Dresden: Palais des Chevalier de Saxe

Palais des Chevalier de Saxe

ehe­mals Lange Gasse 24
spä­ter Zinzendorffstraße 4
(Museum: Lingnerplatz 1)
01069 Dresden

Historisches

Johann Georg Chevalier de Saxe, ille­gi­ti­mer Sohn Augusts des Starken, erwarb 1764 das Gelände des heu­ti­gen Blüherparks, um darin ein Maison de Plaisance mit Turm errich­ten zu las­sen. Der Bau mit Nebengebäuden wurde 1770 abge­schlos­sen und als Palais des Chevalier de Saxe beti­telt. Weitere Bezeichnungen für das Lustschlösschen waren Prinzenpalais, Prinz-​Georg-​Palais sowie Palais Zinzendorffstraße. Mit des Prinzen Tod ging das Palais an den Malteserorden über, dem er angehörte.

Ab 1781 gehörte das Palais jeweils dem zweit­ge­bo­re­nen säch­si­schen Prinzen und wurde auch als Sekundogenitur bezeich­net. 1783 erfolg­ten Umgestaltungsarbeiten im Inneren des Palais. Zwischen 1855 und 1857 wurde das Palais um ein Stockwerk erwei­tert und mit einer neuen Fassade ver­se­hen. 1867 und 1878 /​ 1879 kam es zur Erweiterung der Flügelbauten. Johann Georg von Sachsen war bis 1926 /​ 1927 letz­ter wet­ti­ni­scher Besitzer, das Palais kam danach in den Besitz der Stadt Dresden.

Nach 1945

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde von einer Rekonstruktion abge­se­hen und die Ruine 1951 abgetragen.

Heutige Nutzung

2007 wur­den die Reste der Grundmauern wie­der frei­ge­legt. Diese wer­den in die künf­tige Gestaltung des Blüherparks inte­griert, ein Wiederaufbau ist jedoch nicht geplant. Vom Hygiene-​Museum aus kom­mend befin­den sich die Reste des Palais auf der lin­ken Seite des Museums.

Dresden: Palais Kap-herr

Palais Kap-​herr

(Parkstraße 7)
01069 Dresden

Historisches

Das Neorenaissance-​Palais an der Ecke Parkstraße/​Gellertstraße gehörte zu den statt­lichs­ten Villen in der Stadt. Bauherr war der Bankier und Kaiserlich-​Russische Staatsrat Hermann Christian Freiherr von Kap-​herr, in des­sen Familienbesitz sich unter ande­rem auch die Schlösser Lockwitz und Prohlis befan­den. Das Palais wurde zwi­schen 1872 und 1874 erbaut und zu Wohn- und Repräsentationszwecken genutzt. Bis 1912 befan­den sich die Büros der Königlich Preußischen Gesandtschaft im Palais, wel­ches dann von Friedrich August III. für sei­nen ältes­ten Sohn erwor­ben wurde. Kronprinz Georg bezog das Palais nach Umbauten. sen. Nach Umbauten bewohnte die­ser das Palais. Zwischen 1925 und 1931 wur­den Teilausstellungen der Gemäldegalerie im Palais Kap-​herr untergebracht.

Nach 1945

Im Zweiten Weltkrieg brannte das Palais Kap-​herr voll­stän­dig aus. Zwischen 1952 und 1955 fan­den trotz Protesten Abrissarbeiten sowie letzt­end­lich die Sprengung der Ruine statt, deren Reste 1959 end­gül­tig ent­fernt wurden.

Heutige Nutzung

Das Grundstück besteht heute aus Wiesen- und Straßenflächen.

Dresden: Vorwerk Auswik

Vorwerk Auswik

Bergstraße 56
01069 Dresden

Historisches

Auswik war eine Siedlung in der Nähe des Fritz-​Förster-​Platzes. Das Dorf wurde 1350 erst­mals urkund­lich erwähnt und als Erbgut ver­ge­ben. Das Vorwerk wurde 1408 sowie 1469 erwähnt. Unter ande­rem sind die Ratsherrengeschlechter Münzmeister, Buhlig und Bibrach in den Akten ver­zeich­net. Ein zum Gut gehö­ren­der stei­ner­ner Wachturm diente als Beobachtungsposten und war ein vor­ge­la­ger­ter Teil der Verteidigungsanlagen der Stadt.

1465 kam das Vorwerk Auswik in den Besitz des Dresdner Rates. Der Boden wurde wenig spä­ter an Bauern auf­ge­teilt. Die nicht mehr benö­tig­ten Gebäude fie­len bereits 1473 dem Abbruch zum Opfer.

