Stauchitz: Schloss Seerhausen

Schloss Seerhausen

Am Park
01594 Stauchitz OT Seerhausen

Historisches

Das Schloss ging aus einer frü­he­ren Wasserburg her­vor und befand sich bis 1688 im Besitz der Familie von Schleinitz. Die erste Anlage des Schlossparks erfolgte bereits 1695 nach hol­län­di­schem Vorbild. Thomas Fritsch erwarb das Rittergut Seerhausen 1726. Es ver­blieb bis 1945 in Familienbesitz. Thomas Fritsch war als Jurist maß­geb­lich am Frieden von Hubertusburg betei­ligt. 1774 wurde der Schlosspark im fran­zö­si­schen Stil umge­stal­tet und im 19. Jahrhundert im Sinne der Romantik ver­än­dert. Das Schloss ent­stand zwi­schen 1871 und 1873 unter Carl Anton Emil Freiherr von Fritsch.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung von der Freiherren und Freifrauen von Fritsch. Alexandrine und Ingeborg wur­den erschos­sen, Hugo starb nach sei­ner Deportation nach Rügen und Karlo beginn Suizid. Alexander Freiherr von Fritsch und zwei sei­ner Kinder über­leb­ten. Schloss Seerhausen wurde 1949 gesprengt, um Baumaterial zu gewin­nen. Der Schutthaufen wurde erst 1974 beseitigt.

Heutige Nutzung

Die Wirtschaftsgebäude des Rittergutes sind erhal­ten. Ebenso ist die Schlosskapelle erhal­ten, wel­che zwi­schen 1677 und 1679 erbaut und im 19. Jahrhundert umge­stal­tet wor­den war. Der Schlosspark wird durch eine Interessengemeinschaft gepflegt.

Schönfeld: Wasserburg & Schloss Linz

Wasserburg & Schloss Linz

Im Schlosspark
01561 Schönfeld OT Linz

Historisches

Um 1200 ent­stand eine Burganlage, die mit einem was­ser­füh­ren­den Wallgraben umge­ben wurde. Linz sel­ber wurde 1220 als Lince erst­mals erwähnt. 1581 ließ der Herr von Polenz die Wasserburganlage zum Schloss umge­stal­ten.  Vermutlich erfolg­ten im 18. Jahrhundert wei­tere Umbauten. Nach 1860 wur­den durch Freiherr von Palm Umbauten im neu­go­ti­schen Stil in Auftrag gege­ben. Das Schloss ver­fügte über drei Vollgeschosse und einen Rundturm.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung und Schloss Linz wurde zur Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene umge­nutzt. Obwohl sich Schloss Linz bau­lich in einem guten Zustand befand, wurde es 1948 zur Gewinnung von Baumaterial abge­tra­gen. Somit wur­den die ein­ge­rich­te­ten Notwohnungen geschlossen.

Heutige Nutzung

Es ist noch der ehe­ma­lige Wassergraben mit zwei Bogenbrücken vor­han­den, ebenso das unter­kel­lerte Fundament des Schlosses, wel­ches sich fes­tungs­ar­tig mit­ten im Gewässer befin­det. Der Schlosspark ist nur noch ansatz­weise erkenn­bar. Der Wirtschaftshof des ehe­ma­li­gen Rittergutes exis­tiert noch.

Stauchitz: Rittergut Grubnitz

Rittergut Grubnitz

Zum Jahnatal 3
01594 Stauchitz OT Grubnitz

Historisches

1350 wurde im Dorf ein Herrensitz erwähnt, der bis 1464 als Vorwerk zu Ragewitz gehörte. Seit die­ser Zeit befand es sich im Besitz der Familie von Schleinitz. Unter Georg von Schleinitz, Besitzer von 1464 bis 1501, wurde das Vorwerk zum Rittergut erho­ben. Die Familie von Schleinitz ver­kaufte das Rittergut 1662 an Fabian von Utenhofen. Der nach­fol­gende Besitzer, die Herren Sahrer von Sahr, ver­kauf­ten das Rittergut 1674 an die Familie von Zeidler. Diese ver­äu­ßerte es 1734 an die Familie von Trützschler. Weitere Besitzer waren, iden­tisch mit Ragewitz, ab 1772 Christoph Dietrich von Plötz, ab 1786 die Familie von Pfister, ab 1854 der Freiherr von Ferber und ab 1920 Anna von Carlowitz. Grubnitz diente ins­be­son­dere seit 1856 als Wirtschaftshof des Ritterguts Ragewitz.

