Hochkirch: Rittergut Wuischke

Rittergut Wuischke

Nr. 18
02627 Hochkirch OT Wuischke

Historisches

1472 bestand ein Vorwerk, wel­ches 1679 zum Rittergut erho­ben wurde. Das Herrenhaus Wuischke war 1580 unter Wolf von Muschwitz erbaut und 1680 unter Wolf Heinrich von Muschwitz umge­baut wor­den. 1695 erwarb George Rudolph von Schönfeldt das Rittergut. Es folg­ten wei­tere Besitzerwechsel, bis Ludwig Eduard Roux das Rittergut Wuischke 1826 erwarb. Unter ihm erfolg­ten Anbauten am Herrenhaus. 1881 erwarb Hermann Freiherr von Salza und Lichtenau das Rittergut von der Stadt Bautzen. Das Rittergut ver­blieb im Familienbesitz bis 1945.

Nach 1945

Die Enteignung der Witwe Elinor von Salza und Lichtenau erfolgte 1945. Von 1945 bis Ende 1947 haben im Herrenhaus Aus- und Umsiedler gewohnt. Bereits 1946 zogen die ers­ten Kinder ein und das Herrenhaus diente als Kinderheim. In den 1950er Jahren wurde das Kurheim vom Rat des Kreises, Bereich Jugendhilfe, über­nom­men. Später wurde das Gebäude aufgestockt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird immer noch als Kinder- und Wohnheim genutzt.

Hochkirch: Altes & Neues Herrenhaus Jauernick

Altes & Neues Herrenhaus Jauernick

Jauernick 1 (Neues Herrenhaus)
Jauernick 4 (Altes Herrenhaus)
02627 Hochkirch OT Jauernick

Historisches

Die Geschichte des Ritterguts Jauernick reicht ver­mut­lich bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 13. Jahrhundert soll sich hier ein Rittersitz befun­den haben, gesi­cherte urkund­li­che Nachweise feh­len jedoch für diese frühe Zeit. Der Ortsname Jauernick – sor­bisch Jawornik – ver­weist auf sla­wi­sche Wurzeln und lei­tet sich wahr­schein­lich vom Wort für Ahorn ab.

Der erste gesi­cherte Nachweis eines Ritterguts stammt aus dem Jahr 1650. Im 16. und 17. Jahrhundert befand sich das Gut im Besitz der Familie von Klüx, spä­ter folgte die Familie von Bolberitz. Von 1701 bis 1760 gehörte Jauernick der Familie von Gersdorff. Unter Johann Adolph von Gersdorff ent­stand 1737 das heu­tige Alte Herrenhaus.

1760 über­nahm die Familie Prenzel das Gut. Danach wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach, bis Friedrich Ernst Georg von Craushaar das Rittergut 1909 erwarb. Der spä­tere Kreishauptmann von Bautzen ließ zwi­schen 1909 und 1911 im Gutspark das Neue Herrenhaus als reprä­sen­ta­ti­ven Familiensitz errichten.

Eine beson­dere his­to­ri­sche Bedeutung erhielt das Alte Herrenhaus bereits am 13. Oktober 1758: Unmittelbar vor der Schlacht bei Hochkirch rich­tete der öster­rei­chi­sche Feldmarschall Leopold Joseph von Daun hier sein Hauptquartier ein. Am Rand des ehe­ma­li­gen Gutsparks befin­det sich zudem ein stei­ner­nes Malteserkreuz aus dem 16. Jahrhundert, das ursprüng­lich west­lich des Gutes stand und spä­ter an sei­nen heu­ti­gen Standort ver­setzt wurde.

Nach 1945

1945 wurde Harry von Craushaar im Zuge der Bodenreform ent­eig­net. Das Alte Herrenhaus erhielt ein Neubauer, wäh­rend das Neue Herrenhaus in Volkseigentum über­ging. Es diente zunächst als Schulungsheim, spä­ter als Kinderheim und zuletzt als Schule für behin­derte Kinder.

Nachwendezeit

Nach der poli­ti­schen Wende wurde das Neue Herrenhaus 1998 pri­va­ti­siert. Der neue Eigentümer ließ das Gebäude umfas­send sanie­ren und nutzt es seit­her zu Wohnzwecken.

Heutige Nutzung

Das Alte Herrenhaus ist bis­lang nur teil­weise bzw. nicht grund­le­gend saniert, wird jedoch bewohnt. Auch das Neue Herrenhaus befin­det sich in pri­va­ter Nutzung. Beide Gebäude prä­gen bis heute das his­to­ri­sche Ortsbild des klei­nen Weilers Jauernick, der gegen­wär­tig nur wenige Einwohner zählt.

