Rittersitz Radefeld
Schkeuditz OT Radefeld
Historisches
1445 wurde Radefeld als Rittersitz urkundlich erwähnt. Der Rittersitz wurde noch vor 1608, als Radefeld als Amtsdorf erwähnt wurde, aufgegeben.
Schlösser, Burgen und Rittergüter im Landkreis Nordsachsen
Schkeuditz OT Radefeld
1445 wurde Radefeld als Rittersitz urkundlich erwähnt. Der Rittersitz wurde noch vor 1608, als Radefeld als Amtsdorf erwähnt wurde, aufgegeben.
Paul–Wäge-Straße 15 (Unterhof)
04435 Schkeuditz
Das Rittergut Großdölzig wurde erstmals im Jahre 1474 erwähnt. Aus diesem ging der Oberhof hervor. Der oberhof wurde 1701 von Andreas Rosenthal erworben und ging 1748 an Johann Friedrich Zeumer über.
1568 erfolgte die Aufteilung und ein zweites Rittergut, der Unterhof, entstand. Dessen Besitzer waren 1748 Joachim Friedrich Zeumer und nachfolgend die Familien Martin, Schmeil, Stockmann, Steinicke, Seltmann und Reinhold Schulze.
Der Oberhof wurde nach 1945 abgebrochen, es ist heute nichts mehr erhalten.
Der Unterhof wurde bis 1990 als Sitz der Gemeindeverwaltung genutzt.
Der Unterhof ist saniert.
Rittergut AltscherbitzGut Altscherbitz 28
04435 Schkeuditz
Das Rittergut Altscherbitz erlebte im Laufe der Zeit viele Besitzerwechsel. So sind 1428 Herrmann von Bennendorf im Zusammenhang mit der Ersterwähnung als Rittersitz, 1456 die Herren von Roliz und von Crostewitz, 1518 Appel von Mangolt, 1533 Wolf Preusser, 1598 Balthasar von Schkölen, 1602 Johann Reifschneider, 1626 Carl Dietrich von Bose, 1637 Wolf Heinrich Preusser, 1651 Johann Friezsche sowie Abraham Dreher, 1664 Hans Christoph von Spoor und 1682 Hans Friedrich von Wolffersdorff aufgeführt.
Unter der Familie von Wolffersdorff erfolgte 1779 der Bau des Herrenhauses, bei dem möglicherweise ein Vorgängerbau mit einbezogen wurde. Die nachfolgenden Besitzer waren ab 1843 Amtsrat G. Livonius, dem 1848 Albert von Carlowitz folgte, welcher 1851 an Dr. Heyner verkaufte. Der letzte bürgerliche Besitzer war ab 1867 der Amtmann Rockstroh. Die Anlage des Gutsparks um 1870 geht vermutlich auf ihn zurück.
Die Regierung der Provinz Sachsen erwarb das Rittergut Altscherbitz 1876 und richtete darin eine Landesheil- und Pflegeanstalt ein, die Provinzial-Irren-Anstalt Altscherbitz. Später wurde sie in Landesheilanstalt Altscherbitz umbenannt. Die Wirtschaftsgebäude waren zunächst Bestandteil der Anstalt, wurden später jedoch als Wirtschaftshof genutzt. Bis 1912 wurden mehrere neue Gebäude errichtet. In den 1930er und 1940er Jahren wurde das Rittergut als Zwischenlager der NS-Tötungsanstalt Bernburg im Rahmen der Aktion T4 genutzt.
Da sich das Rittergut im Besitz der Provinz Sachsen befand, erfolgte 1945 keine Enteignung.
Bis 2008 wurden die Nebengebäude des Ritterguts abgerissen, um Platz für mehrere Eigenheime zu schaffen. Zu den abgerissenen Wirtschaftsgebäuden zählen ein 1779 erbautes Wohnhaus sowie Stallgebäude, eine Scheune und ein Wohnstallhaus, die vornehmlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet worden waren. Das Herrenhaus befand sich in einem nahezu ruinösen Zustand (siehe Foto) und wurde von 2012 bis 2014 umfassend und aufwendig saniert.
Die frühere Provinzial-Irren-Anstalt Altscherbitz und spätere Landesheilanstalt Altscherbitz wird heute unter dem Namen Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz weitergeführt und ist eine psychiatrische und neurologische Fachklinik. Das Herrenhaus des Ritterguts Altscherbitz ist heute nicht mehr Bestandteil der Krankenhausanlage.
Blankenau 9–10
04889 Belgern-Schildau OT Blankenau
Für Blankenau wurde erstmals 1791 ein Vorwerk erwähnt. Das Herrenhaus wurde um 1800 errichtet. Das Vorwerk wurde 1816 in ein Freigut umgewandelt und als solches wiederholt 1880 genannt. Zu diesem zeitpunkt bestan noch eine zusätzliche Schnapsbrennerei. Spätestens 1925 wurde aus dem Freigut wieder ein Vorwerk, möglicherweise im Zusammenhang mit der Nutzung durch das Eilenburger Zelluloidwerk oder die IG Farben. Der Inspektor des Vorwerks war bis 1945 ein Herr Häntsch.
