Klipphausen: Rittergut Niederpolenz

Rittergut Niederpolenz

Hauptstraße 31
01665 Klipphausen OT Polenz

Historisches

Erstmals wurde 1180 ein Herrensitz in Polenz im Zusammenhang mit Christian von Polenz erwähnt. Polenz war das Stammhaus der Familie von Polenz. 1405 ist Heinrich von Karas auf Polenz ver­merkt, 1443 erfolgte die Erwähnung als Vorwerk. Im Jahre 1514 sind einer­seits die Familie von Taubenheim, ande­rer­seits Caspar von Ziegler erwähnt. Vermutlich erfolgte in jenem Jahr dem­nach ein Verkauf von Polenz.

Die nach­fol­gen­den Besitzer waren Christoff von Schönfeld sowie die Familie von Krostewitz, wel­che Polenz 1547 an Magnus von Bernstein abtrat, der mit einer Tochter aus dem Hause von Krostewitz ver­mählt war. 1551 erfolgte die urkund­li­che Benennung als Rittergut. Magnus von Bernstein ver­starb 1588 und seine bei­den Söhne teil­ten sich den Polenzer Grundbesitz. Es ent­stan­den die Rittergüter Niederpolenz und Oberpolenz.

Im 17. und 18. Jahrhundert über­nahm für lange Zeit die Familie von Miltitz die Herrschaft auf Niederpolenz. 1790 befand sich das Rittergut Niederpolenz im Besitz eines Herrn Berlepsch, 1817 kam das Rittergut an die Familie Jahn und 1829 an Friedrich Albert Hase. Um 1860 erwarb es die Familie Miltitz erneut. 1901 kaufte Fritz Voigt das Rittergut, 1910 gehörte es der Familie Heyde.

Nach 1945

Oskar Heyde wurde 1945 enteignet.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus aus dem ers­ten Drittel des 19. Jahrhunderts war bis in die 1990er Jahre erhal­ten. Die linke Hälfte mit­samt dem Turm wurde Ende der 1990er Jahre abge­ris­sen, um Platz für ein Eigenheim zu schaffen.

Heutige Nutzung

Der ver­blie­bene Rest des Herrenhauses wurde dem Verfall preis­ge­ge­ben und steht heute als Ruine.

Käbschütztal: Herrenhaus Oberjahna

Herrenhaus Oberjahna

Oberjahna 5a
01665 Käbschütztal OT Oberjahna

Historisches

Das Herrenhaus ent­stand im 18. Jahrhundert und wurde 1870 umgebaut.

Ob es sich tat­säch­lich um ein Herrenhaus han­delt, ist umstrit­ten. Es könnte sich auch um ein Mühlengebäude han­deln. Eine wei­tere Quelle wie­derum benennt die Hausnummer 36 als Herrenhaus Oberjahna.

Heutige Nutzung

Aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes herrscht Leerstand.

Käbschütztal: Käbschützer Hof

Käbschützer Hof

Käbschütz 7
01665 Käbschütztal OT Käbschütz

Historisches

Der Vierseitenhof wurde 1836 als Einzelgut fer­tig­ge­stellt. Die Grundherrschaft übte das Rittergut Schleinitz aus.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wurde zeit­ge­mäß saniert und ab 2008 zum Büro- und Ausstellungsbereich umge­nutzt. Auch die Scheune ist saniert, wäh­rend wei­tere Seitengebäude sich in stark sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand befinden.

Käbschütztal: Rittergut Löthain

Rittergut Löthain

Am Römerhaus 3a‑d
01665 Käbschütztal OT Löthain

Historisches

In Löthain bestand bereits um 1435 ein Vorwerk. Es befand sich im spä­te­ren 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Heynitz und wurde 1551 als Rittergut bezeich­net. 1690 befand sich das Rittergut Löthain im Besitz der Familie Vitzthum von Eckstädt und kam 1796 an die Familie von Römer, nach wel­cher das Rittergut auch als Römerhaus bezeich­net wird. Seit 1845 war das Rittergut Löthain an die Familie Steiger ver­pach­tet. Die Bausubstanz des Römerhauses stammt über­wie­gend aus dem 18. Jahrhundert und erlebte um 1900 Umbauten.

Nach 1945

Die Familie von Römer wurde wie vie­ler­orts auch andere Rittergutsbesitzer 1945 ent­eig­net. Das Pächterhaus wurde bis 1947 abgerissen.

