Radeburg: Vorwerk Großdittmannsdorf

Vorwerk Großdittmannsdorf

01471 Radeburg OT Großdittmannsdorf

Historisches

Das Vorwerk in Großdittmannsdorf wurde erst­mals 1500 erwähnt. Durch seine Lage unter­stand Großdittmannsdorf wech­seln­den Eigentumsverhältnissen. So übten die Rittergüter Radeburg, Tauscha, Berbisdorf, Boden, Sacka und Kleinnaundorf die Grundherrschaft aus. Weitere Informationen über die Entwicklung des Vorwerks lie­gen nicht vor.

Riesa: Schloss Gröba

Schloss Gröba

Kirchstraße 46
01591 Riesa

Historisches

Schloss Gröba geht auf ein 1064 erwähn­tes „bur­cvar­dum Grobe” zurück, wobei bereits im 10. Jahrhundert eine Wasserburg bestan­den haben soll. Die urkund­li­che Ersterwähnung als Herrensitz datiert auf das Jahr 1234. Zwischen 1484 und 1691 übte die Familie von Nitzschwitz die Grundherrschaft über Gröba aus. 1692 ging Gröba an die Familie von Arnim über und befand sich dort bis 1783.

Das heu­tige Barockschloss ent­stand 1707 unter Johann Georg von Arnim. Ab 1783 gehörte es zum Besitz von Johann Carl Benedict von Wacker, wurde 1814 an die Familie Rüssing, wel­che um 1820 Aus- und Umbauten durch­füh­ren ließ, und 1855 an die Familie von Kommerstädt ver­kauft. Der in den 1880er Jahren hin­ter dem Schloss ange­legte Hafen prägte das gesamte Umfeld stark indus­tri­ell. 1912 wurde der Rittergutsbetrieb des­halb nach Forberge ver­legt. Ab 1919 war die Familie von Altrock der letzte Eigentümer von Schloss Gröba.

Nach 1945

Wilhelm von Altrock wurde 1945 ent­eig­net. Der ehe­ma­lige Turm wurde in der Folgezeit abge­bro­chen. Von 1949 bis 1975 erlebte das Schloss eine Nutzung als Altenheim. Danach diente es von 1983 bis 1990 als Sitz des Rats des Kreises Riesa bzw. des Landratsamtes.

Nachwendezeit

Zwischen 2001 und 2005 befand sich das Schloss in den Händen der Familie Werner, die u. a. ein Café betrieb und 2003 eine Teilsanierung vor­neh­men ließ. Durch das Scheitern des Konzeptes der Privateigentümer stand Schloss Gröba nach 2005 leer und wurde 2008 zum Verkauf ange­bo­ten. Durch seine unmit­tel­bare Lage an der Elbe war Schloss Gröba von den Hochwassern 2002 und 2013 schwer betroffen.

Heutige Nutzung

Seit dem Frühjahr 2012 wird im Schloss betreu­tes Wohnen angeboten.

Thiendorf: Herrenhaus Ponickau

Herrenhaus Ponikau

01561 Thiendorf OT Ponikau

Historisches

Bereits 1317 war ein Herrensitz unter Witigo de Ponikowe und Petrus de Punicowe ver­zeich­net. 1696 wurde er urkund­lich als Vorwerk erwähnt.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde 1948 abge­ris­sen. Vom Rittergut ist nichts mehr erkennbar.

Wülknitz: Burgen Streumen I & II

Burg Streumen I & Burg Streumen II

01609 Wülknitz OT Streumen

Historisches

Bei bei­den Burgen han­delte es sich um Wasserburgen, die auf­grund ihrer Einebnung heute kei­ner­lei sicht­ba­res ober­ir­di­sches Zeugnis mehr lie­fern. 1261 bestand ein Herrensitz unter  Theodericus de Ztrumene.

Die eine Wasserburg befand sich am nord­öst­li­chen Ortsrand in einem Garten zwi­schen dem Gehöft und dem Floßgraben , die andere Wasserburg wurde am süd­west­li­chen Ortsrand in einem Grundstück im nörd­li­chen Winkel der Dorfstraße nachgewiesen.

Bodendenkmalschutz

Beide Anlagen wur­den erst­mals 1938 und erneut Ende 1957 unter Bodendenkmalschutz gestellt.

Großenhain: Burg & Schloss Strauch

Burg & Schloss Strauch

Im Gut
01561 Großenhain OT Strauch

Historisches

Im 14. und 15. Jahrhundert sind die Herren von Maltitz Besitzer des 1551 schrift­lich erwähn­ten Rittergutes. Die Familie von Köckeritz besaß das Rittergut Strauch mehr­fach: Zuerst von 1490 bis 1652, erneut von 1654 bis 1668 und zuletzt 1699. Der erste Zwischenbesitzer war die Familie von Arras, der zweite die Familie von Kraupitz.

Um 1500 soll in Strauch ein soge­nann­tes “fes­tes Haus” bestan­den haben, wobei es sich ver­mut­lich um eine Burg han­delte, die unter Georg von Köckritz aus Feldsteinen errich­tet wor­den war.  1699 wurde Hans Adam von Seyffertitz mit dem Rittergut Strauch belehnt. Neben der Burg ließ er ein neues Schloss im baro­cken Stil errich­ten. Die alte Burg blieb dabei vor­erst bestehen, wurde noch im Jahr 1860 erwähnt und kurze Zeit spä­ter abgetragen.

