Dresden: Herrenhaus am Dresdner Saugarten

Herrenhaus am Dresdner Saugarten

Dresdner Heide
01099 Dresden

Historisches

Der Dresdner Saugarten ist der älteste von vie­ren in der Dresdner Heide. Hierin wurde Schwarzwild gefan­gen gehal­ten, wel­ches für höfi­sche Jagden frei­ge­las­sen wurde. Diese Jagden fan­den noch bis 1913 statt. Der Dresdner Saugarten, auch Treybegarten genannt, wurde zwi­schen 1553 und 1586 unter Kurfürst August ange­legt. Er war Hauptausgangspunkt der Jagden, wes­halb 1710 unter Pöppelmann für August den Starken ein klei­nes Jagdschlösschen bzw. Herrenhaus erbaut wurde. Der Abriss erfolgte um 1850. Die Steine des Herrenhauses fan­den beim Bau der Terrassenmauern unter­halb von Schloss Albrechtsberg Wiederverwendung. Erhalten ist noch der Fußboden. Zusätzlich wurde 1926 eine Gedenksäule aufgestellt.

Dresden: Palais Brühl-Marcolini

Palais Brühl-​Marcolini

Friedrichstraße 41
01067 Dresden

Historisches

An die­sem Standort gab es bereits im spä­ten 17. Jahrhundert einen herr­schaft­li­chen Garten, wel­cher 1718 vom Reichsgrafen von Manteuffel erwor­ben wurde. August der Starke erwarb das Grundstück 1726 und schenkte es im fol­gen­dem Jahr dem Herzog von Württemberg, des­sen Gemahlin, die Fürstin von Teschen Ursula Katharina Lubomirska, eine Mätresse Augusts des Starken war. Diese ließ bis 1728 ein Palais errichten.

Graf Heinrich von Brühl erwarb das Palais 1736 und ver­an­lasste den Ausbau des Palais, für die Johann Christoph Knöffel ver­ant­wort­lich zeich­nete. Das Palais erhielt in die­sem Atemzug eine Orangerie und einen fran­zö­si­schen Garten, des­sen Hauptachse zum zwi­schen 1741 und 1744 erbau­ten Neptunbrunnen führte. Erneute Umbauten erfolg­ten ab 1774 unter dem neuen Besitzer Graf Camillo Marcolini. Ab 1780 wur­den das Chinesische und das Pompejanische Zimmer erbaut. In die­ser Zeit wurde auch der umfang­rei­che Figurenschmuck geschaf­fen. Im Juni 1813 bezog Napoleon Quartier im Palais und traf mit Fürst Metternich zu Verhandlungen zusammen.

1835 rich­tete der neue Besitzer, der Stadtrat Carl Ernst Werner, Mietwohnungen im Palais Brühl-​Marcolini ein. Der wohl berühm­teste Mieter dürfte dabei Richard Wagner gewe­sen sein. Eine wei­tere Umnutzung erfolgte 1849 als Krankenhaus, nach­dem das Palais umge­baut und mit zusätz­li­chen Bauten ver­se­hen wurde. Dadurch ging der fran­zö­si­sche Garten verloren.

Nach 1945

Das Palais Brühl-​Marcolini blib von den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 nicht verschont.

Heutige Nutzung

Vom Palais Brühl-​Marcolini sind noch das Chinesische Zimmer sowie das Pompejanische Zimmer erhal­ten. Sie sind Teil des Krankenhauses Dresden-​Friedrichstadt. Parkanlage und Neptunbrunnen sowie zwei Sandsteinlöwen an der Straßenfront sind noch erhalten.

Dresden: Palais Wackerbarth

Palais Wackerbarth

(Ritterakademie, Kadettenhaus)
öst­lich der Hauptstraße
01097 Dresden

Historisches

Das Palais wurde zwi­schen 1723 und 1728 für den Grafen Wackerbarth erbaut und als Ritterakademie genutzt, spä­ter als Kadettenhaus. Es stand am ehe­ma­li­gen Beaumontplatz, der sich öst­lich der Hauptstraße befand. In den 1920er/​1930er Jahren wur­den Sanierungsarbeiten am Gebäude durch­ge­führt. Vor der Zerstörung nutzte die säch­si­sche Denkmalpflege das Palais als Amtssitz.

Nach 1945

1945 brannte die Akademie ab. Ein Wiederaufbau war nicht vor­ge­se­hen und so wurde die Ruine 1963 abgetragen.

