Zeithain: Schloss Promnitz

Schloss Promnitz

Am Elbdamm 1 (Schloss), 2, 3a, 3b
01619 Zeithain OT Promnitz

Historisches

Bereits 1272 war ein Herrensitz unter Hermannus de Promeniz vor­han­den, des­sen Besitzer bis 1430 die Herren von Promnitz waren. Ab 1517 folgte die Familie von Köckeritz, unter der zwei Jahre spä­ter die Vereinigung der bei­den Vorwerke erfolgte, die seit 1324 neben­ein­an­der bestan­den hat­ten. Das neue Vorwerk wurde 1551 in den Stand eines Ritterguts erho­ben und 1603 aus­ge­baut. Schloss Promnitz ver­blieb bis 1699 im Besitz der Familie von Köckeritz und erlebte danach meh­rere Besitzerwechsel.

1728 erfolgte der Umbau zur baro­cken Dreiflügelanlage. Bis dahin bestand das Schloss aus zwei ein­zel­nen Bauten, die durch einen Mittelbau mit­ein­an­der ver­bun­den wur­den. Bis 1755 war Carl Gottlieb von Thielau als Besitzer ver­zeich­net, in sei­nem Familienbesitz befand sich das Schloss bis 1832. Danach kam das Gut in drei Teilen an bür­ger­li­che Besitzer. Weitere Eigentümer waren die Familie von Wolffersdorff, Julius Maximilian Starke und ab 1901 Ernst Rudolph.

Nachwendezeit

1996 erfolgte der Verkauf an pri­vat, doch das geplante Nutzungskonzept, wel­ches eine Mischung aus Tierzucht und Wohnflächen vor­sah, wurde nicht umge­setzt. Stattdessen stand der Schlosskomplex wei­ter­hin leer. Ein 2009 von einem Nachkommen der Herren von Promnitz  zu Promnitzau gegrün­de­ter Förderkreis wurde man­gels Interesse bereits im fol­gen­den Jahr wie­der aufgelöst.

Heutige Nutzung

Im Januar 2013 über­nahm eine Projektentwicklungsgesellschaft die Anlage. Schloss Promnitz steht wei­ter­hin leer und ist umfang­reich sanierungsbedürftig.

Radebeul: Friedensburg

Friedensburg

Obere Burgstraße 6
01445 Radebeul

Historisches

Die Friedensburg geht auf einen Vorgängerbau zurück, ein Winzerhaus aus dem 17. Jahrhundert. Hier wurde bereits damals ein Weinausschank betrie­ben. Dieser brannte 1868 teil­weise ab. Der Besitzer des Weinbergs, Ernst Louis Gießmann, ließ unter Einbeziehung der Brandruine von 1870 bis 1871 ein neues Berghaus errich­ten. In Anlehnung an den Friedensschluss zwi­schen Deutschland und Frankreich im Jahr der Fertigstellung erhielt das Gebäude den Namen Friedensburg.

Die Friedensburg wurde zunächst wie ihr Vorgängerbau als Gasthaus genutzt. Ab 1895 kam eine Nutzung als Hotel dazu. 1896 wurde für den dama­li­gen Besitzer Carl Hermann Schmidt eine Veranda ange­baut. 1902 folgte eine Terrasse. Weitere Umbauten wur­den von 1925 bis 1927 unter Gustav Stübner vor­ge­nom­men. Die Familie Stübner besaß die Friedensburg bereits seit 1914.

Nach 1945

Die Friedensburg blieb von der Enteignung nicht ver­schont. 1963 wurde sie an die HO ver­pach­tet, ab 1969 als Gästehaus der Druckmaschinenwerke Planeta genutzt und 1977 in ein Schulungs- und Ferienobjekt der Baumechanisierung Halle umfunk­tio­niert. Die Gaststätte wurde von 1961 bis 1990 durch­ge­hend von der HO bewirtschaftet. 

