Colditz: Rittergut Leisenau

Rittergut Leisenau

Rittergutsring 4
04680 Colditz OT Leisenau

Historisches

Das Rittergut Leisenau ist erst­mals 1548 urkund­lich belegt. Es erlebte im Laufe sei­nes Bestehens mehr­fa­che Besitzerwechsel. Zu den min­des­tens 17 Eigentümern zähl­ten 1547 Hermann von Hoff, spä­ter die Familie von Birckholz, die Familie von Bünau, die Familie von Pistorius und die Familie von Bölzig. Seit 1830 befand sich das Rittergut Leisenau in bür­ger­li­cher Hand. Bereits vor 1924 erwarb Dr. Fritz Drewes das Anwesen. Unter Theodor Hohn erfolg­ten um 1900 Umbauten.

Nach 1945

Nach der Enteignung wurde das Land an Neubauern auf­ge­teilt. Deren Vorhaben einer gemein­schaft­li­chen Bewirtschaftung wurde jedoch unter­sagt. Das Herrenhaus wurde teil­weise um 1948 abge­bro­chen, an die­ser Stelle ent­stand ein als Kultursaal genutz­ter Anbau. Der Rest wurde zu Wohnzwecken genutzt. In den 1970er Jahren fan­den wei­tere Umbauten am Herrenhaus statt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt, Wirtschaftsgebäude sind eben­falls noch vor­han­den. Der ehe­ma­lige Kultursaal wird durch den Ortschaftsrat genutzt.

Colditz: Burg & Schloss Colditz

Burg & Schloss Colditz

Schlossgasse 1
04680 Colditz

Historisches

Für das Jahr 1046 ist eine Ersterwähnung eines Burgwards in einer Schenkungsurkunde bezeugt. Aus einer zwei­ten Schenkungsurkunde von 1084 geht als neuer Besitzer Wiprecht von Groitzsch her­vor, der den Ausbau zur Burg vor­an­trieb. Im 12. Jahrhundert gelangte die Burg Colditz an Thimo I. von Colditz, wel­cher den Besitz als Lehen an den böh­mi­schen König über­trug. Der Meißner Markgraf Wilhelm der Einäugige erwarb einen Teil der Colditzer Herrschaft 1396 und einen wei­te­ren Teil der Colditzer Herrschaft 1404. 1429 wurde die Burg durch die Hussiten zer­stört und 1464 unter Kurfürst Ernst wie­der aufgebaut.

Die Burg Colditz erlitt in einem Stadtbrand, ver­ur­sacht durch einen Bäcker, im Jahre 1504 schwere Schäden. Ab 1506 und nach 1520 wurde die Burg Colditz in zwei Bauphasen im Stil der frü­hen Renaissance umge­baut und erwei­tert. 1566 beauf­tragte Kurfürst August wei­tere Umbauten, um das Schloss als Wohnschloss zu nut­zen, doch die Arbeiten began­nen erst 1582. Unter Kurfürst Christian I. wurde der Bereich des Zwingers zu Lustgärten ausgebaut.

Kurfürstin Sophie nutzte Schloss Colditz zwi­schen 1602 und 1620 als Witwensitz und führte die Baumaßnahmen fort. Unter ande­rem ent­stand in ihrem Auftrag ein Weinberg mit einer Treppenanlage und meh­re­ren Grotten. Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, oft­mals bes­ser bekannt als August der Starke, nutzte als letz­ter säch­si­scher Herrscher Schloss Colditz für seine Jagdgesellschaften. 1787 wurde das Inventar ver­kauft und 1800 der Tiergarten in einen Staatsforst umgewandelt.

Ab 1803 wurde das Schloss als Arbeitshaus genutzt. Hier soll­ten Randgruppen der Gesellschaft zur Arbeit erzo­gen wer­den. 1829 erfolgte eine Umnutzung als Landesversorgungsanstalt für unheil­bar Geisteskranke. Der wohl bekann­teste Patient war Ludwig Schumann, ein Sohn Robert Schumanns. Anstelle der Stall- und Wirtschaftsgebäude wurde 1864 ein Krankenhaus-​Neubau errich­tet. Die Landespflegeanstalt schloss 1924. Ab 1926 wurde im Schloss Colditz die ein­zige in Sachsen exis­tie­rende Landeskorrektionsanstalt ein­ge­rich­tet. Hier wur­den über­wie­gend mehr­fach ver­ur­teilte Bettler und Landstreicher untergebracht.

