Thallwitz: Vorwerk Zwochau

Vorwerk Zwochau

Nr. 1a
04808 Thallwitz OT Zwochau

Historisches

Zwochau wurde erst­mals 1300 erwähnt und lag etwa von der Mitte des 15. Jahrhunderts an für fast ein Jahrhundert wüst. Die Herren über Zwochau waren die Herren von Poigk, die vom Rittergut Hohburg aus die Grundherrschaft aus­üb­ten, den Ort schließ­lich neu auf­sie­del­ten und unter denen 1571 erst­mals ein Vorwerk Erwähnung fand. 1617 erwarb Wilhelm von Lindenau das Vorwerk zusam­men mit dem Hohburger Rittergut. Bereits fünf Jahre spä­ter ging es in den Besitz des Kurfürsten Johann Georg I. über.

Im Dreißigjährigen Krieg, 1637, wurde das Vorwerk zer­stört. Es kam 1654 in den Besitz der Familie von Holzendorf, unter der es wie­der auf­ge­baut wurde. Ab 1661 ist die Familie von Ploetz als Besitzer ver­merkt. Ab 1702 befand sich das Vorwerk im Besitz von Johann Adolph von Fritzsch und kam nach zehn Jahren erneut an die Familie von Ploetz. Danach wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach. So sind ab 1782 Alfred Ludwig von Wuthenau, ab 1794 die Familie von Holleufer, ab 1799 der Freiherr von Lorentz, ab 1806 Carl Gottlob Edler von der Planitz und ab 1822 die Freiherren von Kalitsch auf­ge­führt. 1878 erwarb Georg Caspar Ferdinand Dam von Schönberg das Vorwerk Zwochau. Nachdem die­ses in der Silvesternacht von 1881 auf 1882 abge­brannt war, ließ er es kom­plett neu errichten.

Nach 1945

Die Familie von Schönberg wurde 1945 enteignet.

Heutige Nutzung

Das Vorwerksgebäude ist umfas­send sanierungsbedürftig.

Thallwitz: Herrensitz Pletzschwitz

Herrensitz Pletzschwitz

04808 Thallwitz OT Nischwitz

Historisches

1203 wurde ein Herrensitz Pletzschwitz unter Herbordus de Pilazewiz erwähnt. Bereits fünf Jahre zuvor, 1198, wurde Hildebrandus de Pylatuwiz auf Pletzschwitz nach­ge­wie­sen. Im 16. Jahrhundert übte das Rittergut Nischwitz die Grundherrschaft aus. Der Herrensitz wurde auf­ge­löst. Die Ortschaft Pletzschwitz lag bereits 1542 wüst.

Borna: Herrensitz Thräna

Herrensitz Thräna

04552 Borna OT Thräna

Historisches

Thräna war 1243 als Herrensitz unter Guntherus de Drenawe bekannt. 1297 wurde Heberlinus de Drenowe als Herr auf Thräna nach­ge­wie­sen. 1378 oblag die Verwaltungszugehörigkeit dem castrum Altenberg. Die Grundherrschaft wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst vom Kloster Altenburg aus­ge­übt, im Jahre 1824 antei­lig von den Rittergütern Rautenberg, Oberzetzscha und Windischleuba.

Wurzen: Herrenhaus Wäldgen

Herrenhaus Wäldgen

Am Park 12–14
04808 Wurzen OT Wäldgen

Historisches

Das Rittergut Wäldgen war einst Vorwerk des Ritterguts Sachsendorf. Erstmals 1417 als Rittersitz erwähnt, erfolgte 1439 ein Nachweis als Vorwerk und 1606 ein Nachweis als Rittergut. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Hans von Holleufer erbaut. 1638 erwarb Dr. August Prätorius das Rittergut Wäldgen. Nach 1676 erwarb Christoph Abraham von Canitz den Besitz. Die Familie von Döring über­nahm das Rittergut 1720. Unter ihr wurde das Herrenhaus 1728 grund­le­gend umge­baut. 1780 erstei­gerte Johann August Petzsch das Rittergut Wäldgen von Gottlob Heinrich von Döring, wel­cher in Konkurs gegan­gen war. Die letz­ten Besitzer des Ritterguts vor der Enteignung waren Rudolf Timpe und Walter Seyferth.

