Thallwitz: Herrensitz Pletzschwitz

Herrensitz Pletzschwitz

04808 Thallwitz OT Nischwitz

Historisches

1203 wurde ein Herrensitz Pletzschwitz unter Herbordus de Pilazewiz erwähnt. Bereits fünf Jahre zuvor, 1198, wurde Hildebrandus de Pylatuwiz auf Pletzschwitz nach­ge­wie­sen. Im 16. Jahrhundert übte das Rittergut Nischwitz die Grundherrschaft aus. Der Herrensitz wurde auf­ge­löst. Die Ortschaft Pletzschwitz lag bereits 1542 wüst.

Borna: Herrensitz Thräna

Herrensitz Thräna

04552 Borna OT Thräna

Historisches

Thräna war 1243 als Herrensitz unter Guntherus de Drenawe bekannt. 1297 wurde Heberlinus de Drenowe als Herr auf Thräna nach­ge­wie­sen. 1378 oblag die Verwaltungszugehörigkeit dem castrum Altenberg. Die Grundherrschaft wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst vom Kloster Altenburg aus­ge­übt, im Jahre 1824 antei­lig von den Rittergütern Rautenberg, Oberzetzscha und Windischleuba.

Wurzen: Schloss Sachsendorf

Schloss Sachsendorf

Am Ring 33 (Villa)
Am Ring 37 (Inspektorenhaus)
04808 Wurzen OT Sachsendorf

Historisches

Sachsendorf war bereits im 14. Jahrhundert ein Herrensitz und wurde 1333 unter Conrad von Sachsendorf erwähnt. Im 15. Jahrhundert befand sich Sachsendorf im Besitz der Herren von Canitz. Die erste urkund­li­che Nennung als Rittergut erfolgte 1548. Um 1514 ver­kaufte Bernhard von Stentzsch das Gut Sachsendorf an Friedrich von Saalhausen. Als wei­tere Besitzer sind Mitte des 16. Jahrhunderts Hans von Minckwitz, bis 1565 Hans von Holleufer und um 1601 Wolf Dietrich von Schleinitz bekannt.

Johann Samuel Mosbach ver­äu­ßerte das Rittergut Sachsendorf 1630 an die Familie Mosbach. Diese ver­kaufte den Grundbesitz 1705 an die Herren von Canitz und diese wie­derum 1720 an die Familie von Döring. Johann August Petzsch über­nahm das Rittergut 1780. Im Besitz die­ser Familie ver­blieb es bis zum Verkauf 1816 an Georg Friedrich Herfurth. Die Familie Herfurth besaß das Rittergut Sachsendorf noch 1854.

Die Bauzeit des Schlosses datiert auf die Zeit um 1790 zurück und wurde dem­nach von der Familie Petzsch beauf­tragt. Umbauten erfolg­ten im 19. und 20. Jahrhundert.

Nach 1945

Das Schloss Sachsendorf wurde bereits 1946 abgebrochen.

Heutige Nutzung

Das zum Rittergut gehö­rende Inspektorenhaus und die eben­falls zuge­hö­rige Villa wer­den bewohnt. Das Inspektorenhaus ist saniert, die Villa befin­det sich in einem soli­den Zustand. Der Park ist verwildert.

Böhlen: Rittergut Böhlen

Rittergut Böhlen

Karl-​Marx-​Straße 5
04564 Böhlen

Historisches

Bereits um 1150 bestand ein Herrensitz, der noch 1353 als sol­cher benannt war und um 1548 zum Rittergut erho­ben wurde. Im 16. Jahrhundert ent­stand das Schloss, das zu Beginn des 18. sowie erneut im 19. Jahrhundert umge­baut wurde. Zu den Besitzern des Rittergutes Böhlen zähl­ten die Familien von Döring, von Metzsch, von Lobkowitz und Leuckardt, letz­tere bis 1856. 1902 wurde das Pächterhaus errich­tet, das seit 1928 als Rathaus genutzt wird. In der Zeit von 1920 von 1924 wurde der Ort Böhlen ver­grö­ßert. Im Zuge des­sen wur­den im Schloss Wohnungen ein­ge­rich­tet und der ehe­ma­lige Schlosspark wurde bebaut. 1979 erfolgte der Abriss des Schlosses.

Heutige Nutzung

Erhalten ist noch das Pächterhaus, das unter der oben ange­ge­be­nen Adresse zu fin­den ist.

Regis-​Breitingen: Rittergut Breitingen

Rittergut Breitingen

Thomas-​Müntzer-​Straße 7
04565 Regis-Breitingen

Historisches

Das Gut wurde bereits 1265 erwähnt, als ein Kaufvertrag zwi­schen dem Thüringer Landgrafen und dem Bischof von Merseburg geschlos­sen wurde. Die Aufwertung zum Rittergut wurde im Jahre 1596 doku­men­tiert. Zuvor soll bereits um 1540 ein Kammergut bestan­den haben.

Als Besitzer wer­den 1580 Hans von Schweinitz, 1589 Nikol von Schweinitz, 1612 Hans von Büna, nach­fol­gend die Familie von Starschedel und die Familie Bosen sowie die Familie von Bose bis 1822 auf­ge­führt. Von 1822 bis 1913 befand sich das Rittergut Breitingen im Besitz der Familie Hertwig.

Einer ande­ren Quelle zufolge gelangte das Rittergut bereits ein Jahr frü­her in den Besitz von Friedrich Gottlob Hertwig, der das Herrenhaus neu auf­bauen ließ. Umbauten erfolg­ten um 1890.

