Liebstadt: Rotes Vorwerk

Rotes Vorwerk

Seitenhain 1 (Vorwerkstraße 1)
01825 Liebstadt OT Seitenhain

Historisches

Das Vorwerk unter­stand dem Rittergut Weesenstein. Es wurde 1713 von Fronarbeitern nie­der­ge­brannt. Der Wiederaufbau erfolgte danach als Vierseitenhof, wel­cher ummau­ert wurde. Die Gebäudesubstanz wurde 1837 erneuert.

Nach 1945

Nach 1945 wur­den im Rahmen der Bodenreform zwei Neubauernstellen eingerichtet.

Nachwendezeit

1990 über­nahm eine Familie das Rote Vorwerk.

Heutige Nutzung

Im Roten Vorwerk wird heute unter ande­rem eine Käserei betrie­ben. Der Hof wird mit Milchkühen bewirtschaftet.

Lohmen: Schloss Lohmen

Schloss Lohmen

Schloss Lohmen 1–2
01847 Lohmen

Historisches

Als ers­ter Herr über Lohmen ist ein Herr von Chlumen bekannt. 1292 wurde ein Rittersitz erwähnt, wel­cher 1365 als Lehnsitz der Herren von Köckeritz ver­zeich­net wurde. 1445 ward ein Vorwerk erwähnt, 1484 ein Rittersitz und schließ­lich ab 1551 ein Kammergut.

Bereits 1523 ging Lohmen von Friedrich von Salhausen an Ernst und Wolf von Schönburg über, unter denen ein recht­win­ke­li­ges Wohn- und Herrenhaus errich­tet wurde.

1543 gelangte der Rittersitz Lohmen durch Grundstückstauschgeschäfte an Herzog Moritz von Sachsen und ver­blieb die nächste Zeit im Besitz der Wettiner. Kurfürst August schenkte das Rittergut Lohmen 1567 Hans Jenitz, unter dem das Schloss errich­tet wurde. 1590 erwarb Kurfürst Christian I. Schloss und Kammergut zurück, behielt den Grundbesitz jedoch nur kurz. Erst 1619 gelangte Lohmen erneut in wet­ti­ni­schen Besitz und ver­blieb von nun an dort.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg diente Schloss Lohmen als Witwensitz und Herberge für Jagdgäste Augusts des Starken. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts waren Amtsräume und Wohnungen darin unter­ge­bracht. Das Schloss wurde 1768 ein kur­fürst­li­ches Kammergut und 1785 bau­lich umge­stal­tet. Weiterhin erfolgte um 1800 ein Neubau des Herrenhauses, wel­ches durch den jewei­li­gen Kammergutspächter bewohnt wurde, sowie des west­li­chen Flügels des Ritterguts.

Nach 1945

Mit der Bodenreform erfolgte die Auslösung des Kammergutes. Im Schloss fan­den zunächst Flüchtlinge eine Notunterkunft. Mehrere Gebäude, dar­un­ter auch das eins­tige Herrenhaus, wur­den zur Baustoffgewinnung abge­tra­gen, der Garten musste dem Bau eines Wohnblocks wei­chen. Unterlassene Sanierungsarbeiten rich­te­ten am Mauerwerk große Schäden an, so dass das Schloss zuletzt leer stand und der Abriss drohte.

Nachwendezeit

Erste Sicherungsarbeiten wur­den 1991 und 1992 aus­ge­führt. 1995 kam das Schloss von der Gemeinde auf­grund eines Rückübertragungsanspruches an den Freistaat Sachsen und zwei Jahre spä­ter wie­der zurück an die Gemeinde. Zwischen 1999 und 2001 erfolgte die drin­gend erfor­der­li­che Sanierung von Schloss Lohmen. Die Sanierung des Gutshofflügels folgte von 2004 bis 2005.

Heutige Nutzung

Die heu­tige Anlage zeigt den Schlossflügel und Kammergut-​Flügel aus dem 18. Jahrhundert. Im Schloss hat die Gemeindeverwaltung mit Bibliothek und Touristinformation ihren Sitz, der Kammergut-​Flügel wird für alters­ge­rech­tes Wohnen sowie durch eine Physiotherapiepraxis und eine Arztpraxis genutzt.

Bodendenkmalschutz

Von der Ursprungsanlage ist nur noch ein Grabenrest vor­han­den. Er wurde unter Schutz als Bodendenkmal gestellt.