Hochkirch: Schloss Sornßig

Schloss Sornßig

Sornßig Nr. 1
02627 Hochkirch OT Sornßig

Historisches

Vermutlich befand sich bereits 1225 ein Herrensitz in Sornßig. Der erste nament­lich bekannte Besitzer war Wernerus de Zuric (Sornzic?). Er und seine Nachkommen hat­ten das Gut nie zu einem bedeu­ten­den Rittergut aus­ge­baut, Wirtschaftsgebäude feh­len. 1773 wurde das Gut an Johann Gottlob Schenk ver­kauft. Das Herrenhaus ent­stand zu Beginn des 19. Jahrhunderts und wurde 1898 teil­weise im Renaissancestil zu einem Schloss umge­baut. Der letzte Besitzer des Rittergutes war Freiherr Ernst von Salza und Lichtenau, der 1926 ver­starb. Seine Familie lebte noch bis 1945 auf dem Rittergut.

Nach 1945

Barbara Freifrau von Salza und Lichtenau wurde 1945 ent­eig­net und ver­trie­ben. Von 1945 bis 1990 war im Schloss ein Kinderkurheim unter­ge­bracht und dem Rat der Stadt Dresden unter­stellt. Aus wirt­schaft­li­chen Gründen, die auf zu gerin­ger Platzkapazität basier­ten, musste es geschlos­sen wer­den und ging mit dem Ende der DDR an die Treuhand über.

Nachwendezeit

Seit 1998 befin­det sich das Schloss in Privatbesitz. 2001 wurde der Schlossförderverein Sornßig e. V. gegründet.

Heutige Nutzung

Im Schloss ste­hen Räume für Feiern und Veranstaltungen sowie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem leben die Besitzer hier.

Hoyerswerda: Schloss Hoyerswerda

Schloss Hoyerswerda

Schlossplatz 1
02977 Hoyerswerda

Historisches

Im 13. Jahrhundert wurde eine Wasserburg gegrün­det, die 1272 mit Hoyer von Vredeberg als Burgherr erwähnt wurde. Noch im glei­chen Jahrhundert wurde diese Wasserburg mehr­fach zer­stört und dar­auf­hin umge­baut. 1357 war sie böh­mi­sches Krongut und erlebte nach­fol­gend wech­selnde Grundbesitzer, zu denen Thimo von Colditz und Benesch von Duba gehör­ten. Friedrich von Schönburg über­nahm die Burg 1461. 1467 /​ 1468 wurde sie durch einen Brand zer­stört; im Jahr dar­auf began­nen die Erneuerungs- und Umbauarbeiten. Exakt ein Jahrhundert spä­ter war Heinrich von Maltitz Besitzer, 1582 Seyfried von Promnitz. Während des 16. Jahrhunderts bestand die Burg vor­nehm­lich aus Holz und Fachwerk. Ein Brand im Jahre 1589 hatte daher leich­tes Spiel bei der kom­plet­ten Zerstörung, der ein Neuaufbau im Renaissancestil 1592 folgte.

Die Herren von Ponickau besa­ßen das Schloss, das im Dreißigjährigen Krieg geplün­dert und aus­ge­brannt wurde, Anfang des 17. Jahrhunderts. Zur Mitte hin über­nahm Johann Georg I. den Bau und ver­an­lasste die Umgestaltung zu einem Lustschloss. Die Reichsfürstin Katharina von Teschen, Mätresse Augusts des Starken, erhielt Schloss Hoyerswerda 1705 und ließ umfang­rei­che und prä­gende Um- und Anbauten durch­füh­ren. August III. kaufte die Schlossanlage 1737 zurück. Bereits 1781 ging sie in kom­mu­na­les Eigentum über. 1813 besuchte Napoleon das Schloss. Nach Ende der Napoleonischen Kriege fiel das Schloss Hoyerswerda an Preußen und diente als Sitz der Steuer- und Finanzverwaltung sowie als Amtsgericht und Gefängnis.

Nach 1945

Nach dem Krieg wurde das Schloss zunächst als Sitz der sowje­ti­schen Militäradministration genutzt. 1952 wur­den das Heimatmuseum ein­ge­rich­tet und der Schlossgarten umge­stal­tet. Zu DDR-​Zeiten waren zudem das Gericht und ein Jugendclub im Schloss Hoyerswerda untergebracht.

