Dippoldiswalde: Vorwerk Reinberg

Vorwerk Reinberg

Reinberger Dorfstraße 15
01744 Dippoldiswalde OT Reinberg

Historisches

Das Vorwerk Reinberg gehörte zum Rittergut Oberhäslich, wel­ches 1710 geteilt wurde. Der Kurfürst August ver­äu­ßerte auf Befehl das Rittergut und spä­tere Freigut Oberhäslich aus Kostengründen an Privatbesitzer. 1724 gelangte Peter von Suhm in den Besitz der Ländereien. Das Vorwerk ent­stand ver­mut­lich inner­halb der fol­gen­den vier Jahre, in denen er meh­rere Gebäude auf sei­nem Besitz errich­ten ließ.

Heutige Nutzung

Das Vorwerk Reinberg besteht aus drei Gebäuden in Form eines Dreiseitenhofs und ist der älteste Gebäudekomplex von Reinberg. Leerstand besteht bereits seit meh­re­ren Jahrzehnten.

Das Vorwerk befin­det sich in einem äußerst deso­la­ten Zustand und es besteht wei­tere Einsturzgefahr. Das Grundstück ist nicht ein­ge­zäunt, sollte aus Sicherheitsgründen jedoch nicht betre­ten wer­den. Bei allen Gebäuden sind die Dächer kom­plett ein­ge­stürzt. Auch das Grundstück wird nicht mehr gepflegt.

Ein erneu­ter Besuch vor Ort im Herbst 2024 zeigt deut­lich, dass das Vorwerk kom­plett ver­lo­ren ist. Ein Wiederaufbau, aber auch ein Verkauf sind offen­bar nicht vorgesehen.
(Stand: Oktober 2024)

Dohna: Vorwerk Tronitz

Vorwerk Tronitz

Tronitz Nr. 1
01809 Dohna OT Tronitz

Historisches

Das Vorwerk in Tronitz wurde erst­mals 1753 nach­ge­wie­sen und unter­stand dem Rittergut Röhrsdorf. Bei den Gebäuden des frü­he­ren Vorwerkes han­delt es sich um das größte Gehöft im Ort.

Heutige Nutzung

Die Gebäude sind teils saniert, teils sanie­rungs­be­dürf­tig. Das Vorwerk wird über­wie­gend bewohnt.
(Foto: April 2025)

Dohna: Altes & Neues Schloss Borthen

Altes Schloss & Neues Schloss Borthen

Kleinborthener Straße 10 (Neues Schloss)
Kleinborthener Straße 12 (Altes Schloss)
01809 Dohna OT Borthen

Historisches

Eine ein­zelne Quelle benennt für Borthen einen her­ren­sitz bereits im Jahre 1181. Zwischen 1445 und 1522 befand sich der Herrensitz Borthen im Besitz der Familie von Lange. Hans Christoph von Bernstein erwarb 1522 das Rittergut Borthen und lies 1543 das Alte Schloss erbauen. Bis 1630 befand es sich in Familienbesitz und wurde dann an Christoph von Loß verkauft.

1668 erhielt Rudolf von Neitschütz das Borthener Rittergut. Von ihm erbte 1691 seine Frau Eleonore von Neitschütz den Grundbesitz. Sie hei­ra­tete in zwei­ter Ehe Abraham von Schönberg, unter wel­chem um 1700 das Neue Schloss erneu­ert wurde. Dieses ging auf einen Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert wurde außer­dem das kleine Lusthäuschen erbaut, wel­ches in die Umfassungsmauer feld­sei­tig inte­griert ist. 1816 erwarb Friedrich Sebastian Leberecht Graf von Wallwitz das Rittergut Borthen mit sei­nen bei­den Schlössern. Die Grafenfamilie von Wallwitz behielt das Rittergut bis 1945 in ihrem Familienbesitz.

