Wülknitz: Vorwerk Streumen

Vorwerk Streumen

Dorfstraße 54 (Herrenhaus)
Dorfstraße 56a (Wirtschaftsgebäude)
01609 Wülknitz OT Streumen

Historisches

Das Vorwerk wurde erst­mals 1588 urkund­lich genannt und unter­stand dem Rittergut Zabeltitz. Im 19. Jahrhundert wurde das Herrenhaus errich­tet. Sein letz­ter Besitzer war Ernst Greulich.

Nach 1945

Ernst Greulich wurde 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde dar­auf fol­gend als Kindergarten und Schule genutzt. Die LPG nutzte die land­wirt­schaft­li­chen Flächen.

Heutige Nutzung

1996 erfolgte die Sanierung. Das Herrenhaus wird heute durch die Gemeinde genutzt.

Radebeul: Schloss Wettinhöhe

Schloss Wettinhöhe

Auerweg 2
01445 Radebeul

Historisches

Um 1758 bestand ein Kaffeehaus, wel­ches sich in thüringisch-​sächsischem Adelsbesitz befand. 1759 wird die Errichtung eines Vorgängerbaus des Schlosses ver­mu­tet. 1867 wurde das Anwesen zu einem Gästelokal umge­baut. In die­sem Zusammenhang wurde auch die Weinbergstreppe erbaut. Seit 1875 gehörte das Gelände dem Oberstiftshauptmann und Geheimrat Alfred Ludwig Piper, der vier Jahre spä­ter die Gebäude zsam­men­fasste und unter ande­rem den Ostflügel und den Turm anbauen ließ. Somit erhielt das nun Schloss Wettinhöhe genannte Ensemble durch die Umbauten seine heu­tige Gestalt. Parallel ent­stand ein Wirtschaftsbau mit Scheune, das heu­tige Seitengebäude.

1890 brannte das Schloss ab und wurde neu auf­ge­baut. 1898 wur­den eine Pension sowie ein Kurhotel darin ein­ge­rich­tet. 1916 kaufte die Ortskrankenkasse das Schloss und gab es 1935 an die Landesversicherungsanstalt Sachsen ab. Diese nutzte es ab 1939 als Lungenlazarett. Ab 1940 wurde es als Krankenhaus für Kriegsgefangene genutzt.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Schloss Wettinhöhe wei­ter­hin als Männergenesungsheim, ab 1960 als TBC-​Anstalt, spä­ter als Altenheim und ab 1970 als Ärztehaus. Entsprechend der jewei­li­gen Nutzungen wur­den teil­weise Umbauten durchgeführt.

Nachwendezeit

Seit 1997 besaß der Münsteraner Landwirt Adolf Schütte das Anwesen, der es auf­wän­dig sanierte. 2020 wurde Schloss Wettinhöhe über eine Immobilienauktion für einen Mindestpreis von 3,5 Mio. € zum Kauf angeboten.

Heutige Nutzung

Das Schloss dient als Wohnraum für geho­bene Ansprüche.

Radebeul: Schloss Hoflößnitz

Schloss Hoflößnitz

Knohllweg 37
01445 Radebeul

Historisches

1650 wurde für den Kurfürst Johann Georg I. ein Berg- und Lustschloss erbaut und 1899 an einen rus­si­schen General ver­kauft. Dieser ord­nete Umbauten an. Seit 1901 war  der Hoflößnitzverein Eigentümer des Schlosses. Der Verein ließ es 1913 sanie­ren. Nur zwei Jahre spä­ter ging es in den Besitz der Gemeinde über, die 1939 darin ein Heimatmuseum eröffnete.

Heutige Nutzung

Schloss Hoflößnitz dient heute als Weinbaumuseum.

Thiendorf: Wasserburg & Rittergut Sacka

Wasserburg & Rittergut Sacka

Siedlung 1
01561 Thiendorf OT Sacka

Historisches

1276 wurde ein Herrensitz unter den Brüdern Peregrinus und Renoldus de Sacco erwähnt. Erster Besitzer des Rittergutes mit Wasserburg war 1326 Friedrich von Schönfeld. Ihm folg­ten über zwan­zig ver­schie­dene adlige und unad­lige Herren und Familien. Vom 17. bis 19. Jahrhundert befand sich das Rittergut Sacka im Besitz der Familien von Loß, von Wagen, Tzschimmer, How, von der Schulenburg, von Altmannshofen, von Winkler und Löwensohn.