An glei­cher Stelle wurde 1848 ein Gastlokal sowie nach­fol­gend 1915 das Postamt 32 erbaut.

Dresden: Vorwerk Knapsdorf

Vorwerk Knapsdorf

Standort: im alten Dorfkern
01109 Dresden

Historisches

1441 befan­den sich auf Rähnitzer Flur zwei Vorwerke. Das nie­dere wurde als Vorwerk Knapsdorf bezeich­net und gehörte bis 1310 dem Dresdner Hospital sowie nach­her zum Amt Moritzburg. 1547 wurde es unter Bauern auf­ge­teilt und auf­ge­löst. Eine andere Quelle berich­tet davon, dass das Vorwerk noch im 18. Jahrhundert bestan­den hat.

Die nach 1990 ange­legte Knapsdorfer Straße erin­nert an das Vorwerk.

Dresden: Vorwerk Friedersdorf

Vorwerk Friedersdorf

01108 Dresden OT Weixdorf

Historisches

1556 erwarb Christoph von Carlowitz ein Friedersdorfer Gut, nach­dem des­sen Besitzer Andrees die­ses wegen Überschuldung ver­kau­fen musste. 1618 erfolgte die Nennung als Vorwerk. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts hatte das Rittergut Hermsdorf die Grundherrschaft über Friedersdorf inne.

Dresden: Wasserburg Lausa

Wasserburg Lausa

Königsbrücker Landstraße 375
01108 Dresden OT Weixdorf

Historisches

Lausa wurde 1273 erst­mals urkund­lich erwähnt. Ursprünglich war  der Ort von meh­re­ren Teichen umge­ben und Standort einer Wasserburg, von der jedoch keine Spuren erhal­ten geblie­ben sind. Die ehe­ma­lige Wasserburg befand sich auf dem Turmhügel, der noch heute von einem was­ser­füh­ren­den Graben umge­ben ist.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage hin­ter der Kirche im Pfarrteich wurde 1960 unter Schutz gestellt.

Dresden: Waldschlösschen

Waldschlösschen

Radeberger Straße 60
01099 Dresden

Historisches

Erbaut wurde das Waldschlösschen im neo­go­ti­schen Stil von 1785 bis 1790 im Auftrag des ita­lie­ni­schen Grafen Camillo Marcolini für seine schot­ti­sche Ehefrau, die Baronesse Maria Anna O’Kelly, auf dem Gelände der Posernschen Kugelgießerei. 1836 erwarb die Brauereiaktiengesellschaft das Gelände und errich­tete elb­wärts die Waldschlösschen-​Brauerei. Bereits seit 1829 wurde im Waldschlösschen eine Schankwirtschaft betrie­ben. Das Gebäude wurde zu DDR-​Zeiten umgebaut.

Nachwendezeit

Das Waldschlösschen stand lange Jahre leer und war ent­spre­chend sanierungsbedürftig.

Heutige Nutzung

Mitte 2009 wurde das Waldschlösschen für 214.000 EUR erstei­gert. 2013 /​ 2014 erfolgte die denk­mal­ge­rechte Sanierung. Das Waldschlösschen ist heute Teil einer Klinik.

Dresden: Marcolinis Vorwerk

Marcolinis Vorwerk

Bautzner Straße 96
01099 Dresden

Historisches

Das Marcolini-​Vorwerk  wurde um 1764 als Eisen‑, Schmelz- und Gusswerk errich­tet und 1785 von Graf Camillo Marcolini erwor­ben. Dieser war Generaldirektor der Kunstakademie, Direktor der Porzellanmanufaktur Meißen, Oberstallmeister und Königlich-​Sächsischer Kabinettsmeister. Er betrieb im Vorwerk eine land­wirt­schaft­li­che Forschungsanstalt. Nach sei­nem Tod wech­selte das Vorwerk mehr­fach den Besitzer, unter denen es zu An- und Umbauten kam.

Nachwendezeit

1991 wurde das Anwesen von der Marcolinis Vorwerk GbR erwor­ben, restau­riert und gas­tro­no­misch genutzt.

Heutige Nutzung

Gastronomie

Dresden: Japanisches Palais

Japanisches Palais

Palaisplatz 11
01097 Dresden

Historisches

Das Palais geht auf ein Landhaus zurück, das 1715 von Matthäus Daniel Pöppelmann für Jakob Heinrich Graf von Flemming errich­tet wor­den war. Noch im glei­chen Jahr wurde es von dem hol­län­di­schen Gesandten Harsolde von Craneburg bezo­gen, der jedoch schon Ende Januar des Folgejahres ver­starb. Das Landhaus soll zunächst in Erinnerung an sei­nen Bewohner den Namen Holländischen Palais getra­gen haben, wobei es auch die Auffassung gibt, dass der damals nach hol­län­di­schem Vorbild ange­legte Garten zu der Benennung führte.