Lohmen: Felsenburg Neurathen

Felsenburg Neurathen

Basteistraße
01847 Lohmen

Intro | Allgemeines

Die Felsenburg Neurathen war die größte mit­tel­al­ter­li­che Felsenburg in der Sächsischen Schweiz, von der heute noch zahl­rei­che Überreste zu sehen sind. Sie liegt in unmit­tel­ba­rer Nachbarschaft zum Touristenmagnet Basteibrücke und ober­halb des Kurorts Rathen im Nationalpark Sächsische Schweiz.

Neurathen stand in enger Verbindung mit der Burg Altrathen. Die Bezeichnungen Altrathen und Neurathen wur­den erst in der neue­ren Zeit zur Unterscheidung der bei­den Anlagen ver­ge­ben und kurio­ser­weise stellt die Felsenburg Neurathen die ältere Anlage dar. Wie zu jener Zeit üblich, wur­den die Bauten der Felsenburg ent­we­der in den Fels getrie­ben oder durch Holzgebäude in Fachwerkbauweise errichtet.

Historisches

Trotz dass es sich bei der Felsenburg Neurathen um die größte und eine der bedeu­tends­ten Anlagen ihrer Art in der Sächsischen Schweiz han­delt, ist ihre Entstehung und ihre Erbauungszeit nicht exakt nach­voll­zieh­bar. Urkundliche Belege las­sen sich erst ab der Mitte des 13. Jahrhunderts aus­wer­ten. Während bereits im Jahre 1261 ein Herrensitz unter Teodoricus de Raten in die­sem Gebiet nach­weis­bar war und von einem böh­mi­schen Lehen zeugt, erfolgte die erste schrift­li­che Überlieferung als castrum im Jahre 1289.

1361 wur­den in einer Urkunde erst­mals zwei Burgen genannt. Zu die­ser Zeit gehörte Neurathen Peter von Michelsberg. Die Herren von Michelsberg ver­kauf­ten Rathen 1406 an die Berken von der Duba. Neuer Herr über das Rathener Gebiet wurde Hinko Berka von der Duba der Ältere, der sei­nen Besitz vier Jahre spä­ter unter sei­nen Söhnen auf­teilte. Rathen wurde Benesch Berka von der Duba zuge­spro­chen, er über­nahm den Besitz jedoch erst nach dem Tod sei­nes Vaters im Jahre 1419.

Die Berken von der Duba haben den Ausbau der Felsenburgen und Burgwarten in der Sächsischen Schweiz inten­siv vor­an­ge­trie­ben. Gleichzeitig lagen sie immerzu in Fehde, wes­halb es mehr­fach zu Belagerungen, Übernahmen und Rückeroberungen der Burg kam. Erst ein im Jahre 1441 geschlos­se­ner Sühnevertrag konnte die stän­di­gen Streitereien bei­le­gen: Rathen ver­blieb bei Friedrich von Oelsnitz, der im Dienste des säch­si­schen Kurfürsten stand, und die Berken muss­ten auf ihren Besitz ver­zich­ten. 1459 gelang­ten die Wettiner end­gül­tig in den Besitz von Rathen.

Hans von Oelsnitz wurde 1466 als Besitzer der Doppelburg Rathen genannt. Unter ihm wurde die Burg zur Raubritterburg her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet. Um dem ein Ende zu set­zen, wur­den beide Burgen ab 1467 von Kurfürst Ernst von Sachsen und Herzog Albrecht von Sachsen bela­gert. Erst nach über einem Jahr gelang es die Burgen zu erobern. Die Burgen fie­len 1485 an Herzog Albrecht von Sachsen. Der Verfall schritt in Ermangelung einer sinn­vol­len Nutzung fort.

Verlust

In der Folgezeit gibt es wider­sprüch­li­che Darlegungen. Einerseits soll Neurathen bereits um 1530 zur Ruine ver­kom­men gewe­sen sein, ande­rer­seits wurde in der ers­ten säch­si­schen Landeskarte von 1593 ein Schloss Der neue Raden bezeich­net. Hierbei han­delte es sich um den ers­ten schrift­li­chen Nachweis des Namens Neurathen. Die ver­fal­lene Burg diente unter ande­rem wäh­rend des Dreißigjährigen Krieges und wäh­rend des Nordischen Krieges 1706 der Bevölkerung als Zufluchtsort und Versteck vor den schwe­di­schen Truppen.

