Göda: Rittergut Kleinseitschen

Rittergut Kleinseitschen

Am Gutshof 7
02633 Göda OT Seitschen

Historisches

Für Kleinseitschen wurde 1443 erst­mals ein Vorwerk erwähnt. Die Nennung als Rittergut erfolgte im Jahr 1580. Das Herrenhaus stammt aus der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1837 erwarb Carl Moritz von Brescius das Rittergut Kleinseitschen. Nach sei­nem Tod wurde das Rittergut von Eduard von Zenker ver­wal­tet. Die Erbengemeinschaft ver­kaufte das Rittergut schließ­lich 1894 an Dr. August Schreiber. Unter die­sem wurde das Rittergut aus­ge­baut. Auch der Garten des Ritterguts erhielt eine Schönheitskur. Das Rittergut Kleinseitschen ver­blieb bis 1945 in Familienbesitz.

Nach 1945

Dr. Otto Schreiber wurde 1945 ent­eig­net. Die Aufteilung des Ritterguts erfolgte an meh­rere Neubauern.  Das Herrenhaus wurde als Mehrfamilienhaus genutzt und mehr­fach umgebaut.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt und ist sanierungsbedürftig.

Malschwitz: Vorwerk Wartha

Vorwerk Wartha

Dorfstraße 29
02694 Malschwitz OT Wartha

Historisches

Das Vorwerk exis­tierte bereits im 18. Jahrhundert, gehörte zu Guttau und befand sich seit 1901 im Besitz der Grafen von Schall-​Riaucour. Es wurde zuletzt 1930 als Vorwerk schrift­lich nachgewiesen.

Heutige Nutzung

Das sanierte Herrenhaus wird durch die Verwaltung des Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft genutzt.

Schwepnitz: Schloss Grüngräbchen

Schloss Grüngräbchen

Am Schlossberg
01936 Schwepnitz OT Grüngräbchen

Historisches

Das Rittergut wurde bereits im 16. Jahrhundert im Jahr 1567 erwähnt, soll aber bereits um 1225 ange­legt wor­den sein, als Grüngräbchen als Hongeremsgrabov oder auch Grabowe erst­mals Erwähnung fand. Besitzer waren unter ande­rem die Herren von Bunau (Bünau?), die Freiherr von Schellendorf, die Grafen von Friesen sowie die Grafen von Redern.

1802 kaufte Johann Gottlieb von Wolff das Rittergut Grüngräbchen. Er ließ das neue Schloss 1806 erbauen und lebte als Erster dau­er­haft auf dem Gut, wäh­rend vor­ma­lige Besitzer nie auf dem Rittergut gewohnt hat­ten, son­dern es fremd­ver­wal­ten ließen.

Bis 1882 blieb das Rittergut in Familienbesitz und ging danach an einen Freiherrn von Gruben über. Der nach­fol­gend dritte Besitzer Schönherr löste das Rittergut 1936 auf. Ab 1941 wurde das Herrenhaus als Ferienheim genutzt und 1944 zur NS-​Führungsschule für Frontoffiziere der Nazi-​Luftwaffe umfunk­tio­niert. Die Wirtschaftsgebäude sind einem Brand zum Opfer gefallen.

Nach 1945

Nach dem Tod von Herrn Broschwitz im Dezember 1945 erb­ten seine Kinder den Grundbesitz. Das Rittergut wurde bis auf ein Wirtschaftsgebäude nach 1945 abgerissen.

Heutige Nutzung

An das Rittergut Grüngräbchen mit sei­nem Schloss erin­nern heute noch die Straße Am Schlossberg sowie der Schlossteich mit sei­ner klei­nen Insel.

Kamenz: Rittergut Rohrbach

Rittergut Rohrbach

Waldstraße 1
01920 Kamenz OT Rohrbach

Historisches

1432 gaben die Herren von Kamenz das Dorf Lorenz Lask als Lehen, damit wurde Rohrbach Rittersitz. Nach Zerstörung wurde 1684 das Vorwerk ver­mut­lich in die­sem Jahr wie­der auf­ge­baut. 1819 erfolgte der Bau der Scheune, auf wel­cher noch heute die Inschrift “S. C. E. Gr. z. St. geb. Gr. v. R. 1819” nach­les­bar ist. 1928 brannte die große Scheune des Vorwerkes ab.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt.