Nachwendezeit

Bis zum Jahr 2000 befand sich das Herrenhaus in Gemeindebesitz und wurde als Schule sowie zu Wohnzwecken genutzt. In einem Nebengebäude befand sich ein Kindergarten.

Heutige Nutzung

2001 wurde das Herrenhaus von pri­vat erstei­gert. Es ist seit­her unge­nutzt und ist umfas­send sanie­rungs­be­dürf­tig. Seit eini­gen Jahren wird es wie­der zum Verkauf angeboten.

Klipphausen: Rittergut Pegenau

Rittergut Pegenau

Altes Rittergut 2, 4, 8, 10
01665 Klipphausen OT Pegenau

Historisches

Seit 1428 war ein Vorwerk Pegenau bekannt, das bis 1850 dem Rittergut Scharfenberg unter­stand. Das Vorwerk kam 1428 in den Besitz der Herren von Miltitz und ver­blieb in deren Familienbesitz bis 1850, als das spä­tere Rittergut Pegenau an die Familie Oehmichen ver­kauft wurde. Mit dem Bau des Rittergutes wurde 1851 begon­nen, das Herrenhaus ent­stand um 1857 /​ 1858. Vermutlich wur­den um 1900 Veränderungen bzw. Sanierungen vor­ge­nom­men. Max von Oehmichen ver­starb 1938 und seine Enkel erb­ten das Rittergut Pegenau. Sie ver­äu­ßer­ten es im fol­gen­den Jahr an den Landwirt Erich Roßberg.

Nach 1945

1945 wurde die Familie Roßberg ent­eig­net. Das Rittergut Pegenau war bis dahin das größte und wirt­schaft­lich bedeut­samste Rittergut der Gegend.

Nachwendezeit

Bis 2004 war im Herrenhaus eine Mittelschule untergebracht.

Heutige Nutzung

Heute befin­den sich im sanier­ten Herrenhaus Wohnungen.

Käbschütztal: Rittergut Porschnitz

Rittergut Porschnitz

Porschnitz 1, 1a
01665 Käbschütztal OT Porschnitz

Historisches

1231 wurde ein Herrensitz erwähnt, 1519 ein Vorwerk und seit 1696 ein Rittergut. Die Gebäude des Ritterguts wurde 1704 erbaut und im 19. Jahrhundert bau­lich verändert.

Nach 1945

Das Herrenhaus brannte 1963 ab, seine Reste wur­den abgetragen.

Heutige Nutzung

Erhalten sind ein Wohnstallhaus und ein Wirtschaftsgebäude.

Klipphausen: Schloss Weistropp

Schloss Weistropp

Kirchstraße 8 & 9
01665 Klipphausen OT Weistropp

Historisches

Bereits im 13. Jahrhundert wurde unter den Herren von Miltitz eine Burg im heu­ti­gen Weistropp zur Verteidigung gegen die sla­wi­schen Stämme. 1413 erfolgte die erste Erwähnung eines Vorwerks, 1551 die eines Ritterguts. Seit 1595 war Heinrich von Eckersberg Besitzer des Rittergutes und galt auch als Bauherr des 1601 errich­te­ten Schlosses. 1644 ver­kaufte die Familie von Eckersberg das Rittergut an die Familie von Gründerode, die 1661 Erweiterungsbauten vor­neh­men ließ.

Von 1717 bis 1744 befand sich das Schloss im Besitz der Freiherrenfamilie von Sayffertitz, die 1723 einen Umbau des Schlosses ver­an­lasste. Durch Heirat kam das Schloss 1769 an Graf Curt Adolph von Tottleben und ver­blieb dort unter einer gering­fü­gi­gen Erweiterung bis 1822. Dann wurde das Schloss vom Kaiserlich Österreichischen Generalkonsul Jacob von Krause erwor­ben, der das Rittergut aus­bauen ließ. Unter dem Besitzer Dr. Keil erfolg­ten 1873 wei­tere Um- und Erweiterungsarbeiten am Schloss Weistropp. 1890 ging der Grundbesitz an die Erben von Dr. Adolph Keil über, die Schloss Weistropp an Gregor William Bellmann veräußerten.

Nach 1945

1945 wurde Gregor William Bellmann ent­eig­net. Das Schloss diente in der Folgezeit als Gemeindeamt, Schule, Jugendclub und Wohnhaus, das Rittergut wurde von einer LPG genutzt.