Bereits 1717 kam das Palais in den Besitz Augusts des Starken, der es für seine Kunst- und Porzellansammlungen nutzte. Im 1719 ver­an­stal­tete der Kurfürst im Palais das erste der soge­nann­ten Sieben Planetenfeste anläss­lich der Hochzeit sei­nes Sohnes mit der Kaisertochter Maria Josepha von Habsburg. Zwischen 1727 und 1733 fan­den unter Matthäus Daniel Pöppelmann, Zacharias Longuelune und Jean de Bodt umfang­rei­che Umbauarbeiten statt und das Landhaus wurde zu einer groß­zü­gi­gen Vierflügelanlage erwei­tert. Überwiegend auf­grund der fern­öst­li­chen Dachgestaltung wurde das Palais fortan Japanisches Palais genannt. Unter dem Sohn Augusts des Starken fan­den die Um- und Ausbauarbeiten zwi­schen 1738 und 1744 ihren Abschluss.

Im Siebenjährigen Krieg wurde das Palais schwer beschä­digt. Zwischen 1782 und 1786 wur­den Umbauten am Gebäude unter Graf Marcolini durch­ge­führt, um es künf­tig als Museum nut­zen zu kön­nen. Die Finanzierung ermög­lichte Ludwig Siegfried Graf Vitzthum von Eckstädt durch den Verkauf der rie­si­gen Brühlschen und Bünauschen Bibliotheken mit ins­ge­samt weit über 100.000 Bänden.

Seit 1786 diente das Japanische Palais der kur­fürst­li­chen Bibliothek, aus der spä­ter die Sächsische Landesbibliothek her­vor­ging, die im Japanischen Palais bis 1945 ver­blieb. Zwischen 1786 und 1887 war zusätz­lich die Antikensammlung im Palais unter­ge­bracht. Erneute Umbauten zur Optimierung der Ausstellungen und Museen erfolg­ten zwi­schen 1835 und 1836 unter Gottfried Semper sowie zwi­schen 1925 und 1935.

Nach 1945

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg fan­den zwi­schen 1951 und 1987 die Wiederaufbauarbeiten statt. Seit 1953 wurde das Japanische Palais durch das Landesamt für Archäologie Sachsen mit Landesmuseum für Vorgeschichte sowie das Museum für Völkerkunde genutzt. In den 1980er Jahren wurde der zum Palais gehö­rende Barockgarten wiederhergestellt.

Heutige Nutzung

Das Japanische Palais dient heute als Museum und beher­bergt nun­mehr das Museum für Völkerkunde und die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen.

Dresden: Jägerhof

Jägerhof

Köpckestraße 1
01097 Dresden

Historisches

An glei­cher Stelle befand sich vor­mals das Dresdner Augustinerkloster. Dieses wurde 1539 auf­ge­löst und bis 1546 abge­tra­gen. Kurfürst August ließ ab 1569 den Jägerhof als Vierflügelanlage im Renaissancestil errich­tet. Der Bau dau­erte bis 1617. Im Obergeschoss befand sich der Jägersaal, der dem kur­fürst­li­chen Hof zu Repräsentationszwecken diente. 1654 leb­ten im Jägerhof 40 Bären. Zwischen 1830 und 1877 wurde der Jägerhof vom Militär als Kavalleriekaserne genutzt. Nachdem die Kaserne in die Albertstadt ver­legt wurde, wur­den vom Jägerhof drei Flügel abge­ris­sen. Nur der Westflügel blieb erhal­ten. Darin war zeit­weise ein Armenhaus ein­ge­rich­tet. Ab 1911 wur­den Sanierungsarbeiten durch­ge­führt, mit die­sen wurde ein ansons­ten dro­hen­der Abriss ver­mie­den. 1913 zog dann das Landesmuseum für Sächsische Volkskunst ein.

Nach 1945

Im Februar 1945 wurde der Jägerhof durch einen Bombenangriff teil­weise zer­stört. Erhalten blieb das Erdgeschoss, der Rest des Gebäudes wurde anschlie­ßend wie­der auf­ge­baut. Schon im Dezember 1945 eröff­nete eine Weihnachtsausstellung. Das Volkskunstmuseum wurde im Jahr 1950 wiedereröffnet.

Heutige Nutzung

Seit 2005 ist neben dem ein­zi­gen Museum für Volkskunst in Deutschland auch die Puppentheatersammlung im Jägerhof unter­ge­bracht. 2010 erfolgte eine grund­le­gende Sanierung.