Göda: Wallburg & Rittergut Göda

Wallburg & Rittergut Göda

Oberweg 2 (Rittergut)
Seitschener Straße (Wallburg)
02633 Göda

Historisches

Bereits 1007 wurde ein cas­tel­lum erwähnt, wel­ches 1071 als Burgward bezeich­net wurde. 1222 wurde urkund­lich ein Herrensitz bezeich­net, ab 1576 ein Vorwerk. Das Vorwerk gilt als Nachfolgebau der Wallburg und wurde etwas west­lich von die­ser auf­ge­baut. Das Herrenhaus des Rittergutes wurde um 1860 erbaut.

Von der Wallburganlage, aus der das spä­tere Rittergut her­vor­ging, sind noch Wall- und Grabenreste süd­lich über dem Langen Wasser an der Seitschener Straße vor­han­den. Sie befin­den sich etwa auf Höhe der Hausnummer 5 auf der gegen­über­lie­gen­den Straßenseite und sind über einen kur­zen Wanderweg erreichbar.

Bodendenkmalschutz

Die Wehranlage wurde erst­mals 1935 und erneut Ende 1958 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Göda: Wasserburg & Rittergut Sollschwitz

Wasserburg & Rittergut Sollschwitz

Sollschwitz Nr. 1
02633 Göda OT Sollschwitz

Historisches

1359 wurde ein Herrensitz unter Martinus de Schulsewicz nach­ge­wie­sen. Der 1430 erwähnte Rittersitz, eine Wasserburg, wurde erst­mals 1359 als im Besitz von Martin von Sollschwitz schrift­lich erfasst. Ihm folg­ten im Zehnjahresrhythmus die Herren von Penzig und die Herren von Baudissin, die den Rittersitz noch um 1470 besa­ßen. 1580 berich­ten die Quellen von einem Rittergut, so dass zwi­schen­zeit­lich die Aufwertung erfolgt war. Ab 1600 besaß Heinrich von Luttitz das Rittergut, der es 1639 an Hans Wolf von Haugwitz ver­kaufte. Dieser wie­derum ver­äu­ßerte es bereits drei Jahre spä­ter an die Familie von Theler, die das Rittergut bis 1721 behielt. In den fol­gen­den zwei Jahrhunderten wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach. 1743 wurde das Torhaus errich­tet. Seit 1914 befand sich das Rittergut Sollschwitz im Besitz von Ernst Wuttig. Das Herrenhaus brannte 1933 ab und wurde im fol­gen­den Jahr wie­der aufgebaut.

Nach 1945

Die Familie Wuttig wurde Ende 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus diente ab 1949 als Gemeindehaus, wäh­rend der Gutshof durch eine Maschinen-​Traktoren-​Station genutzt wurde. In den frü­hen 1960er Jahren nutzte der VEB Meliorationsbau Dresden das Rittergut.

Nachwendezeit

Nach 1990 wurde der ansäs­sige Betrieb auf­ge­löst und das Herrenhaus leer­ge­zo­gen. Das Schloss Sollschwitz wurde einige Jahre spä­ter an einen pri­va­ten Investor verkauft.

Heutige Nutzung

Heute wird der Wirtschaftshof durch eine Spedition bewirt­schaf­tet, wäh­rend das Herrenhaus lange Zeit leer stand, aktu­ell aber einer schritt­wei­sen Sanierung unter­zo­gen wird.
(Stand: August 2020)

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg befand sich ursprüng­lich am west­li­chen Ortsrand im Nordwest-​Bereich des Gutes. Sie ist über­baut wor­den, ebenso wurde der Graben ein­ge­eb­net. Die Wasserburg wurde als Bodendenkmal Ende 1970 unter Schutz gestellt.

Malschwitz: Wasserburg & Rittergut Guttau

Wasserburg & Rittergut Guttau

Am Auewald 10
02694 Malschwitz OT Guttau

Historisches

Das Rittergut geht auf einen 1416 erwähn­ten Rittersitz in Form einer Wasserburg zurück, die auch als “Schlösschen” bekannt wurde. Sie befand sich bis 1579 im Besitz der Familie von Nostiz. Die Familie von Damnitz über­eig­nete das Rittergut 1776 an die Familie von Riaucour. Nachdem es 1813 abbrannte, erfolgte zwei Jahre spä­ter ein Neubau des Herrenhauses für Henriette von Schall-​Riaucour. Im Jahre 1908 erfolgte ein Umbau des Daches. Im Besitz der Grafen von Schall-​Riaucour befand sich das Rittergut ver­mut­lich bis zur Enteignung.

