Göda: Wallburg Dobranitz

Wallburg Dobranitz

Dobranitzer Schanze
02633 Göda OT Dobranitz

Historisches

Von der Wallburg Dobranitz sind ledig­lich geringe Reste vor­han­den, nach­dem sie zu einem gro­ßen Teil abge­tra­gen wurde. Die sla­wi­sche Wallburg wurde vom 8. bis 10. Jahrhundert genutzt.

Die Schanze befin­det sich süd­öst­lich des Ortes und nörd­lich des Großhänchener Wassers. Sie liegt ganz in der Nähe der Coblenzer Schanze und ist bequem über einen Wanderweg aus Richtung Coblenz oder Großhänchen erreichbar.

Bodendenkmalschutz

Schutz als Bodendenkmal besteht für die Schanze seit 1935. Der Schutz wurde Ende 1958 erneuert.

Malschwitz: Rittergut Halbendorf

Rittergut Halbendorf

Neudorfer Straße 7
02694 Malschwitz OT Halbendorf

Historisches

Möglicherweise bestand bereits 1374 ein Herrensitz. Das 1565 erwähnte Rittergut befand sich bis 1796 im Besitz von Caspar Gottlob Friedrich von Hertzberg und wurde an Christian Conrad Gerathewohl ver­kauft, des­sen Söhne es bis 1837 besaß. 1860 waren die Herren von Polenz als Eigentümer bekannt. Das Rittergut befand sich seit 1877 oder 1879 in Staatseigentum. Die Felder wur­den in Waldflächen umge­wan­delt und fortan als Forstrevier genutzt.

Nach 1945

Es erfolgte auf­grund der Besitzverhältnisse keine Enteignung. Das Herrenhaus diente nach 1945 der Gemeindeverwaltung als Sitz und wurde spä­ter zu Wohnzwecken genutzt.

Heutige Nutzung

Heute steht das sanie­rungs­be­dürf­tige Herrenhaus des Ritterguts Halbendorfs über­wie­gend leer. Es wurde nach und nach leergezogen.

Schwepnitz: Rittergut Bulleritz

Rittergut Bulleritz

Hauptstraße 4
01936 Schwepnitz OT Bulleritz

Historisches

Das Rittergut wurde 1562 erst­mals urkund­lich erwähnt. Es war gebil­det wor­den, indem vier Bauerngüter auf­ge­kauft und zusam­men­ge­legt wur­den. Caspar Burggraf von Dohna wurde 1565 mit die­sem Rittergut belehnt. 1817 erhiel­ten die Grafen zu Stolberg-​Stolberg den Wirtschaftshof. 1821 wurde das Wohn- und Wirtschaftsgebäude unter Sophie Charlotte Eleonore Gräfin zu Stolberg-​Stolberg erbaut. Neben land­wirt­schaft­li­cher Nutzungfläche bestand das Rittergut ledig­lich aus Wirtschaftsgebäuden. In einem davon befand sich auch die Wohnung des Gutsverwalters.

Nach 1945

Wie die meis­ten ande­ren Rittergüter wurde auch das Rittergut Bulleritz durch Vollzug der Bodenreform ent­eig­net und in der DDR land­wirt­schaft­lich genutzt. Die Enteignung betraf den Pächter Herrn Sieber, kon­kret den Sohn des Pächters Sieber, der auch das Rittergut Großgrabe gepach­tet hatte. Der Wirtschaftshof wurde zunächst zur Schweine- und Rinderhaltung genutzt, spä­ter wurde auf Hühnerzucht umgestellt.

Nachwendezeit

1990 ver­kaufte die Treuhand das Rittergut an eine Firma für Straßen- und Wegebau. Diese ließ den Ostteil des Gebäudes sanie­ren, musste dann aber Insolvenz anmelden.

Heutige Nutzung

Zwei der Wirtschaftsgebäude ste­hen augen­schein­lich unge­nutzt. Ein drit­tes wird teil­weise bewohnt. Es besteht umfas­sen­der Sanierungsbedarf.
(Stand: Oktober 2023)

Kamenz: Wasserburg & Schloss Cunnersdorf

Wasserburg & Schloss Cunnersdorf

Schönbacher Straße 8 (Wirtschaftsgebäude)
01920 Kamenz OT Cunnersdorf

Historisches

1362 wurde erst­mals ein Herrensitz genannt, 1432 ein Rittersitz. Sechs Jahre spä­ter war Georg von Heinrichsdorf als Rittergutsbesitzer erwähnt. 1473 erwarb Rule von Bloschdorf das Rittergut. 1515 über­nahm es Jacob von Ponickau. 1580 wurde W. G. W. von Rechenberg Besitzer des Gutes, wel­ches seit 1618 als Rittergut bezeich­net und 1622 vom Stadtrat von Kamenz erwor­ben wurde.