Das Herrenhaus ist aufwendig saniert und wird bewohnt. Der frühere alte Gutspark ist nicht mehr in seiner ursprünglicher Form erhalten. Das Herrenhaus des Vorwerks Blankenau wird auch als Weißes Haus bezeichnet.
04874 Belgern-Schildau OT Döbeltitz
Das Rittergut Döbeltitz wurde 1551 erwähnt.
Herrenhaus ModelwitzZum Herrenholz 28
04435 Schkeuditz
Als das Rittergut 1500 erwähnt wurde, befand es sich im Besitz des Wolfgang Bose, der es von der Familie von Calizsche bekommen hatte. 1533 / 1535 wurde das Rittergut Modelwitz in den Oberhof und den Unterhof geteilt. Der Oberhof befand sich in den Händen der Familie Buffe, der Unterhof wurde 1557 von Christoph Zobel an Clauss Wolf verkauft. 1565 erwarb Hieronymus von Kommerstädt den Oberhof sowie den Unterhof und vereinigte dadurch beide wieder zu einem Gut.
In den nächsten beiden Jahrhunderten wechselten die Besitzer des Rittergutes mehrfach. Es kam 1591 an die Familie von Üchteritz, 1677 an die Familie von Neitschütz, 1684 an die Familie von Ende, 1717 an Heinrich Julius Bernd, 1730 an Wilhelm Koch und nur ein Jahr später an die Familie von Oppel. Die Familie von Oppel behielt Modelwitz bis 1855 in Familienbesitz, nur ab 1811 befand sich das Rittergut für neun Jahre in den Händen des Carl Adam Traugott von Wuthenau. Unter den von Oppels wurde 1837 das Herrenhaus neu errichtet. 1855 erwarb Robert Peltz das Gut, das 1912 an die Rentengutsgesellschaft Merseburg überging.
Die Rentengutsgesellschaft wurde 1945 enteignet.
Das Herrenhaus wurde 2001 aufwändig saniert. Reste des ehemaligen Gutskomplexes sind noch erhalten, stark verändert und überwiegend privatisiert.
Das Herrenhaus dient heute dem Trägerwerk für Soziale Dienste Sachsen als Wohnstätte.
04435 Schkeuditz
Bereits 1091 existierte in Schkeuditz ein Burgward, um den sich im Laufe der Zeit die Stadt entwickelte. Das Rittergut wurde erstmals 1592 erwähnt und 1876 aufgelöst.
Das Herrenhaus existiert noch. Es ist saniert und zu Wohnungen umgebaut worden.
Rittergut GlesienLindenstraße
04435 Schkeuditz OT Glesien
Die erste Erwähnung erfolgte bereits um 1350 als Rittersitz. 1393 wurde Hans von Dieskau als Besitzer erwähnt. Ab 1442 waren die Brüder von Schönfeld benannt, unter denen 1445 zwei Rittersitze Erwähnung fanden. Von 1487 bis mindestens 1522 gehörten die Rittersitze der Familie (von) Blanck. Unter Heinrich von Bünau, seit 1538 als Besitzer aufgeführt, wurden die Rittersitze vereinigt und 1552 als Rittergut erwähnt.
Das Rittergut Glesien ging 1597 an die Familie von Dieskau über und wurde 1608 an die Familie von Öbschelwitz verkauft. Ein Jahrhundert später kam es an die Familie von Wuthenau, unter der 1784 der Bau des Herrenhauses erfolgte und 1796 der Neubau der Wirtschaftsgebäude in Auftrag gegeben wurde. Dem Großbrand im Rittergut im Jahre 1895 ging 1874 der Abriss des Herrenhauses voraus.
1945 wurde der Graf von Wuthenau enteignet. Das Rittergut wurde fortan durch die LPG genutzt. In der Mitte der 1980er Jahre erfolgte der Abriss des Verwalterhauses.
Erhalten sind noch die Brauerei, die jedoch auch noch abgerissen werden soll, sowie der ehemalige Bullenstall, der derzeit gewerblich genutzt wird.
Mühlberg / Försterberg
04435 Schkeuditz
Bereits 1091 existierte in Schkeuditz ein Burgward, um den sich im Laufe der Zeit die Stadt entwickelte. Im Jahre 1118 war Schkeuditz als Herrensitz unter Wernherus de Cudicz bekannt. Die Wallburg befindet sich am südlichen Ortsrand.
Von der ehemaligen Ringwallburg ist oberflächlich nur noch ein Wallrest von etwa 12 m Höhe erhalten. Das Burgplateau ist oberflächlich nicht mehr erkennbar. Bodendenkmalschutz besteht seit Ende 1958.
Am Berg 1
04769 Mügeln OT Grauschwitz
Ab 1206 war ein Herrensitz unter Thitmarus de Gruzwiz bekannt, der ab 1445 als Rittergut bezeichnet wurde. Seit dem 17. Jahrhundert waren die Familien von Schleinitz, von Köckeritz, von Osterhausen und von Minkwitz als Gutsbesitzer bekannt.
Nach 1945 wurde das ehemalige Herrenhaus teilweise abgerissen und zu einem Wohnhaus umgebaut. Der ursprüngliche Herrenhauscharakter ist nicht mehr erkennbar.
Die Überreste des Rittergutes werden bewohnt.