Panschwitz-​Kuckau: Rittergut Lehndorf I

Rittergut Lehndorf I

Am Park 14
01920 Panschwitz-​Kuckau OT Lehndorf

Historisches

1423 erfolgte die erste Erwähnung von Lehndorf unter Behnis vom Lehin. Das 1642 erst­mals als sol­ches erwähnte Rittergut befand sich seit 1438 bis ins 17. Jahrhundert hin­ein im Besitz der Familie von Metzradt und ging danach an die Familie von Gersdorff über. Das Kloster St. Marienstern erwarb das Rittergut im 18. Jahrhundert. Es wurde 1845 von Clemens Christian Richter gekauft, der im glei­chen Jahr den Bau des Herrenhauses ver­an­lasste. Seit 1910 war Otto Wesser als Besitzer bekannt, seit 1932 Martin Hentzschel.

Nach 1945

Martin Hentzschel wurde nicht ent­eig­net. Er wurde aller­dings 1960 poli­tisch bedingt ver­haf­tet, weil er sei­nen Besitz nicht in die LPG ein­brin­gen wollte. Die Landwirtschaftsflächen wur­den dar­auf­hin zwangs­ver­pach­tet. Sein Sohn über­nahm den Hof 1980 und trat der LPG bei. 1984 ver­an­lasste er die Sanierung des klei­nen Glockenturms.

Nachwendezeit

Der Sohn von Martin Hentzschel erhielt 1991 sei­nen Hof zurück und grün­dete sei­nen eige­nen Landwirtschaftsbetrieb.

Heutige Nutzung

Das Rittergut befin­det sich nach wie vor in Hentzschelschem Familienbesitz und ist umfas­send saniert.

Puschwitz: Schloss Jeßnitz

Schloss Jeßnitz

Nr. 1
02699 Puschwitz OT Jeßnitz

Historisches

Seit 1622 war ein Rittergut ver­zeich­net. 1717 erfolgte der Bau des Schlosses für Adam Gottlob von Pentzig, der das Rittergut 1703 erwor­ben hatte. Seine Töchter und Erbinnen ver­äu­ßer­ten Schloss und Rittergut Jeßnitz 1735 an Gottlieb von Schmeskal. Ihm folg­ten als Besitzer unter ande­rem Alexander Joseph von Sulkowski und Wolfgang von Riesch. Ab 1824 gehörte das Rittergut Dr. Georg Friedrich Wiesand, ab 1861 Hermann Freiherr von Salza und Lichtenau. Dieser ver­kaufte Schloss und Rittergut 1872 an Franz Joseph Graf zu Stolberg-​Stolberg. Ihm wie­derum folgte die Grafenfamilie zu Hoensbroech. Der letzte Rittergutsbesitzer war Alfons Porak.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst die Enteignung von Alfons Porak im Rahmen der Bodenreform voll­zo­gen und danach das Schloss als Unterkunft für Umsiedler genutzt. Die Landwirtschaftsflächen wur­den der LPG angegliedert.

Nachwendezeit

Das Wirtschaftsgebäude ist aus­ge­glie­dert, der Turm wurde 1993 aus Sicherheitsgründen abge­bro­chen. 2005 erfolgte der Verkauf an einen Investor.

Heutige Nutzung

Das Schloss befin­det sich in einem sehr schad­haf­ten Zustand.

Panschwitz-​Kuckau: Vorwerk Schweinerden

Vorwerk Schweinerden

Ringstraße 22
01920 Panschwitz-​Kuckau OT Schweinerden

Historisches

In den Jahren 1709 und 1875 ist ein Vorwerk belegt. Das Herrenhaus wurde 1766 erbaut und gehört zum Kloster St. Marienstern. Ein Vorgängerbau exis­tierte bereits im frü­hen 14. Jahrhundert. Davon zeugt ein Gewölbe mit der Jahreszahl 1333. In frü­he­rer Zeit war im Herrenhaus ein Straßengasthof ein­ge­rich­tet, der sich gro­ßer Beliebtheit erfreute.

Nach 1945

Zu DDR-​Zeiten wurde das Gut als Altersheim genutzt.