Nachwendezeit

Bis 1998 erfolgte die umfas­sende Sanierung des gesam­ten Schlosskomplexes. Auch der was­ser­füh­rende Graben wurde umge­stal­tet. Das Gericht zog aus.

Heutige Nutzung

Im Schloss sind nach wie vor das Heimatmuseum und zusätz­lich das Stadtarchiv unter­ge­bracht. Schloss Hoyerswerda ist durch den angren­zen­den Zoo von außen nur ein­ge­schränkt zugänglich.
(Fotos: Januar 2023)

Hochkirch: Rittergut Plotzen

Rittergut Plotzen

02627 Hochkirch OT Plotzen

Historisches

Das Rittergut wurde frü­her als Mannlehngut bezeich­net. Bis 1602 befand sich das Gut in Besitz des Christoph von Gersdorff. Kurz nach dem Verkauf wurde es auf meh­rere Besitzer auf­ge­teilt. Nach dem Freikauf der zum Gut gehö­ren­den Bewohner ver­lor es alle Eigenschaften eines Rittergutes. Ab 1641 besaß Metzrad auf Niederottenhain, spä­ter von Ingenhaeff, ab 1840 von Metzsch das Rittergut. Nachdem die Gebäude ver­fal­len waren, wur­den sie noch vor 1900 abge­tra­gen. Das Gut ist nicht mehr existent.

Haselbachtal: Rittergut Bischheim

Rittergut Bischheim

Am Park 1, 3, 5, 7, 9, 11
01920 Haselbachtal OT Bischheim

Historisches

Cunradus de Bischofesheim konnte bereits 1225 nach­ge­wie­sen wer­den. Als Herrensitz wurde Bischheim erst einige Jahre spä­ter, kon­kret 1287, unter Frisco de Bischoffheim beur­kun­det. Der Herrensitz befand sich 1313 in den Händen einer Seitenlinie der Herren von Kamenz. Von 1382 bis 1438 besa­ßen ihn die Herren von Kamenz selbst. Um 1600 befand sich das Gut im Besitz der Familie von Schönberg. Die Erhebung zum Rittergut erfolgte 1623. Das Herrenhaus mit­samt dem Rittergut brannte 1665 ab.

Der Park wurde im eng­li­schen Stil ange­legt und dient gele­gent­lich als Veranstaltungsfläche. Die Sandsteinstatue “Flora” aus dem 18. Jahrhundert ist die ein­zig noch erhal­tene Plastik.

Nach 1945

Das Herrenhaus brannte im Frühjahr 1945 ab. Später wur­den die Überreste abge­tra­gen. Das Rittergutsgelände unter­lag der Bodenreform, wurde ent­eig­net und auf­ge­teilt. Aus den Gutsgebäuden ent­stan­den Bauernhöfe.

Heutige Nutzung

Die meis­ten Gutsgebäude sind zu Wohngebäuden umge­baut, der groß­zü­gige Rittergutspark ist öffent­lich und vor allem zur Rhododendronblüte empfehlenswert.

Hochkirch: Rittergut Wawitz

Rittergut Wawitz

Nr. 4
02627 Hochkirch OT Wawitz

Historisches

Das Rittergut gehörte 1525 dem Herrn von Klüx. Bestanden hat das Rittergut bereits frü­her und es erlebte einige Besitzerwechsel. 1560 wurde das Rittergut Wawitz ver­kauft, 1564 ging die eine Hälfte des Rittergutes an die Familie von Gersdorff, die andere Hälfte an die Familie von Metzradt. 1597 kaufte Christoph von Nostitz von Hans von Schlichting das Gut, der es vor­her beses­sen hatte. 1605 ging es an die Familie von Loeben über.

1614 wurde das Rittergut wie­der an die Familie von Klüx ver­kauft. 1771 kam das Rittergut durch Verkauf  an Christoph Heinrich Schmidt und 1780 an Johann Pauli. Dieser setzte 1806 das Männerhospital in Bautzen zum Universalerben ein. 1827 kauf­ten sechs Bauern die Ländereien des Ritterguts erb­pacht­weise. Das Restgut befand sich zuletzt bis 1945 im Besitz der Familie Kubitz. Das Herrenhaus wurde unter Nutzung älte­rer Bausubstanz um 1900 erbaut.

Nachwendezeit

1992 wurde das Herrenhaus in Privatbesitz verkauft.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt, im Wirtschaftsgebäude  hat sich ein Bauunternehmen angesiedelt.