Heinrich Gottlob von Bibra erwarb Ort und Rittergut Strauch 1749 und ver­kaufte bei­des 1755 an Johann Friedrich von Erdmannsdorff. 1792 über­nahm Amtshauptmann Carl Friedrich von Rochow das Rittergut Strauch. Sein Enkel Bernhard von Rochow, ein Kammerherr, über­nahm 1834 das Rittergut und ver­an­lasste kurze Zeit spä­ter umfas­sende Umbauten am Schloss und eine Erweiterung des Schlossparks. An der Gutseinfahrt ließ er 1835 ein Torhaus mit zwei Ställen errich­ten. Zum Rittergut Strauch gehör­ten zwei Vorwerke, die sich im heu­ti­gen Brandenburg befinden.

1889 erbte der älteste Sohn Heinrich Bernhard Theodor Freiherr von Rochow das Rittergut Strauch. Er starb bereits sechs Jahre später.Das Gut wurde zunächst ver­pach­tet und 1909 von Wichard Freiherr von Rochow über­nom­men, unter dem noch ein­mal umfang­rei­che Umbauarbeiten am Schloss erfolgten.

Nach 1945

Die Familie von Rochow wurde 1945 im Rahmen der Bodenreform ent­eig­net und der Rittergutsbesitz an Bauern, Umsiedler und Landarbeiter ver­teilt. Vier Jahre spä­ter wurde das Schloss abge­ris­sen. Auf sei­nem frü­he­ren Standort wurde ein Kindergarten errich­tet. Das Torhaus wurde 1953 noch ein­mal saniert, 1973 aber eben­falls abgerissen.

Heutige Nutzung

Reste der Grundstücksmauer mit Torpfeilern sowie der seit 1945 in Privatbesitz befind­li­che Schlosspark sind noch vorhanden.

Radebeul: Schloss Jägerberg

Schloss Jägerberg

Augustusweg 110
01445 Radebeul

Historisches

Das Weingut hat sei­nen Ursprung im 16. Jahrhundert. Ab 1826 befand es sich im Besitz von einem Herren Hantzsch, der das im 17. Jahrhundert erbaute Herrenhaus 1844 durch einen Neubau erset­zen ließ. Zu die­ser Zeit ent­stan­den auch eine Künstliche Ruine sowie die Blechburg auf dem Weinbergareal. 1871 wur­den Ergänzungsbauten getä­tigt. Friedrich Eduard Bilz erwarb das Anwesen 1895 zu Wohnzwecken, nutzte es jedoch vier Jahre spä­ter als Kurhaus um. Die Blechburg wurde als Unterstellmöglichkeit erbaut und war zusätz­lich mit einem Vorrats- und Geräteraum aus­ge­stat­tet. Exakt ein­hun­dert Jahre nach der Erbauung wurde der Turm 1944 von Hitlerjungen ange­zün­det und brannte ab.

Heutige Nutzung

Schloss Jägerberg ist saniert und dient Wohnzwecken. Die Blechburg ist ein heute rui­nö­ser Aussichtsturm auf dem Hang ober­halb des Schlosses.

Röderaue: Rittergut Koselitz

Rittergut Koselitz

Am Rittergut 3
01609 Röderaue OT Koselitz

Historisches

Das Vorwerk Koselitz wurde erst­mals 1551 als sol­ches erwähnt und unter­stand dem preu­ßi­schen Rittergut Saathain. Es befand sich einst im Besitz der Familie von Köckeritz und bestand schon lange vor der Ersterwähnung als Vorwerk. Es ging 1475 an die Familie von Schieritz über, die es bis 1716 besaß, und wurde 1696 zum Rittergut erhoben.

1731 trat Christoph Gottlob von Rutt als Besitzer auf. Ihm folgte 1780 die Familie von Geißmar; im sel­ben Jahr erfolgte die Erwähnung als Rittergut. Alexander Schönberg gelangte 1830 an das Rittergut Koselitz. Ihm folg­ten 1901 Ludwig Brückner, 1910 Franz Böttge und 1920 Major Gotthard Freude.

Nach 1945

Im Jahre 1945 wurde der Major Freude enteignet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Ritterguts wird bewohnt.

Thiendorf: Rittergut Tauscha

Rittergut Tauscha

Unter den Linden 2
01561 Thiendorf OT Tauscha

Historisches

Seit 1568 war ein Vorwerk benannt, ab 1606 ein Rittergut. Das Herrenhaus selbst geht auf einen Bau aus dem 16. Jahrhundert zurück. Das Rittergut Tauscha war­tet mit einer lan­gen Liste von Besitzern auf, derer unge­fähr vier­zig es gege­ben hat. Zu den bekann­tes­ten Eigentümern zählte die Fabrikantenfamilie Naumann, die das Rittergut 1936 ver­kaufte. Danach wurde es als Wohnstätte für ehe­ma­lige Bewohner der geschleif­ten Dörfer auf dem Areal des Truppenübungsplatzes Königsbrück genutzt.

Nach 1945

Zu DDR-​Zeiten fan­den ein­fa­che Sanierungsarbeiten statt. Das Herrenhaus diente Wohnzwecken, ebenso war ein Jugendclub darin untergebracht.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Ritterguts Tauscha wird bewohnt. Erhalten sind noch Teile der Umfassungsmauern und Zufahrten.