Von 1933 bis 1934 erfolgte unter den Nationalsozialisten eine Umnutzung des Schlosses als Schutzhaftlager. Von 1936 bis 1937 diente Schloss Colditz als Lager des Reichsarbeitsdienstes und ab 1938 wie­der als Landes-​Heil- und Pflegeanstalt mit einer zwei­fel­haf­ten Umsorgung der Patienten. Ab Herbst 1939 wurde ein Kriegsgefangenenlager für Offiziere ein­ge­rich­tet. Im April 1945 gelang die Befreiung der Insassen durch ame­ri­ka­ni­sche Soldaten.

Schon 1523 gab es einen Tiergarten, wel­cher direkt an Schloss Colditz angrenzte und einer der ers­ten Tiergärten über­haupt in Deutschland war. Unter Kurfürst Christian I. wurde er 1587 und 1591 erwei­tert. In ihm lebte Damwild und Rotwild, wel­ches in eige­nen Jagden geschos­sen wurde. 1591 began­nen Bauarbeiten für ein Lusthaus, wel­ches von einer Vielzahl von Teichen, Wasserspielen und einem Küchengebäude umge­ben war. 1624 wurde der Tiergarten unter Johann Georg I. noch ein­mal erwei­tert. Ab 1800 wurde der Tiergarten zum Staatsforst umge­wan­delt. Das Lusthaus wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

Das Fürstenhaus stammt aus der Bauzeit zwi­schen 1460 und 1520. Die Schlosskapelle basiert auf einem Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert. Das stadt­sei­tige Torhaus stammt aus dem frü­hen, die Steinbrücke aus dem spä­ten 16. Jahrhundert und das Beamtenhaus wurde 1603 unter Sophie von Brandenburg als Hofapotheke erbaut.

Nach 1945

Nach der Befreiung 1945 diente Schloss Colditz im Herbst des glei­chen Jahres als Internierungslager für ent­eig­nete und ver­trie­bene Gutsbesitzer und deren Familien. Ab 1946 war im Schloss ein Krankenhaus unter­ge­bracht.  Zu DDR-​Zeiten gab es erste Besuche ehe­ma­li­ger Kriegsgefangener. Darüber hin­aus besuch­ten unge­wöhn­lich viele bri­ti­sche Touristen zu DDR-​Zeiten das Schloss; Schloss Colditz war in Großbritannien als Colditz Castle  durch­aus bekannt.

Nachwendezeit

Das Krankenhaus zog 1996 aus. Es folg­ten umfang­rei­che Sanierungen durch den Freistaat Sachsen. Seit 2003 gehört Schloss Colditz zu den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen. 2007 eröff­nete eine Jugendherberge und 2010 die Landesmusikakademie Sachsen. Von 2013 bis 2015 wurde die Schlosskapelle restauriert.

Heutige Nutzung

In Schloss Colditz befin­den sich unter ande­rem das Fluchtmuseum, eine Jugendherberge und die Landesmusikakademie Sachsen.

Bodendenkmalschutz

Die ursprüng­li­che Burg ist durch das Schloss voll­stän­dig über­baut. Das Burgareal steht seit 1974 als Bodendenkmal unter Schutz.

Colditz: Rittergut Hausdorf

Rittergut Hausdorf

Unterdorf Nr. 5
04680 Colditz OT Hausdorf

Historisches

Das Rittergut wurde 1548 urkund­lich erst­mals erwähnt. Es befand sich 1508 im Besitz von Hans von Schönberg. 1615 kam es an die Familie von Pflugk, die es 1717 erneut erwarb, nach­dem zwi­schen­zeit­lich 1681 die Familie von Lindenau in den Besitz des Rittergutes gekom­men war. Weitere Besitzer waren ab 1724 die Familie von Ende, 1764 J. G. Spillner und ab 1784 die Familie Bonacker, unter der 1818 das Herrenhaus erbaut wor­den war. Die Bonackers waren noch 1925 als Besitzer ver­zeich­net und ver­kauf­ten das Rittergut in den 1930er Jahren.

Nach 1945

Das Rittergut Hausdorf fiel nicht unter die Bodenreform. Zu DDR-​Zeiten ver­fie­len jedoch die Gebäude zuse­hens. Das Dach einer Scheune stürzte ein.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus steht seit den 1990er Jahren leer. Das Torhaus wurde zwi­schen­zeit­lich abge­tra­gen und die Scheune zu einem Wohnhaus umgebaut.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht nach wie vor leer und befin­det sich mitt­ler­weile in einem bau­lich sehr bedenk­li­chen Zustand.