Neuere Geschichte

Die tou­ris­ti­sche Erschließung der Bastei begann 1814. Um 1821 ent­stan­den zwei Holzbrücken unter Verwendung mit­tel­al­ter­li­cher Steinpfeiler zwi­schen dem Neurathener Felsentor und der Steinschleuder, und 1826 folgte der Bau einer Holzbrücke über die Mardertelle. Diese drei Brücken boten seit der Zerstörung der Felsenburg erst­mals die Möglichkeit diese wie­der zu erreichen.

Die jet­zige Basteibrücke aus Stein ersetzte ab 1851 die vor­he­ri­gen Holzkonstruktionen. Sie folgt, wenn auch in erhöh­ter Lage, dem ursprüng­li­chen, mit­tel­al­ter­li­chen Zugang zur Burg. Erste archäo­lo­gi­sche Untersuchungen wur­den 1906 durch­ge­führt, wobei die alte Zisterne gefun­den und frei­ge­legt wurde. Weitere archäo­lo­gi­sche Grabungen erfolg­ten zwi­schen 1932 und 1934. Dabei wurde der alte Wehrgang ent­deckt und für Besucher zugäng­lich gemacht.

Nach 1945

Während des Zweiten Weltkrieges ver­fiel der Wehrgang, er wurde in der Folge 1953 saniert. Zwischen 1982 und 1984 gab es wie­der­holt archäo­lo­gi­sche Arbeiten. Zeitgleich erfolgte ein Ausbau der Felsenburg zum Freilichtmuseum.

Heutige Nutzung

Heute kann die Felsenburg Neurathen als Freilichtmuseum besich­tigt wer­den. Die Die Treppen und Stege aus Stahl füh­ren teil­weise in luf­ti­ger Höhe herum, wes­halb Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nütz­lich sind. Der Rundgang wird durch 24 Informationstafeln beglei­tet. Erkennbar sind aus­ge­hauene Felsgemächer, Balkenlager, Balkenfalze, Steinkugeln und mit­tel­al­ter­li­che Streppenstufen.

Zu sehen gibt es auch ein Modell der Felsenburg, wie sie wahr­schein­lich bis zu ihrer Zerstörung 1469 aus­ge­se­hen haben könnte. Aber auch außer­halb des Freilichtmuseums gibt es an meh­re­ren Stellen Zeugnisse der frü­he­ren Felsenburg zu sehen, so bei­spiels­weise das Neurathener Felsentor, das dama­lige Burgtor, ein Postenstand am Mönch und zwei wei­tere am Kanapee und ober­halb der Aussicht am Tiedgestein sowie Steinstufen auf der Steinschleuder.

Bodendenkmalschutz

Die Felsenburganlage steht als Bodendenkmal unter beson­de­rem Schutz.

Liebstadt: Vorwerk Biensdorf

Vorwerk Biensdorf

01825 Liebstadt OT Biensdorf

Historisches

Das Vorwerk Biensdorf wurde 1449 erst­mals erwähnt. Im Bereich der Seidewitz ist die Kalkförderung seit 1596 belegt. Verarbeitet wurde der Kalkstein in Brennöfen, von denen sich 1827 einer mit­samt einer Ziegelbrennerei im Vorwerk von Biensdorf befand.

Lunzenau: Rittergut Schlaisdorf

Rittergut Schlaisdorf

Feldstraße 6
09328 Lunzenau OT Schlaisdorf

Historisches

Schlaisdorf war in Groß- und Kleinschlaisdorf unter­teilt. Für Kleinschlaisdorf war 1791 ein Vorwerk und 1858 ein Rittergut erwähnt. Das Herrenhaus ist ver­mut­lich um 1800 erbaut wor­den. 1564 erwarb Wolf II. von Schönburg das Rittergut. Es ver­blieb zunächst lange Zeit in Familienbesitz und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts ver­kauft.  Als Besitzer im 20. Jahrhundert sind ab 1901 die Familie Weiße und ab 1925 Bernhard Kühn bekannt.

Nach 1945

Das Rittergut fiel auf­grund sei­ner Größe nicht unter die Bodenreform und wurde nicht ent­eig­net. Die Besitzer muss­ten die Landwirtschaftsflächen in den 1950er Jahren den­noch in die LPG ein­brin­gen. 1986 erfolg­ten letzte Sanierungsarbeiten am Herrenhaus, wel­ches zu Wohnzwecken genutzt wurde.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde bewohnt.