Nach 1945

Nach der Enteignung von Anna von Carlowitz wurde eine Hälfte des Herrenhauses abge­ris­sen, ebenso das Torhaus und meh­rere Wirtschaftsgebäude. Das Herrenhaus diente bis in die 1980er Jahre als Kreisdirektion für Straßenwesen.

Nachwendezeit

Bis 1994 erfolgte eine wei­tere Verwaltungsnutzung des Herrenhauses Grubnitz. Im Jahr 2000 wurde das Herrenhaus an pri­vat verkauft.

Heutige Nutzung

Der noch vor­han­dene Teil des Herrenhauses Grubnitz befin­det sich in Privatbesitz und wird bewohnt.

Glaubitz: Wasserburg & Schloss Glaubitz

Wasserburg & Schloss Glaubitz

Zum Heim 3
01612 Glaubitz

Historisches

Mündliche Überlieferungen erzäh­len von einer frü­he­ren Wasserburg, die ver­mut­lich bereits im 10. Jahrhundert unter den Herren von Glaubitz ent­stan­den war. Als ältes­ter genann­ter Eigentümer des Rittergutes wurde 1271 der Ritter Berchtoldus de Glubozk benannt. Bis nach der Jahrhundertwende blieb das Anwesen in den Händen der Familie von Glaubitz. Bernhard von Kamenz besaß das Gut von 1303 bis 1367. Es ging an Hermann von Polenz über, gefolgt von Poppe von Köckeritz zu Glaubitz im Jahre 1408 und der Familie von Schleinitz 1464.

1485 bis 1639 gehörte das Rittergut der Familie Truchseß. Hans Adam Freiherr von Seyfferitz ließ von 1715 bis 1732 die Wirtschaftsgebäude sowie ein Herrenhaus neu errich­ten. Johann Gottfried Perl und seine Familie lie­ßen das Gebäude 1767 bis 1896 zum Schloss umbauen. 1907 bis 1909 ent­stan­den der Westflügel und der Schlossturm unter der Familie Theodor Bienert.

Nach 1945

Nach 1945 wur­den die Wirtschaftsgebäude teil­weise abge­bro­chen und auf dem Grundstück Siedlerwohnungen gebaut. Das Schloss wurde als Heim für die Opfer des Naziregimes genutzt. Ab 1954 wurde das Gebäude vom FDGB als Genesungsheim und Heim für Schonkost genutzt. Ab 1972 war im Schloss ein Feierabend- und Pflegeheim untergebracht.

Nachwendezeit

Die Volkssolidarität über­nahm das Alten- und Pflegeheim 1996 in freie Trägerschaft. 2004 zog sie in einen Neubau um. Das Schloss wurde rekonstruiert.

Heutige Nutzung

Seit Ende 2005 sind im Schloss die Geschäftsstelle der Volkssolidarität sowie Wohnungen unter­ge­bracht. Ein Saal im Erdgeschoss, der als Schlosscafé ein­ge­rich­tet wurde, steht für Veranstaltungen zur Verfügung.

Bodendenkmalschutz

Von der ursprüng­li­chen Wasserburg sind Grabenreste im Süden und der Küchenteich im Nordosten erhal­ten. Bodendenkmalschutz wurde Ende 1935 erteilt und Ende 1957 erneuert.

