten vorgenommen.

Nach 1945

Ab 1945 diente das Gelände des Klosters als Gärtnerei. Der Nordflügel wurde 1955 teil­weise abgerissen.

Nachwendezeit

Das Aussehen der Ruine heute geht auf Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten zurück, die seit 1994 durch das Hahnemannzentrum e. V. vor­ge­nom­men wur­den. Zwischen 1997 und 2001 erfolg­ten zusätz­lich archäo­lo­gi­sche Grabungen.

Heutige Nutzung

In der Ruinenanlage fin­den gele­gent­lich Veranstaltungen statt.

Markkleeberg: Herrenhaus Gautzsch

Herrenhaus Gautzsch (Kees’sches Gut)

04416 Markkleeberg

Historisches

Das Gut wurde ver­mut­lich um 1028 als Wasserburg erbaut und 1216 als Herrenhaus unter Ranvoldus de Kutez erwähnt. Als Besitzer wer­den die Familien von  Pflugk, von Dieskau, Jöcher, Örtel von Döbitz, Weber, Kabisch von Lindenthal. und Gehofen genannt. Um 1670 fan­den Umbauten statt. Weitere Umbauten folg­ten, als 1713 der Ratsbaumeister, Kammer- und Kommerzienrat Wolfgang Jöcher den Besitz über­nahm. Er ließ das Gutshaus auf­sto­cken sowie den weit­läu­fi­gen Park nach Versailler Vorbild anle­gen. Mit dem benach­bar­ten Auerbachs Hof ließ er für seine Gutsarbeiter eine Siedlung bauen. Bereits 1728 ver­äu­ßerte Jöcher den Besitz. 1861 gelangte er in den Besitz der Familie Kees, ab 1885 wirkte Walther Kees auf Gautzsch. Unter ihm wur­den die Wirtschaftsgebäude an den Ortsrand ver­la­gert sowie das Herrenhaus im Stil des Neobarock umgestaltet.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Herrenhaus ein Krankenhaus untergebracht.

Heutige Nutzung

Seit einem Brand stand das Herrenhaus als Ruine. Der Privatinvestor MIB Investitionsgesellschaft Keesscher Park plant die Anlage einer Praxisklinik und tages­the­ra­peu­ti­scher Einrichtungen. Das Foto ent­stand im April 2007, inzwi­schen ist das Herrenhaus abgerissen.
(Stand: 02/​2008)

Meißen: Vorwerk Korbitz

Vorwerk Korbitz

Korbitzer Straße 21
01662 Meißen OT Korbitz

Historisches

1358 als Herrensitz, 1431 als allo­dium und 1486 als Vorwerk nach­weis­bar, befand sich das Vorwerk Korbitz bis 1543 im Besitz des Klosters St. Afra. Es wurde an die Familie von Miltitz ver­kauft, in deren Besitz es sich über meh­rere Jahrhunderte hin­weg befand. Korbitz war einst Vorwerk des Rittergutes Jahna oder von Schloss Siebeneichen (unter­schied­li­che Quellenlage). Nachdem es 1884 abge­brannt war, wurde es neu auf­ge­baut. Nach der Eingemeindung von Korbitz nach Meißen im Jahr 1923 wurde das Vorwerk Korbitz drei Jahre spä­ter von der Familie von Miltitz an die Stadt Meißen ver­kauft. Es diente spä­ter als Lehr- und Versuchsgut sowie Standort säch­si­scher Rinderzucht.

Heutige Nutzung

Der Gutsbereich wird auch heute noch zur Tierhaltung genutzt, wäh­rend das Herrenhaus Wohnzwecken dient.

Markkleeberg: Schloss Lauer

Schloss Lauer

04416 Markkleeberg

Historisches

Für Lauer wurde 1513 erst­mals ein Vorwerk genannt. Das ehe­ma­lige Wasserschloss mit sei­nem Gutshof befand sich im Nordwestteil des heu­ti­gen Cospudener Sees.  Das Gut gehörte seit dem 14. Jahrhundert den Pflugks, im 16. Jahrhundert der Familie Schönberg, ab 1626 der Familie Dieskau sowie ab 1717 Dieskaus Schwiegersohn Adolf von Ponickau. Dieser ver­kaufte Schloss Lauer an den kur­säch­si­schen Kabinettsminister Graf Ernst von Manteuffel. Ab 1749 befand sich das Schloss im Besitz des Dr. Glafey und im 19. Jahrhundert der Familie Hohenthal. Ab 1919 wurde es verpachtet.