Frohburg: Vorwerk Röthigen

Vorwerk Röthigen

04654 Frohburg

Historisches

Röthigen wurde erst­mals 1350 urkund­lich erwähnt. Die Nennung eines Vorwerks datiert auf das Jahr 1696. Zuletzt wurde das Vorwerk Röthigen 1875 genannt. Bei Röthigen han­delt es sich heute um eine Ortswüstung im west­li­chen Flurbereich von Frohburg.

Lossatal: Rittergut Voigtshain

Rittergut Voigtshain

Alte Dorfstraße 12
04808 Lossatal OT Voigtshain

Historisches

Zu den Besitzern des Guts seit dem 17. Jahrhundert zähl­ten unter ande­rem die Familien von Lüttichau und von Heßling. 1772 ver­kaufte Hans Georg von Lüttichau das Rittergut an August Gottfried Heßling. Unter die­sem wurde bis 1775 das Herrenhaus erbaut. 1884 erwarb Adolf von Schönberg das Rittergut Voigtshain. 1932 wurde das Rittergut wie­der ver­kauft, der bis­he­rige Pächter Curt Rahn über­nahm den Hof.

Nach 1945

Curt Rahn wurde 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde durch die LPG als Verwaltungssitz genutzt und die Flächen des Ritterguts der LPG angegliedert.

Nachwendezeit

2004 wurde von pri­vat mit der Sanierung im Außenbereich begon­nen. 2007 erfolgte ein wei­te­rer Verkauf an pri­vat und die Schenkung an die Tochter der Familie.

Heutige Nutzung

Die Eigentümer bewoh­nen das Herrenhaus und bauen es nach und nach aus. Scheune und Ställe wer­den heute eben­falls bewohnt.

Lossatal: Schloss Thammenhain

Schloss Thammenhain

Am Wildpark 4
(vor­mals Thomas-​Müntzer-​Straße 4)
04808 Lossatal OT Thammenhain

Historisches

Das Schloss geht auf eine Wasserburg zurück, wel­ches um 1480 unter Einbeziehung der Reste der Wasserburg umge­baut wurde. Ein Lehnbrief aus dem Jahr 1462 ist das älteste bekannte Schriftstück, wel­ches vom Gutsbesitz zeugt und Dietrich und Hans von Körbitz als Besitzer aus­weist. Nachfolgend gehörte es den Familien von Breitungen und von Stentzsch. 1522 wurde es an Eberhard von Lindenau über­tra­gen. Für 1551 ist die erste urkund­li­che Nennung als Rittergut belegt.

Nach 1612 gelangte das Schloss an die Familien von Loss, von Drederlohe (Brederlohe?) und von Freywald. Im 17. Jahrhundert erfolgte ein Ausbau des Vorgängerbaus. Seit 1666 war das Rittergut Thammenhain im Besitz der Familie von Schönberg und ver­blieb in deren Familienbesitz über meh­rere Generationen und über meh­rere Seitenlinien. Zwischen 1711 und 1713 wurde für Hans Dietrich von Schönberg eine Hofkirche erbaut. Die Familie von Schönberg ließ 1735 die Orangerie errich­ten sowie drei Jahre dar­auf den Barockgarten anle­gen. Nach 1788 wur­den die alten Wallgräben ver­füllt, der Barockgarten umge­stal­tet sowie die Brennerei umge­baut. Nach einem Brand wurde zudem ein neues Rittergutsgebäude erbaut. Ab 1890 erhielt das Schloss nach Umbauarbeiten seine heu­tige Gestalt. Das um 1900 umge­baute alte Lehngericht wurde mit dem Schloss durch einen Übergang verbunden.

Nach 1945

1945 wurde die Familie von Schönberg ent­eig­net. Die Schlosskirche wurde 1949 abge­tra­gen, das Rittergutsgelände unter Neubauern auf­ge­teilt, obgleich meh­rere Gebäude abge­ris­sen wur­den. Das Bistum Meißen erhielt Schloss Thammenhain 1949 über­tra­gen, wel­ches zu die­sem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren als Kinderheim genutzt wurde. In einem der Nebengebäude wurde zusätz­lich ein Altenheim ein­ge­rich­tet. Das Kinderheim zog 1970 aus.

Nachwendezeit

Bis zum Jahr 2000 wurde das Schloss als Altenheim genutzt und dazu ent­spre­chend umge­baut. In jenem Jahr erwarb die Familie von Schönberg Schloss Thammenhain zurück. Der jet­zige Eigentümer lebte bis zu sei­nem fünf­ten Lebensjahr im Schloss.

Heutige Nutzung

Schloss Thammenhain ist saniert, steht für Feierlichkeiten zur Verfügung und dient ebenso Wohnzwecken.