Dresden: Wasserpalais im Reisewitz’schen Garten

Wasserpalais im Reisewitz’schen Garten

Reisewitzer Straße
01159 Dresden

Historisches

Kurfürst Johann Georg IV. ließ 1692 einen Garten mit einem Wasserpalais anle­gen. Früher befand sich auf die­sem Grund und Boden ein Mühlenwerk. Er ließ für seine Geliebte Sibylla von Neitschütz ein Wasserpalais errich­ten und den Garten gestal­ten. Bereits 2 Jahre spä­ter ver­starb sie an den Blattern. Da auch der Kurfürst ver­starb, gelangte der Garten an August den Starken.

1702 erwarb Johann Wratislaw von Reisewitz das Areal, der es jedoch nur bis 1709 besaß. Nach die­sem Besitzer erhielt der Garten sei­nen Namen. 1719 bis 1724 hatte die kur­fürst­li­che Falknerei ihren Sitz auf dem Gelände. Von 1844 bis 1856 bestand ein Sommertheater. Außerdem gab es die Gastwirtschaft “Starckes Garten”, die auch als poli­ti­scher Versammlungsort diente.

Das Wasserschlösschen bewohnte ab 1839 die Gräfin Charlotte von Kielmannsegge. Als Napoleon-​Fan ließ sie das Palais zu einer pri­va­ten Gedenkstätte ein­rich­ten. Nach 1860 wur­den Teile des Areals durch neue Industrieunternehmen in Anspruch genom­men. Drei Jahre spä­ter ver­starb die Gräfin.

Es ent­stan­den eine Ziegelei, die Aktienbrauerei Reisewitz und eine Schokoladenfabrik. Das ver­blie­bene Areal wurde bis zur Jahrhundertwende mit Wohnhäusern bebaut. Vom Garten ist durch die Bebauung nichts mehr erhal­ten. Das Wasserpalais wurde 1891 abge­ris­sen. Die Brauerei bestand bis 1931 und diente nach­her als Lager.

Heutige Nutzung

Teile der Anlage sind erhal­ten. Im Dezember 2002 wurde der Gebäudekomplex bei einem Brand beschädigt.

Dresden: Vorwerk Räcknitz

Vorwerk Räcknitz

Stadtgutstraße 10 (hin­ten)
01217 Dresden

Historisches

Räcknitz ent­stand aus einem Herrensitz her­aus, der erst­mals 1305 urkund­lich unter Frische von Rekenicz belegt ist. Besitzer die­ses Herrensitzes waren 1384, in jenem Jahr ist auch die Erwähnung als Vorwerk nach­weis­bar, die Dresdner Familien Ziegler und Münzmeister. Das Erbgut wurde gemein­sam mit dem frü­he­ren Vorwerk Auswik 1467 vom Rat der Stadt Dresden erwor­ben und an eine Vielzahl von Bürgern auf­ge­teilt. Das Vorwerk kam 1468 als Stadtzinsgut in bäu­er­li­chen Besitz und wurde 1892 wie­der von der Stadt zurück erworben.

Heutige Nutzung

Seit 1951 wird es als Versuchsgut der Technischen Universität genutzt.

Dresden: Quandtsches Freigut /​ Freigut Eschdorf

Quandtsches Freigut

Pirnaer Straße 61
01328 Dresden OT Eschdorf

Historisches

1429 wurde ein Vorwerk erwähnt, die erste urkund­li­che Erwähnung erfolgte jedoch bereits 1346. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Vorwerk im Ortsteil Rosinendörfchen zer­stört und im nach­fol­gen­den Jahr im Ortskern neu auf­ge­baut. 1684 kam das Gut in den Besitz des säch­si­schen Staatsmannes Dr. Hieronymus Kiesewetter, der Eschdorf zum Rittergut erhob. Im Zeitraum 1767 bis 1770 ent­stand das Herrenhaus für den Oberstleutnant Ernst Ferdinand von Polenz. Nach Gottfried Sempers Plänen wurde das Gut 1830 umge­stal­tet und erhielt dadurch den Beinahmen Semperhof. 1832 erwarb die Familie Quandt das Anwesen. Sie lie­ßen das Gut erwei­tern und umbauen.

Nach 1945

1946 erfolgte die Enteignung der Freigutsbesitzer. Das Gut wurde 1951 Teil des Volksgutes Dittersbach.

Nachwendezeit

Nach 1990 schei­ter­ten Pläne zur Umgestaltung des Gutes in eine Wohnanlage bzw. ein Hotel. Inzwischen befin­det sich das Freigut seit 2007 in Privatbesitz. Mit der Sanierung des Hauptgebäudes wurde begon­nen. Zusätzlich wur­den Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro für Sicherungsmaßnahmen am Brauereigebäude bereit gestellt.

Heutige Nutzung

Das Freigut wird bewohnt. Kulturelle Angebote sowie wei­te­rer Wohnraum sol­len folgen.

