Bautzen: Herrensitz Burk

Herrensitz Burk

02625 Bautzen OT Burk

Historisches

Burk konnte 1225 als Herrensitz unter Ditmarus miles de Borc nach­ge­wie­sen wer­den. Der Herrensitz bestand offen­bar nicht allzu lange. Weitere Informationen lie­gen bis dato nicht vor.

Doberschau: Wasserburg & Rittergut Techritz

Wasserburg & Rittergut Techritz

Grubschützer Straße 11
02692 Doberschau OT Techritz

Historisches

Techritz gehört zu den älte­ren Siedlungen der Oberlausitz. Der Ort wird 1380 erst­mals urkund­lich als Decherwicz erwähnt; die Gemeinde ver­weist sogar auf eine Nennung bereits im Jahr 1241 in der Oberlausitzer Grenzurkunde. Die Geschichte des Rittergutes lässt sich ab dem 15. Jahrhundert nach­voll­zie­hen. 1407 wird ein allo­dium, also ein grund­herr­schaft­li­cher Eigenbesitz, erwähnt. Seit 1562 ist Techritz aus­drück­lich als Rittergut belegt.

Das Rittergut ging aus einer mit­tel­al­ter­li­chen Wasserburg her­vor. Die ehe­ma­lige Befestigung lag im süd­öst­li­chen Bereich des spä­te­ren Gutes am Techritzbach. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Wasserburg durch die Gutsanlage über­baut und dadurch bau­lich ver­än­dert. Reste der mit­tel­al­ter­li­chen Anlage sind jedoch wei­ter­hin als Bodendenkmal geschützt.

Im 16. Jahrhundert befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Metzradt. 1560 wird Hans von Metzradt als Besitzer genannt, spä­ter folg­ten sein Sohn bezie­hungs­weise Nachkommen. Nachdem Otto von Metzradt 1661 ver­stor­ben war, gelangte Techritz an die alte ober­lau­sit­zi­sche Familie von Gersdorff. 1708 wird Friedrich von Gersdorff als Besitzer genannt, 1770 Carl Gottlieb von Gersdorff, der zugleich das Rittergut Glossen besaß.

1788 erwarb Johann Christoph Gotthelf Glöckner das Rittergut. Unter ihm ent­stand das heu­tige Herrenhaus. Über dem Eingang befin­det sich ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1789, die als Baujahr des schlich­ten zwei­ge­schos­si­gen Gebäudes gilt. Der heu­tige Eingangsvorbau wurde ver­mut­lich erst um 1910 ergänzt.

Nach Glöckners Zeit wech­sel­ten die Besitzer erneut. Um 1805 befand sich Techritz im Besitz eines Grafen von Rüdiger, von dem es der Landesälteste von Schindel erwarb. Später ging das Rittergut an des­sen Bruder, den Kammerherrn von Schindel. Im 19. Jahrhundert gehörte es schließ­lich Moritz von Otto. Er wurde 1806 in den Adelsstand erho­ben. Sein Adelsdiplom gilt als das letzte ent­spre­chende Dokument, das noch von einem römisch-​deutschen Kaiser unter­zeich­net wurde.

Auch die land­wirt­schaft­li­che Nutzung des Rittergutes ist his­to­risch über­lie­fert. Das im 19. Jahrhundert beschrie­bene Gut umfasste rund 240 Acker Land, dar­un­ter mehr als 200 Acker Ackerflächen sowie Wiesen, Teiche und Wald. Vor dem Ersten Weltkrieg wur­den in Techritz zudem land­wirt­schaft­li­che Forschungs- und Versuchsarbeiten durch­ge­führt. Dazu gehör­ten Versuche mit Grassamenzucht, Verfahren zur Heutrocknung und zur Bodenstabilisierung.

Ein schwe­rer Einschnitt für den Ort war der Brand von 1842. Damals wurde fast die Hälfte des aus nur 18 Häusern bestehen­den Dorfes zer­stört. Das Rittergut selbst blieb als eigen­stän­di­ger land­wirt­schaft­li­cher Komplex bestehen. Für das Jahr 1925 ist Ernst Günther als Besitzer des 136 Hektar gro­ßen Rittergutes Techritz verzeichnet.

Nach 1945

Mit der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rittergut ent­eig­net. Die zuge­hö­ri­gen land­wirt­schaft­li­chen Flächen wur­den auf­ge­teilt und die bis­he­rige Gutsstruktur damit auf­ge­löst. Im Herrenhaus wur­den anschlie­ßend meh­rere Familien unter­ge­bracht. Damit endete die jahr­hun­der­te­lange Funktion des Herrenhauses als Mittelpunkt einer eigen­stän­di­gen Gutsherrschaft.

