Wilsdruff: Rittergut Braunsdorf

Rittergut Braunsdorf

Straße der LPG 2
01737 Wilsdruff OT Braunsdorf

Historisches

Braunsdorf wurde erst­ma­lig 1411 im Zusammenhang mit einem Lehensbrief urkund­lich erwähnt. Die Ersterwähnung als Rittergut erfolgte 1515. Unter dem Rittergutsbesitzer Carl Friedrich Auenmüller wurde das Herrenhaus 1797 erbaut. Ein seit­li­cher Anbau wurde 1832 hin­zu­ge­fügt. Georg Andrä erwarb das Rittergut Braunsdorf 1890, um darin einen land­wirt­schaft­li­chen Musterbetrieb einzurichten.

Nach 1945

Das Rittergut wurde bei der Bodenreform ent­eig­net und auf­ge­teilt, wobei das Herrenhaus der Gemeinde über­eig­net wor­den war. 1950 wurde im Herrenhaus des Rittergutes nach zwei­jäh­ri­gen Umbauten eine Schule eröff­net. Der Schulbetrieb wurde 1976 ein­ge­stellt. In den 1980er Jahren erfolg­ten noch­mals Umbauten, um das Herrenhaus künf­tig für Wohnzwecke zu nutzen.

Nachwendezeit

Bis 1990 erfolg­ten wie­der­holt Umbauten am Herrenhaus für zwei Arztpraxen. Sein ursprüng­li­ches Äußeres ging dabei zu einem Großteil ver­lo­ren. Seit 2005 befin­det sich das Herrenhaus in Privatbesitz. 2012 erfolgte die bis­lang letzte Sanierung.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Braunsdorf wird heute bewohnt.
(Foto: Oktober 2022)

Bannewitz: Schloss Possendorf

Schloss Possendorf

Rittergutsgasse 1
01728 Bannewitz OT Possendorf

Historisches

Das 1454 erwähnte Vorwerk befand sich im Besitz der Herren von Miltitz. Die Erhebung zum Rittergut erfolgte 1718. Das Rittergut wurde von August dem Starken als Jagdsitz genutzt. Im 19. Jahrhundert befand es sich im Besitz von Ernst von Otto, einem bedeu­ten­den säschi­schen Natur- und Gesteinsforscher.

Nach 1945

Bei der Bodenreform wurde der Besitzer des Rittergutes ent­eig­net. 1948 wur­den Schloss und große Teile des Rittergutes abgerissen.

Heutige Nutzung

Die heute noch vor­han­de­nen Gebäudeteile wur­den bau­lich ver­än­dert und gehör­ten einst zum Unterhof. Das Rittergut selbst befand sich auf dem heu­ti­gen Kirchplatz. Eine Infotafel erin­nert daran.

Wilsdruff: Herrensitz Kesselsdorf

Herrensitz Kesselsdorf

01723 Wilsdruff OT Kesselsdorf

Historisches

Kesselsdorf wurde 1223 als Herrensitz des Ritters Gerhardus von Kesselsdorf erwähnt. Der Ort unter­stand dem Markgrafen von Meißen. Zu Beginn der Hussitenkriege, die zwi­schen 1419 und 1439 aus­ge­tra­gen wur­den, wurde Kesselsdorf fast kom­plett ver­nich­tet, wobei bereits 1421 wie­der eine Erbschänke benannt war. Eine feste Gebäudesubstanz war mit dem Herrensitz Kesselsdorf offen­bar nie verbunden.

Bannewitz: Rittergut Cunnersdorf

Rittergut Cunnersdorf

Thomas-​Müntzer-​Straße 6
01728 Bannewitz OT Cunnersdorf

Historisches

Das Rittergut wurde erst­mals 1650 erwähnt, Zeitpunkt der Gründung war jedoch ver­mut­lich bereits ab 1633. 1771 brannte das Rittergut nie­der. Im Jahr 1822 ging es ins Eigentum von Dr. Johann August Ehrlich über.

Nach 1945

Die letzte Sanierung erfolgte in den 1950er Jahren.

Heutige Nutzung

Von dem ehe­ma­li­gen Vierseitenhof sind noch zwei Gebäude erhalten.

Bannewitz: Rittergut Rosentitz

Rittergut Rosentitz

Rosentitzer Straße 72–74
01728 Bannewitz

Historisches

Erstmals wurde 1696 ein eigen­stän­di­ges Rittergut in Rosentitz erwähnt. 1732 ver­kaufte Johann Christoph von Wolfframsdorff, dama­li­ger Besitzer des Rittergutes Nöthnitz, das Grundstück an Christian Sander. Es ver­blieb einige Jahrzehnte im Besitz der Familie Sander und erhielt dadurch den Beinamen Sandersches Haus. Julius Bernhard von Könneritz erwarb 1822 das Rittergut Rosentitz.