Lampertswalde: Vorwerk Brößnitz

Vorwerk Brößnitz

01561 Lampertswalde OT Brößnitz

Historisches

Für Brößnitz wurde 1462 erst­mals ein Vorwerk erwähnt. Das Rittergut Großkmehlen im heu­ti­gen Brandenburg übte von der Mitte des 16. bis min­des­tens zur zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Grundherrschaft über Brößnitz mit sei­nem Vorwerk aus. Weitere belast­bare Informationen lie­gen bis dato nicht vor.

Radebeul: Schloss Johannisberg

Schloss Johannisberg

Johannisbergstraße 15–17
01445 Radebeul

Historisches

Schloss Johannisberg ist das Herrenhaus eines ehe­ma­li­gen, groß­zü­gi­gen Weinguts, gele­gen zwi­schen dem Kroatengrund und der Mittleren Bergstraße. Auf dem Weinberg wurde ver­mut­lich im 17. Jahrhundert die soge­nannte Kastanieninsel errich­tet. Dabei han­delt es sich um ein künst­li­ches Plateau von 8 mal 8 Metern. Besitzer des Weinguts war zu Anfang des 18. Jahrhunderts der Dresdner Hofböttchermeister Jacob Krause. Der Advokat Carl Ernst Cladny ließ in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Herrenhaus sowie ein Winzerhaus errich­ten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte das Weingut dem Historiker August Josef Ludwig von Wackerbarth.

1863 gelangte das Weingut an den Kaufmann Ottokar J. Martiesen (oder Matthiesen) aus Estland. Unter die­sem wurde ab 1864 das Herrenhaus in sei­ner heu­ti­gen Form umge­baut und der Park ange­legt. Außerdem erhielt der Weinberg den Namen Johannisberg, wes­halb auch das Herrenhaus schon bald Schloss Johannisberg genannt wurde. Emil Nacke, ers­ter Automobilbauer in Sachsen, erwarb das Anwesen Johannisberg 1897. Er lebte hier bis zu sei­nem Tod 1933.  Neuer Besitzer wurde Gerhard Madaus, der eine Arzneimittelfirma besaß und 1940 den west­li­chen Anbau an das Gebäude erbauen ließ. Der Anbau wurde als Lager und exter­nes Labor durch seine Firma genutzt.

Nach 1945

1945 wurde die Enteignung von Gerhard Madaus voll­zo­gen. Aus sei­ner Arzneimittelfirma ging das Arzneimittelwerk Dresden her­vor, wel­ches zu DDR-​Zeiten den Anbau von Schloss Johannisberg unter ande­rem zur Anzucht von Versuchstieren nutzte. Im Park unter­halb des Schlosses wurde ein Schießstand eingerichtet.

Nachwendezeit

Ab 1990 ver­fie­len das Schloss und seine Nebengebäude. Etwa ab 2005 wur­den die Gebäude saniert und mit einem Anbau ergänzt. Zusätzliche Gebäudeteile ent­stan­den bis 2008.

Heutige Nutzung

Das Gebäudeensemble rund um Schloss Johannisberg wird als Wohnanlage genutzt. Der Weinberg Johannisberg wird vom Staatsweingut Schloss Wackerbarth bewirtschaftet.

Radebeul: Vorwerk Kötzschenbroda

Vorwerk Kötzschenbroda

Vorwerkstraße
01445 Radebeul

Historisches

Kötzschenbroda war bereits 1226 als Herrensitz nach­weis­bar. 1555 erfolgte die Nennung eines Vorwerkes. Heute erin­nert nur noch die Vorwerkstraße an das ehe­ma­lige Vorwerk.

Zeithain: Rittergut Zschepa

Rittergut Zschepa

01619 Zeithain OT Zschepa

Historisches

1262 war ein Herrensitz von Heinricus de Chephe benannt. Auch 1287 ist Zschepa noch als Herrensitz nach­weis­bar. Bis ins 18. Jahrhundert hin­ein war Zschepa ein Vorwerk oder auch Beigut des Ritterguts Cottewitz. Als Rittergut fand Zschepa erst 1763 Erwähnung.