Nach 1945

Nach der Enteignung wurde das Neue Schloss zunächst durch den Demokratischen Frauenbund Deutschlands als Schule genutzt. Später war es Sitz land­wirt­schaft­li­cher Betriebe. Das Rittergut selbst wurde auf­ge­teilt. Park, Brennerei, Schäferei und Schmiede erhiel­ten jeweils neue Eigentümer. Die Landwirtschaftsflächen wur­den durch die LPG genutzt, aus der 1978 das volks­ei­gene Gut Obstproduktion Borthen her­vor­ging. Die meis­ten Wirtschaftsgebäude wur­den nach 1945 abge­tra­gen. 1987 wurde mit der Sanierung des Neuen Schlosses begonnen.

Nachwendezeit

1990 ist die Sanierung für die damals geplante Wohnhausnutzung ein­ge­stellt wor­den. 1999 wurde das Gelände an die heu­ti­gen Besitzer verkauft.

Heutige Nutzung

Die ursprüng­lich geplante Sanierung zu Wohnzwecken wurde bis­lang nicht umge­setzt. Beide Schlösser ste­hen leer.

Dippoldiswalde: Schloss Reichstädt

Schloss Reichstädt

Am Schloss 1
01744 Dippoldiswalde OT Reichstädt

Historisches

Bereits um 1336 exis­tierte ein Herrensitz, der sich in den Händen der Herren von Reichenstadt befand. 1445 war ein Rittersitz bezeugt. Dieser wurde 1503 von Sigismund von Maltitz erwor­ben. 1535 wurde erst der Ostflügel, spä­ter ein zwei­ter Flügel des Schlosses unter Heinrich von Maltitz erbaut. 1569 wurde das Schloss an den säch­si­schen Kurfürsten August ver­kauft, der es als Jagdschloss nutzte. Unter Heinrich von Taube, seit 1639 Besitzer des Ritterguts Reichstädt, wur­den die 1632 ver­ur­sach­ten Kriegsschäden aus­ge­bes­sert. 1696 ist urkund­lich erst­mals ein Rittergut sicher nachweisbar.

Als wei­te­rer Besitzer wird die Familie von Nostitz genannt. Gottlob von Nostitz ver­äu­ßerte das Schloss Reichstädt 1717 an seine Schwester Charlotte Christiane von Nostitz, wel­che mit Caspar Abraham von Schönberg ver­hei­ra­tet war, wodurch Schloss und Rittergut Reichstädt in den Besitz der Familie von Schönberg gelang­ten. Unter Adam Rudolph von Schönberg wurde das Schloss ab 1765 bis 1776 zu einer Vierflügelanlage aus­ge­baut. Er starb 1795 und ver­erbte sei­nen Grundbesitz an sei­nen Neffen. 1918 über­nahm Hans von Schönberg Schloss Reichstädt. Er grün­dete auf­grund sei­ner Kinderlosigkeit eine Familienstiftung, in wel­che er das Schloss ein­brachte. Während des Zweiten Weltkrieges diente Schloss Reichstädt als Auslagerungsort für Kunstschätze.

Nach 1945

Ende Oktober 1945 wur­den Hans und Margarete von Schönberg im Rahmen der Bodenreform ent­eig­net. Nachfolgend diente das Schloss bis 1990 als Schule, Kindergarten und Kulturhaus. Teile des Rittergutes wur­den abge­ris­sen, das ori­gi­nale Mobiliar entfernt.

Nachwendezeit

1993 wurde Schloss Reichstädt zum Verkauf ange­bo­ten. Fünf Jahre spä­ter erwarb eine Nachkommin der letz­ten Besitzer das Schloss. Nach und nach wurde Schloss Reichstädt saniert.

Heutige Nutzung

Einzelne Räumlichkeiten kön­nen für Veranstaltungen ange­mie­tet werden.
(Stand: Oktober 2024)

Dürrröhrsdorf-​Dittersbach: Vorwerk Wünschendorf

Vorwerk Wünschendorf

Kohlbergstraße 21
01833 Dürrröhrsdorf-​Dittersbach OT Wünschendorf

Historisches

Das Vorwerk war um 1610 benannt. Es wurde neu gebil­det, was dar­auf schlie­ßen lässt, dass es bereits in frü­he­rer Zeit ein Vorwerk in Wünschendorf gab, wel­ches jedoch wie­der auf­ge­ge­ben wor­den war. Das neue Vorwerk unter­stand dem Schönfelder Rittergut.