Nachwendezeit

Zwischen 1990 und 1993 betrieb Graf von Dürckheim die Friedensburg als Gastronomie- und Hoteleinrichtung.

Heutige Nutzung

Die Friedensburg stand einige Jahre nach ihrer Sanierung unge­nutzt. Grund dafür waren unter ande­rem Differenzen zwi­schen gewünsch­ter und geneh­mig­ter Nutzung. 2018 wurde dem Eigentümer Wohnrecht auf der Friedensburg erteilt.

Radeburg: Rittergut Boden

Rittergut Boden

Bodener Straße 1
01471 Radeburg OT Boden

Historisches

Hans von Schönfeld wurde 1455 vom Kurfürsten mit dem Vorwerk Boden belehnt. Um 1500 besa­ßen es die Gebrüder von Bünau. Nach der 1578 erfolg­ten Verpfändung durch Rudolf von Bünau den Älteren wurde 1629 Hans Siegismund von Zeidler als Besitzer genannt. Nach des­sen Tod 1690 über­nahm seine Tochter Anna Elisabeth, ver­hei­ra­tet mit Adam Friedrich von Dölau, den Besitz.

1685 erwarb Salomon Jörg Zapf das Vorwerk Boden und ver­äu­ßerte es fünf Jahre spä­ter an Magdalene Elisabeth Bose, eine gebo­rene von Zeidler. 1696 wurde das Vorwerk zum Rittergut erho­ben. 1703 ver­starb Magdalene Elisabeth Bose. Die umfang­rei­chen besitz­tü­mer, die neben dem Rittergut Boden noch wei­tere Dörfer und Güter umfasste, wur­den unter ihren fünf Söhnen aufgeteilt.

In einem Lehnbrief von 1754 ist zu lesen, dass jenes Rittergut über ein ein­zi­ges Gebäude ver­fügte, wel­ches Schüttboden genannt wurde. Es ver­blieb bis 1780 im Besitz der Familie Bose und wurde dann an Christian Gottfried Schmidt ver­kauft. Beim Bombenangriff auf Dresden starb der letzte Rittergutsbesitzer, Dr. Große. Sein Erbe, Major Große, wurde inter­niert. Nach sei­ner Entlassung ging er ins Gebiet der spä­te­ren Bundesrepublik.

Nach 1945

Noch im Jahr des Kriegsendes wurde die Enteignung im Rahmen der Bodenreform voll­zo­gen. Ehemalige Rittergutsarbeiter, arme Bauern und Vertriebene erhiel­ten Land, Vieh und land­wirt­schaft­li­che Geräte. Ihren neuen Besitz muss­ten sie wenige Jahre spä­ter in die LPG einbringen.

Heutige Nutzung

Erhalten ist ein gro­ßes, unsa­nier­tes Wohnhaus, bei dem es sich um den im 18. Jahrhundert erbau­ten Schüttboden han­delt. Der Landbesitz wird jetzt haupt­säch­lich von der Agrargenossenschaft Radeburg genutzt.

Röderaue: Rittergut Koselitz

Rittergut Koselitz

Am Rittergut 3
01609 Röderaue OT Koselitz

Historisches

Das Vorwerk Koselitz wurde erst­mals 1551 als sol­ches erwähnt und unter­stand dem preu­ßi­schen Rittergut Saathain. Es befand sich einst im Besitz der Familie von Köckeritz und bestand schon lange vor der Ersterwähnung als Vorwerk. Es ging 1475 an die Familie von Schieritz über, die es bis 1716 besaß, und wurde 1696 zum Rittergut erhoben.

1731 trat Christoph Gottlob von Rutt als Besitzer auf. Ihm folgte 1780 die Familie von Geißmar; im sel­ben Jahr erfolgte die Erwähnung als Rittergut. Alexander Schönberg gelangte 1830 an das Rittergut Koselitz. Ihm folg­ten 1901 Ludwig Brückner, 1910 Franz Böttge und 1920 Major Gotthard Freude.