Weitere zuver­läs­sige, aus­sa­ge­kräf­tige Informationen lie­gen bis dato nicht vor.

Klipphausen: Schloss Miltitz

Schloss Miltitz

Am Rittergut 1
01665 Klipphausen OT Miltitz

Historisches

Der Ort Miltitz wurde bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1186 als Herrensitz unter Theodericus de Miltiz erwähnt. Im Oberdorf befand sich das weit­läu­fige Rittergut der Familie von Miltitz, das 1457 erst­mals urkund­lich als Ritterhof genannt wurde. Die Familie von Miltitz hielt das 1551 urkund­lich nach­weis­bare Rittergut bis ins 17. Jahrhundert hin­ein in ihrem Besitz. Weitere Besitzer waren bis 1710 die Familien von Luckowin und in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Familie von Heynitz. Bis 1945 ver­blieb der Grundbesitz bei der Familie von Heynitz. Der Ursprungsbau des Schlosses datiert auf das 15. und 16. Jahrhundert. Die Baureste wur­den 1660 inte­griert, als das neue Schloss errich­tet wurde.

Nach 1945

Adolf von Heynitz wurde im Herbst 1945 ent­eig­net. Daraufhin wurde das Schloss umge­baut und dabei teil­weise zer­stört. Genutzt wurde das Schloss zu Wohnzwecken.

Nachwendezeit

Das Schloss steht seit gerau­mer Zeit leer, diente vor­mals Wohnzwecken und ist stark sanie­rungs­be­dürf­tig. Ende März 2011 wurde es ver­stei­gert und im November 2012 an pri­vat ver­kauft. Die neuen Eigentümer rich­ten Schloss Miltitz zu Wohnzwecken her.

Heutige Nutzung

Ein Gebäude im Rittergutskomplex wird durch die Feuerwehr genutzt, ein ehe­ma­li­ges Wirtschaftsgebäude ist saniert und wird bewohnt. Das 1836 fer­tig­ge­stellte Wohn- und Verwalterhaus (Am Rittergut 4) beher­bergte im Erdgeschoss Stallungen und im Obergeschoss Wohnräume für die Bediensteten. Es ist stark sanierungsbedürftig.

 

Lampertswalde: Rittergut Oelsnitz

Rittergut Oelsnitz

Am Park 1, 2, 4
01561 Lampertswalde OT Oelsnitz

Historisches

Der 1292 unter Vlricus miles dic­tus de Olsnitz erwähnte Herrensitz wurde 1442 unter Friedrich von der Olßnitz genannt und 1551 zum Rittergut erho­ben. 1564 ver­kaufte Hans von Krakau, der bis­he­rige Besitzer, das Rittergut an Haubold von Maltitz. Im Jahre 1745 ist der Verkauf von der Familie Matthaei an die Familie Bürger verzeichnet.

Die Grafen von Hagen besa­ßen das Rittergut Oelsnitz von 1750 bis 1775. Unter die­sen erfolgte 1770 der Bau des Herrenhauses, wel­ches 1818 seine heu­tige Gestalt erhielt. Weitere Besitzer waren zu Ende des 18. Jahrhunderts die Familie von Walter sowie im 19. Jahrhundert die Familie von Gablenz und die Familie Fischer. Ab 1892 war das Rittergut im Besitz der Familie Leuthold.

Nach 1945

Die Familie Leuthold wurde 1945 ent­eig­net. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Herrenhaus als Kindertagesstätte, Küche und Verkaufsstelle genutzt.

Nachwendezeit

Der Balkon am Herrenhaus wurde 2004 abge­bro­chen. Der um 1750 erbaute Taubenturm sollte 2009 zur Restaurierung abge­baut werden.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus grenzt an einen groß­zü­gi­gen Park an. Es steht leer und ist sanierungsbedürftig.
(Foto: Oktober 2022)