Nach 1945

Eine Enteignung erfolgte nach Kriegsende nicht. Das Rittergut brannte spä­ter ab und wurde unter Einbeziehung weni­ger ori­gi­na­ler Reste kom­plett neu als Wohnhaus aufgebaut.

Heutige Nutzung

Das Grundstück befin­det sich, vor­mals mit dem Herrenhaus, heute mit dem Wohnhaus, seit 1940 in Familienbesitz. Es wird bewohnt. Erhalten sind wenige Mauerreste des Herrenhauses.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg ist durch das Herrenhaus über­baut. Die ursprüng­li­che Anlage steht seit 1973 als Bodendenkmal unter Schutz.

Klipphausen: Wallburg Jockischberg

Wallburg Jockischberg

Jockischberg
01665 Klipphausen OT Kettewitz

Historisches

Von der ehe­ma­li­gen Wallburg Jockischberg, auch bekannt als Die Schanze und Gucksch, sind Wall- und Grabenreste erhal­ten. Sie wurde in der Slawenzeit errich­tet und befand sich am west­li­chen Ortsrand nörd­lich über Bach und Steinbruch. Erkennbar ist noch ein Vorgraben. Der Ringwall ist teil­weise eingeebnet.

Der Jockischberg befin­det sich nord­west­lich vom Ort, süd­lich von Robschütz und süd­lich über der Triebisch.

Bodendenkmalschutz

Bodendenkmalschutz wurde erst­mals 1936 und erneut 1957 ausgesprochen.

Großenhain: Wasserburg & Schloss Walda

Wasserburg & Schloss Walda

Baudaer Str. 9 (Schloss)
Mühlweg 6 (Schlossmühle)
01561 Großenhain OT Walda

Historisches

Die erste Erwähnung von Walda erfolgte 1220 unter Rupertus de Waldowe. Als Herrensitz, der als Wasserburg nach­weis­bar war, wurde Walda erst­mals 1254 unter Heinricus de Waldowe genannt. Seine Nachkommen behiel­ten den Herrensitz Walda bis 1366 in ihrem Besitz. In der Folgezeit wech­sel­ten die Besitzer mehrfach.

Aus dem Herrensitz ging 1459 ein Vorwerk unter Jan von Köckeritz her­vor. Die Familie von Köckritz über­nahm das Vorwerk 1462. Unter ihr wurde das Vorwerk je nach Quellenlage 1551 oder 1554 zum Rittergut auf­ge­wer­tet. Aufgrund finan­zi­el­ler Engpässe war das Rittergut Walda mehr­fach ver­pach­tet und ver­pfän­det wor­den. 1629 kaufte der Kurfürst von Sachsen das Rittergut Walda von Wilhelm von Köckeritz ab und wan­delte es in ein Kammergut um. Diesen Status behielt es bis 1689, als das Kammergut gegen das Amt Pretzsch an die Brüder von Arnim getauscht wurde. Um 1680 hatte Schloss Walda der säch­si­schen Kurfürstin Magdalena Sibylla als Witwensitz gedient.

Die Familie von Arnim blieb bis 1724 im Besitz von Schloss Walda, wobei 1721 drei Wassermühlen in Bauda, Walda und Wildenhain zum Schloss Walda gehör­ten. 1731 ist Dr. Paul Christian Schröter als Besitzer nach­weis­bar, 1754 die Familie von der Pforte. 1841 Moritz Knaut und um 1860 Familie von Uckermann. Zu die­ser Zeit war das Schloss noch von einem Wassergraben umge­ben und ver­fügte über ein renais­sance­ar­ti­ges Aussehen. Der Umbau nach heu­ti­gem Aussehen erfolgte in der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1897 gelangte Schloss Bauda an E. Oskar Franz und nach 1900 an Walter Ihssen.

Nach 1945

Seit 1956 wurde das Schlossgebäude als Kinderheim genutzt. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde der ehe­ma­lige Wassergraben ver­füllt und der Sportplatz angelegt.