Nach 1945

Im Jahre 1945 wurde der Major Freude enteignet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Ritterguts wird bewohnt.

Thiendorf: Rittergut Tauscha

Rittergut Tauscha

Unter den Linden 2
01561 Thiendorf OT Tauscha

Historisches

Seit 1568 war ein Vorwerk benannt, ab 1606 ein Rittergut. Das Herrenhaus selbst geht auf einen Bau aus dem 16. Jahrhundert zurück. Das Rittergut Tauscha war­tet mit einer lan­gen Liste von Besitzern auf, derer unge­fähr vier­zig es gege­ben hat. Zu den bekann­tes­ten Eigentümern zählte die Fabrikantenfamilie Naumann, die das Rittergut 1936 ver­kaufte. Danach wurde es als Wohnstätte für ehe­ma­lige Bewohner der geschleif­ten Dörfer auf dem Areal des Truppenübungsplatzes Königsbrück genutzt.

Nach 1945

Zu DDR-​Zeiten fan­den ein­fa­che Sanierungsarbeiten statt. Das Herrenhaus diente Wohnzwecken, ebenso war ein Jugendclub darin untergebracht.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Ritterguts Tauscha wird bewohnt. Erhalten sind noch Teile der Umfassungsmauern und Zufahrten.

Großenhain: Wasserburg Bauda

Wasserburg Bauda

Am Neugraben
01561 Großenhain OT Bauda

Historisches

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg ist heute größ­ten­teils ein­ge­eb­net. Nur noch geringe Grabenreste und ein sehr fla­cher Bühl sind erhal­ten. Die Burg Bauda befand sich öst­lich von Bauda und direkt west­lich des Neugrabens.

Bodendenkmalschutz

Bodendenkmalschutz wurde 1935 erteilt und 1957 erneuert.

Diera-​Zehren: Schloss Schieritz

Schloss Schieritz

Schlossberg 1, 2, 3, 4
01665 Diera-​Zehren OT Schieritz

Historisches

Zwischen dem Abriss des Vorgängerbaus des Dominus Conradus und der Errichtung des Schlosses exis­tierte ein Rittergut, das unter­schied­li­chen Besitzern als Wohnstätte diente. So wur­den Ulrich von Gorenzk 1360, Ritter Hannes von Slinicz (Schleinitz) 1416 und ab 1411 die Familie von Rosenhain bzw. Rosenberg als Rittergutsbesitzer genannt. 1457 erwarb Georg von Miltitz das Rittergut und ver­kaufte es nur drei Jahre spä­ter an die Familie von Rechenberg. 1480 wurde Friedrich von Sahlhausen als Besitzer erwähnt, ab 1513 Dittrich von Arras.

1549 gelangte das Rittergut Schieritz erneut an die Familie von Schleinitz und ver­blieb etwa 300 Jahre, näm­lich bis 1841, in Familienbesitz. George von Schleinitz ließ zunächst den Westflügel des Schlosses errich­ten. Unter Hannß von Schleinitz wurde dann das heu­tige Schloss zwi­schen 1556 und 1601 erbaut, wobei ver­mut­lich Fundamente des Vorgängerbaus ein­be­zo­gen wurden.

1841 ver­kaufte Georg von Schleinitz das Schloss an Christian F. Kunert, der durch die Seifensiederei zu Reichtum gekom­men war. Prinz Georg von Sachsen besaß Schloss Schieritz von 1862 bis 1868 und ver­äu­ßerte es an Fedor von Kiel, der 1882 den Turm rekon­stru­ie­ren ließ. Ab 1891 besaß Emil Franz Günther das Schloss, unter dem 1919 eine erneute Turmrekonstruktion erfolgte. Während des Zweiten Weltkrieges diente es als Auslagerungsort für Museumsexponate der Stadt Dresden. Russische Kompanien bela­ger­ten und plün­der­ten das zuletzt unbe­wohnte Schloss.

