Aue: Rittergut Klösterlein Zelle

Rittergut Klösterlein Zelle

Am Bahnhof 11
08280 Aue OT Zelle

Historisches

1173 wurde das Kloster Augustinerchorherren-​Zelle als Einzelgut gegrün­det. Das Rittergut ging aus dem Vorwerk des 1527 auf­ge­lös­ten Klosters her­vor. Da die­ses nie zu wirk­li­cher Bedeutsamkeit her­an­ge­wach­sen war, erhielt sich der Beiname Klösterlein. Nach einem Brand im Jahre 1816 wurde das Herrenhaus, das einst unter Einbeziehung eines Vorgängerbaus errich­tet wor­den war, unter Johann Traugott Lohse wie­der aufgebaut.

Heutige Nutzung

Das Rittergut wird heute für Büro- und Gewerbezwecke genutzt.

Aue: Vorwerk Brünlasberg

Vorwerk Brünlasberg

08280 Aue OT Brünlasberg

Historisches

1550 wurde auf den Wiesenhängen zwi­schen Aue und dem Gleesberg ein Vorwerk gegrün­det. Dieses Brünlasgut war ein Freigut und somit kei­ner Gemeinde ange­hö­rig, ver­fügte aber über eine Reihe eige­ner Rechte. Möglicherweise bestand schon ein Vorgängerhof, da 1533 der Name Michael Burger mit dem Brünlasgut in Verbindung gebracht wurde. Ende des 17. Jahrhunderts befand es sich im Besitz von Veit Hans Schnorr von Carolsfeld, wurde auch als Schnorrsches Gut bekannt und ver­blieb einige Zeit in Familienbesitz. 1792 kaufte Friedrich-​Wilhelm Schnorr von den ande­ren Schnorrschen Erben das Freigut, wel­ches über umfang­rei­che Flächen ver­fügte. 1818 kaufte Christian Looß das Gut und ver­pach­tete es. Nach einem wei­te­ren Eigentümer hieß das Gut ab 1845 Heinzegut. Nächster Eigentümer wurde die Bauersfamilie Peuschel, die den Besitz teilte. Die Güter wur­den nun als Peuschelgüter bezeich­net,  an sie erin­nert die heu­tige Straße An den Gütern.

Nach 1945

Zu Beginn der 1960er Jahre wur­den Teile des Gutshofs abge­ris­sen, um Baufreiheit für ein Wohngebiet zu schaf­fen. Heute ist nichts mehr vor­han­den vom eins­ti­gen Vorwerk.

Annaberg-​Buchholz: Riesenburg

Vorwerk Riesenburg

Zur Riesenburg 20
09456 Annaberg-Buchholz

Historisches

Der berühmte Rechenmeister Adam Ries erwarb 1539 das „Vorwerk bei der Wiesen“. Das Anwesen wird in Anlehnung an Adam Ries auch “Riesenburg” genannt.

Heutige Nutzung

Die Riesenburg wird bewohnt. Einige Bewohner sol­len Nachfahren des Rechenmeisters sein.

Jahnsdorf: Rittergut Leukersdorf

Rittergut Leukersdorf

Hauptstraße 52
09387 Jahnsdorf OT Leukersdorf

Historisches

Hugo und Arnag von Waldenburg über­tru­gen 1260 das dama­lige Lehngut mit­samt dem Rittergut dem Zisterzienserkloster Grünhain, in des­sen Besitz sich das Rittergut Leukersdorf bis zur Reformation befand. 1536 erhielt Wolf Kretzschmann einen Lehnsbrief von Abt Johannis des Klosters Grünhain und erwarb damit die nie­dere Gerichtsbarkeit über die Leukersdorfer Gutsseite. Drei Jahre spä­ter wurde der Klosterbesitz vom Kurfürsten ein­ge­zo­gen und offen­bar noch im glei­chen Jahr an Hans Kretzschmar verkauft.

1761 wurde das Lehnsgut in ein Allodialgut umge­wan­delt. 1767 war der bür­ger­li­che Johann Georg Fuchs Besitzer des Allodialguts Leukersdorf. 1778 kam es an die Familie Ayer. Das Herrenhaus wurde je nach Quellenlage im 18. Jahrhundert oder in der ers­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Das direkt benach­barte Wirtschaftsgebäude, eines von ins­ge­samt vier, wurde eben­falls im 18. Jahrhundert errich­tet. 1830 ver­kaufte Christiane Friedericke von Waldenburg, ver­wit­wet von Ayer, das Gut an die Brüder Meinert. Weitere Besitzer waren ab 1858 Carl Gustav Adler, der das Allodialgut selbst bewirt­schaf­tete und ab 1901 sein Sohn Bruno Gustav Adler. Das benach­barte Wirtschaftsgebäude wurde bei einem Brand 1905 beschä­digt, nach­her aber wie­der auf­ge­baut. Konrad August Ulrich Pornitz erwarb das ehe­ma­lige Rittergut Leukersdorf 1918.

Nach 1945

Das Allodialgut war zu klein, um unter die Bodenreform zu fal­len. Die Erben von Ulrich Pornitz gaben den Landwirtschaftsbetrieb den­noch nach Kriegsende auf und ver­schenk­ten den Hof an die Gemeinde. Im Herrenhaus wur­den Wohnungen ein­ge­rich­tet. Die LPG über­nahm den Wirtschaftshof 1954 käuflich.

Nachwendezeit

Die Gemeinde hatte das vor­ma­lige Rittergut 2005 an meh­rere Privateigentümer ver­kauft. Einer der Käufer ver­un­glückte aller­dings töd­lich, so dass das Vorhaben der Sanierung nicht mehr erfolgte. 2018 erfolgte ein Teilabriss des Ritterguts.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Leukersdorf steht leer und unge­nutzt. Es besteht Einsturzgefahr und erheb­li­cher Sanierungsbedarf.
(Fotos: Oktober 2022)

Jöhstädt, Lehngut Oberschmiedeberg

Lehngut Oberschmiedeberg

Talstraße 11
09477 Jöhstadt OT Oberschmiedeberg

Historisches

Im 15. Jahrhundert ent­stan­den in der erz­ge­birgschen Gegend meh­rere Eisenhämmer. Aus einem sol­chen Hammergut ent­wi­ckelte sich das Lehngut Oberschmiedeberg her­aus. Erstmals wurde 1525 Hippolyt Siegert als Lehnherr bezeugt. Sein Lehngut durfte neben dem Braurecht auch Fischerei und Jagd aus­üben. Die Familie Siegert behielt das Lehngut Oberschmiedeberg meh­rere Generationen lang in ihrem Besitz und ver­kaufte es 1617. 1645 erwarb Georg Hörnig das Lehngut. Nach dem Aussterben der Familie Hörnig 1764 wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach. Das Herrenhaus ent­stand im zei­ti­gen 19. Jahrhundert.

Der Eisenhammer des Lehngutes wurde 1847 ver­kauft. Hierbei dürfte es sich um den Eigentumsübergang von Karl Theodor Sigismund Frohs an Friedrich Schmiedel gehan­delt haben. Ein Brand hatte 1850 den Hof zer­stört, wor­auf­hin die Wirtschaftsgebäude neu auf­ge­baut wur­den. Die wei­te­ren Besitzer des Lehngutes ver­kauf­ten stück­chen­weise Landfläche, wodurch das eigent­li­che Lehngut Oberschmiedeberg immer klei­ner wurde.

Heutige Nutzung

Das Lehngut ist saniert und wird bewohnt.