Nachwendezeit

Die Sanierung des Schlosses wurde 1993 umge­setzt. Seit 1999 wird das Kinderheim vom Kinderheim Walda e.V. gelei­tet. Im Jahr 2010 wurde der 3,7 ha große Schlosspark zunächst von einem Tornado ver­wüs­tet und wenige Monate spä­ter von einem Hochwasser über­schwemmt. Die Wiederherstellung der Schlossparkanlage konnte Mitte 2012 abge­schlos­sen werden.

Heutige Nutzung

Das sanierte Schloss beher­bergt heute nach wie vor ein Kinderheim. Der Schlosspark ist öffent­lich zugäng­lich. Von den Nebengebäuden ist die ehe­ma­lige Brennerei erhalten.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg wurde durch das Herrenhaus kom­plett über­baut. Der ehe­mals was­ser­füh­rende Graben ist an drei Seiten als leichte Senke erkenn­bar. Die frü­here Anlage wurde 1957 unter Bodendenkmalschutz gestellt.
(Fotos: Oktober 2022)

Radebeul: Schloss Lößnitz

Schloss Lößnitz

Bilz-​Sanatorium
Eduard-​Bilz-​Straße 53
01445 Radebeul

Historisches

1890 erwarb Friedrich Eduard Bilz von dem Österreicher Richard Strubell ein Teilstück des Weinbergs Albertsberg. In dem bestehen­den Gebäude im klas­si­zis­ti­schen Stil rich­tete er zwei Jahre dar­auf ein klei­nes Sanatorium ein. Dieses wurde schnell zu klein und so ließ Bilz bis 1895 das Kurhaus II errich­ten, das er “Schloss Lößnitz” nannte. Ab 1896 wurde das Badehaus ange­baut. Das Bilz-​Sanatorium bestand bis 1941 und wurde dann durch die Wehrmacht beschlag­nahmt. Diese nutzte es als Lazarett.

Nach 1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Grundstück von der Sowjetarmee beschlag­nahmt. Zu DDR-​Zeiten diente der Gebäudekomplex als Internat.

Nachwendezeit

Nach der Aufgabe der Internatsnutzung stand das Schlossgebäude lange leer. Verschiedene Nutzungskonzepte scheiterten.

Heutige Nutzung

Nach der umfas­sen­den Sanierung ab Mitte der 2000er Jahre sind dort Wohnungen unter­ge­bracht. Das Foto zeigt im Vordergrund das Kurhaus I, rechts davon das Schloss Lößnitz.
(Foto: Juli 2022)

Radebeul: Herrenhaus Altfriedstein

Herrenhaus Altfriedstein

Prof.-Wilhelm-Ring 1
01445 Radebeul

Historisches

Als ers­ter Besitzer des Anwesens Friedstein ist 1544 Andreas Allenbecke von Freibergk bekannt. Weitere nach­weis­bare Besitzer waren ab 1602 Dr. Röllingk sowie ab 1675 Christian Siegmund von Reichenbrodt. 1734 (andere Quelle: 1736) erwarb der kurfürstlich-​sächsische Leiter der Hofkellerei Friedrich Roos umfang­rei­chen Weinbergsbesitz, auf dem er an Stelle eines 1742 abge­brann­ten Viehhofes von 1743 bis 1745 ein Herrenhaus mit Orangerie errich­ten ließ.

Heinrich Graf von Brühl erwarb das Anwesen 1763 und nannte es Mon Repos (frz.: mein Ruheplatz). Seine Erben ver­kauf­ten das Gut 1770 an den Pariser Juwelier Carl August Böhmer. Nachfolgende Besitzer waren von 1784 bis 1812 die Gräfin von Zinzendorf und Pottendorf, Ludwig Graf Senfft von Pilsach sowie ab 1816 Ludwig Pilgrim und ab 1823 Georg Schwarz. Ab 1844 war Altfriedstein nach dem Besitzer Paul Thomann auch als “Thomann’s grün­tür­mi­ges Schloss” bekannt. Es folg­ten ihm 1852 Emil Lutterroth und 1858 die Familie Thienemann.

Ab 1878 gehörte Altfriedstein Carl Lamsbach. Er ver­an­lasste 1883 Ausbauten am Westflügel des Herrenhauses zur Nutzung als Pension. 1895 wurde das gesamte Herrenhaus in eine Pension umge­baut. 1899 wurde der Besitz an die Architekten Schilling & Graebner ver­kauft. 1927 ging das Herrenhaus an die Stadt, die es bis 1987 als Altenheim nutzte.