Lossatal: Wasserburg & Schloss Dornreichenbach

Wasserburg & Schloss Dornreichenbach

Philipp-​Müller-​Platz 4 (Schloss)
Philipp-​Müller-​Platz 3 (Rittergut)
04808 Lossatal OT Dornreichenbach

Historisches

Das Rittergut wurde erst­mals 1551 urkund­lich erwähnt, bestand aber offen­bar bereits in der ers­ten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wur­den die Herren von Schleinitz als wohl erste Besitzer genannt. 1450 wurde das Gut an Heinrich von Berndorf ver­kauft. Nach 1472 kam es in den Besitz der Familie von Mordeisen, bei der es bis zur Hälfte des 18. Jahrhunderts ver­blieb. Unter ihr ent­stand 1665 das Schloss.

1819 kam das Rittergut Dornreichenbach an die Brüder Schmiedel, von denen es an den Grafen Vitzthum von Eckstädt ver­kauft wurde. Nach den Herren von Minckwitz befand sich das Schloss von 1932 bis 1945 im Besitz von Max Drechsel. Es wurde 1882 und 1883 im neo­ba­ro­cken Stil umge­baut. Zum Rittergut gehör­ten ursprüng­lich neben dem Wirtschaftshof ein Brauhaus, eine Schmiede, zwei Steinbrüche und gut zwei Dutzend Teiche, außer­dem wurde exten­siv Schafhaltung betrieben.

Nach 1945

Max Drechsel wurde 1945 ent­eig­net. Das Schloss wurde nach­fol­gend bis 1990 als Frauenklinik und Seniorenheim genutzt.

Nachwendezeit

Nach der poli­ti­schen Wende wurde das Schloss grund­le­gend saniert. Es befin­det sich seit 2006 in Privatbesitz. Im Frühjahr 2015 war der Verkauf für 398.000 € angestrebt.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird als Wohnsitz genutzt. Das Rittergut wurde saniert. Es bie­tet Wohnraum und Räumlichkeiten zur Anmietung von Feiern sowie ein klei­nes Eiscafé.
(Stand: August 2020)

Bodendenkmalschutz

Dem Schloss ging eine Wasserburg als Vorgängerbau vor­aus. Von ihm ist nichts mehr erhal­ten, sie wurde mit dem Inspektorenhaus über­baut. Schutz als Bodendenkmal genießt die Wasserburg seit Ende 1973.

Lossatal: Wasserburg & Schloss Kühnitzsch

Wasserburg & Schloss Kühnitzsch

Schlosshof 1
04808 Lossatal OT Kühnitzsch

Historisches

Um 1203 ent­stand ein Herrensitz unter Otto de Kinz mit Wassergraben, bei dem es sich um eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg han­delte. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich das Rittergut Kühnitzsch im Besitz der Familien von Kyntzsch, von Plaußig und von Holzendorf. Außerdem sind als Eigentümer in der spä­te­ren Zeit die Familien von Wuthenau und von der Planitz bekannt. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert unter Einbeziehung der Reste der Wasserburg errichtet.

Im frü­hen 18. Jahrhundert erfolg­ten Umbauten unter Johann Georg von Ploetz. Zu jener Zeit ent­stan­den eben­falls die Schlosskirche und ein Schlossturm. Die Familie von Ploetz war von 1661 bis 1782 im Besitz des Ritterguts Kühnitzsch. Ludwig Freiherr von Kalitsch erwarb das Rittergut 1822. Weitere Um- und Ausbauten folg­ten 1842 und um 1870. 1908 ver­erbte Erich Freiherr von Kalitsch das Anwesen sei­nem Neffen Lothar, wel­cher wie­derum Hanns Freiherr von Seckendorff-​Gudent als Erben auserkor.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung und die Aufteilung des Ritterguts an Neubauern. Das Schloss wurde zu Wohnraum, Schule und Kindergarten umfunktioniert.

Nachwendezeit

1991 und 1992 erfolg­ten umfang­rei­che Sanierungsarbeiten an der Außenhülle. Bis 2005 waren eine Förderschule und eine Kindertagesstätte im Schloss ansäs­sig. Nach 2006 wurde das Schloss an einen bay­ri­schen Bauunternehmer verkauft.

Heutige Nutzung

Schloss Kühnitzsch steht leer.

Lossatal: Herrensitz Lüptitz

Herrensitz Lüptitz

04808 Lossatal OT Lüptitz

Historisches

Lüptitz wurde erst­mals schrift­lich 1185 als Herrensitz unter Cunradus de Luptiz erwähnt. Der Herrensitz bestand nur für kurze Zeit. Weiterführende Informationen lie­gen bis dato nicht vor.