Heutige Nutzung

Das Vorwerk ist umfas­send saniert und wird bewohnt.

Freital: Schloss Burgk

Schloss Burgk

Altburgk 61
01705 Freital

Historisches

Die erste urkund­li­che Erwähnung der dörf­li­chen Ansiedlung Burgk ist im Jahr 1168 ver­zeich­net. Um 1580 wurde das Schloss unter den dama­li­gen Besitzern, den Herren von Zeutsch, erbaut. Sie behiel­ten das Rittergut Burgk bis 1742 in ihrem Familienbesitz. Nachdem das Gebäude 1707 einem Brand zum Opfer gefal­len war, erfolg­ten im Rahmen des Wiederaufs gleich­zei­tig Umgestaltungsarbeiten. Christiane Eleonore von Zeutsch war die Großmutter von Sophie Friederike Auguste von Anhalt-​Zerbst, die unter dem Namen Katharina die Große als Zarin über Russland herrschte.

Carl Gottfried Dathe erwarb das Rittergut Burgk 1768. Er adop­tierte 1819 sei­nen Enkel Carl Friedrich August Krebs, wel­cher die Freiherrlich Burgker Steinkohlewerke grün­dete. Unter ihm und sei­nem neuen Namen Carl Friedrich August Dathe Freiherr von Burgk wurde 1846 das Schloss umge­baut und es erhielt sein heu­ti­ges Aussehen. Nach 1872 wurde das Schloss nur noch sel­ten bewohnt. 1930 muss­ten die Steinkohlewerke Konkurs anmel­den. Letzte Besitzerin von Rittergut und Schloss Burgk war Elisabeth von Boxdorf, gebo­rene Freiin von Burgk.

Nach 1945

Elisabeth von Boxdorf wurde 1945 ent­eig­net. Das Schloss wurde direkt in ein Museum umge­wan­delt, so dass die his­to­ri­sche Ausstattung erhal­ten wer­den konnte. Im Folgejahr eröff­nete zusätz­lich das Haus der Heimat im Schloss Burgk.

Nachwendezeit

Die gezeig­ten Sammlungen im Schloss und sei­nen Nebengebäuden wur­den in den 1990er Jahren erheb­lich erwei­tert. Außerdem erfolgte eine Sanierung.

Heutige Nutzung

Die Städtischen Sammlungen Freital  nut­zen das Schloss als Museum und Ausstellungsfläche. Im Schloss kann auch gehei­ra­tet wer­den, ebenso fin­den Veranstaltungen statt. Im Schlosspark befin­det sich der Eingang zum Besucherbergwerk “Tagesstrecke Oberes Revier Burgk”.

Freital: Klostergut Döhlen

Klostergut Döhlen

J.-G.-Palitzsch-Hof 1
01705 Freital

Historisches

Das ehe­ma­lige Kammergut Döhlen ist das Areal auf dem sich heute der Palitzschhof befin­det. Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahr 1206 als Herrensitz unter Arnoldus de Dolen. Ab 1551 war das Gut Rittergut, ab 1875 wurde es als Kammergut bezeichnet.

Nach 1945

Zu DDR-​Zeiten war eine Produktionsstätte für Kinderbekleidung eingerichtet.

Nachwendezeit

1997 wurde die gemein­nüt­zige Gesellschaft „Zur alten Gerichtsbarkeit“ von den Kreisverbänden des DRK und der Volkssolidarität gegrün­det. Ende 1999 zogen die ers­ten Mieter in die Anlage für betreu­tes Wohnen ein. 2004 wurde Insolvenz angemeldet.

Heutige Nutzung

Teile des Klostergutes sind bewohnt. Im Hauptgebäude befin­det sich wei­ter­hin ein Seniorenheim.
(Foto: Dezember 2015)

Freital: Jochhöhschlösschen

Jochhöhschlösschen

Am Jochhöh 42
01705 Freital

Historisches

1795 wurde das Schloss von Karl Albrecht von Nimptsch als Winzerhaus erbaut. 1848 war es das Hochzeitsgeschenk von Karl Friedrich von Burgk an sei­nen Sohn. Der Freiherr von Burgk hatte das Anwesen ein Jahr zuvor erwor­ben. Später wurde es als Lusthaus verwendet.