1700 wurde die alte Cunnersdorfer Wasserburg fast voll­stän­dig abgerissen.

Um 1700 wurde das neue Schloss errich­tet. 1806 über­nahm Ehrenfried Lobegott von Lippe das Rittergut, in des­sen Familienbesitz es sich bis zur Enteignung 1945 blieb. Dabei über­nahm nach 1938 der Sohn von Georg Bernhard von Lippe die Verwaltung des Rittergutes, gefolgt von den Schwiegersöhnen Friedrich Heinrich Gotthold von Vangerow und Gustav Adolf Pabst.

Wasserburg

Zur frü­he­ren Wasserburg und ihrem Standort gibt es wider­sprüch­li­che Angaben in den vor­lie­gen­den Quellen.

Die Wasserburg soll sich einer­seits an ande­rer Stelle im Ort als das spä­tere Schloss befun­den haben. Der Wassergraben soll größ­ten­teils zuge­schüt­tet und spä­ter teil­weise durch ein Wohnhaus über­baut wor­den sein. Außerdem sol­len Grabenreste zu Teichen erwei­tert wor­den sein.

Dem gegen­über ste­hen Informationen, dass Reste der alten Wasserburg im Keller eines der zu Wohnraum umge­bau­ten Wirtschaftsgebäude zu fin­den wären. Zudem soll sich die Wasserburg im süd­öst­li­chen Bereich des Guts befun­den haben. Ausgehend von der vor­ge­nann­ten Adressangabe las­sen sich in die­sem Bereich keine Teiche vor Ort finden.

Nach 1945

Nach der erfolg­ten Enteignung wurde das Schloss im Zuge der Bodenreform abge­ris­sen. Der Schlussstein, der seit 1700 den Eingang des Schlosses zierte, wurde zur Kirche gebracht. Unter ande­rem durch den Umbau ehe­ma­li­ger Wirtschaftsgebäude des Rittergutes wur­den Neubauernstellen geschaffen.

Bodendenkmalschutz

Der ehe­ma­lige Standort der Wasserburg wurde durch ein Wohnhaus über­baut.   Seit 1935 steht die Anlage als Bodendenkmal unter beson­de­rem Schutz, wel­cher 1971 erneut aus­ge­stellt wurde.

Göda: Rittergut Birkau

Rittergut Birkau

Birkau 21
02633 Göda OT Birkau

Historisches

Maria Luitgard Vitzthum von Eckstädt hatte 1665 drei Bauerngüter zusam­men­ge­kauft und damit das Vorwerk Birkau begrün­det. Einer ande­ren Quelle zufolge bestand das Vorwerk jedoch bereits 1622. Als Rittergut ist Birkau erst­mals 1729 erwähnt wor­den. Die Besitzer wech­sel­ten mehr­fach, seit 1847 befand es sich in bür­ger­li­cher Hand. Um 1880 erfolgte ein Neubau des Herrenhauses. Als Bauherr kommt Karl Kaspar Erwin Heiber in Frage, der das Rittergut Birkau 1871 erwor­ben hatte.

Nach 1945

Auch auf dem Rittergut Birkau wurde die Bodenreform voll­zo­gen und der letzte Besitzer ent­eig­net. Das Rittergut wurde der LPG ange­glie­dert und als Ausbildungsstätte für Landwirtschaftslehrlinge genutzt. Zur Unterbringung der Lehrlinge wurde ein Wohnneubau errich­tet. Ein wei­te­rer DDR-​Neubau auf dem Gelände wurde nicht fertiggestellt.

Nachwendezeit

Ausbildungsstätte und Wohnheim wur­den geschlos­sen und geräumt. Die Treuhand ver­kaufte die Ländereien, blieb aber auf dem Herrenhaus sitzen.

Heutige Nutzung

Das Rittergut steht leer.

Großdubrau: Wasserburg & Schloss Sdier

Wasserburg & Schloss Sdier

Brehmer Straße 2
02694 Großdubrau OT Sdier

Historisches

Bereits 1413 war ein Rittersitz in Form einer Wasserburg in Sdier vor­han­den, der 1595 mit dem Verkauf durch Georg von Loeben an das Bautzner Domstift St. Petri zum Rittergut erho­ben wurde. Eine andere Quelle berich­tet von einem Verkauf an das Domstift 1562, der von Melchior von Loeben vor­ge­nom­men wurde. Das Rittergut befand sich seit­her in kirch­li­chem Besitz und gehört heute zum Bistum Meißen.