Bodendenkmalschutz

Das Schloss war von einem was­ser­füh­ren­den Graben umge­ben und 1936 unter Schutz gestellt. Der Schutz als Bodendenkmal wurde 1958 erneu­ert. Dies half jedoch nicht den Abriss zu ver­mei­den; 1987 ging das Wasserschloss Lauer ver­lo­ren. Der Ort wurde zur Kohlegewinnung abgetragen.

Meißen: Albrechtsburg

Albrechtsburg

Domplatz 1
01662 Meißen

Historisches

Unter König Heinrich I. wurde zwi­schen 929 bis 931 eine Burg auf einem Felsen errich­tet, die ihm als Herrschersitz die­nen sollte. Eine Ringmauer mit Ecktürmen umschloss die Burganlage und im Gebiet der heu­ti­gen Meißner Altstadt ent­stand nach und nach eine Siedlung. Im Jahre 968 wurde ein Markgraf von Meißen bezeugt und die Burg wurde noch im glei­chen Jahr Sitz des Bischofs des neuen Bistums Meißen. 1068 wurde ein kai­ser­li­cher Burggraf ein­ge­setzt und anstelle des höl­zer­nen Burgwards ent­stand 1150 eine Steinburg.

Die Steinburg wurde 1471 abge­tra­gen. Dies geschah unter den Markgrafen zu Meißen, Ernst und Albrecht, die seit 1464 bis 1485 gemein­sam über Sachsen und Thüringen herrsch­ten. Die bei­den waren 1455 durch Kunz von Kauffungen im “Altenburger Prinzenraub” aus Altenburg ent­führt wor­den. Die alte Markgrafenburg musste num­mehr dem Bau des soge­nann­ten ers­ten deut­schen Schlosses wei­chen, das fortan als Residenz die­nen sollte, als sol­che aber von den bei­den nie genutzt wurde. Mit der Leipziger Teilung 1485 erhielt Albrecht Meißen, und auf lange Sicht führte diese Teilung zu einem Bruch im Wettiner Herrscherhaus. Basierend auf Albrecht als Besitzer des Schlosses erhielt die­ses 1676 den Namen Albrechtsburg.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Albrechtsburg stark beschä­digt und stand seit­dem leer. Erst unter August dem Starken wurde sie wie­der genutzt, indem sie ab 1705 für alchi­mis­ti­sche Versuche Böttgers zur Goldherstellung diente. Diese Versuche miss­lan­gen, doch statt­des­sen gelang ihm 1708 die Erfindung des euro­päi­schen Hartporzellans. Aus die­sem Grund wurde zwei Jahre spä­ter die erste euro­päi­sche Porzellanmanufaktur in der Burg ein­ge­rich­tet, durch deren Betrieb es 1773 zu einem Brand kam. 1863 /​ 1864 zog die Manufaktur ins Triebischtal um und noch bis 1870 wur­den die Spuren der Manufaktur in der Burg besei­tigt. 1889 wurde die Albrechtsburg der Öffentlichkeit zugäng­lich gemacht. Erneute Sanierungsarbeiten fan­den von 1965 bis 1971 und seit 1990 statt.

Nebengebäude

Das Kornhaus wurde im Zusammenhang mit der Albrechtsburg um 1491 errich­tet und ist über einen Verbindungsbau mit der Albrechtsburg ver­bun­den. 1897 erfolg­ten Umbauten zum Wohnhaus. Nach jahr­zehn­te­lan­gem Leerstand und meh­re­ren Verkaufsversuchen erwarb eine Stiftung im Dezember 2023 das Kornhaus.

Heutige Nutzung

Die Albrechtsburg unter­steht den Staatlichen Schlössern und Gärten in Sachsen und bie­tet im Rahmen eines Museums Zugang. Im Burggelände befin­det sich der Meißner Dom.

Bodendenkmalschutz

Die Ursprungsburg wurde 1937 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Dieser wurde 1957 erneuert.