Nachwendezeit

1996 wurde das Herrenhaus Altfriendstein in Privatbesitz ver­kauft und zwi­schen 1998 und 2005 auf­wän­dig saniert.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient Wohn- und Gewerbezwecken.

Klipphausen: Schloss Taubenheim

Schloss Taubenheim

Schulstraße 9
01665 Klipphausen OT Taubenheim

Historisches

Der um 1186 erwähnte Herrensitz unter Adelbertus de Duvenheim befand sich 1269 im Besitz von Heinricus de Tvbenheim und wurde ab 1390 als Rittersitz bezeich­net. Ab 1457 herrschte über 150 Jahre lang die ein­fluss­rei­che Familie von Miltitz über Taubenheim. Das Schloss wurde um 1600 errich­tet und um 1700 im baro­cken Stil umge­baut. Weitere Umbauten und Ergänzungsbauten erfolg­ten im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit jugend­stil­ar­ti­gen und neo­go­ti­schen Bauformen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb der Großenhainer Ziegeleibesitzer Eduard Julius Kämpfe das Schloss, aller­dings ver­starb er bereits wenige Jahre nach dem Kauf. Bis in die 1940er Jahre fan­den im Schloss Konzerte statt, nach­dem seine Witwe das Schloss zu einem klei­nen kul­tu­rel­len Zentrum umge­nutzt hatte. Auch dem Wunsch des Kunstschutzverantwortlichen des NSDAP-​Gauleiters Martin Mutschmann gab die Witwe statt, und so wur­den ab 1943 im Schloss Bestände der Landesbibliothek und des Hauptstaatsarchives aufbewahrt.

Nach 1945

Die Familie Kämpfe wurde ent­eig­net. Nach 1945 wurde das Schloss zunächst als Landschulheim, spä­ter als TBC-​Kurheim und ab 1974 Altenpflegeheim genutzt. Mit die­ser Nutzung waren auch umfang­rei­che Sanierungsarbeiten unter ande­rem an Dach und Fassade verbunden.

Nachwendezeit

2001 zogen die Pfegebedürftigen in ein neues Seniorenheim am Rittergut Der Landkreis ver­kaufte Schloss Taubenheim 2004 an den Betreiber der sozi­al­the­ra­peu­ti­schen Einrichtung auf Schloss Munzig, des­sen Konzeptpläne offen­bar nicht umge­setzt wer­den konn­ten. 2015 wech­selte der Eigentümer erneut.

Heutige Nutzung

Schloss Taubenheim steht seit dem Auszug der Senioren leer. Trotz der ins­ge­samt gut erhal­te­nen Bausubstanz lei­det das Schloss den­noch zuneh­mend unter dem Leerstand. Ankündigungen zur Sanierung gab es wohl bereits mehr­fach. Ein wei­te­rer mög­li­cher Baubeginn war für Mitte 2019 ange­dacht. Entstehen sol­len Mietwohnungen, betreu­tes Wohnen und ein Firmensitz des Eigentümers.

Das Torhaus befin­det sich eben­falls in Privatbesitz und wird von den Eigentümern Schritt für Schritt zur Wohnnutzung saniert.

Großenhain: Vorwerk Bauda

Vorwerk Bauda

Baudaer Mühle 1
01561 Großenhain OT Bauda

Historisches

Bauda wurde erst­mals 1298 unter Henricus de Budowe nach­ge­wie­sen. Das Vorwerk wurde 1435 erwähnt und unter­stand min­des­tens bis 1764 grund­herr­schaft­lich dem Rittergut Walda. Es wurde spä­ter auch als Mühlenvorwerk bezeich­net, als eine Öl- und Mahlmühle nebst umfang­rei­cher Landwirtschaft betrie­ben wurde. Noch im 19. Jahrhundert wur­den die Flächen an Bürger auf­ge­teilt. 1909 wurde die Mühle umge­baut und vergrößert.

Heutige Nutzung

Ein Teil der Gebäude wird bewohnt. Die Mühle soll noch in Betrieb sein.
(Foto: Oktober 2022)