Nach 1945

Auch das Rittergut Wäldgen unter­lag der Bodenreform und sein letz­ter Besitzer wurde ent­eig­net, wäh­rend die Rittergutsflächen an Neubauern auf­ge­teilt wurden.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren wurde das Herrenhaus an einen Italiener ver­kauft. Sanierungen blie­ben aus. Anfang 2011 stürz­ten Teile der Fassade ein.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist mitt­ler­weise zur Ruine ver­kom­men. Wirtschaftsgebäude und Stallungen sind heute pri­vat und wur­den teil­weise bau­lich stark verändert.

Böhlen: Herrenhaus Großdeuben

Herrenhaus Großdeuben

Hauptstraße 54
04564 Böhlen OT Großdeuben

Historisches

1197 erfolgte die Ersterwähnung als Herrensitz unter Gumbertus de Duben. 1285 befand sich der Herrensitz in den Händen von Guntherus de Dubene. Die Nennung als Rittersitz datiert auf das Jahr 1378, die Ernennung zum Rittergut erfolgte bereits ver­hält­nis­mä­ßig früh im Jahre 1470.

Friedrich Brand von Lindau kaufte das Rittergut 1652. 1703 ging es an Georg Ferdinand von Hopfgarten über. Dieser ver­kaufte es 1716 an den Kaufmann Hohmann. Die Toranlage wurde um 1700 /​ 1710 erstellt, das Herrenhaus wurde 1730 durch George Werner erbaut und 1896 umge­baut, nach­dem es von einem Leipziger Konsul erwor­ben wurde. Im Erdgeschossbereich wur­den Anbauten angefügt.

Regis-​Breitingen: Rittergut Breitingen

Rittergut Breitingen

Thomas-​Müntzer-​Straße 7
04565 Regis-Breitingen

Historisches

Als Rittergutsbesitzer sind die Familien Reiche, von Bünau, von Bose und Hertwig bekannt. Das Gut wurde bereits 1265 erwähnt, als ein Kaufvertrag zwi­schen dem Thüringer Landgrafen und dem Bischof von Merseburg geschlos­sen wurde. Die Aufwertung zum Rittergut wurde im Jahre 1596 dokumentiert.

Heutige Nutzung

Ein Großteil des Herrenhauses wurde in früh­ren Jahren abge­ris­sen. Der Rest des Herrenhauses befin­det sich in einem ordent­li­chen Zustand und wird bewohnt. Die Wirtschaftsgebäude sind saniert und wer­den eben­falls bewohnt.

Grimma: Wallburg Muschau

Wallburg Muschau

Weinberg
04668 Grimma OT Muschau

Historisches

Die etwa 100 mal 50 m große Wallburg befin­det sich süd­lich im Ort und stammt ver­mut­lich aus der Slawenzeit. Eine Umwallung ist nicht erkenn­bar und ein Graben nur noch zum Teil erhal­ten. Durch den Graben führt die Dorfstraße.

Eine wei­tere Quelle benennt Muschau 1244 als Herrensitz. Ob diese Zuordnung auf die Wallburg zutrifft, ist unklar.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage ist seit 1935 als Bodendenkmal geschützt. Erneuert wurde der Schutz 1956.

Grimma: Rittergut Böhlen (bei Thümmlitzwalde)

Rittergut Böhlen

Rittergutsweg 1 (Herrenhaus)
Rittergutsweg /​ Dürrweitschener Straße 6 (Rittergut)
04668 Grimma OT Böhlen (bei Thümmlitzwalde)

Historisches

Bereits 1233 war ein Herrensitz bekannt, der sich dazu­mal im Besitz des Heinricus de Belen befand. Im 15. und 16. Jahrhundert befand sich das Rittergut Böhlen im Besitz von der Familie von Zeschau. Um 1551 erfolgte die Erwähnung als Rittergut. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Ernst Dietrich von Erdmannsdorf errich­tet und mehr­fach umge­baut. Der letzte pri­vate Eigentümer war seit 1923 Otto Bunge, der 1945 ent­eig­net wurde. Das Herrenhaus war einst von einem was­ser­füh­ren­den Graben umge­ben, wel­cher 1822 ver­schüt­tet wurde.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Herrenhaus diente zunächst Flüchtlingen als Notunterkunft und wurde zu Beginn der 1950er Jahre in ein Kinderheim umfunk­tio­niert, das bis 1991 bestand.

Heutige Nutzung

Jetzt wird der Großteil des Herrenhauses durch die Mittelschule Böhlen genutzt. Weitere Räume ste­hen der Heimatstube zur Verfügung. Das Rittergut wird durch den Bauhof genutzt.