1870 kaufte Rudolf Carl Freiherr von Finck das Rittergut mit Schloss Nöthnitz, wodurch auch das Rittergut Rosentitz in sei­nen Besitz über­ging. Er ließ 1878 das Haupthaus des Guts abrei­ßen und neu auf­bauen. Das Rittergut Rosentitz wurde vom 19. bis ins 20. Jahrhundert hin­ein als Schäferei des Ritterguts Nöthnitz genutzt.

Heutige Nutzung

Im Rittergut befin­det sich heute Wohnraum.

Bad Schandau: Burg Lilienstein

Burg Lilienstein

Lilienstein
01814 Bad Schandau OT Waltersdorf

Historisches

Die Burg Lilienstein ent­stand ver­mut­lich bereits um 1200, wurde aber erst 1379 erst­mals urkund­lich erwähnt, als König Wenzel IV. den Lilienstein an Thimo von Colditz ver­pfän­dete. 1396 erfolg­ten Nennungen als for­ta­li­tium und veste Lilgenstein. Im 14. Jahrhundert befand sich die kleine Gipfelburg im Besitz der böh­mi­schen Krone und diente der Grenzsicherung des böh­mi­schen Herrschaftsbereichs gegen die Mark Meißen.

Bis 1402 wurde die Dohnaische Fehde zwi­schen den Burggrafen von Dohna und den Markgrafen von Meißen aus­ge­tra­gen. Im Zuge des­sen gelangte der Lilienstein an den Markgrafen von Meißen und 1406 wurde eine mark­gräf­li­che Besatzung auf dem Lilienstein genannt. Offenbar ver­fiel die Burg in den nach­fol­gen­den Jahrzehnten. 1454 wurde der Lylginstayn erwähnt .Es ist denk­bar, dass bis ins 16. Jahrhundert hin­ein eine erneute Nutzung der Burganlage erfolgte. Spätestens um 1551 dürfte die Burg Lilienstein jedoch kom­plett auf­ge­ge­ben wor­den sein, als die Wettiner wei­tere Gebiete im Raum der Sächsischen Schweiz in ihren Besitz brachten.

Auf dem Lilienstein befin­den sich zwei Obeliske. Der große Obelisk mit der Jahreszahl 1089 wurde 1889 anläss­lich des 800jährigen Bestehens des Hauses Wettin auf­ge­stellt. Der klei­nere Obelisk, 1914 durch Blitzschlag zer­stört und 2008 rekon­stru­iert neu auf­ge­stellt, erin­nert an den Aufstieg Augusts des Starken im Jahre 1708. Dazu wur­den Stufen auf der Südseite ange­bracht und somit der heu­tige Südaufstieg geschaf­fen. Der heu­tige Nordaufstieg wurde 1900 auf der Trasse des ehe­ma­li­gen Burgaufstieges errichtet.

Heutige Nutzung

Von der mit­tel­al­ter­li­chen Burg nicht Mauerreste, Stufen und Balkenfalze auf dem Gipfelplateau erhal­ten. Im Bereich des Südaufstiegs gibt es einige Felszeichnungen, bei bei­den Aufstiegen gibt es auch im obe­ren Zugangsbereich Balkenfalze zu sehen. Die Ruinenreste der Burg befin­den sich auf dem Gipfel des Wanderfelsens Lilienstein. Sie sind frei zugänglich.

Bodendenkmalschutz

Die Burganlage steht als Bodendenkmal unter Schutz.

Bannewitz: Vorwerk Welschhufe

Vorwerk Welschhufe

01728 Bannewitz OT Welschhufe

Historisches

Das 1553 sowie 1791 erwähnte Vorwerk unter­stand dem Rittergut Bärenklause. Weitere zuver­läs­sige Informationen lie­gen bis dato nicht vor.

Bahretal: Wasserburg & Schloss Ottendorf

Wasserburg & Schloss Ottendorf

Ottendorf Nr. 45 (Schloss)
Ottendorf Nr. 29, 31, 42, 43 (Wirtschaftsgebäude)
01819 Bahretal OT Ottendorf

Historisches

Ottendorf ver­fügte über eine mit­tel­al­ter­li­che, nicht näher datierte Wasserburg, wel­che sich einst west­lich an den heu­ti­gen Kirchhof anschloss. Ein Vorwerk fand 1400 Erwähnung und wurde zu jener Zeit an Barbara von Sullwitz ver­lie­hen. Eine erneute Belehnung erfolgte 1412 an meh­rere Mitglieder der Familien Karas und von Torgaw.