Heutige Nutzung

Seit dem Umzug des Heimes 2002 steht das Herrenhaus leer.

Lohsa: Herrenhaus Kolbitz

Herrenhaus Kolbitz

Spreestraße 26
02999 Lohsa OT Steinitz-Kolbitz

Historisches

Das Herrenhaus des Vorwerks Kolbitz blickt auf adlige und bür­ger­li­che Besitzer zurück. Es wurde 1777 als Rittergut und 1825 als Vorwerk bezeich­net. 1672 befand sich im Besitz von Hans von Dallwitz, für 1819 ist ein bür­ger­li­cher Besitzer ver­zeich­net. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich um 1870 erbaut. Ulrich Prinz von Schönburg-​Waldenburg erwarb das Rittergut 1921. 1930 ver­kaufte er es an Gustav Schlick.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung von Gustav Schlick sowie die Aufteilung des Herrenhauses an zwei Neubauern. Diese teil­ten das Herrenhaus und nutz­ten es zu Wohnzwecken.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus befin­det sich geteilt in Privatbesitz und wird bewohnt.

Pulsnitz: Burgruine Keulenberg

Burgruine Keulenberg

Keulenberg
01896 Pulsnitz OT Oberlichtenau

Historisches

Die Burgruine Keulenberg befin­det sich auf dem gleich­na­mi­gen Berg und wurde zwi­schen 1733 und 1735 im Auftrag des Rittergutsherrn Christian Gottlieb von Holtzendorf für seine Gemahlin Friedericke Sophia errichtet.

Die ursprüng­li­che Burg hatte einen sechs­ecki­gen Grundriss, erstreckte sich über zwei Etagen und wurde über­wie­gend zu Repräsentationszwecken genutzt. Jährlich am 2. Juli fand ein gro­ßes Fest auf der Burg statt, das jeweils meh­rere Tage dau­erte. Aus finan­zi­el­len Gründen fand die­ses Fest 1804 (andere Quelle: 1810) zum letz­ten Mal statt.

1760 besuchte Friedrich II. von Preußen das Berg- und Jagdschlösschen und hielt Kriegsrat. 1818 erfolgte eine grund­le­gende Sanierung der Burg. Ein Orkan hatte Mitte Dezember 1833 (andere Quelle: 1835) das Dach abge­ris­sen und die Burg zer­stört. Die Burg ver­fiel in den fol­gen­den Jahren zur Ruine, von der heute nur noch Mauerreste vor­han­den sind.

Nachwendezeit

Seit 1962 bis zum Ende der DDR waren der Keulenberg und somit auch die Burgruine für die Öffentlichkeit geschlos­sen und durf­ten nur von den bewaff­ne­ten Organen betre­ten werden.

Heutige Nutzung

Der Keulenberg mit sei­ner Burgruine ist heute wie­der zugäng­lich und dient als belieb­tes Ausflugsziel. Auf dem umge­ben­den Gelände befin­den sich unter ande­rem Imbissstände, eine Bismarck-​Gedenksäule und ein Aussichtsturm.
(Fotos: Februar 2025)

Lohsa: Rittergut Lippen

Rittergut Lippen

02999 Lohsa OT Lippen

Historisches

Für Lippen konnte sowohl 1610 als auch 1885 ein Rittergut nach­ge­wie­sen wer­den. Die erste Urkunde beschreibt den Verkauf des Rittergutes an Albrecht von Geoda durch des­sen Vater Christoph von Geoda. Schon im nächs­ten Jahr erwarb es Hans von Warnsdorf; sein Sohn Hans Georg von Warnsdorf ver­äu­ßerte das Rittergut Lippen 1624 an Gotthard Magnus von Gersdorff. Insgesamt gab es auf Rittergut Lippen häu­fige Besitzerwechsel.

Nach 1945

Der letzte Besitzer Herbert Kluge wurde 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet.