Haselbachtal: Rittergut Obergersdorf

Rittergut Obergersdorf

Obergersdorfer Straße 18
01920 Haselbachtal OT Gersdorf

Historisches

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wur­den 1648 durch die Herren von Theler auf Wohla die Vorwerke in Niedergersdorf sowie Obergersdorf gebil­det. 1684 wurde der Ort Gersdorf in Ober- und Niedergersdorf geteilt. Obergersdorf kam an die Herren von Theler auf Rehnsdorf.  1833 ver­kaufte Karl Samuel Obendorfer das Rittergut Obergersdorf sei­nem Sohn Carl Friedrich Obendorfer. Unter die­sem wurde das bereits bestehende Herrenhaus umge­stal­tet. 1873 erwarb Carl Paul von Hartmann das Rittergut.

Nach 1945

Das Rittergut Obergersdorf wurde im Rahmen der Bodenreform nicht auf­ge­teilt, da es zu klein war.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren wurde das Rittergut von einer Baufirma erwor­ben und saniert.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist saniert und wird bewohnt.

Hochkirch: Herrenhaus Lehn

Herrenhaus Lehn

Nr. 28/​28a/​28b
02627 Hochkirch OT Lehn

Historisches

Die erste urkund­li­che Erwähnung erfolgte bereits 1438 und die Besitzer wech­sel­ten im Laufe der Zeit oft. Caspar von Klüx ver­äu­ßerte das Rittergut Lehn 1560 an Hans von Borau. Gottlob Ehrenreich von Gersdorff hatte das Rittergut 1691 von sei­nem Vater geerbt. Wann genau das Herrenhaus erbaut wurde, ist nicht genau nach­weis­bar. Möglicherweise ent­stand es 1729, viel­leicht aber auch erst in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Johann Christoph Prenzel hatte das Rittergut Lehn 1760 erstan­den. Unter ihm wurde das bis­he­rige Lehngut in ein Erbgut umge­wan­delt. Der Grundbesitz wurde an Ferdinand Traugott Prenzel ver­erbt, der 1795 in den Reichsadelsstand erho­ben wurde und nun den Beinamen von Buchenfeld trug. 1909 gelangte das Rittergut Lehn für kurze Zeit an die Familie  von Salza und Lichtenau. Es folg­ten bür­ger­li­che Besitzer. Seit 1942 wurde in Lehn Vollblutzucht betrieben.

Nach 1945

Die Bodenreform wurde auf dem Rittergut Lehn zwar nicht voll­zo­gen, doch 1953 wur­den die Besitzer den­noch ent­eig­net. Die Vollblutzucht wurde fort­ge­führt. Zu DDR-​Zeiten befand sich eines der fünf Gestüte des Landes auf dem ehe­ma­li­gen Rittergut Lehn. Das Herrenhaus diente als Mehrfamilienwohnhaus.

Nachwendezeit

Das Rittergut wurde an die Erben des letz­ten Besitzers zurück­ge­ge­ben. 2005 wurde das Gestüt auf­ge­löst. Das Herrenhaus wurde nach eini­ger Zeit Leerstand im März des Jahres 2010 in Privatbesitz ver­kauft. Die Konzept sieht eine teil­weise pri­vate Nutzung vor. Außerdem soll das Gestüt wie­der­be­lebt werden.

Haselbachtal: Rittergut Niedergersdorf

Rittergut Niedergersdorf

Mühlweg 8
01920 Haselbachtal OT Gersdorf

Historisches

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wur­den 1648 durch die Herren von Theler die Vorwerke in Niedergersdorf sowie Obergersdorf gebil­det. 1684 wurde der Ort Gersdorf in Ober- und Niedergersdorf geteilt. Niedergersdorf ver­blieb bei den Herren von Theler. Das Vorwerk wurde 1684 zum Rittergut erho­ben und befand sich bis 1764 im Besitz der Herren von Theler. In jenem Jahr ging es an Adolph Burchard Christoph von Schiebell über. Seit 1871 bis nach 1925 besaß die Familie von Zenker das Rittergut Niedergersdorf. Letzter Besitzer war die Familie Rimpeau.

Nach 1945

Aufgrund sei­ner zu gerin­gen Größe wurde das Rittergut Niedergersdorf im Rahmen der Bodenreform nicht auf­ge­teilt. Die Landwirtschaftsflächen muss­ten spä­ter den­noch in die ört­li­che LPG ein­ge­bracht werden.

Nachwendezeit

Nach der poli­ti­schen Wende erhie­len die Erben der Familie Zenker das Rittergut zurück.

Heutige Nutzung

Das sanierte Herrenhaus befin­det sich in Privatbesitz und wird als Wohnraum genutzt.