Das Schloss Sdier steht auf einer ummau­er­ten Insel und wurde 1719 für den Domdekan Martin Bernhard Just von Friedenfels erbaut, nach­dem sein Vorgängerbau, die Wasserburg, bau­fäl­lig gewor­den war. 1908 wurde im Obergeschoss eine Kapelle ein­ge­rich­tet. In einem Stall des Ritterguts wurde nach Umbauten 1968 eine katho­li­sche Kirche ein­ge­weiht. Der ehe­mals was­ser­füh­rende Graben ist teil­weise trockengelegt.

Bodendenkmalschutz

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg wurde durch das Schloss über­baut. Der Graben wurde auf der Ostseite tro­cken­ge­legt, ist ansons­ten aber huf­ei­sen­för­mig und was­ser­füh­rend noch vor­han­den. Die Anlage wurde erst­mals 1938 und wie­der­holt 1971 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Großharthau: Wasserburg Seeligstadt

Wasserburg Seeligstadt

01909 Großharthau OT Seeligstadt

Historisches

Die ehe­ma­lige Wasserburg befand sich öst­lich vom Ort, öst­lich vom Wasserwerk an der Schwarzen Röder bezie­hungs­weise am Südrand der Massenei. Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg ist ober­fläch­lich ein­ge­eb­net und nicht mehr erkennbar.

Bodendenkmalschutz

Sie wurde erst­mals 1935 und erneut Anfang 1978 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Schwepnitz: Rittergut Cosel & Ritterburg Cosel

Ritterburg Cosel & Rittergut Cosel

Großteich (Ritterburg)
Mühlweg 2a (Rittergut, vermutlich)
01936 Schwepnitz OT Cosel

Historisches

Die Ursprünge des Ritterguts Cosel gehen ver­mut­lich auf die ehe­ma­lige Ritterburg Cosel zurück, wel­che als Festes Haus Kosela im 14. Jahrhundert bezeich­net wurde. Sie exis­tierte bereits 1405 und wurde ein Jahr spä­ter durch ein Strafgericht des Sechsstädtebunds niedergebrannt.

1438 befand sich das Gut im Besitz der Herren von Taubenheim. 1455 erfolgte die erste urkund­li­che Erwähnung als Rittergut. 1522 ging es an das Augustinerkloster über. Im fol­gen­den Jahr kam es ent­ge­gen dem Willen der Augustiner zu einem Kauf durch Wenzel von Schönburg, nach­dem dem Kloster das Rittergut Cosel unter dem Vorwand nicht­ge­zahl­ter Steuern ent­zo­gen wor­den war. Da Wenzel von Schönburg noch im glei­chen Jahr starb, über­nah­men seine Söhne den Besitz. Diese nah­men auf­grund ihrer Illegitimität den Nachnamen “von der Kosel” an. Heinrich von der Kosel ver­kaufte 1580 seine Güter Zeisholz und Cosel an Christoph von Schellendorff.

Später war das Rittergut Cosel meist mit der Standesherrschaft Königsbrück ver­bun­den, hatte aber auch andere Besitzer. Um 1624 war Heinrich Alexey Besitzer von Cosel. 1635 kam das Rittergut in kur­säch­si­sche Herrschaft. Caspar von Gersdorff ver­schul­dete sich und musste das Rittergut Cosel sei­nen Gläubigern über­las­sen, von denen es Otto Rudolph von Bomsdorff 1649 erwarb. Auch die­ser musste das Rittergut sei­nen Gläubigern über­las­sen, wodurch es 1659 an Caspar Gotthard von Minckwitz gelangte. Dieser wie­derum ver­kaufte das Rittergut 1671 an Johanna Margaretha Gräfin von Friesen, ver­ehe­licht von Schellendorff.

1726 ging es an die Grafen von Friesen über, 1773 über­nah­men es die Herren von Redern. Wilhelm Jacob von Redern ver­kaufte das Rittergut Cosel 1802 an Johann August von Glauch. 1830 ging das Rittergut an Ernst August Pietsch über. In den 1870er Jahren erwarb der säch­si­sche Staatsfiskus das Rittergut.

Das Gebiet des Rittergutes wurde 1874 durch den Staatsforst auf­ge­kauft, als Revier Laußnitz II bezeich­net und durch den Zukauf land­wirt­schaft­li­cher Nutzflächen 1890 erwei­tert. Je nach Besitzherrschaft wurde das Rittergut Cosel geteilt und spä­ter wie­der zusam­men­ge­führt. Der Staatsforst hatte das Herrenhaus als Verwaltungssitz genutzt.