Heutige Nutzung

Das ehe­ma­lige Herrenhaus befin­det sich heute in Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken genutzt. Das Gebäude ist jedoch umfas­send sanie­rungs­be­dürf­tig. Trotz der Veränderungen und des Sanierungszustandes ist der Bau von 1789 als ehe­ma­li­ges Herrenhaus des Rittergutes noch deut­lich erkennbar.

Von der ursprüng­li­chen Gutsanlage sind wei­tere Strukturen erhal­ten. Die Lage des ehe­ma­li­gen Rittergutes am Techritzbach sowie die umge­ben­den Teiche erin­nern noch an die his­to­ri­sche land­wirt­schaft­li­che Nutzung des Areals.

Bodendenkmalschutz

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg im süd­öst­li­chen Bereich des ehe­ma­li­gen Rittergutes steht als Bodendenkmal unter Schutz. Der Schutz wurde bereits 1939 aus­ge­spro­chen und Anfang 1959 erneu­ert. Die Wasserburg wurde im Laufe der Zeit durch die spä­tere Gutsanlage über­baut und dabei ver­än­dert. Die erhal­te­nen archäo­lo­gi­schen Strukturen sind den­noch von beson­de­rer Bedeutung für die Geschichte des Rittergutes und sei­ner mit­tel­al­ter­li­chen Vorgängeranlage.

(Foto: August 2026)

Doberschau: Rittergut Arnsdorf

Rittergut Arnsdorf

Wilthener Straße 6
02692 Doberschau OT Arnsdorf

Historisches

Das Rittergut ging aus einem um 1400 bestehen­den Kammergut her­vor und wurde 1552 an Balthasar von Schlieben ver­kauft. Die Ersterwähnung als Rittergut erfolgte 1567. Die Besitzer des Ritterguts Arnsdorf wech­sel­ten häu­fig. 1696 erwarb Rudolf von Neitschütz das Rittergut.

Das Herrenhaus wurde offen­bar bereits im 16. Jahrhundert errich­tet, spä­ter umge­baut und besaß einst einen Turm, wel­cher in der Mitte des 19. Jahrhundert abge­tra­gen wor­den war. Letzter Besitzer des Ritterguts Arnsdorf war Adolf Friese, der das Rittergut 1905 erwor­ben hatte.

Nach 1945

Die Familie Friese wurde 1945 ent­eig­net. Die Wirtschaftsgebäude wur­den an Neubauern auf­ge­teilt und das Herrenhaus in ein Müttergenesungsheim umge­baut. Später fan­den die Gemeindeverwaltung und eine Kindertagesstätte darin Platz.

Nachwendezeit

Das Rittergut stand zunächst einige Jahre unge­nutzt, ehe es von pri­vat erwor­ben wurde. Die Eigentümer rich­te­ten den Park wie­der her, bezo­gen das Untergeschoss und ver­an­lass­ten schritt­weise die Sanierung.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient Wohnzwecken.

Demitz-​Thumitz: Rittergut Pottschapplitz

Rittergut Pottschapplitz

Ringstraße 6 (Herrenhaus)
Ringstraße 8 (Wirtschaftsgebäude)
01877 Demitz-​Thumitz OT Pottschapplitz

Historisches

Vermutlich bestand bereits 1364 ein Herrensitz unter Boemus de Cappelicz. Das Rittergut wurde 1562 erst­mals urkund­lich erwähnt. Es unter­lag wech­seln­den Besitzverhältnissen und sah im Laufe der Zeit um die fünf­zig Eigentümer kom­men und gehen. Einer, der das Rittergut län­ger in Besitz behielt, war Adam Gottlieb Zwirner. Er erwarb das Rittergut 1709, unter ihm wurde 1717 das Herrenhaus errich­tet. Er ver­starb 1740 und seine Witwe ver­kaufte das Rittergut Pottschapplitz 1761 an einen Herrn von Griegern.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Herrenhaus wurde für meh­rere Familien zum Wohnhaus umge­nutzt, wäh­rend die LPG die Wirtschaftsgebäude und Landwirtschaftsflächen über­nahm und bewirtschaftete.

Nachwendezeit

Ein Teil der inzwi­schen marode gewor­de­nen Wirtschaftsgebäude wurde abgetragen.

Heutige Nutzung

Das noch unsa­nierte Herrenhaus des Dreiseitenhofes wird bewohnt.