Heutige Nutzung

Sohl das Herrenhaus als auch die meis­ten Wirtschaftsgebäude ste­hen leer und ungenutzt.

Lommatzsch: Rittergut Petzschwitz

Rittergut Petzschwitz

Petzschwitz 1
01623 Lommatzsch OT Petzschwitz

Historisches

1350 war ein Herrensitz der Herren von Beschwitz bekannt. Dieser wurde 1551 als Vorwerk und 1696 als Rittergut bezeich­net. Im 16. Jahrhundert kam Petzschwitz an die Familie von Schleinitz. 1701 erwarb Joachim Dietrich von Bose das Rittergut Petzschwitz. 1773 kam es an die Familie von Zehmen und 1906 an die Freiherren von Friesen. Überwiegend war das Rittergut jedoch ver­pach­tet, so dass das Herrenhaus, wel­ches spä­tes­tens im 18. Jahrhundert errich­tet wor­den war, als Pächterwohnhaus diente. Um 1900 erfolg­ten Umbauten.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Rittergut wurde an Neubauern auf­ge­teilt, das Herrenhaus diente Wohnzwecken.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde als Gaststätte genutzt und 2008 zur Versteigerung angeboten.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Petzschwitz wird bewohnt.

Lommatzsch: Herrensitz Poititz

Herrensitz Poititz

01623 Lommatzsch OT Poititz

Historisches

1359 bestand ver­mut­lich ein Herrensitz, wel­cher in Verbindung mit Heinricus und Theodericus de Beytitz genannt wurde. Poititz gehörte 1378 ver­wal­tungs­tech­nisch zum castrum Meißen. Die Grundherrschaft übte im 16. und 17. Jahrhundert das Rittergut Schleinitz aus. 1696 ging die Grundherrschaft an das Rittergut Petzschwitz über. Weitere Informationen über den Herrensitz sind der­zeit nicht verfügbar.

Lommatzsch: Wallburg Paltzschen

Wallburg Paltzschen

01623 Lommatzsch OT Paltzschen

Historisches

Bei dem 1206 erwähn­ten Herrensitz han­delte es sich um die Burg Paltzschen. Diese sla­wi­sche Wallanlage ist nur noch in Fragmenten erhalten.

Bodendenkmalschutz

Der einst sichel­för­mige Wallrest wurde 1938 unter Bodendenkmalschutz gestellt; die­ser Schutz wurde 1957 erneu­ert. 1976 wur­den die Überreste der Wallanlage nörd­lich des Orts durch Landwirtschaftsbetrieb fast kom­plett zer­stört und eingeebnet.

Lohsa: Rittergut Steinitz

Rittergut Steinitz

Spreestraße 22
02999 Lohsa OT Steinitz

Historisches

Im Jahre 1410 befand sich das Gut Steinitz im Besitz der Familie von Schreibersdorff, die es bis auf eine kurze Unterbrechung in der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Mitt des 17. Jahrhunderts besaß. Noch vor 1672 erwarb Hans von Dallwitz das 1563 urkund­lich als Rittergut erwähnte Gut Steinitz und ver­äu­ßerte es 1693 an den Herrn von Schönburg. Es blieb in Familienbesitz bis es 1803 von dem Herrn von Schkopp erwor­ben wurde. Nach nur drei­jäh­ri­gem Besitz wurde das Rittergut wie­der ver­kauft und wech­selte in der Folgezeit häu­fig seine Besitzer. 1921 erwarb der Prinz von Schönburg-​Waldenburg das Rittergut. Dr. Oeren war seit 1933 der letzte Besitzer.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Nur zwei Jahre spä­ter wurde das Schloss Steinitz abgerissen.

Heutige Nutzung

Erhalten ist noch ein rui­nö­ses Wirtschaftsgebäude.

Lommatzsch: Wasserburg Lautzschen

Wasserburg Lautzschen

01623 Lommatzsch OT Lautzschen

Historisches

Die erste Erwähnung der Wasserburg erfolgte 1206 als Herrensitz unter Ramvoldus de Lutsan, ihre Erbauung datiert dem­nach vor die­ser Zeit. Sie befand sich auf einer rund­li­chen Insel. Der gut erhal­tene Burghügel mit was­ser­füh­ren­dem Graben befin­det sich am west­li­chen Ortsrand hin­ter dem Gehöft Nr. 5.

Bodendenkmalschutz

Die Burganlage wurde 1936 erst­mals als Bodendenkmal geschützt. Der Schutz wurde 1957 erneuert.