Nach 1945

Nach der Enteignung der Familie Günther wurde das Schloss zunächst als Notunterkunft für Heimatlose genutzt. Danach erfolgte eine Nutzung als DDR-​Kinderferienlager. 1953 wurde im Schloss Schieritz die Bezirksschule der LPG ein­ge­rich­tet, die 1956 von der LPG-​Hochschule Meißen über­nom­men und als Internat genutzt wurde. 1971 ver­nich­tete ein Großbrand die Scheune des Rittergutes, wel­che aus dem Jahr 1600 stammte und im 19. Jahrhundert aus­ge­baut wor­den war. Ein Sturm rich­tete zudem schwere Schäden an der Turmhaube an. Ende 1990 wurde die Auflösung der Hochschule beschlos­sen und in der Folge bis 1992 abgewickelt.

Nachwendezeit

Eigentümer des Schlosses war der Freistaat Sachsen, der ab 1993, in jenem Jahr musste die Turmhaube aus Sicherheitsgründen ent­fernt wer­den, das Schloss zum Verkauf aus­schrieb. Die hef­ti­gen Regenfälle im August 2002, die in Sachsen zur soge­nann­ten Jahrhundertflut geführt hat­ten, rich­te­ten am Hang des Schlossareals sowie an der Stützmauer schwere Schäden an. 2005 erstei­gerte ein öster­rei­chi­scher Unternehmer das Schloss online. Sein Vorhaben einer Klinik für adi­pöse Kinder konnte wirt­schaft­lich nicht umge­setzt werden.

Heutige Nutzung

Schloss Schieritz ist sanie­rungs­be­dürf­tig und steht unge­nutzt und abge­sperrt. Die Wirtschaftsgebäude wer­den pri­vat genutzt.

Diera-​Zehren: Göhrischgut

Göhrischgut

Göhrischgut 1
01665 Diera-​Zehren OT Göhrisch

Historisches

Beim Göhrischgut han­delt es sich um das ehe­mals größte links­elbi­sche Weingut, wel­ches bereits im 15. Jahrhundert ent­stand. Zuvor war ein Herrensitz unter Heinricus de Geres im Jahre 1313 nach­weis­bar. Die Bausubstanz geht auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück.

Heutige Nutzung

Das Gut befin­det sich in einem weit­läu­fi­gen Landschaftspark. Es ist seit Ende der 1990er Jahre in Privatbesitz und ver­fügt neben einem Hobbybauernhof über zwei Ferienwohnungen. Ein Ausbau zum Hotel ist vorgesehen.

Diera-​Zehren: Burg Zadel

Burg Zadel

01665 Diera-​Zehren OT Zadel

Historisches

Die Burg Zadel ent­stand im 10. Jahrhundert und wurde 1074 als burg­war­dum urkund­lich erwähnt. Sie war als mili­tä­ri­scher Stützpunkt gedacht und spielte in den bei­den fol­gen­den Jahrhunderten auch eine poli­ti­sche Rolle. Ein wei­te­res Jahrhundert spä­ter gelangte der Burgward an den Markgrafen und über die­sen um 1200 an das Kloster Altzella. 1203 wurde ein Herrensitz unter Bronzlaus und Thipoldus de Zhadele erwähnt.

Von der Wehranlage süd­west­lich des Dorfangers sind nur noch geringe Reste in Form eines ver­flach­ten Grabens und eines teil­weise abge­gra­be­nen Walls vor­han­den. Diese befin­den sich am Ostufer der Elbe auf einem Felssporn. Ursprünglich besa­ßen die Mauern eine stei­nerne Fassade. Darüber gaben Grabungen im Jahr 1982 Aufschluss.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage wurde bereits Anfang 1973 unter Bodendenkmalschutz gestellt.