Markneukirchen: Rittergut Breitenfeld

Rittergut Breitenfeld

Thomas-​Müntzer-​Weg 2
08258 Markneukirchen OT Breitenfeld

Historisches

Das Rittergut Breitenfeld wurde 1606 urkund­lich erst­mals erwähnt. Es befand sich zu die­sem Zeitpunkt bereits zwei Jahre im Besitz der Herren von Thoss. Nach einem kur­zen Zwischenbesitz von Karl Dittel kam das Rittergut Breitenfeld zurück an die Familie von Thoss. 1727 wech­selte  es von der Familie von Lohma an die Familie von Schirnding. Sie ver­kauf­ten den Besitz 1808 an Herrn Müller. 1812 ging es an Hauptmann von Paschwitz über, bereits erneut vier Jahre spä­ter an einen Herrn Becker.

In der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts wech­selte das Rittergut  noch wei­tere Male den Besitzer, hier sind die Daten anhand der Quellenlage jedoch nicht gesi­chert. Genannt wer­den Herr Opitz sowie Dr. Minkwitz. Der Bau des Herrenhauses wie es heute steht erfolgte um 1765. Als Besitzer sind 1901 Max Theodor Niedner, von 1916 bis 1922 Dr. Alfred Troll sowie ab 1925 die Stadt Markneukirchen bekannt.

Nach 1945

1945 erwarb die Familie Johannes Emmert 38 ha land­wirt­schaft­li­che Nutzfläche sowie 3 ha Wald vom Rittergut und wurde daher nicht ent­eig­net. 1958 erfolgte der Eintritt in die LPG. Nachdem 1976 die Wirtschaftsgebäude gezwun­ge­ner­ma­ßen ver­kauft wor­den sind, wur­den diese spä­ter zum Großteil abgerissen.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht heute leer.

Markkleeberg: Schloss Großstädteln

Schloss Großstädteln

Hauptstraße 217–219
04416 Markkleeberg

Historisches

Der Vorgängerbau des Schlosses wurde 1289 als Herrensitz erwähnt und befand sich zu die­sem Zeitpunkt im Besitz des Conradus de Stedelen. Weitere wich­tige Besitzer im Mittelalter waren ab 1482 Caesar von Pflugk, ab 1530 Wolf von Erdmannsdorf, gefolgt von der Familie von Dieskau und Wilhelm von Kospoth sowie ab 1690 Oberst von Lüttichau.

Nachdem das Schloss zunächst im 17. Jahrhundert neu errich­tet wor­den war, ver­an­lasste Karl Friedrich von Hohenthal 1734 Umbauarbeiten, nach denen das Schloss im Stile des Barock erstrahlte. Sein Vater, der Leipziger Kaufmann Peter Hohmann, hatte das Schloss Großstädteln vier Jahre zuvor käuf­lich erwor­ben. 1860 ging der Besitz an Christian Gottlob Weiß aus Kulmbach über. Zehn Jahre spä­ter wurde ein gar­ten­sei­ti­ger Anbau ange­fügt, in den 1930er Jahren fan­den im Inneren Umgestaltungsarbeiten statt. Zuletzt wurde das Schloss als Schulungseinrichtung genutzt.

Heutige Nutzung

Leerstand

Markkleeberg: Schloss Zöbigker

Schloss Zöbigker

Dorfstraße 21–26
04416 Markkleeberg

Historisches

Das Herrenhaus wurde 1687 erwähnt. Besitzer des Gutes waren in Reihenfolge die Familien von Gehofen, von Dieskau und die Familie Kees. Finanziert wurde der Erwerb durch Johann Jakob Kees der Jüngere, der 1712 die Post, von sei­nem Vater dem Oberpostmeister gepach­tet, in Staatshand zurück­gab. Unter sei­ner Regie fan­den 1714 Umbauten im Barockstil statt. Weitere Umbauten folg­ten um 1830. Einige Flurstücke des Rittergutes wur­den 1925 für den Kohleabbau an die AG Sächsische Werke Böhlen verkauft.

Nach 1945

Das Herrenhaus blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Familie von Kees. Während das Schloss durch Sicherungsmaßnahmen geret­tet wer­den konnte, fie­len Park und Mühle dem Kohleabbau zum Opfer.

Heutige Nutzung

Dank städ­ti­schen und pri­va­ten Engagements wurde das ehe­mals vom Verfall bedrohte Schloss zu einer reprä­sen­ta­ti­ven Wohnanlage umgebaut.