Demitz-​Thumitz: Rittergut Medewitz

Rittergut Medewitz

Ring 29
01877 Demitz-​Thumitz OT Medewitz

Historisches

Das Rittergut fand erst­mals 1603 urkund­li­che Erwähnung.

Nach 1945

1949 wurde das Herrenhaus durch einen Brand schwer beschä­digt. Es wurde in der Folge abge­tra­gen, an sei­nem Standort ent­stand 1951 ein Wohnhaus.

Heutige Nutzung

Der Wirtschaftshof dient über­wie­gend Wohnzwecken.

Elstra: Rittergut Rehnsdorf

Rittergut Rehnsdorf

Talstraße (süd­öst­li­cher Ortseingang)
01920 Elstra OT Rehnsdorf

Historisches

1540 erwar­ben die Herren von Ponickau den Rehnsdorfer Besitz und ver­äu­ßer­ten ihn 1663 an die Familie von Theler. Unter den Herren von Ponickau erfolgte 1623 eine urkund­li­che Erwähnung als Rittergut. 1741 erwarb die Familie Schüssler das Rittergut, 1773 die Familie von Zimmermann. Nach 1821 wech­sel­ten die Besitzer des Rittergutes mehr­fach. Ab 1890 befand es sich in den Händen der Familie von Boxberg.

Nach 1945

Eine Tochter aus die­ser Familie, Theodora d’Oporto, wurde 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde 1947 abge­ris­sen, von ihm sind nur noch geringe Mauerreste vorhanden.

Heutige Nutzung

Das Foto zeigt eines der rui­nö­sen Wirtschaftsgebäude.

Elstra: Rittergut Wohla

Rittergut Wohla

Hofweg 1
01920 Elstra OT Wohla

Historisches

Bereits in der ers­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts lie­ßen sich die Herren von Ponickau in Elstra nie­der. Ein Rittergut wurde 1633 urkund­lich nach­ge­wie­sen, 1667 kam es an die Familie von Theler, die es nach gut 100 Jahren Besitztum an den Herrn von Schiebell ver­äu­ßer­ten. Ihm folg­ten Johann David von Poncet und ab 1786 die Herren von Gersdorff. Vier Jahre spä­ter kam das Rittergut Wohla durch Einheirat an die Familie von Posern und 1837 wie­derum durch Einheirat an die Familie von Wiedebach.

Nach 1945

Die Familie von Wiedebach wurde 1945 ent­eig­net. Das nach 1700 erbaute Herrenhaus zählte zu den­je­ni­gen, die nach Kriegsende abge­ris­sen wur­den. Die Wirtschaftsgebäude des Ritterguts teil­ten bis auf das Gärtnerhaus die­ses Schicksal.

Heutige Nutzung

Erhalten sind ein Teil der ehe­ma­li­gen Toreinfahrt und der Parkmauer sowie ein bewohn­tes Wirtschaftsgebäude.

Demitz-​Thumitz: Wasserburg & Rittergut Rothnaußlitz

Wasserburg & Rittergut Rothnaußlitz

Am Park 4
01877 Demitz-​Thumitz OT Rothnaußlitz

Historisches

Bereits 1352 bestand unter Wilrich vnde Dytherich von Nussedlicz ein Herrensitz, bei dem es sich um eine Wasserburg han­delte. Von die­ser ist heute nichts mehr erkenn­bar, sie wurde im Laufe der Jahrhunderte voll­stän­dig ein­ge­eb­net. Der Herrensitz fand 1432 als Rittersitz und erst­mals 1546 als Rittergut Erwähnung. Carl Christoph von Nostitzt erbte das Rittergut Rothnaußlitz 1763. Unter ihm ent­stand 1771 das Herrenhaus als Barockbau. Das heu­tige Aussehen erhielt es bei Umbauten 1828 für Johanna von Brescius. 1847 wurde unter Carl von Brescius das cha­rak­te­ris­ti­sche Taubenhaus erbaut. Um 1920 befand sich das Rittergut im Besitz von Paul Stein.

Nach 1945

1945 wurde im Rahmen der Bodenreform die Enteignung durch­ge­führt. Das Herrenhaus wurde zu einem Mehrfamilienhaus umge­baut, außer­dem zog die Bibliothek ein. Ein Stall wurde abge­bro­chen und durch die Neubauten einer Turnhalle und Gemeindesitzes ersetzt.

Heutige Nutzung

Das sanie­rungs­be­dürf­tige Herrenhaus wird bewohnt. Der Park des Ritterguts wurde im eng­li­schen Stil ange­legt. Auf dem Rittergutsgelände befin­det sich ein denk­mal­ge­schütz­tes Taubenhaus.