Nach 1945

Der Mittelteil des Herrenhauses wurde infolge einer Teilung nach der Enteignung abge­ris­sen. Ein Brand in der Silvesternacht 1977 zog den Abriss des süd­li­chen Teils des Herrenhauses nach sich. Der nörd­li­che Teil des Herrenhauses diente Wohzwecken.

Heutige Nutzung

Der Rest des Herrenhauses befin­det sich in einem ordent­li­chen Zustand und wird bewohnt. Die Wirtschaftsgebäude sind saniert und wer­den eben­falls bewohnt.

Grimma: Wallburg Muschau

Wallburg Muschau

Weinberg
04668 Grimma OT Muschau

Historisches

Die etwa 100 mal 50 m große Wallburg befin­det sich süd­lich im Ort und stammt ver­mut­lich aus der Slawenzeit. Eine Umwallung ist nicht erkenn­bar und ein Graben nur noch zum Teil erhal­ten. Durch den Graben führt die Dorfstraße.

Eine wei­tere Quelle benennt Muschau 1244 als Herrensitz. Ob diese Zuordnung auf die Wallburg zutrifft, ist unklar.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage ist seit 1935 als Bodendenkmal geschützt. Erneuert wurde der Schutz 1956.

Grimma: Rittergut Böhlen (bei Thümmlitzwalde)

Rittergut Böhlen

Rittergutsweg 1 (Herrenhaus)
Rittergutsweg /​ Dürrweitschener Straße 6 (Rittergut)
04668 Grimma OT Böhlen (bei Thümmlitzwalde)

Historisches

Bereits 1233 war ein Herrensitz bekannt, der sich dazu­mal im Besitz des Heinricus de Belen befand. Im 15. und 16. Jahrhundert befand sich das Rittergut Böhlen im Besitz von der Familie von Zeschau. Um 1551 erfolgte die Erwähnung als Rittergut. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Ernst Dietrich von Erdmannsdorf errich­tet und mehr­fach umge­baut. Der letzte pri­vate Eigentümer war seit 1923 Otto Bunge, der 1945 ent­eig­net wurde. Das Herrenhaus war einst von einem was­ser­füh­ren­den Graben umge­ben, wel­cher 1822 ver­schüt­tet wurde.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Herrenhaus diente zunächst Flüchtlingen als Notunterkunft und wurde zu Beginn der 1950er Jahre in ein Kinderheim umfunk­tio­niert, das bis 1991 bestand.

Heutige Nutzung

Jetzt wird der Großteil des Herrenhauses durch die Mittelschule Böhlen genutzt. Weitere Räume ste­hen der Heimatstube zur Verfügung. Das Rittergut wird durch den Bauhof genutzt.

Wurzen: Rittergut Wäldgen

Rittergut Wäldgen

Am Park 12–14
04808 Wurzen OT Wäldgen

Historisches

Das Rittergut Wäldgen war einst Vorwerk des Ritterguts Sachsendorf. Erstmals 1417 als Rittersitz erwähnt, erfolgte 1439 ein Nachweis als Vorwerk und 1606 ein Nachweis als Rittergut. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Hans von Holleufer erbaut. 1638 erwarb Dr. August Prätorius das Rittergut Wäldgen. Nach 1676 erwarb Christoph Abraham von Canitz den Besitz. Die Familie von Döring über­nahm das Rittergut 1720. Unter ihr wurde das Herrenhaus 1728 grund­le­gend umge­baut. 1780 erstei­gerte Johann August Petzsch das Rittergut Wäldgen von Gottlob Heinrich von Döring, wel­cher in Konkurs gegan­gen war. Die letz­ten Besitzer des Ritterguts vor der Enteignung waren Rudolf Timpe und Walter Seyferth.

Nach 1945

Auch das Rittergut Wäldgen unter­lag der Bodenreform und sein letz­ter Besitzer wurde ent­eig­net, wäh­rend die Rittergutsflächen an Neubauern auf­ge­teilt wurden.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren wurde das Herrenhaus an einen Italiener ver­kauft. Sanierungen blie­ben aus. Anfang 2011 stürz­ten Teile der Fassade ein.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist mitt­ler­weise zur Ruine ver­kom­men. Wirtschaftsgebäude und Stallungen sind heute pri­vat und wur­den teil­weise bau­lich stark verändert.

Böhlen: Herrenhaus Großdeuben

Herrenhaus Großdeuben

Hauptstraße 54
04564 Böhlen OT Großdeuben

Historisches

1197 erfolgte die Ersterwähnung als Herrensitz unter Gumbertus de Duben. 1285 befand sich der Herrensitz in den Händen von Guntherus de Dubene. Die Nennung als Rittersitz datiert auf das Jahr 1378, die Ernennung zum Rittergut erfolgte bereits ver­hält­nis­mä­ßig früh im Jahre 1470.

Friedrich Brand von Lindau kaufte das Rittergut 1652. 1703 ging es an Georg Ferdinand von Hopfgarten über. Dieser ver­kaufte es 1716 an den Kaufmann Hohmann. Die Toranlage wurde um 1700 /​ 1710 erstellt, das Herrenhaus wurde 1730 durch George Werner erbaut und 1896 umge­baut, nach­dem es von einem Leipziger Konsul erwor­ben wurde. Im Erdgeschossbereich wur­den Anbauten angefügt.