Nach 1945

Zu DDR-​Zeiten wurde das Rittergut durch die LPG genutzt. Im Herrenhaus wur­den Mietwohnungen vorgehalten.

Heutige Nutzung

Erhalten ist ein Wohnhaus, das in der Nachwendezeit von pri­vat erwor­ben wurde. Die ver­mut­li­che Anschrift wurde bei einem Vor-​Ort-​Besuch 2023 auf­grund der Lage im Privatgelände nicht auf­ge­sucht. Der Rinderstall war auf einem Foto aus dem Jahr 1997 stark sanierungsbedürftig.
(Stand: Oktober 2023)

Kamenz: Wasserburg, Schloss & Herrenhaus Biehla

Wasserburg, Schloss & Herrenhaus Biehla

Alte Schulstraße 13 & 17
01920 Kamenz OT Biehla

Historisches

Biehla wurde 1225 erst­mals als Bel genannt. 1327 war Biehla im Besitz von Herman von der Bele. Im wei­te­ren 14. Jahrhundert besa­ßen die Herren von Kamenz den Herrensitz Biehla. 1438 befand sich die­ser im Besitz von Herrn von Bloschdorf. 1442 wurde kon­kret Hasche von Bloschdorf urkund­lich auf dem Rittersitz Biehla nach­ge­wie­sen. Zu die­sem Zeitpunkt soll eine Wasserburg bestan­den haben. 1466 ist die urkund­li­che Erwähnung als Rittersitz belegt. 1506 fand Hans von Krakow Erwähnung als Herr über Biehla. Ihm folgte bis 1524 Hans von Grünrode. In jenem Jahr erwarb die Stadt Kamenz den Rittersitz und behielt ihn bis 1547, als Christoph von Carlowitz den Besitz über­nahm und ihn nur vier Jahre spä­ter wie­der an die Stadt Kamenz verlor.

1616 gelangte das Gut in den Besitz der Familie von Ponickau, der es ca. 100 Jahre grund­herr­schaft­lich unter­stand. Unter der Familie von Ponickau erfolgte 1624 eine Aufwertung zum Rittergut. 1661 ließ Hans Wolf von Ponickau ein neues Herrenhaus errich­ten. Die Grundmauern die­ses Gebäudes stan­den auf den Resten der frü­he­ren Wasserburg. Um 1680 wurde ein zwei­tes, das heu­tige Alte Herrenhaus errichtet.

Hans Bastian von Zehmen erwarb 1723 das Rittergut Biehla und ver­kaufte es fünf Jahre spä­ter an Ludwig Gustav von Carlowitz. 1741 ver­äu­ßerte die Familie von Carlowitz das Rittergut Biehla an Ernst Gottlieb von Jeschki. Weitere Besitzer waren ab 1800 Heinrich Gottlieb Erdmann und Wolf Friedrich von Walter-​Jeschki, die beide 1860 star­ben. Gustav Adolph von Ludwig und Theodor Heinrich Reich erb­ten das Rittergut und ver­kauf­ten es 1865 an Theodor Heinrich Reich. Unter die­sem wurde von 1871 bis 1873 auf den Grundmauern des 1661 errich­te­ten Herrenhauses ein neues Schloss im Stil der ita­lie­ni­schen Renaissance erbaut. Emma Reich erbte das Rittergut 1892, 1910 kamen die Brüder Walter, Franz und Ernst Reich in sei­nen Besitz.

Nach 1945

Im Rahmen der Bodenreform wurde die Enteignung voll­zo­gen. Umsiedler und Flüchtlinge wur­den zunächst im Schloss unter­ge­bracht. Danach wurde das Schloss jedoch abgerissen.

Nachwendezeit

Das Alte Herrenhaus ging 1996 in Privatbesitz über. Das stark sanie­rungs­be­dürf­tige Gebäudeensemble aus Herrenhaus mit Stall- und Wirtschaftsgebäude wurde Ende 2016 in einer Auktion ver­kauft. Nach 2017 wur­den meh­rere kleine zum Rittergut gehö­rende Bauten und Anbauten abge­ris­sen. Ein teil­weise defek­ter Holzpavillon wurde abge­tra­gen und an ande­rer Stelle in Kamenz wie­der aufgestellt.

Heutige Nutzung

Herrenhaus und Rittergutsgebäude ste­hen nach wie vor leer. Zwischenzeitlich wur­den die Dächer auf allen Gebäuden erneuert.
(Stand: Mai 2024)