Dresden: Wallburg Burgberg Loschwitz

Wallburg Burgberg (Loschwitz)

Burgberg
01326 Dresden

Historisches

Die ehe­ma­lige sla­wi­sche Wallanlage ent­stand ver­mut­lich zwi­schen dem 7. und 11. Jahrhundert und wurde 1296 sowie 1311 urkund­lich erwähnt. Reste des Abschnittsgrabens sind noch erhal­ten. Sie befin­den sich im Norden auf einem Bergsporn zwi­schen Grundstraße und Plattleite und recht­erhand der auf­wärts fah­ren­den Standseilbahn.

1853 ent­stand auf dem ehe­ma­li­gen Burggelände eine Gaststätte mit Hotelbetrieb namens “Oberer Burgberg”. Die Ruine über­stand die Nachkriegszeit, wurde aller­dings 1967 abge­ris­sen. Erhalten sind noch Teile der Stützmauern und die zum Plateau füh­ren­den Treppenanlagen.

Bodendenkmalschutz

Für die Wallanlage ist die Unterschutzstellung als Bodendenkmal vorgesehen.

Dresden: Palais Kaskel-Oppenheim

Palais Kaskel-​Oppenheim

Bürgerwiese 5–7
01069 Dresden

Historisches

Das Palais wurde zwi­schen 1845 und 1848 unter Gottfried Semper für den Bankier Martin Wilhelm Oppenheim errich­tet. Der Bankier und Kaiserlich-​Russische Staatsrat Hermann Christian Freiherr von Kap-​herr erwarb das Palais 1867 und ver­äu­ßerte es bereits zwei Jahre spä­ter an den Bankier Felix von Kaskel. Zwischen 1871 und 1874 ließ die­ser sein Palais umbauen.

Nach 1945

Während der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais zer­stört. Es brannte kom­plett aus, seine Mauern blie­ben jedoch ste­hen. Ende 1951 erfolgte die Ruinensprengungen. Zuvor gab es Ideen, an die­ser Stelle einen Pionierpalast auf­zu­bauen. Diese Pläne wur­den dann jedoch im Schloss Albrechtsberg umgesetzt.

 

Dresden: Vorwerk Nickern

Vorwerk Nickern

Am Geberbach 1
01239 Dresden

Historisches

Das Wohnstallhaus eines spät­mit­tel­al­ter­li­chen Dreiseitenhofes wurde ver­mut­lich im 16. Jahrhundert erbaut.

Heutige Nutzung

Das Vorderhaus wurde zum “Co-​Working-​Space” aus­ge­baut. Das Hinterhaus wurde bereits 2008 saniert.

Dresden: Palais Hoym

Palais Hoym

Landhausstraße 11, Rampische Straße 16–18
01067 Dresden

Historisches

Das Palais wurde ab 1739 bis 1742 durch Johann Christoph Knöffel erbaut. Es erstreckte sich über meh­rere Gebäude- und Adressteile. Das Hauptgebäude befand sich auf der heu­ti­gen Landhausstraße 11, der ehe­ma­li­gen Pirnaischen Gasse. Auftraggeber für den Originalbau war der Reichsgraf Johann Adolf von Brühl. Als neuer Besitzer seit 1752 ließ Kammerherr Julius Gebhard von Hoym, Neffe von Adolph Magnus von Hoym, dem kurz­zei­ti­gen Ehemann der spä­te­ren Gräfin Cosel, die im Siebenjährigen Krieg erlit­te­nen Schäden behe­ben. 1766 erwarb die Familie von Riesch den Gebäudekomplex und lies umfang­rei­che Um- und Erweiterungsbauten vornehmen.

Nach meh­re­ren Besitzerwechseln ver­kaufte August Friedrich von Schönberg 1830 das Palais an die Dresdner Gesellschaft Harmonie, die bis 1945 ihren Sitz darin hatte und die ihrer­seits wei­tere Umbauten ver­an­lasste. Beispielsweise wurde der Saal ver­grö­ßert und zählte fortan zu den größ­ten Konzert- und Theatersälen Dresdens. Er wurde 1843 nach Plänen von Gottfried Semper restau­riert und 1850 umgebaut.

Nach 1945

Das Palais Hoym wurde bei der Bombardierung zer­stört und nicht wie­der auf­ge­baut. Nach Abtragung der Ruinenreste ent­stand bis 1983 auf dem Gelände ein moder­ner Anbau des Polizeipräsidiums, wel­cher 2005 abge­ris­sen wurde.

Heutige Nutzung

Der Wiederaufbau des Palais Hoym dau­ert an. Die Fertigstellung ist für das zweite Halbjahr 2023 vor­ge­se­hen. Die Nutzung sieht zahl­rei­che Wohnungen der geho­be­nen Klasse, Gewerberäume, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten vor.