Nach 1945

Die Stadt Freital rich­tete 1953 ein Seniorenheim darin ein.

Nachwendezeit

Kurze Zeit nach der Schließung des Heimes wurde das Schloss von pri­vat gekauft und für Wohnzwecke saniert.

Heutige Nutzung

Wohnungen

Freital: Heilsberger Gut

Heilsberger Gut

Leitenweg 2a
01705 Freital

Historisches

Hainsperg wurde erst­mals im Jahre 1350 in die­ser Schreibweise erwähnt. Der heu­tige Ortsteil Hainsberg von Freital unter­stand 1551 grund­herr­schaft­lich dem Rittergut Döhlen und ab 1696 dem Rittergut Zauckerode. Die erste Erwähnung als Freigut erfolgte 1652. Eine ein­zelne Quelle benennt einen Herrensitz bereits im Jahre 1230.

Ab 1793 wurde mit der Anlage des weit­läu­fi­gen, etwa 1,6 ha gro­ßen Heilsberger Gutsparks begon­nen. Noch heute befin­den sich darin einige Bäume, die bereits 1760 unter dem Freiherrn von Lindemann ange­pflanzt wor­den waren und inzwi­schen als Naturdenkmale unter beson­de­rem Schutz stehen.

Das vil­len­ähn­li­che Wohnhaus des Freiguts wurde 1840 unter dem Engländer George de la Pole im typi­schen eng­li­schen Landhausstil erbaut und erhielt dadurch den Beinamen Engländerei. Er hatte das Grundstück ein Jahr zuvor erworben.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist saniert und wird bewohnt. Der Grundstücksteil mit der Engländerei ist nicht öffent­lich zugänglich.

Freital: Rittergut Wurgwitz

Rittergut Wurgwitz

Am Weinberg 6 (Herrenhaus)
Zöllmener Straße 40 (Rittergut)
01705 Freital

Historisches

1206 erfolgte die erste Erwähnung von Wurgwitz als Herrensitz. Der Ritter Hermannus de Worganewiz hatte sich hier nie­der­ge­las­sen. Das Vorwerk wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts nach­ge­wie­sen und unter­stand im Laufe der Jahre und Jahrhunderte ver­schie­de­nen Rittergütern, so zuerst dem Rittergut Niederjahna, dann dem Rittergut Schieritz und noch in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts dem Rittergut Klingenberg. Unter die­sem erfolgte der Neuaufbau der Rittergutsgebäude, auch das Herrenaus im Stil der Neorenaissance entstand.

1801 erwarb der Kohlegrubenbesitzer Christian Gottlieb Brendel das Rittergut Wurgwitz. Das Herrenhaus wurde auch als Villa bzw. Brendel-​Villa bezeich­net. Die Scheune wurde um 1840 erbaut. Da die Landwirtschaft nicht wie erhofft flo­rierte, ver­schul­dete sich die Familie Brendel zuneh­mend und musste schließ­lich das Rittergut 1880 ver­kau­fen. Das Herrenhaus ver­blieb wei­ter­hin in ihrem Besitz und wurde 1884 umge­baut. Neben einem zwei­ten Obergeschoss erhielt es den hof­sei­ti­gen Treppenturm.

Nach 1945

Das Rittergut umfasste weni­ger als 100 Hektar Fläche und fiel damit nicht unter die Bodenreform. Die land­wirt­schaft­li­chen Flächen wur­den den­noch der spä­ter gegrün­de­ten LPG zur Nutzung übergeben.

Nachwendezeit

Der frü­here Besitzer Winkler erhielt das Rittergut 1990 zurück. Er grün­dete das Betonsteinwerk Wurgwitz, ging aber insolvent.

Heutige Nutzung

Das deso­late Herrenhaus wurde zwi­schen 2012 und 2016 umfang­reich und hoch­wer­tig saniert. Es wird bewohnt und ver­fügt über eine Ferienwohnung. Der große Vorgarten wurde neu ange­legt. Die ehe­ma­lige Scheune wird als Kulturscheune genutzt. Das Rittergut, teil­weise aus sanier­ten Fachwerkbauten bestehend, wird bewohnt.