Laußnitz: Wasserburg & Jagdschloss Laußnitz

Wasserburg & Jagdschloss Laußnitz

Hofeweg
01936 Laußnitz

Historisches

Laußnitz wurde erst­mals 1289 als “Feste Lusenitz” erwähnt, als Markgraf Friedrich dem König Wenzel Stadt und Schloss Dresden, Stadt und Schloss Pirna, die Burgen Dohna und Tharandt samt Zubehör, wei­tere Städte und die Feste Lusenitz über­gab. Der Ort war viele Jahrhunderte heid­nisch und wen­disch geprägt. Die Feste bestand aus einer fes­ten Burg, umge­ben von Wallgraben, Mauern und Teichen. 1349 kaufte der Probst des Klosters zum Hayn (Großenhain) die Burg Lusenitz, zu der auch sechs umlie­gende Dörfer gehör­ten. Unter dem Probst wurde der hei­li­gen Walpurga zu Ehren eine Kapelle erbaut. Von die­ser sind auf dem Walperberg, frü­her Berg der Walpurga, nur noch geringe Überreste der Grundmauern vorhanden.

1420 erfolgte die Erwähnung als Rittersitz. Otto Pflugk ver­kaufte Laußnitz 1564 an den Kurfürsten August, der den Laußnitzer Grundbesitz 1573 an Oswald von Carlowitz ver­äu­ßerte. Nach des­sen Tod 1579 über­nahm seine Witwe Magdalena von Carlowitz den Rittersitz Laußnitz, bis sie es 1592 an Paul Gröbel ver­kaufte. Dieser ver­machte das Gut zwei Jahre spä­ter sei­nem Sohn Heinrich. Ende 1604 ver­kaufte Heinrich Gröbel das Rittergut Laußnitz mit den Vorwerken Gräfenhain und Höckendorf an den Kurfürsten von Sachsen, Christian II.. Dieser über­ließ den Grundbesitz jedoch sei­nem Bruder Johann Georg I. Im glei­chen Jahr wurde das Rittergut in ein Kammergut umgewandelt.

Nur drei Jahre spä­ter, im Jahre 1607, ließ Prinz Herzog Johann Georg I. die alte Burg abrei­ßen und an des­sen Stelle ein neues Jagdschloss errich­ten, wel­ches eben­falls von Wassergräben umge­ben war und im nörd­li­chen Bereich über einen Brücke zu errei­chen war. Das Jagdschloss ver­fügte über drei Stockwerke und einen Turm. Im Jagdschloss wohnte ein Amtsverwalter, der die Dörfer Laußnitz, Gräfenhain, Höckendorf und Okrilla gepach­tet hatte. Seit 1823 wurde das Jagdschloss Laußnitz von den Landesfürsten nicht mehr genutzt. 1837 wurde das Kammergut auf­ge­löst und in meh­rere Hundert Parzellen auf­ge­teilt, wel­che von den Einwohnern erwor­ben wur­den. Schließlich wurde 1847 das Jagdschloss Laußnitz abge­ris­sen, um Baumaterial für die Dörfler und die abge­brannte Stadt Königsbrück zu gewin­nen. Erhalten blie­ben nur wenige Überreste.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren wur­den durch ABM-​Kräfte die aller­letz­ten spär­li­chen Überreste des Jagdschlosses beseitigt.

Heutige Nutzung

Erhalten sind noch das über 500 Jahre alte Brauhaus, der im 13. Jahrhundert erbaute Kuhstall, wel­cher bis 1837 als sol­cher genutzt und erst dann zu Wohnungen umge­baut wurde und teil­weise noch über Gewölbekeller und bis zu 1,40 m dicke Mauern ver­fügt, sowie wenige andere Wirtschaftsgebäude, wel­che dem Abriss nicht zum Opfer gefal­len sind. Ebenfalls sind noch groß­flä­chige Reste der Begrenzungsmauern an ver­schie­de­nen Stellen zu sehen und Reste der ehe­ma­li­gen was­ser­füh­ren­den Grabenanlagen. Der Hofeweg ist die ehe­ma­lige Zufahrt zum Schloss. Unter ihm ist noch die stei­nerne Schlossbrücke erkennbar.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburganlage wurde bereits 1936 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Der Schutz wurde Ende 1956 erneuert.