1445 befand sich das Dorf im Besitz der Familie von Bernstein. Wegen hoher Schulden muss­ten sie das Gut 1582 an ihren ver­schwä­ger­ten Dedo Rauchhaubt ver­kau­fen. Dieser ver­äu­ßerte es bereits ein Jahr spä­ter an Thamme von Sebottendorff zu Rottwerndorff. Drei Jahre spä­ter über­nahm Hans von Lindenau den Besitz, 1598 folgte Rudolf von Bünau. Nach des­sen Tod im Jahre 1661 wur­den als Besitzer nun die Herren von Metzsch und von Kromsdorf als Besitzer genannt.

Die Familie von Carlowitz konnte erst­mals 1681 mit Schloss Ottendorf in Verbindung gebracht wer­den. Das Renaissanceschloss wurde nach 1500 zunächst als Dreiflügelanlage errich­tet. Dadurch wurde die frü­here Wasserburg voll­stän­dig über­baut. Im 17. Jahrhundert wurde ein vier­ter Flügel ange­baut. Im Laufe der Zeit wurde der Wassergraben verfüllt.

Nach 1945

Bis 1945 war die Familie von Carlowitz Eigentümer, nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie ent­eig­net. Nach der Enteignung wurde der ehe­ma­lige Gutskomplex in Neubauernstellen aufgeteilt.

Nachwendezeit

Schloss Ottendorf wurde 1997 an einen Bayern ver­kauft, der Anfang 2001 jedoch zu einer Haftstrafe ver­ur­teilt wurde. Er hatte Schloss Ottendorf für die sym­bo­li­sche 1 DM erwor­ben. Über die aktu­el­len Besitzverhältnisse lie­gen keine gesi­cher­ten Informationen vor.

Heutige Nutzung

Das Schloss und einige Wirtschaftsgebäude sind teils stark sanie­rungs­be­dürf­tig bis rui­nös. Es herrscht über­wie­gend Leerstand vor. Andere Wirtschaftsgebäude wer­den bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Die frü­here Wasserburg steht seit 1972 als Bodendenkmal unter Schutz.

Bad Gottleuba-​Berggießhübel: Schloss Friedrichsthal & Vorwerk Dürrhof

Schloss Friedrichsthal & Vorwerk Dürrhof

Am Schloss 1
01816 Bad Gottleuba-Berggießhübel

Historisches

Das Schloss ging aus einem 1452 erwähn­ten Vorwerk her­vor, wel­ches einst­mals Dürrhof genannt wurde. Das Einzelgut lag wüst, bevor es wie­der­be­lebt wurde.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde unter Johann Ludwig Tüllmann ein Vorgängerbau des Schlosses errich­tet. Er genoss Privilegien von August dem Starken und nutzte diese zum erfolg­rei­chen Ausbau des Kurbetriebs in Berggießhübel. Nach Herrn Tüllmann erwarb Graf Kaisersmark das Gut. Ihm folgte Graf Pötting, der das heu­tige Schloss bauen ließ. Seine Tochter hei­ra­tete 1822 den Freiherren August Friedrich Wilhelm von Leyser und Schloss Friedrichsthal kam in des­sen Besitz. 1897 erwarb der Kommerzienrat und Fabrikant für Küchenmöbel Carl Eschebach Schloss Friedrichsthal. Nach des­sen Tod erwarb 1908 Graf Alexander von Rex Schloss Friedrichsthal. Unter die­sem fan­den zwi­schen 1908 und 1913 Umgestaltungsarbeiten nach heu­ti­gem Aussehen statt. Dabei ent­stan­den auch zwei der Wirtschaftsgebäude.

Nach 1945

Graf Alexander von Rex wurde 1945 ent­eig­net. Er starb nach sei­ner Deportation 1948. Schloss und Rittergut wur­den geplün­dert und anschlie­ßend auf­ge­teilt. Die LPG nutzte das Gut, dazu wur­den einige Gutsgebäude abge­ris­sen. Das Schloss selbst wurde 1949 zu einem Kur- und Bettenhaus umgebaut.

Nachwendezeit

Seit 1993 wurde das Schloss durch eine Fachklinik für psy­cho­so­ma­ti­sche Störungen genutzt und von 1996 bis 1997 saniert. Mitte 2005 schloss das the­ra­peu­ti­sche Zentrum im Schloss und zog in einen Neubau auf dem ehe­ma­li­gen Gutsgelände um. Ein Pächter nutzte das Schloss fortan für wenige Jahre als Hotel.

Heutige Nutzung

Aktuell steht das Schloss leer. Zum Rittergut gehör­ten ehe­mals die Kurhäuser Sächsisches Haus, Meißner Haus, Johann-​Georgen-​Bad, Talfrieden und Im Wiesengrund.