Nach 1945

Die Enteignung wurde 1945 voll­zo­gen. Das Herrenhaus Guttau wurde fortan als Wohnhaus und Kindergarten genutzt.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde saniert, wäh­rend die Wirtschaftsgebäude über­wie­gend abge­tra­gen wurden.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird wei­ter­hin bewohnt und als Kindergarten genutzt. Auch das Informationszentrum der säch­si­schen Teichwirtschaft ist im Herrenhaus einquartiert.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg befand sich an der Westseite des Gutes. Sie ist über­baut und der Graben ein­ge­eb­net. Sie steht seit 1936 als Bodendenkmal unter Schutz. Dieser Schutz wurde Ende 1958 erneuert.

Schirgiswalde-​Kirschau: Domstiftliches Herrenhaus

Domstiftliches Herrenhaus

Am Hof 1
02681 Schirgiswalde-Kirschau

Historisches

Das unter Denkmalschutz ste­hende Herrenhaus wurde im 17./18. Jahrhundert im Barockstil erbaut und ist seit 1970 auch unter dem Namen St.-Pius-Haus bekannt. Es wurde von Bautzner Bischöfen als Sommerresidenz genutzt und ver­fügte über Scheune und Pferdeställe. 1833 wurde das Herrenhaus durch Bischof Mauermann bau­lich ver­än­dert, auch ließ er einen Gutspark anle­gen. Etwa fünf­zehn Jahre spä­ter fand die Gräfin von Thun-​Hohenstein auf Tetschen mit ihrer Familie im Herrenhaus für ein Jahr Asyl. Später diente es als kirch­li­che Musikschule. Zu die­sem Zweck wurde eine kleine Kapelle im Herrenhaus eingerichtet.

Nach 1945

Das Herrenhaus mit sei­nem Wirtschaftshof ver­blieb wei­ter­hin in kirch­li­chem Besitz, eine Enteignung erfolgte nicht. Ab 1970 erfolgte eine Nutzung als katho­li­sches Heim der Fürsorge. 1982 wurde ein Kindergarten eingerichtet.

Nachwendezeit

2006 musste der Kindergarten aus dem Herrenhaus aus­zie­hen. Er wurde in der sanier­ten Hofescheune des Gutes neu ein­ge­rich­tet. Das Herrenhaus stand nun leer. Das Domstift ver­kaufte das Herrenhaus. Im Sommer 2018 sollte es für 195.000 € erneut ver­äu­ßert wer­den, die­ses Mal im Rahmen einer Immobilienauktion.

Heutige Nutzung

Im Obergeschoss des Herrenhauses sind drei Zimmer mit Bildtapeten aus dem Jahr 1838 aus­ge­stat­tet. Diese Tapeten wur­den in fran­zö­si­schen Manufakturen gedruckt und müs­sen erhal­ten werden.

Im Jahr 2024 fand das Domstiftliche Herrenhaus neue Eigentümer, die eine schritt­weise Sanierung des Anwesens vornehmen.

Kamenz: Wasserburg & Rittergut Liebenau

Wasserburg & Rittergut Liebenau

Rittergutsfeldweg 5 (ehe­mals Kurzer Weg 5)
01920 Kamenz OT Liebenau

Historisches

1261 bestand für Liebenau ein Herrensitz unter Bartholomaeus de Lybinowe. Für 1432 ist die Bezeichnung Rittersitz bekannt. Nach 1508 erwarb Hans von Krakow den Rittersitz. 1517 kam es an des­sen Söhne. 1526 kaufte die Familie von Leubnitz das Gut. Die erste beur­kun­dete Nennung als Rittergut geht auf das Jahr 1591 zurück. Im Jahr 1700 wurde Eleonora Sophia von Reichwald zur Herrin. Das Rittergut Liebenau wurde 1786 vom Grafen von Redern gekauft und gelangte 1790 in den Besitz der Gräfin zu Stolberg. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das alte Herrenhaus abgebrochen.

Heutige Nutzung

Erhalten ist nur noch ein Wirtschaftsgebäude. Dieses wurde um 1850 erbaut und wird heute bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Das Rittergut Liebenau geht auf eine mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg als Ursprungsbau zurück. Sie wurde durch das spä­tere Rittergut über­baut. Teile des mitt­ler­weile tro­cken­ge­leg­ten Grabens sind noch erkenn­bar. Die Burganlage wurde erst­mals 1936 und wie­der­holt Ende 1956 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.