Neukirchen/​Pleiße: Rittergut Schiedel

Rittergut Schiedel

Schiedelhof 1
08459 Neukirchen/​Pleiße

Historisches

1305 wurde der Name Schiedel erst­mals Mal im Zusammenhang mit den Burgmannen von Trützschler genannt, die mit dem Vorwerk belehnt wor­den waren und auf Schloss Schweinsburg Vasallendienste leis­ten muss­ten. Das 1551 erwähnte Vorwerk Schiedel unter­stand dem Schloss Schweinburg. Im  16. Jahrhundert kam das Vorwerk Schiedel zunächst an die Herren von Weissbach, die es auf­grund von Verschuldung an Ernst von Beust abtraten.

Weitere Besitzer waren Jobst von Wolframsdorf, ab 1605 Georg von Minkwitz, unter dem die Aufwertung zum Rittergut erfolgte, und 1609 Bernhardt von Starschedel. Für das Jahr 1606 ist eine Urkunde belegt, die das Vorwerk als Rittergut benennt. Auch in der Folgezeit wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach. Unter ihnen waren die Familie Bose, die Familie von Schauroth, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts das bau­fäl­lige Rittergut durch einen Neubau erset­zen ließ, ab 1763 Johann Chirstoph Seyfarth und nach­fol­gend die Familie Döring sowie Louis Oehler.

Heutige Nutzung

Heute wird das sanierte Herrenhaus als Wohnhaus genutzt.

Neukirchen: Schloss Neukirchen

Schloss Neukirchen

Wasserschlossweg 6
09221 Neukirchen

Historisches

Das Rittergut wurde erst­mals 1551 erwähnt. Allerdings gibt es eine Urkunde, wel­che bereits vor 1200 von einem Festen Haus berich­tet. Es wird ange­nom­men, dass die­ses Feste Haus mit dem Torhaus iden­tisch ist. Schloss Neukirchen ist ein Gebäudekomplex des Rittergutes, wel­ches jetzt zum Chemnitzer Ortsteil Klaffenbach gehört. Das Wasserschloss Klaffenbach ist quasi der neu errich­tete Schlossteil, wäh­rend das Neukirchener Schloss den alten Schlossteil dar­stellt und heute vor­ran­gig am Torhaus zu erken­nen ist.

Der Rittergutshof wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Form einer Wasserburg erbaut.  Bauherr und Besitzer war Wolf Hünerkopf, der 1543 das Dorf Neukirchen gekauft hatte. Seine Erben ver­kauf­ten das Rittergut an den säch­si­schen Kurfürsten, der es an den Jäghermeister Paul Gröbel ver­pach­tete. 1615 über­nahm Dietrich von Taube das Rittergut Neukirchen als Lehen. Dort ver­blieb es in Familienbesitz, bis es 1819 an Carl Heinrich Hänel ver­kauft wurde. Diesem folgte die Familie Clauss, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Landflächen jedoch ver­kaufte und den Gutsbetrieb einstellte.

1934 erwarb die Gemeinde Klaffenbach das Gebäudeensemble. Im Schloss Neukirchen, wel­ches erst in der Nachwendezeit zu Schloss Klaffenbach umge­nannt wurde, hielt der Reichsarbeitsdienst Einzug.

Nach 1945

Von 1945 an bis zur poli­ti­schen Wende diente das Rittergut mit­samt Schloss als Jugendwerkhof.

Nachwendezeit

Der Jugendwerkhof wurde geschlos­sen. Die Gebäude wur­den saniert.

Heutige Nutzung

Im Torhaus befin­det sich ein Restaurant.

Bodendenkmalschutz

Die ursprüng­li­che Wasserburg wird teil­weise auch als Schlosswall und Burg Warta bezeich­net. Von ihr zeugt heute noch der etwa 12 m breite was­ser­füh­rende Rest des frü­her umlau­fen­den Wassergrabens. Bodendenkmalschutz besteht seit Herbst 1969.

Geithain: Herrensitz Bruchheim

Herrensitz Bruchheim

04657 Geithain OT Bruchheim

Historisches

Bruchheim wurde 1299 als Herrensitz unter Henricus de Bruch bezeich­net. 1378 oblag die Verwaltungszugehörigkeit dem castrum Rochlitz. Die Grundherrschaft wurde ab dem 16. Jahrhundert von meh­re­ren Rittergütern ausgeübt.

Nossen: Vorwerk Ketzergasse

Vorwerk Ketzergasse

01623 Nossen OT Leuben

Historisches

Bereits vor 1190 exis­tierte ein Herrensitz. Über die wei­tere geschicht­li­che Entwicklung ist äußerst wenig bekannt. 1908 wurde ein Vorwerk nach­ge­wie­sen. Bekannt ist Ketzergasse auch als Kottenewitz bezie­hungs­weise Köttewitzer Gasse. Es han­delt sich heute um eine Ortswüstung.

Neukieritzsch: Rittergut Zöpen

Rittergut Zöpen

Straße des Aufbaus 5
04575 Neukieritzsch OT Zöpen

Historisches

Bereits 1445 und 1533 war ein Rittersitz ver­zeich­net, der sich um 1454 im Besitz der Herren von Weissenbach/​Weißenbach befand. 1570 kam die Familie von Kitzscher in den Besitz des Rittersitzes und ver­äu­ßerte ihn 1686 an die Familie von Minkwitz, unter der zehn Jahre spä­ter die Erwähnung als Rittergut erfolgte. Die Freiherren von Beust erwar­ben das Rittergut Zöpen 1776 und ver­kauf­ten es 1819 an August Ferdinand Stockmann. Die wei­te­ren Besitzer waren ab 1866 Carl Viktor Freiherr von Streit, nach­fol­gend Anna von Graisowska, ab 1882 die Familie Beyer sowie ab 1890 Conrad Georg Hochheim.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Später wurde das Herrenhaus größ­ten­teils abge­tra­gen. Die Überreste sind mitt­ler­weile zu einem Eigenheim aus- und umge­baut wor­den, wel­ches mit dem ursprüng­li­chen Herrenhaus nichts mehr gemein hat.