Nachwendezeit

Nach lan­gen Jahres des Leerstand wurde Schloss Weistropp 2006 von der Gemeinde an ein Dresdner Ehepaar ver­kauft. Diese ver­kauf­ten das Schloss nur fünf Jahre spä­ter an ein Immobilienunternehmen. Zwischen 2014 und 2016 wurde Schloss Weistropp auf­wen­dig saniert.

Heutige Nutzung

Schloss Weistropp wird als Eigentumswohnanlage genutzt.

Käbschütztal: Rittergut Deila

Rittergut Deila

Deila 1
01665 Käbschütztal OT Deila

Historisches

In Deila wurde bereits 1256 ein Rittersitz erwähnt, der 1551 als Rittergut auf­ge­führt wurde. Es wurde zwi­schen 1776 und 1793 erbaut. Es ist eines der Rittergüter, über die lei­der nicht viele Informationen zu fin­den sind, obgleich es sich um ein ver­hält­nis­mä­ßig gro­ßes Objekt han­delt. Adolph Steiger kam 1921 in den Besitz des Ritterguts Deila.  Dessen gleich­na­mi­ger Sohn war der letzte Gutsbesitzer.

Nach 1945

Das Rittergut war klei­ner als 100 Hektar und fiel damit nicht unter die Bodenreform. Dennoch galt die Familie als “Großbauern”. Sie sah sich erheb­li­chen Repressalien aus­ge­setzt und flüch­tete. Nach 1945 erfolg­ten optisch nach­tei­lige Abbrucharbeiten am Rittergut, die in den 1970er Jahren fort­ge­führt worden.

Nachwendezeit

Die Erben von Adolph Steiger erhiel­ten den Familienbesitz zurück. Sie ver­kauf­ten ihn an neue Eigentümer.

Heutige Nutzung

Die sanie­rungs­be­dürf­tige Vierseitenanlage befin­det sich in Privatbesitz und steht leer, nur im Torgebäude ist eine Wohnung belegt. Das Gut besteht aus Wohnhaus, Torhaus sowie meh­re­ren Wirtschafts- und Stallgebäuden.

Klipphausen: Vorwerk Reppnitz

Vorwerk Reppnitz

Reppnitzer Rittergut 1–5
01665 Klipphausen OT Reppnitz

Historisches

1456 wurde das Vorwerk des Schlosses Scharfenberg erst­ma­lig erwähnt. Seit 1457 befand sich das Vorwerk im Besitz der Herren von Miltitz. 1850 wurde es von der Familie Oehmichen erworben.

Nach 1945

Die Familie Oehmichen wurde 1945 enteignet.

Heutige Nutzung

Das Vorwerk steht seit meh­re­ren Jahren leer.

Käbschütztal: Rittergut Leutewitz

Rittergut Leutewitz

Leutewitz 1
01665 Käbschütztal OT Leutewitz

Historisches

Frühere Besitzer des Ritterguts Leutewitz waren ab 1486 Gunter von Kertzsch und ab 1504 die Familie von Nitzschwitz. Unter ihr erfolgte 1554 die Nennung als Rittergut. Es folg­ten Johann Adam Hamm und Hans Ernst von Warnsdorf. 1623 war Hieronymus von Nischwitz als Eigentümer benannt. Das Gut wech­selte 1764 erneut den Besitzer, die neuen Eigentümer, die Familie Steiger, wur­den ab 1805 durch ihre Merinoschafzucht bekannt. Die Familie Steiger stieg sowohl durch die Schafzucht als auch durch Saatgutverkauf von ein­fa­chen Bauern zu Vorzeigelandwirten auf und besaß das Rittergut Leutewitz bis zur Enteignung.

Das Herrenhaus wurde im 17. Jahrhundert errich­tet und im 18. Jahrhundert im Barockstil umge­baut. 1895 erfolg­ten erneute Umbauten, die Otto Steiger beauf­tragt hatte.

Noch 1945

Das Rittergut blieb von der Enteignung 1945 nicht ver­schont und wurde als VEB wei­ter­ge­führt bis zur Schließung 1990.

Nachwendezeit

1998 erwarb eine Baufirma das Gut und sanierte die Gebäude umfassend.

Heutige Nutzung

Das Rittergut dient heute Wohnzwecken und beher­bergt auch einige Büroflächen.