Naundorf: Vorwerk Raitzen

Vorwerk Raitzen

Dorfstraße 9
04769 Naundorf OT Raitzen

Historisches

Das Vorwerk Raitzen wurde 1501 erst­mals erwähnt. Es befand sich zu Beginn des 16. jahr­hun­derts im besitz der Besitzer des Rittergutes Hof und diente die­sem als Vorwerk. Das Vorwerk Raitzen war über die Zeit ent­we­der ver­pach­tet oder wurde von einem Verwalter geführt, der vor Ort wohnte. Das Herrenhaus wurde 1909 für Robert Steiger erbaut, der das Vorwerk Raitzen gepach­tet hatte.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Vorwerks Raitzen wird bewohnt.

Mittweida: Schloss Neusorge

Schloss Neusorge

Zschöppichen Nr. 21 a‑c
09648 Mittweida OT Zschöppichen

Historisches

Die erste urkund­li­che Erwähnung ver­merkte 1350 die Herren von Wolkenstein als Besitzer von Zschöppichen, das 1445 in Verbindung mit einem Rittersitz genannt wurde. Der Rittersitz Zschöppichen befand sich 1463 im Besitz von Ramfolt von Stockhausen und fiel nach des­sen Tod an sei­nen Erben Caspar von Schönberg. Das Gut ver­blieb noch wei­ter im Besitz der Familie von Schönberg, unter wel­cher der Name Neusorge geprägt wurde. Das Schloss wurde nach einem Brand 1579 im Renaissancestil neu auf­ge­baut und 1610 zunächst an den Kurfürsten verkauft.

1689 gelangte es in den Besitz des Generals von Armin, der um 1720 das jet­zige Schloss errich­ten lies. Durch Blitzschlag fiel Schloss Neusorge 1745 erneut zu einem Brand zum Opfer. Mit den Wiederaufbauarbeiten wurde erst 1751 begon­nen, jedoch blie­ben diese aus finan­zi­el­len Gründen vor­erst unvoll­endet. Zwischen 1745 und 1749 waren bereits die Wirtschaftsgebäude in heu­ti­ger Form ent­stan­den. 1756 und 1757 gehörte Schloss Neusorge vor­über­ge­hend Gottheld Adolf von Hoym, ehe es wie­der an Carl Sigismund von Arnim kam. Noch zu Lebzeiten ver­kaufte er an Heinrich von Bünau, dem wei­tere Besitzer für eine jeweils nur kurze Zeit folgten.

Der nächste Besitzer für einen län­ge­ren Zeitraum war die Familie von Carlowitz. Diese ver­kaufte Schloss Neusorge schließ­lich an den Leipziger Fürsorgeverband, der zunächst ledig­lich die Orangerie nutzte und 1914 im Schloss ein Kindererziehungsheim ein­rich­tete. Elsa Brandström erwarb Schloss Neusorge 1921 und ver­an­lasste Ausbauten, um das Schloss künf­tig als Heim für Kriegswaisen zu nut­zen. Schon 1934 wurde diese Nutzung gezwun­ge­ner­ma­ßen wie­der auf­ge­ge­ben. Ein Teil des Rittergutes kam an eine Siedlungsgemeinschaft säch­si­scher Bauern, ein ande­rer Teil an die SA, die diese Flächen aufteilte.

Nach 1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Nutzung als Kinderheim fort­ge­führt. 1951 erwarb die Stadt Leipzig das Schloss und rich­tete darin ein Heim für schwer erzieh­bare Kinder ein. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde im Schlosspark, der im 18. Jahrhundert ange­legt wor­den war, ein neues Heim errich­tet, so dass das Schloss nur noch als Heimschule fungierte.

Nachwendezeit

Schloss Neusorge wurde 1995 ver­stei­gert. Nach wei­te­ren Besitzerwechseln ohne Sanierungsdurchführung erstei­gerte eine Berliner Firma 2011 das Schloss, die das Schloss zum “Schloss der erneu­er­ba­ren Energien” aus­bauen wollte. Aus die­sen Plänen wurde offen­bar nichts.

Heutige Nutzung

Das Schloss und einige sei­ner Wirtschaftsgebäude befin­den sich in einem bau­lich schlech­ten Zustand. Inzwischen gibt es zuneh­mend erheb­li­che Dachschäden. Ein Teil des Rittergutes wird bewohnt.
(Stand: August 2023)

Döbeln: Rittergut Leschen

Rittergut Leschen

Leschen 7
04720 Döbeln OT Leschen

Historisches

Ein Rittergut in Leschen wurde erst­mals 1696 nach­ge­wie­sen.  Es ent­stand ver­mut­lich aus der Teilung des Rittergutes Kobelsdorf her­aus und soll Sachsens kleins­tes Rittergut sein. Es umfasste weni­ger als einen Hektar Grundfläche, wes­halb es nicht als Landwirtschaftsbetrieb unter­hal­ten wurde. Dennoch besaß das Rittergut Leschen rit­ter­guts­ty­pi­sche Rechte und erhielt Zinszahlungen der Dorfbewohner.

Als Eigentümer sind 1901 Hermann Hanss und seit 1925 Arno Lauterbach bekannt. Das ein­fa­che und kleine Herrenhaus ent­stand wahr­schein­lich um 1800.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Leschen wird bewohnt.